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Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Irgendwann im Leben hat wohl jede Frau Bekanntschaft mit den unangenehmen Begleiterscheinungen der Menstruation gemacht. Für einige Frauen werden sie monatlich zur Qual. Kopfschmerzen, krampfartige Unterleibschmerzen, Stimmungsschwankungen oder ein Spannungsgefühl in den Brüsten - das sind nur einige Symptome.

In den meisten Fällen sind die Schmerzen kein Grund zur Besorgnis. Oftmals lässt sich der Verlauf von Menstruationsbeschwerden bereits mit einer ausgeglichenen Lebensweise und einer gesunden Einstellung zum eigenen Körper positiv beeinflussen. Anderenfalls können auch Präparate gegen Menstruationsbeschwerden die Schmerzen lindern.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Primäre und sekundäre Menstruationsbeschwerden
  2. Ursachen
  3. Symptome
  4. Ernährung bei Menstruationsbeschwerden
  5. Menstruationsbeschwerden behandeln
  6. Natürliche Behandlung mit Hausmitteln
  7. Tipps zum Vorbeugen
  8. Prämenstruelles Syndrom (PMS) als gesonderte Form

Regelschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden in gynäkologischen Praxen. Laut Schätzungen leiden ungefähr 54% aller Frauen unter Schmerzen während der Periode. Bei etwa zehn Prozent aller Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie ihren Alltag für einige Tage kaum bewältigen können. Auch junge Frauen kämpfen jeden Monat mit krampfartigen Schmerzen im Unterleib. Hier ist fast jede zweite junge Frau betroffen.1 Dabei fallen Intensität und Dauer der Schmerzen bei jeder Betroffenen unterschiedlich aus.

Primäre und sekundäre Menstruationsbeschwerden

Hinter dem Begriff Menstruationsbeschwerden verbirgt sich eine Reihe von Symptomen, die kurz vor dem Einsetzen der Periode beginnen oder während der Regelblutung auftreten. Der Mediziner spricht bei Schmerzen während der Periode von Dysmenorrhoe.

Primäre Beschwerden durch Periode

Menstruationsbeschwerden lassen sich allgemein in primäre und sekundäre Regelschmerzen unterscheiden. Dabei entstehen primäre Menstruationsbeschwerden durch die Periode.

Sekundäre Beschwerden durch Erkrankung

Bei der sekundären oder erworbenen Dysmenorrhoe liegt meist eine gynäkologische Erkrankung zugrunde.

PMS als Sonderform von menstruationsbeschwerden

Setzen die Schmerzen bereits in der zweiten Zyklushälfte ein und werden von körperlichen und psychischen Beschwerden begleitet, so könnte es sich um das prämenstruelle Syndrom (PMS) handeln.

Ursachen

Menstruationsbeschwerden sind für viele Frauen und Mädchen zwar oft unangenehm, jedoch besteht aus medizinischer Sicht kein Grund zur Besorgnis. Durch das Wechselspiel der Hormone leiden besonders junge Frauen bereits beim Einsetzen der ersten Regelblutung unter den Symptomen.

Natürliche Vorgänge als Ursache

Eine große Rolle für Schmerzen während der Periode spielen körpereigene Botenstoffe, die Prostaglandine, sowie die Vorstufe der Prostaglandine - die sogenannte Arachidonsäure. Die Gewebshormone bilden sich vermehrt während der Menstruation in der Gebärmutter.

Prostaglandin erhöht Schmerzempfindlichkeit

Während eines Zyklus baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter durch Östrogene und Gestagene auf. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, wird die oberflächliche Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Periode. Beim Abstoßen zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter durch das Prostaglandin zusammen. Dadurch wird das Gewebe nicht mehr so gut durchblutet. Folglich kommt es in der Gebärmutter zur Unterversorgung mit Sauerstoff und die typischen Menstruationsbeschwerden entstehen.

Weiterhin kommen bei primären Regelschmerzen folgende Ursachen infrage:

  • weibliche Teenager, die ihre erste Periode bereits mit zwölf Jahren bekamen
  • Menstruationsbeschwerden, die schon bei der Schwester oder Mutter bekannt sind
  • besonders schlanken Frauen
  • außergewöhnlich lange Menstruationszyklen
  • Verhütung mit der Spirale
  • Betroffene, die besonders sensibel und emotional belastet sind

Lebenswandel als Ursache

Zu wenig Bewegung, Überanstrengung und zu viel Stress können ebenso Menstruationsbeschwerden verschlimmern. Auch durch intensiven Nikotin- und Alkoholgenuss sowie hohen Koffeinkonsum verstärken sich die Schmerzen. Außerdem kann eine einseitige Ernährung mit überwiegend tierischen Lebensmitteln und einem Mangel an Vitaminen und essentiellen Fettsäuren die typischen Schmerzen während der Periode intensivieren. Weiterhin fördert auch die abweisende Haltung gegenüber der Periode die Wahrnehmung des Schmerzes. 

Symptome

Menstruationsbeschwerden zeigen sich meist durch ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterleib, die mitunter so stark sind, dass Betroffene in ihrer Lebensführung eingeschränkt sind.

Schmerzen entstehen durch Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur

Diese Krämpfe entstehen durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur, durch die die Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen wird. Die Kontraktionen können manchmal über einige Minuten anhalten. Dementsprechend zeigen sich die Beschwerden ganz unterschiedlich in ihrer Dauer, Ausprägung und Intensität.

Neben den Unterleibschmerzen können weitere Symptome auftreten, wie:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • verschlechtertes Hautbild
  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Gewichtszunahme
  • Schweißausbrüche

Darüber hinaus kommt es bei manchen Betroffenen zu:

  • erhöhter Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • einem Flush (anfallsweise auftretendes Erröten).

Ernährung bei Menstruationsbeschwerden

Die Ernährung spielt bei Menstruationsbeschwerden eine zentrale Rolle. Denn durch sie können die typischen Symptome während der Periode auf ganz natürliche Art gelindert werden.

Lebensmittel, die unbedingt auf den Speiseplan gehören:

Hülsenfrüchte

Bei vielen Frauen gerät das Verdauungssystem während der Menstruation aus dem Gleichgewicht. Linsen, Erbsen, Bohnen und Co. sind reich an Ballaststoffen und regulieren die Verdauung auf natürliche Weise. Außerdem lindern sie Wassereinlagerungen und tragen durch die enthaltenen B-Vitamine zum Wohlbefinden bei.

Vollkornprodukte

Allgemeine Beschwerden während der Periode lassen sich mit Vollkornprodukten reduzieren. Denn sie enthalten neben B-Vitaminen auch Vitamin E.

Grünkohl und Brokkoli

Diese Gemüsesorten sind reich an Vitaminen, Calcium und Antioxidantien. Durch regelmäßigen Verzehr werden so die leeren Speicher aufgefüllt und das Wohlsein gesteigert.

Bananen und Ananas

Bananen enthalten viel Vitamin B6, reduzieren Krämpfe und verhindern Wassereinlagerungen. Dadurch fühlen sich Betroffene beweglicher und halten außerdem ihr Immunsystem in Takt. Ananas enthält Mangan und Bromelin. Letzteres ist ein Enzym, das Muskeln beruhigen und Menstruationskoliken vorbeugen kann.

Sellerie und Ingwer

Diese Gemüsesorten verringern Menstruationsbeschwerden. Außerdem entspannt Sellerie die Muskeln und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Ingwer dämpft Schmerzen und sorgt obendrein für ein klares Hautbild während der „Tage“.

Kürbiskerne und Mandeln

Kürbiskerne enthalten Mangan, welches den Schmerz im Körper reduziert. Mandeln besitzen einen hohen Anteil an Magnesium, das den Serotoninhaushalt im Gehirn steuert. Somit helfen Mandeln gegen schlechte Laune. Gleichzeitig werden mit dem Verzehr Krämpfe verringert.

Wasser

Starke Schmerzen und Krämpfe werden meist mit Wassereinlagerungen in Verbindung gebracht. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, gerade während der Periode, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wenn der Körper nicht ausreichend Flüssigkeit erhält, sammelt er dies im Körper an, um das Defizit auszugleichen.

Joghurt

Durch die aktiven Bakterienkulturen im Joghurt wird die Verdauung angeregt. Joghurt enthält zwar viel Calcium und kann dadurch Schmerzen lindern, allerdings beinhalten Milchprodukte auch Arachidonsäure. Diese ungesättigte Fettsäurefördert im Körper die Herstellung von Prostaglandin, welches für die Krämpfe verantwortlich ist. Daher ist es sinnvoller auf natürliche Calciumquellen wie Wirsing oder Lachs zurückzugreifen.

Lebensmittel und Stoffe, die vermieden werden sollten:

Zucker

Raffinierter Zucker erhöht oder blockiert den Blutzuckerspiegel. Außerdem übersäuert und entmineralisiert er den Organismus. Darum sollten zu viel Zucker und zuckerhaltige Getränke vermieden werden.

Koffein

Koffein und koffeinhaltige Produkte entziehen dem Körper Flüssigkeit und verengen die Blutgefäße. So wird die Gebärmutter schlechter durchblutet, was wiederum zu Schmerzen und Krämpfen führt.

Rotes Fleisch

Rotes Fleisch besitzt einen hohen Anteil der Fettsäure Arachidonsäure, durch die sogenannte Entzündungsmediatoren gebildet werden. Außerdem regt die Fettsäure die Produktion von Prostaglandin an. Darum sollte rotes Fleisch nur alle zwei Wochen mit Gemüse und Salat verzehrt werden.

Nützliche Mineralstoffe und Vitamine

Es ist nicht nur wichtig, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren, sondern den Körper auch ausreichend mit Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen.

B-Vitamine

Insbesondere die B-Vitamine B1, B3 und B6 sind bei der Bekämpfung von Menstruationsbeschwerden von Bedeutung:

  • Wird Vitamin B1 ausreichend lang eingenommen (drei Monate) können Menstruationsbeschwerden gelindert werden. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 100mg.
  • Vitamin B3 wirkt sich in Kombination mit Vitamin C positiv auf das Schmerzempfinden aus. Auch hier liegt die Tageshöchstdosis bei 100mg.
  • Vitamin B6 kann kolikartige Schmerzen während der Periode lösen. Allerdings wirkt es sich, wenn es über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen eingenommen wird, schädlich aus. Hier liegt die empfohlene Tagesdosis bei 100 bis 200mg.
Vitamin E

Vitamin E soll ebenso den Periodenschmerz lindern, wenn es über einen längeren Zeitraum (mindestens vier Monate) eingenommen wird. Im Allgemeinen besitzt natürliches Vitamin E eine größere Wirkung als das künstlich hergestellte Vitamin E. Hier empfiehlt sich die Gabe besonders in der zweiten Zyklushälfte. Die Tagesdosis beträgt 400 I.E..

Eisen

Eisen ist besonders für Frauen wichtig, deren Monatsblutungen sehr stark ausgeprägt sind. Bei den Betroffenen herrscht meist ein Mangel an Eisen. Daher sollten verstärkt Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Eisen (Rosinen, dunkelgrünes Blattgemüse, mageres Fleisch, Muscheln, Leber) verzehrt werden. Dadurch kann das verlorene Eisen ersetzt werden.

Magnesium

Magnesium trägt zur Muskelentspannung bei, wodurch Krämpfen in der Gebärmutter entgegengewirkt wird. Zudem reduziert Magnesium den Schmerzmittelbedarf, da es die Bildung von Prostaglandin hemmt. In der zweiten Zyklushälfte hilft die Kombination aus Magnesium und Vitamin B6. Die Tageshöchstdosis liegt bei 450 bis 600mg.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren regulieren unterschiedliche Hormonsysteme und wirken sich positiv auf die Synthese von Prostaglandin aus. Außerdem werden Menstruationskrämpfe gemildert und Begleitsymptome reduziert. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren enthalten Fischöl, Nüsse und Leinsamen.

Um den Beschwerden entgegenzuwirken, sollten Omega-3-Fettsäuren in einer täglichen Dosis von 2g EPA, DHA (aus Fischöl) über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten eingenommen werden. Zudem können Omega-3-Fettsäuren gut mit 5 bis 10µg Vitamin B12 kombiniert werden.

Gamma-Linolensäure (GLS)

Gamma-Linolensäure (GLS) ist eine Omega-6-Fettsäure, die Menstruationskrämpfe sowie deren Begleiterscheinungen mildern kann. Außerdem fördert es die Bildung von entzündungs- und krampfhemmendem Prostaglandin E1. In Form von Nachtkerzenöl (EPO) wird eine tägliche Tagesdosis von zwei bis drei Gramm empfohlen.

Menstruationsbeschwerden behandeln

Um Menstruationsbeschwerden zu behandeln, ist eine sichere Diagnose notwendig. Ein ausführliches Gespräch und verschiedene gynäkologische Untersuchungen geben dabei Aufschluss. Ziel der Untersuchung ist es, organische und andere Erkrankungen auszuschließen.

Bei starken Schmerzen und Veränderungen zum Arzt

Wenn Menstruationsbeschwerden den Alltag beeinträchtigen oder sehr stark sind, sollte die Ursache unbedingt von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Denn nicht immer sind starke Schmerzen während der Periode harmlos. Mitunter könnte sich eine gefährliche Erkrankung wie die Endometriose dahinter stecken. Auch Veränderungen in Bezug auf Stärke und Dauer der Schmerzen oder Blutungsstörungen machen einen Artbesuch notwendig.

Behandlung mit Medikamenten

Es gibt unterschiedliche Therapieansätze, um Menstruationsbeschwerden zu behandeln. Dabei beschränkt sich die Behandlung bei der primären Dysmenorrhö auf die Linderung der Beschwerden. Hier kommen verschiedene Medikamente mit folgenden Wirkstoffen zum Einsatz:

Schmerzmittel mit Paracetamol
  • bei leichten bis mäßig starken Schmerzen
  • besitzt unter Laborbedingungen schwache entzündungshemmende Eigenschaften
  • Medikamente mit diesem Wirkstoff können einmalig oder in drei bis vier Einzeldosen eingenommen werden
  • zeitlicher Abstand von sechs bis acht Stunden nicht unterschreiten
  • empfohlene Höchstmenge nicht überschreiten

Weitere Informationen zum Wirkstoff Paracetamol.

Schmerzmittel mit Ibuprofen
  • hemmt die Produktion von Prostaglandin
  • unterbricht Schmerzweiterleitung zum Gehirn
  • nicht geeignet für Personen mit allergischen Erkrankungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Magen-Darm-Erkrankungen
  • in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich
  • Dosierungen über 400mg rezeptpflichtig
  • geringe Dosierungen stillen in erster Linie Schmerzen
  • Wirkungsdauer etwa drei Stunden

Weitere Informationen zum Wirkstoff Ibuprofen.

Schmerzmittel mit Diclofenac
  • bei leichten bis mittelschweren Schmerzen
  • besitzt entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften vermindert Freisetzung von Prostaglandin
  • ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich
  • Tagesdosis ohne Rezept liegt bei 75mg
  • Wirkdauer etwa sechs Stunden
  • je nach Darreichungsform und Wirkstoffmenge mitunter verschreibungspflichtig.

Weitere Informationen zum Wirkstoff Diclofenac.

Schmerzmittel mit Naproxen
  • entzündungshemmender und schmerzlindernder Arzneistoff
  • hemmt Neubildung von Prostaglandin
  • Schmerzen werden nicht ans Gehirn weitergeleitet, dadurch wird dem Schmerz entgegengewirkt
  • besitzt blutverdünnende Eigenschaften
  • verlängert Blutungszeit
  • wirkt relativ schnell und lange
  • Wirkdauer beträgt bis zu zwölf Stunden
  • maximale Tagesdosis bei Selbstmedikation 750mg

Weitere Informationen zum Wirkstoff Naproxen.

hormonelle Verhütungsmittel

Nicht nur die Antibabypille und der Vaginalring, sondern auch Pflaster, Hormonimplantat oder Spritze greifen in das Hormonsystem ein. Sie regulieren die Geschlechtshormone im Körper. Dadurch kommt es zur regelmäßigen Blutung, die oftmals keine Beschwerden hervorrufen. Vor allem Kontrazeptiva, die das Hormon Chlormadinonacetat (CMA) enthalten, sind besonders gut, da sie die Prostaglandinbildung verhindern.2

Krampflösende Mittel mit Scopolaminbutylbromid
  • zählt zur Gruppe der Spasmolytika
  • wirkt krampflösend auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter
  • lindert nicht direkt Schmerzen
  • ist daher auch in Kombination mit Paracetamol erhältlich
  • bei Selbstmedikation liegt die Einzeldosis zwischen 10 und 20mg
  • maximale Tagesdosis 100mg.

Vor der Einnahme von Medikamenten mit oben genannten Wirkstoffen ist es bezüglich der Dosierung und Dauer wichtig, die Packungsbeilage zu lesen, den Apotheker zu fragen oder den Rat des behandelnden Arztes einzuholen.

Natürliche Behandlung mit Hausmitteln

Beschwerden, die kurz vor oder während der Periode auftreten, können frühzeitig mit folgenden Maßnahmen gelindert werden:

Wärme zur Entkrampfung

Wärme wirkt entkrampfend und ist daher Mittel der ersten Wahl bei Periode bedingten Schmerzen. Egal, ob Wärmekissen, Wärmflasche oder Kirschkernkissen - einfach auf den unteren Rücken oder den Bauch legen und dann ab aufs Sofa. Durch das Liegen entspannt sich die verkrampfte Muskulatur. Ein Saunagang oder ein warmes Vollbad fördern die Durchblutung und lindern somit ebenfalls akute Schmerzen.

Akupressur

Mitunter lassen sich krampfartige Verspannungen mit Akupressur lösen. Dazu wird die Stelle täglich fünf Minuten massiert, die sich eine Handbreite unterhalb des Knies befindet.

Körper und Geist entspannen

Wer unter Menstruationsbeschwerden leidet, sollte Stress vermeiden und zwischendurch entspannen. Außerdem ist es sinnvoll, bequeme Kleidung zu tragen (nicht zu eng). Mit einem Spaziergang an der frischen Luft oder einfachen Yogaübungen bringen Sie Körper und Geist wieder in Einklang. Zudem kann autogenes Training helfen.

Leichte Massagen mit ätherischen Ölen

Für sanfte Massagen eignen sich ätherische Öle wie Fenchel, Wacholder, Kamille oder Majoran. Dazu werden einfach einige Tropfen mit einem neutralen Massageöl gemischt und um den Bauchnabel herum - ohne Druck und im Uhrzeigersinn - massiert. Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn der Unterleib zweimal täglich für wenige Minuten massiert wird. Massagen lösen Verspannungen und entspannen den Bauch.

Geschlechtsverkehr

Selbstbefriedigung und Geschlechtsverkehr sind gut gegen Menstruationsbeschwerden. Einerseits werden dadurch Endorphine freigesetzt, die schmerzlindernd wirken und zum anderen werden die Muskeln durch die Muskelkontraktion im Unterleib gelockert.

Pflanzliche Hilfe mit Tee

Neben oben genannten Hausmitteln helfen auch Pflanzentees aus Kräutern wie Johanniskraut, Kamillenblüten, Gänsefingerkraut, Frauenmantel, Mönchspfeffer, Melisse, Traubensilberkerze und Schafgarbe. All diese Kräuter entspannen die Muskulatur in der Gebärmutter, lindern Schmerzen während der Periode und regulieren den Zyklus.

Tipps zum Vorbeugen

Menstruationsbeschwerden lassen sich nicht zuverlässig vorbeugen. Jedoch helfen einige Maßnahmen, um die Schmerzen zu lindern oder gar nicht erst aufkommen zu lassen:

Ausreichend Bewegung

Regelmäßige sportliche Aktivitäten, auch während der Menstruation, lindern nicht nur Schmerzen, sondern wirken auch vorbeugend. Sport regt die Durchblutung des Beckens an und wirkt somit krampflösend. Besonders geeignet sind dabei sanfte Ausdauersportarten wie Radfahren und Walken. Aber auch gezielte Gymnastikübungen und Yoga sind hilfreich.

Schlaf

Damit sich Körper und Seele gleichermaßen entspannen können, ist es wichtig ausreichend zu schlafen. So sind Betroffene während der Periode weniger gereizt und können mit Stresssituationen besser umgehen.

Salz vermeiden

Salz verstärkt Wassereinlagerungen im Körper. Daher sollte der Salzkonsum während der Periode gering gehalten werden. Sinnvoller ist es, die Speisen mit Gewürzen und Kräutern zu verfeinern.

Richtige Ernährung

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung steigert das Wohlbefinden. Dementsprechend sollte der Speiseplan bei Menstruationsbeschwerden ausfallen. Viel frisches Obst und Gemüse, wenig tierisches Fett und mindestens zweimal in der Woche Fisch. Mediziner raten zu einer ballaststoffreichen Kost mit viel Kalzium und Magnesium. Mit eisenhaltigen Lebensmitteln lässt sich der Eisenverlust bei starken Blutungen entgegenwirken.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) als gesonderte Form

Im Gegensatz zu den normalen Regelschmerzen, setzen PMS-Symptome bereits zwei Wochen bis einige Tage vor der Regelblutung auf.

PMS bedeutet häufig hoher Leidensdruck

In vielen Fällen verschlimmern sie sich und verschwinden am ersten oder zweiten Tag der Menstruation wieder. Etwa 75 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter sind von prämenstruellen Beschwerden betroffen. Davon leiden ungefähr 25 Prozent am PMS. Einige betroffene Frauen sind durch PMS-Beschwerden erheblich in ihrer Lebensqualitäteingeschränkt.3 Entsprechend hoch ist der Leidensdruck.

Störung im hormonellen Gleichgewicht als möglicher Auslöser

Eine zentrale Rolle beim PMS scheint das hormonelle Ungleichgewicht zu spielen. Die zeigt sich häufig durch einen erhöhten Östrogen- und einem erniedrigten Progesteronblutspiegel, was nicht nur Auswirkungen auf den Flüssigkeitshaushalt, sondern auch auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel im Körper hat. Die Folge sind Brustspannen und Ödeme.

Unterschiedliche PMS-Typen

Anhand der zahlreichen Symptome, lassen sich verschiedene Typen unterscheiden und einteilen:

Typ A - Die Ängstliche
  • vom englischen Wort "anxiety" abgeleitet
  • Hauptsymptome: extreme Reizbarkeit, Angstgefühle, Vergesslichkeit, Panikattacken, Stimmungsschwankungen
  • Ursache: erhöhter Östrogenspiegel in zweiter Zyklushälfte
  • Östrogenüberschuss ist meist gekoppelt mit Progesteronmangel
  • die Folge ist vermehrte Ausschüttung von Serotonin und Adrenalin
TYP C - Die Heißhungrige
  • vom englischen Wort "craving" abgeleitet
  • Hauptsymptome: Heißhungerattacken, Appetitzunahme, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen
  • Ursache: starker Abfall des Blutzuckerspiegels in der zweiten Zyklushälfte
Typ D - Die Empfindsame
  • vom englischen Wort "depression" abgeleitet
  • Hauptsymptome: depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit, vermindertes Selbstwertgefühl
  • Ursache: niedriger Östrogenspiegel bei gleichzeitig hohem Anteil an Progesteron im Körper
Typ H - Die Aufgeschwemmte
  • vom englischen Wort "hyperhydration" abgeleitet
  • Hauptsymptome: Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Spannen in der Brust
  • Ursache: in zweiter Zyklushälfte sinkt Östrogenausschüttung bei gleichzeitiger erhöhter Bildung von Progesteron
Typ P - Die Schmerzgeplagte
  • vom englischen Wort "pain" abgeleitet
  • Hauptsymptome: starke Schmerzen in Kopf, Unterleib und im Rückenbereich
  • Ursache: hohe Ansammlung von Prostaglandin im Körper, wodurch sich Gebärmutter zusammenzieht und Schleimhautabstößt

Kernsymptome beim PMS

Die Symptome bei PMS können vielfältiger nicht sein. Dabei sind sie bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt und können auch von Zyklus zu Zyklus variieren. Symptome bei PMS lassen sich in körperliche und psychische Beschwerden einteilen. Bei vielen Frauen sind Symptome beider Art mehr oder weniger ausgeprägt. Einige Frauen berichten nur von psychischen oder körperlichen Beschwerden.

Körperliche Anzeichen
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Spannen in der Brust und Brustschwellung
  • Krämpfe im Unterbauch
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Völlegefühl, Blähungen
  • Verstopfung, Durchfall
  • Übelkeit
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen
  • Hitzewallungen
  • unreine Haut
Seelische Anzeichen
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit, Nervosität
  • Angst, Anspannung
  • Weinerlichkeit, Traurigkeit
  • Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit
  • Veränderungen im Durst- und Appetitverhalten
  • Heißhunger

Nährstoffempfehlungen beim PMS

Beim PMS spielen die Mikronährstoffe Magnesium und Vitamin B6 eine wesentliche Rolle. Besonders in Kombination scheinen sie eine zuverlässige Wirkung zu haben. Dazu werden über mindestens drei Monatszyklen täglich 300 bis 600mg Magnesium und 50 bis 100mg Vitamin B6 eingenommen.

Weiterhin sind folgende Nährstoffe empfehlenswert:

Vitamin B6
  • gleicht erhöhten Östrogenspiegel aus
  • verbessert depressive Verstimmungen
  • mindert Ödeme
  • empfohlene Tagesdosis: 50 bis 100mg
  • bei regelmäßiger tritt Wirkung nach drei Monatszyklen ein
Vitamin E
  • reduziert wirksam Symptome beim PMS
  • hilft speziell bei Schmerzen und Spannungen in der Brust
  • empfohlene Tagesdosis: 400 bis 800 I.E.
Multivitaminpräparat
  • sollte mindestens Zink, Mangan und Chrom enthalten
  • reguliert Zuckerstoffwechsel, speziell bei Heißhunger auf Süßigkeiten
  • verringert Symptome vom PMS
  • empfohlene Tagesdosis: 10mg Zink, 5mg Mangan, 200 µg Chrom
Magnesium
  • Mangel an PMS-Symptome verschlimmern
  • wirkt entspannend
  • verbessert Zuckerstoffwechsel
  • vermindert Gewichtszunahme und Schmerzen in Brüsten
  • Einnahmezeit: drei Monatszyklen
  • empfohlene Tagesdosis: 300 bis 600mg
Gamma-Linolensäure
  • mildert Symptome vom PMS
  • speziell Schmerzen und Spannungen in den Brüsten
  • empfohlene Tagesdosis: 3g Nachtkerzenöl (EPO)
L-Tryptophan
  • Aminosäure, die Spannungszustände, Ödeme und Essattacken mildert
  • reguliert Schlaf und Stimmung
  • empfohlene Tagesdosis: 1 bis 3g

Prämenstruelles Syndrom behandeln

Die Behandlung vom prämenstruellen Syndrom richtet sich in erster Linie nach dem Beschwerdebild. In der Schulmedizin gibt es wie oben beschrieben eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten wie herkömmliche Schmerzmittel und entkrampfende Arzneimittel. Mitunter hilft in schweren Fällen auch eine Hormonbehandlung, um den Hormonhaushalt in Balance zu halten. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Gynäkologen beraten.

Entspannende Momente gönnen

Frauen, die unter Regelschmerzen oder den Beschwerden von PMS leiden, sollten sich im Alltagsstress zwischendurch entspannende Momente gönnen. Hier hilft schon ein warmes Vollbad, ein ruhiger Abend auf dem Sofa mit einem guten Buch oder ein ausgiebiger Spaziergang. Sie müssen sich nicht allein mit den Schmerzen abfinden. Manchen Frauen hilft es, mit dem Partner oder der Partnerin über die Beschwerden zu reden, um Unterstützung und Rücksicht zu erhalten. Durch eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung, Verzicht auf Genussgifte sowie einer positiven Einstellung zum eigenen Körper können Sie Menstruationsbeschwerden positiv beeinflussen.

Autorin - Daniela Nährlich
Autorin: Daniela Nährlich

Daniela Nährlich ist seit 2012 freiberufliche Autorin mit eigenem Krankheitshintergrund. Da die Ernährung einen sehr hohen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat, hat sie sich mit verschiedenen Ernährungskonzepten auseinandergesetzt und wendet diese auch in ihrem familiären Umfeld an. Die Autorin hat bereits Texte zu verschiedenen Gesundheitsthemen verfasst und möchten nach vielen Jahren der Recherche, zahlreichen Erkenntnissen und erfolgreicher Selbsttherapie ihre Erfahrungen rund um ganzheitliche Gesundheit mit anderen Betroffenen teilen.

Quellen

1http://www.gesundheit.de/krankheiten/schmerz/regelschmerzen/regelschmerzen-dysmenorrhoe
2http://www.meine-gesundheit.de/regelschmerzen/gegen-regelschmerzen
http://www.regelschmerzen-ratgeber.de/regelschmerzen-behandeln/mit-vitaminen
3http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_preamenstruelles-syndrom-was-ist-das-praemenstruelle-syndrom-pms-_1092.html
http://www.gesundheit.de/krankheiten/schmerz/regelschmerzen/regelschmerzen-dysmenorrhoe
http://www.eesom.com/frauenheilkunde/menstruation/menstruationszyklus/menstruationsbeschwerden/
https://www.gesundheitsinformation.de/praemenstruelles-syndrom-pms.2112.de.html
http://www.9monate.de/gesundheit-vorsorge/frauengesundheit/praemenstruelles-syndrom-pms-id94528.html


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