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Vitamin-B6-Mangel (Pyridoxin) erkennen und vorbeugen

Pyridoxi gehört zur Gruppe der B-Vitamine, regelt zentrale Abläufe im Stoffwechsel und ist an vielen weiteren wichtigen Funktionen im Körper beteiligt. Ein Vitamin-B6-Mangel ist eher selten und lässt sich oftmals bereits mit einer Ernährungsumstellung beheben.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Vorkommen & Funktion im Körper
  2. Ursachen für einen Vitamin-B6-Mangel
  3. Symptome
  4. Täglicher Vitamin-B6-Bedarf
  5. Mögliche Risikogruppen
  6. Ernährung bei Vitamin-B6-Mangel
  7. Behandlung & Vorbeugung

Vorkommen & Funktion im Körper

Das wasserlösliche Vitamin B6 ist auch als Pyridoxin bekannt und umfasst die Verbindungen Pyridoxal, Pyridoxol und Pyridoxamin. Aus dem Vitamin produziert der Körper die Koenzyme Pyridoxalphosphat (PLP) und Pyridoxaminphosphat (PMP). Diese wiederum sind an fast 100 Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Wir nehmen Vitamin B6 über die Darmschleimhaut des oberen Dünndarms auf, bevor es anschließend für einen kurzen Zeitraum und hauptsächlich in der Leber gespeichert wird. Die Vitamin-B6-Reserven sind bereits nach zwei bis sechs Wochen aufgebraucht.

Funktionen

Vitamin B6 übernimmt folgende Funktionen im Körper:

Ursachen für einen Vitamin-B6-Mangel

Folgende Faktoren können einen Vitamin B6-Mangel hervorrufen:

Symptome

Ein Vitamin-B6-Mangel tritt nur selten auf, doch bereits eine nicht optimale Versorgung kann sich in verschiedenen Symptomen äußern:

  1. entzündliche Veränderungen (Haut, Zunge und Mundschleimhaut)
  2. Schlaflosigkeit
  3. Kopfschmerzen
  4. erhöhte Reizbarkeit und Depressionen
  5. Blutarmut
  6. Verwirrtheit
  7. Appetitlosigkeit
  8. geschwächtes Immunsystem
  9. Taubheitsgefühle an Händen und Füßen

Säuglinge und Kinder, die unter einem B6-Mangel leiden, weisen unter Umständen zudem Krämpfe, Zittern und Bewegungsstörungen auf.

Täglicher Vitamin-B6-Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt folgende tägliche Vitamin-B6-Zufuhr:

Säuglinge

Kinder:

Jugendliche/Erwachsene, männlich:

Jugendliche/Erwachsene, weiblich:

Schwangerschaft und Stillzeit:

Mögliche Risikogruppen

Ein Vitamin-B6-Mangel tritt in Industrieländern nur selten auf, doch einige Personengruppen sind durch bestimmte Lebensumstände oder Erkrankungen dennoch einem Risiko für ein B6-Defizit ausgesetzt und sollten vermehrt auf eine ausreichende Zufuhr achten.

Schwangere und Stillende

Vitamin B6 ist an der Blutbildung, am Aufbau von körpereigenem Eiweiß sowie an der Zellteilung bei Schwangeren und dem Embryo beteiligt. Um Mangelerscheinungen oder gar Entwicklungsschäden zu vermeiden, sollten Schwangere und Stillende daher besonders darauf achten, sich und ihr (ungeborenes) Kind bestmöglich zu versorgen.

Gesundheitlich vorbelastete Menschen

Menschen, die an Darmerkrankungen leiden, können infolge der Veränderungen im Darm mitunter keine ausreichenden Mengen des Vitamins absorbieren. Doch auch Personen, die von Nierenerkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz, chronischer Hämodialyse, chronischer Urämie) oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes betroffen sind, weisen ein höheres Risiko für einen Vitamin-B6-Mangel auf.

Medikamenteneinnahme

Die Einnahme von Medikamenten kann den Bedarf an Vitamin B6 erhöhen. Hierzu zählen unter anderem:

Mangel- oder Fehlernährung

Ältere Menschen sowie Personen, die unter Stress oder an Essstörungen leiden oder sich aus anderen Gründen nicht ausgewogen ernähren, nehmen oftmals nicht ausreichend Vitamin B6 zu sich. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann mit einer einseitigen Ernährung einhergehen und Vitamindefizite begünstigen. Daneben führt Alkoholismus mitunter zu einer verminderten Aufnahmefähigkeit im Magen-Darm-Trakt.

Erhöhter B6-Bedarf bei proteinreicher Ernährung

Da Vitamin B6 am Eiweißstoffwechsel beteiligt ist, steigt der Bedarf mit einer erhöhten Proteinzufuhr. Entsprechend weisen z. B. Sportler oder Menschen, die spezielle Diäten verfolgen und sich bewusst eiweißreich ernähren, einen höheren Vitamin-B6-Bedarf auf.

Ernährung bei Vitamin-B6-Mangel

Folgende Lebensmittel können dazu beitragen, den täglichen Bedarf an Vitamin B6 zu decken:

Pflanzliche Vitamin-B6-haltige Lebensmittel

Verschiedene Obst- und Gemüsesorten enthalten Vitamin B6 (Angabe in Milligramm je 100g Lebensmittel):

Obst und Gemüse

Getreide/Hülsenfrüchte/Nüsse

Tierische Vitamin-B6-haltige Lebensmittel

Verschiedene Fleisch-, Wurst- und Fischsorten können dazu beitragen, den Vitamin-B6-Bedarf zu decken (Angabe in Milligramm je 100g Lebensmittel):

Fleisch/Wurst

Fisch

Milch und andere tierische Produkte

Diese Stoffe hemmen die Vitamin-B6-Aufnahme

Vitamin-B6-Mangel behandeln und vorbeugen

Die Therapie eines Vitaminmangels sollte stets im Hinblick auf die Ursache erfolgen. Liegt dem Defizit beispielsweise eine Erkrankung zugrunde, ist diese in jedem Falle zu behandeln. Nach Möglichkeit sollte der B6-Mangel jedoch zeitgleich behoben werden - bei einer unheilbaren Krankheit kann unter Umständen eine lebenslange Supplementierung von Vitamin B6 notwendig sein, um den täglichen Bedarf zu decken.

Überdosierung von Vitamin B6

Es ist nahezu unmöglich, allein über Nahrung zu viel Vitamin B6 aufzunehmen. Allerdings sind zahlreiche Präparate erhältlich, um den Pyridoxinbedarf zu decken oder einen Mangel zu beheben. Die Aufnahme größerer Mengen B6 - ab mehr als einem Gramm täglich - über einen längeren Zeitraum hinweg kann zu folgenden Symptomen führen:

Wer Vitamin B6 supplementiert, sollte darauf achten, die Höchstdosis von 5,4 Milligramm (Erwachsene) täglich nicht zu überschreiten. Anbei eine Auswahl von Vitamin B6-Präparaten im Preisvergleich:

Ein Mangel an Vitamin B6 tritt eher selten auf, doch eine zusätzliche Pyridoxinzufuhr kann durch einen erhöhten Bedarf, eine unzureichende Zufuhr über die Ernährung oder eine verminderte Aufnahmefähigkeit notwendig sein. Lässt sich das Defizit nicht allein über die Nahrung beheben, können Betroffene auf Supplemente zurückgreifen, sollten jedoch darauf achten, die empfohlene Tagesdosis nicht deutlich zu überschreiten, um Symptome einer Überdosierung zu vermeiden.

Autorin - Tina Reschke
Autorin: Tina Reschke

Tina Reschke, freiberufliche Redakteurin und Lektorin, entschied sich 2010 aus ethischen und gesundheitlichen Gründen für die vegane Lebensweise. Sie wirkt unter anderem im Welt Vegan Magazin, im Onlinemagazin Herbaversum sowie bei der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. mit und verfasste verschiedene Ratgeberartikel rund um die vegane Ernährung für vegpool.de.

Quellen
http://www.eesom.com/go/5C0FF1MJOPK96EBU13U6ZAL0GU8EHPE0
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=39550
http://www.onmeda.de/naehrstoffe/vitamin_b6-vitamin-b%3Csub%3E6%3C-sub%3E-ueberdosierung-2255-6.html
http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Vitamin-B6-Pyridoxin-168915.html

Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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