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Anwendungsgebiete, Wirkweise & Ernährungsempfehlungen von Omega-6-Fettsäuren

Hierzulande sind die meisten Menschen mit Omega-6-Fettsäuren überversorgt. Der Grund dafür liegt vor allem in der Ernährung, die häufig zu reich an diesen Fettsäuren ist. Dass Omega-6-Fettsäuren wichtig für bestimmte Prozesse im Körper sind, steht außer Frage. Diese werden für den Sauerstofftransport im Blut, zur Hämoglobinbildung oder für Regenerationsprozesse benötigt. Aber: Ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren fördert Entzündungen im Körper, während Omega-3-Fettsäuren Entzündungen hemmen. Wichtig ist demnach ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Fettsäuren.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Funktion von Omega-6-Fettsäuren im Körper
  2. Richtiges Omega-3- und Omega-6-Verhältnis ist wichtig
  3. Die unterschiedlichen Omega-6-Fettsäuren
  4. Anwendungsgebiete
  5. Gute Omega-6-Quellen

Funktion von Omega-6-Fettsäuren im Körper

Omega-6-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau und der Erhaltung der Flexibilität der Zellmembranen im Körper. Außerdem versorgen sie Zellen mit Sauerstoff. Als Vorläufer bestimmter Botenstoffe übernehmen sie wichtige Funktionen bei der Regulation des Blutdrucks und der Vermittlung von Entzündungsreaktionen.

Richtiges Omega-3- und Omega-6-Verhältnis ist wichtig

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, nimmt der Mensch Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis von 1:5 auf. Der Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen sorgen jedoch dafür, dass sie meist mit Omega-6-Fettsäuren überversorgt sind.

Vor allem der übermäßige Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch und Milcherzeugnissen, aber auch Omega-6-haltige Fette wie Sonnenblumenöl oder Margarine stehen zu häufig auf dem Speiseplan.

Wichtige Omega-3-Lieferanten, z.B. fette Meeresfische wie Makrele, Lachs oder Hering sowie Lein- oder Rapsöl und Walnüsse werden hingegen seltener verzehrt.

Problem: Zu viel Omega-6 fördert Entzündungen

Zur Gesunderhaltung benötigt der Körper sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren. Wie bereits erwähnt, agieren beide Fettsäuren als Vorläufer von Botenstoffen, die für Entzündungsreaktionen im Körper verantwortlich sind. Die Botenstoffe aus Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, während solche aus Omega-6-Fettsäuren wie Arachidonsäure Entzündungen fördern können.

Beide Fettsäuren konkurrieren im Körper um die gleichen Stoffwechselvorgänge. Ein Zuviel an Omega-6 im Körper bewirkt eine Blockade von Omega-3 und verhindert eine Umwandlung in die entzündungshemmende Wirkungsform.
Umso wichtiger ist also ein ausgewogenes Verhältnis beider Fettsäuren, denn nur so bleiben Prozesse und Abläufe im Körper in einem gesunden Gleichgewicht.

Die unterschiedlichen Omega-6-Fettsäuren

Zu den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren zählen:

Bis auf Linolsäure kann der Körper alle Omega-6-Fettsäuren selbst herstellen. Linolsäure ist essentiell und muss daher über die Ernährung zugeführt werden.

Linolsäure

Linolsäure ist die wichtigste Omega-6-Fettsäure. Sie trägt zum Energie- und Sauerstoff-Haushalt bei und ist wichtig für die Haut, Zellen sowie das Herz. Zudem kommt dieser Fettsäure kommt eine Bedeutung bei der Behandlung von Hautreizungen und Ekzemen zu, möglicherweise erfüllt sie auch eine präventive Wirkung bei Hautkrebs.

Viele Speiseöle enthalten Linolsäure - unter anderem Distel-, Maiskeim-, Schwarzkümmel-, Sesam-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl. Bei der Verwendung der Öle spielt die Qualität eine wichtige Rolle - die Öle sollten kaltgepresst sein. Die tägliche Zufuhrempfehlung liegt zwischen 2 und 7g.

Gamma-Linolensäure

Linolsäure kann der Körper in Gamma-Linolensäure umwandeln. Jedoch ist dieser Umwandlungsprozess mitunter gestört, weshalb ein Mangel an Gamma-Linolensäure nicht selten ist. Durch Nährstoffmängel (z.B. von Vitamin B6, Zink, Eisen oder Magnesium), Alkoholkonsum oder Diabetes, aber auch mit steigendem Alter wird die Aktivität des Enzyms Delta-6-Desaturase, welches für die Umwandlung benötigt wird, gehemmt.

Eine gute Gamma-Linolensäure-Quelle ist Nachtkerzenöl
Daher empfiehlt es sich, zusätzlich Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Gamma-Linolensäure in den Speiseplan zu integrieren. Hierzu zählen z.B. Nachtkerzen-, Borretsch- und Johannisbeerkernöl. Zwar enthält Borretschöl eine höhere Menge an Gamma-Linolensäure (15-20 Prozent), Nachtkerzenöl (Gamma-Linolensäure-Anteil 8-10 Prozent) verfügt insgesamt jedoch über einen optimaleren Fettsäuregehalt und wird daher sehr häufig eingesetzt.

Einsatz bei verschiedenen Beschwerden & Erkrankungen
Zwar sind Omega-6-Fettsäuren in der Regel eher entzündungsfördernd, jedoch bildet Gamma-Linolensäure eine Ausnahme. Die Fettsäure wird wiederum in das Eicosanoid Prostaglandin E1 umgewandelt, welches entzündungsregulierend wirkt und einen anti-histaminen Effekt hat. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften wird diese Omega-6-Fettsäure bei diversen Erkrankungen und Beschwerden wirksam eingesetzt. Da Gamma-Linolensäure ähnlich wie Omega-3-Fettsäuren wirkt, kann sie auch zum Teil wie diese eingesetzt werden. Gamma-Linolensäure kann in Form von Nachtkerzen-Präparaten z.B. bei der Behandlung von:

eingesetzt werden. Neben der Einnahme als Kapsel, kann Nachtkerzenöl auch äußerlich als Salbe oder Creme angewendet werden.

Dihomo-Gamma-Linolensäure

Aus Gamma-Linolensäure kann der Mensch Arachidonsäure und Dihomo-Gamma-Linolensäure synthetisieren. Auch Dihomo-Gamma-Linolensäure wirkt ähnlich wie Omega-3-Fettsäuren. Beispielsweise hilft DGLA bei der Regulation des Blutcholesterinspiegels, des Blutdrucks und beeinflusst die Blutgerinnung. DGLA schützt auf diese Weise vor Arteriosklerose und anderen Gefäßerkrankungen.

Arachidonsäure

Während die anderen Omega-6-Fettsäuren natürlich in pflanzlichen Produkten vorkommen, findet man Arachidonsäure vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Ei und Milchprodukten in höheren Konzentrationen. Ein Übermaß an Omega-6-Fettsäure, vor allem an Arachidonsäure, fördert Entzündungsprozesse im menschlichen Körper, da sie in entzündungsfördernde Eicosanoide umgewandelt werden. Arthrose und andere Krankheiten können die Folge sein. Außerdem kann DGLA im Organismus zu Arachidonsäure umgewandelt werden.

Anwendungsgebiete

Für folgende Erkrankungen hat sich die Behandlung mit Omega-6-Fettsäuren bewährt.

(Auch) äußerlich angewendet

Innerlich angewendet

Gute Omega-6-Quellen

Folgende kaltgepressten Pflanzenöle eignen sich als gute Omega-6-Quellen:

Linolsäure: Distel-, Maiskeim-, Schwarzkümmel-, Sesam-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl
Gamma-Linolensäure: Borretsch-, Nachtkerzen-, Schwarzes Johannisbeersamen- und Distelöl

Die Aufnahme von Arachidonsäure, die man hauptsächlich in Fleisch und Fisch findet, sollte gezügelt werden, da diese Omega-6-Fettsäure, anders als Linolsäure, GLA und DGLA entzündungsfördernd wirkt. Genießen Sie ab und an vegetarische oder vegane Speisen und ergänzen Sie Ihren Speiseplan um hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle, um ein Idealverhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 auf Ihrem Speiseplan zu erreichen.

Tipp: Omega-6-Fettsäuren sind nicht zum Braten und Frittieren geeignet, weil sie besonders leicht oxidieren, wodurch gesundheitsschädliche Transfette entstehen können. Nutzen Sie die kaltgepressten Pflanzenöle als rohköstliche Ergänzung für Salate und Dips.


Quellen
Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)
http://www.vital.co.at/naehrstoffe/omega-6-fettsaeuren.html
www.urgeschmack.de
http://vitamine-ratgeber.com/fettsaeuren/omega-6-fettsaeuren

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