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Gallenbeschwerden - was tun?

Aktualisiert am 10.12.18

Gallenbeschwerden sind weit verbreitet und hängen häufig mit einer fettreichen Ernährung zusammen, können jedoch auch andere Ursachen haben. Eine Besserung kann bereits mit einer Umstellung des Essens einhergehen. Vorsicht ist bei Kräutertees geboten: einige verschlimmern die Beschwerden sogar noch. Was Sie noch über die häufigsten Erkrankungen und Beschwerden der Galle - Gallensteine, Gallenkolik und Gallenblasenentzündung - wissen sollten, lesen Sie hier. 

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was zählt zu Gallenbeschwerden?
    1. Gallensteine
    2. Gallenkolik
    3. Gallenblasenentzündung

Was zählt zu Gallenbeschwerden?

Gallenbeschwerden im engeren Sinne umfassen die Gallensteine, der teilweise oder vollständige Gallenstau (Cholestase), Gallenkolik und die Gallenblasenentzündung (Cholezystitis). Diese Beschwerden bzw. Erkrankungen treten einzeln oder zusammen auf und führen sekundär zu einem Mangel an Gallensaft mit Auswirkungen auf die Verdauung.

Galle mit Gallensteinen

Gallenbeschwerden zeigen sich meist an Schmerzen im rechten OberbauchChronische Gallenbeschwerden äußern sich in leichtem, immer wieder auftretendem Bauchweh in der Lebergegend

Verdauungsstörungen sind weitere Symptome
Ein gestörter Gallenfluss macht Verdauungsstörungen: Ohne Galle kommt das Fett, das wir essen, nicht mehr ins Blut, sondern bleibt im Darm. Die Folge sind Fettstühle, manchmal Blähungen oder Verstopfung, und Mangel an essentiellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen

Typische Erscheinungen von Vitaminmangel
Auf Dauer kommt es zu typischen Vitaminmangel-Erscheinungen: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Reizbarkeit, trockene Haut sowie eine verlangsamte Wundheilung.

Gallensteine

- der häufigste Grund für Gallenbeschwerden

Gallenleiden hängen fast immer mit Gallensteinen zusammen. Gallensteine, auch Gallenkonkrement oder Cholelithen genannt, sind Klumpen von auskristallisierter Gallenflüssigkeit. Sie bestehen aus Calcium, Bilirubin, oder Cholesterin. Gallensteine können von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß werden.

  1. Entstehung & Ursachen von Gallensteinen
  2. Symptome bei Gallensteinen
  3. Personen mit erhöhtem Gallenstein-Risiko
  4. Gallensteine und Ernährung
  5. Gallenstein-Diagnose
  6. Gallensteine loswerden
  7. Folgen bei Nichtbehandlung
  8. Gallensteinen vorbeugen

Entstehung & Ursachen von Gallensteinen

Galle ist eine Flüssigkeit, die in der Leber entsteht und in der Gallenblase zwischengelagert wird, bis sie nach einer Mahlzeit durch den Gallengang in den Dünndarm kommt. Dort spielt sie eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Fettsäuren aus der Nahrung. Außerdem enthält die Gallenflüssigkeit alle Abfallstoffe, die die Leber aus dem Blut gefiltert hat: Durch Galle und Darm gelangen sie aus dem Körper.

Gallensteine entstehen durch Ungleichgewicht der Gallenflüssigkeit
Wenn die Zusammensetzung der Galle aus dem Gleichgewicht gerät, dann können einzelne Stoffe auskristallisieren. So, wie bei hartem Wasser der Kalk in der Kaffeemaschine liegen bleibt, fällt auch in der Gallenblase das Calcium, Bilirubin oder Cholesterin aus, wenn zu wenig Gallensäuren vorhanden sind, um alles aufzulösen.

Gallensteine bleiben häufig unbemerkt und verursachen keine Beschwerden
Winzige Gallensteine liegen oft jahrelang unbemerkt in der Gallenblase, ohne Probleme zu machen. Kommt die Zusammensetzung der Flüssigkeit wieder ins Gleichgewicht, dann lösen sich die Steinchen von selbst wieder auf. Ist die Galle aber dauerhaft schlecht zusammengesetzt, dann werden die Gallensteine ständig mehr und größer. Selbst ein zentimetergroßer Stein kann noch unbemerkt bleiben; ein großer Gallenstein ist deshalb nicht automatisch gefährlicher als ein kleiner.

Beschwerden entstehen durch Gallensteine im Gallengang
Beschwerden zeigen sich erst, wenn ein Stein durch Zufall in den Gallengang gerät. Häufig kommt es dann zum Gallenstau: Die Galle kann nicht mehr in den Darm abfließen, sondern staut sich in die Gallenblase zurück. Bakterien können jetzt aus dem Zwölffingerdarm in den Gallengang aufsteigen. Sie verursachen eine Entzündung, die vom Gallengang (Cholangitis) auf die Gallenblase (Cholezystitis) und auf die Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) übergreifen kann.

Große Gallensteine verhindern Abfluss von Galle und führen zu Gallenkolik.

Ist der Stein im Gallengang groß genug, dass er den Abfluss plötzlich und vollständig unterbricht, dann spricht man von einer Gallenkolik. Kleinere Steinchen, die den Gang nicht ganz verschließen, und sich langsam auf den Darm zuschieben, führen zu milderen, aber chronischen Beschwerden.

Symptome bei Gallensteinen

So lange er sich in der Gallenblase befindet, werden Sie einen Gallenstein nicht bemerken. Erst im Gallengang verursacht er Symptome:

Personen mit erhöhtem Gallenstein-Risiko

Erstaunlich viele Erwachsene tragen unentdeckte Gallensteine mit sich herum: Man spricht von 10-15% der Bevölkerung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Der Durchschnittspatient
Der typische Gallenstein-Erkrankte hat als Eigenschaften die berühmten sechs F: female, fertile, fat, forty, fair, family - Frau, fruchtbar, fett, vierzig, hellfarbig, und es liegt in der Familie.1

Erkrankungen des Verdauungssystems
Vor allem Krankheiten des Verdauungssystems bringen ein erhöhtes Risiko für Gallensteine mit sich: Haben Sie Hepatitis C in der Leber, Helicobacter pylori im Magen oder Morbus Crohn im Darm, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit für Steine in der Galle höher.

Weitere Einflussfaktoren

Gallensteine und Ernährung

Die Galle ist Teil unseres Verdauungssystems. Was wir essen, hat Auswirkungen auf ihre Arbeit und umgekehrt.

Richtig essen bei Gallenbeschwerden

Wie bereits erwähnt, erhöhen Diabetes, Übergewicht und eine fettreiche Ernährung das Risiko für Gallensteine. Alkohol und alles, was der Leber schadet, schadet ebenfalls der Galle. Besonders die gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren scheinen eine Rolle zu spielen bei der Entstehung von Gallenproblemen, außerdem raffinierte Zucker und fehlende Ballaststoffe.

Was darf ich essen, was nicht?
Wenn Sie Gallensteine haben, dann sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären, ob Sie eventuelles Übergewicht abbauen sollten. Ernähren Sie sich fettarm, achten Sie auf genügend Ballaststoffe, und verzichten Sie auf Alkohol. Kaffee dürfen Sie weiterhin trinken: Er scheint ein wenig vor Gallensteinen zu schützen.3

Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist bei Gallensteinen besonders wichtig
Auf diese Nährstoffe sollten Sie besonders achten:

Vorsicht bei bestimmten Teesorten
Pfefferminze beugt der Bildung von Gallensteinen vor, wirkt aber zudem galletreibend. Wenn Sie schon Steine haben, sollten Sie keinen Pfefferminztee trinken. Weitere galletreibende Pflanzen sind:

Bei Gallensteinen ist alles, was den Gallenfluss anregt, potenziell gefährlich.

Gallenstein-Diagnose

Bei unklaren Bauchschmerzen und verändertem Stuhl wird der Arzt zunächst eine Blutprobe und eine Stuhlprobe ins Labor schicken. Ein blockierter Gallengang zeigt sich in der Blutprobe an erhöhten Leberwerten. Ist die Fettverdauung gestört, dann sieht man das anhand der Stuhlprobe.

Ultraschall der Galle gibt Aufschluss über Gallensteine
Wenn Blutwerte und Stuhlprobe auf ein Leberproblem hindeuten, dann wird der Arzt ein Ultraschallbild von Ihrem Bauch aufnehmen. Mit dieser einfachen Methode sind Gallensteine gut zu sehen: Sowohl, wie viele es sind und wie groß, als auch, wo genau sie sich befinden. Asymptomatische Gallensteine, die noch ruhig in der Gallenblase liegen, findet ein Arzt oft durch Zufall, wenn er als anderen Gründen einen Ultraschall vom Bauchraum eines Patienten macht.

Gallensteine loswerden

So lange Gallensteine keine Symptome verursachen, brauchen sie keine Behandlung. Wenn Sie allerdings mehrmals eine Gallenkolik bekommen haben, dann müssen alle Steine aus der Gallenblase heraus, damit keiner mehr in den Gallengang geraten kann.

Die Steine mit Tabletten auflösen
Sind die Gallensteine kleiner als 5mm, und bestehen sie nur aus Cholesterin, dann kann der Arzt Ihnen Ursodeoxycholsäure(UDCA) verschreiben. UDCA löst die Steine auf. Es kann leider Jahre dauern, bis alle verschwunden sind, und bei der Hälfte aller Betroffenen bilden sich nach der Behandlung wieder neue Gallensteine. Zur Vorbeugung hilft es, kleine Mengen von UDCA in bestimmten Abständen weiter zu nehmen.

Die Steine von außen zertrümmern
Eine andere Möglichkeit ist, die Gallensteine mit Stoßwellen zu zertrümmern. Die Bruchstücke sind dann so klein, dass sie durch den Gallengang passen und ohne Kolik in den Darm abgehen. Bei Nierensteinen ist dieses Verfahren inzwischen weit verbreitet, bei Gallensteinen ist es erst im Kommen.

Für einzelne Steine: die Schlüsselloch-OP
Einen Stein, der im Gallengang festklemmt, kann man vom Darm aus herausholen wie durch ein Schlüsselloch. Die Operation heißt: endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP). Dabei führt der Chirurg eine Sonde durch den Mund in den Magen, weiter in den Darm, und von dort aus in den Gallengang. Hier kann er entweder den Gang erweitern, damit der Stein hindurch passt, oder den Gallenstein direkt herausziehen.

Die Gallenblase entfernen
Ist die Gallenblase voller Steine, dann hat sie für den Körper mehr Schaden als Nutzen und erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Weil es sich andererseits auch ohne Gallenblase gut leben lässt, kann man die Steine samt der Gallenblase herausnehmen. Das ist der letzte Ausweg, wenn alle vorigen Behandlungsmöglichkeiten nicht möglich sind oder nicht funktioniert haben. Nach der Operation ist das Problem endgültig behoben: Sie bekommen keine Gallensteine und keine Gallenkolik mehr.

Die Folgen von unbehandelten Gallensteinen

Gallengrieß und kleinere Steinchen machen unbehandelt meist keine Probleme. Größere Steine dagegen können:

So beugen Sie Gallensteinen vor

Regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung halten den Stoffwechsel in Ordnung und sind damit die beste Vorbeugung gegen Gallensteine. Essen Sie wenig gesättigte Fettsäuren und wenig raffinierte Zucker. Ernähren Sie sich mit viel Ballaststoffen, und gönnen Sie sich die gelegentliche Tasse Kaffee. 

Gallenkolik

- Ursache sind meist eingeklemmte Gallensteine - 

Wenn ein größerer Gallenstein in den Gallengängen eingeklemmt ist und es zu starken Schmerzen kommt, dann wird von einer Gallenkolik gesprochen. Je nachdem, wo genau der Stein stecken geblieben ist, kann es zu Komplikationen kommen, die unter Umständen einen operativen Eingriff erfordern. 

  1. Wann spricht man von einer Gallenkolik?
  2. Ursachen
  3. Unterschiedliche Schweregrade
  4. Symptome einer Gallenkolik
  5. Mögliche Risikogruppen
  6. Ernährung bei einer Gallenkolik
  7. Gallenkolik behandeln
  8. Folgen bei Nichtbehandlung
  9. Gallenkolik vorbeugen
  10. Gallenkolik ohne Gallenblase

Wann spricht man von einer Gallenkolik?

Zu einer Gallenkolik kommt es, wenn ein größerer Gallenstein im Gallengang oder zwischen Gallenblase und Gallengang eingeklemmt ist und dabei starke Schmerzen verursacht, die zwischen 15 Minuten und fünf Stunden andauern können. Diese sind dabei nicht nur im Unterbauch spürbar, sondern können bis zu den Schultern und zum Rücken strahlen. 

Ursachen für eine Gallenkolik

Am häufigsten entsteht eine Gallenkolik aufgrund von Gallensteinen. Gallensteine führen selten zu Beschwerden, doch umso größer sie sind, desto schmerzhafter kann das Problem werden. Wenn ein Gallenstein im engen Gallengang stecken bleibt, versucht der Körper mit Hilfe von Kontraktionen der Gallenblase den Gallenstein herauszudrücken - dies verursacht häufig starke Schmerzen, die schlagartig aufhören, sobald der Gallenstein den Gallengang verlassen hat. 

Ein weiterer Grund für eine Gallekolik kann sein, dass ein Gallenstein den Gallenblasengang verstopft und die Gallenflüssigkeit somit nicht abfließen kann. Die Gallenblase schwillt daraufhin an und verursacht die besagten starken Schmerzen. 

Ebenfalls eine Ursache für eine Gallenkolik kann ein unbemerkter, nicht schmerzhafter kleiner Gallenstein sein, der mit der Zeit eine Entzündung der Gallenblase hervorruft. Diese Entzündung führt daraufhin zu einer Gallenkolik und den damit verbundenen wellenartigen Schmerzen. 

Aber nicht immer muss ein Gallenstein für eine Gallenkolik verantwortlich sein. Es gibt weitere Ursachen wie zum Beispiel fettige Mahlzeiten, Hülsenfrüchte, hartgekochte Eier, Alkohol- und Kaffeekonsum, aber auch Stress. 

Selten können eine verschleppte Leberinfektion, eine Leberzirrhose, eine Funktionsstörung der Galle oder ein Tumor in der Gallenblase die Ursache für eine Gallenkolik sein. Menschen, die künstlich über eine Magensonde ernährt werden, haben ebenfalls ein höheres Risiko, an einer Gallenkolik zu erkranken. 

Unterschiedliche Schweregrade

Generell wird medizinisch nicht zwischen verschiedenen Schweregraden entschieden, da es darauf ankommt, welche Ursache eine Gallenkolik hat. Ist beispielsweise ein Gallenstein für die Schmerzen verantwortlich, der nach einigen Minuten oder wenigen Stunden von allein abgeht, wird dies als leichte Gallenkolik bezeichnet. Ist hingegen eine Entzündung die Ursache, kommt es zu einer schweren Gallenkolik, die unter Umständen operativ behandelt werden muss. 

Symptome einer Gallenkolik

Die Symptome einer Gallenkolik müssen nicht spezifisch sein und ähneln häufig den Symptomen anderer Erkrankungen. Nicht selten ist eine Gallenkolik jedoch an Schmerzen im mittleren oder rechten Oberbauch zu erkennen. Diese Schmerzen können bis in den Rücken und in die Region des Schulterblattes ausstreuen und sind meistens nicht durchgängig, sondern in zunehmend stärker schmerzenden Wellen zu spüren. Wenn der Schmerz intensiver wird, ist die Gallenkolik nicht selten von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen begleitet, außerdem kommt es zu Schweißausbrüchen und einem Anstieg des Blutdrucks. Des Weiteren können zusätzlich Blähungen, Verstopfung und saures Aufstoßen auftreten. Handelt es sich um eine schwere Gallenkolik als Folge einer Entzündung, wird des Weiteren Gelbsucht beobachtet, deren Folge wiederum bräunlicher Urin und entfärbter Stuhl ist. 

Mögliche Risikogruppen

Von einer Gallenkolik sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Der Grund dafür sind die weiblichen Geschlechts- und Schwangerschaftshormone, die vermehrt Cholesterin absondern. Besonders übergewichtige Frauen ab 40 Jahren haben ein höheres Risiko unter einer Gallekolik zu leiden, vor allem dann, wenn sie bereits Kinder bekommen haben. Des Weiteren neigen Personen mit einem hellen Hauttyp häufiger zu Gallensteinen und einer Gallenkolik. Die langjährige Einnahme der Anti-Baby-Pille und eine Hormonersatztherapie steigern zudem das Risiko, Gallensteine zu bekommen.

Ernährung bei einer Gallenkolik

Wie eingangs bereits erwähnt, kann fettige Nahrung ebenso wie bestimmte Lebensmittel eine Gallenkolik positiv beeinflussen. Wer bereits einmal eine Gallenkolik erlitten hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine erleiden und sollte daher auf genannte Lebensmittel (Hülsenfrüchte, hartgekochte Eier, Alkohol und Kaffee) verzichten oder diese nur in Maßen genießen.

Zu viel Fett sorgt dafür, dass sich die Gallenblase zusammenzieht, um viel Gallensaft auszuschütten - bei diesem Vorgang kann es unter Umständen zu einer Gallenkolik kommen. Vollkommen auf Fett verzichtet werden sollte dennoch nicht, denn ohne Fett bleibt der Gallensaft in der Gallenblase und verdickt, was ebenfalls eine Gallenkolik oder Gallensteine zur Folge haben könnte. Am besten ist daher die bewusste Ernährung mit pflanzlichen Fetten. 

Wer bereits unter Gallensteinen leidet, sollte des Weiteren auf Lebensmittel mit einer blähenden Wirkung (Hülsenfrüchte, Kohl) verzichten. Idealerweise werden außerdem nur kleine Mahlzeiten eingenommen, die satt machen, nach denen aber kein Völlegefühl entsteht. Einige Lebensmittel wirken sich positiv auf die Produktion der Gallenflüssigkeit aus und sind daher für Menschen, die zu Gallensteinen und Gallenkolik neigen, gut geeignet: Endiviensalat, Löwenzahn, Chicorée, Grapefruit und Pomelo. Der regelmäßige Verzehr von Fisch aufgrund der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren ist ebenfalls empfohlen. 
Während einer akuten Gallenkolik sollte auf das Essen hingegen völlig verzichtet werden. 

Gallenkolik behandeln

Die Behandlung einer Gallenkolik richtet sich nach dem Auslöser der Schmerzen. Ist beispielsweise fettiges Essen der Grund, werden die Schmerzen nach wenigen Stunden schnell wieder nachlassen. Ist die Gallenkolik jedoch die Folge einer Entzündung oder strahlen die Schmerzen über mehrere Stunden aus, dann ist dringend ein Arzt aufzusuchen, denn grundsätzlich ist es nicht ratsam, eine Gallenkolik auszusitzen oder eigenständig zu behandeln. 

Handelt es sich um eine leichte Gallenkolik aufgrund von fettigem Essen, hilft häufig eine Wärmeflasche auf dem rechten Oberbauch. Des Weiteren sollten immer wieder Ruhe- und Bewegungsphasen eingelegt und auf Nahrung völlig verzichtet werden. Ungesüßter Fenchel-, Kümmel- oder Gänsefingerkrauttee helfen hingegen, die Gallenblase zu entkrampfen. 

Besteht die Möglichkeit eines Gallensteins oder einer Entzündung, entscheidet ein Arzt, ob die Kolik medikamentös oder operativ behandelt werden muss. Intravenös wird bei einer medikamentösen Handlung bei einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt ein krampflösendes und schmerzstillendes Medikament gegeben, sodass ein möglicher Gallenstein abwandern kann. 

Bei besonders schweren Entzündungen wird häufig die Gallenblase operativ entfernt, bei einem Gallenstein hingegen kommt der operative Eingriff mittels ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie) in Frage. 

Folgen bei Nichtbehandlung

Auch hier muss unterschieden werden, welche Ursache eine Gallenkolik hat. Zunächst ist eine Gallenkolik nicht bedrohlich, es sei denn, ein Gallenstein blockiert die Gallengänge und es kommt zu Komplikationen, die dann bei einer Nichtbehandlung tatsächlich lebensbedrohlich sein können. Es kann zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen oder die Gallenblase reißt und es tritt Gallenflüssigkeit aus, die andere Organe in der Folge schädigen kann. Unter Umständen kann eine nichtbehandelte Gallenkolik auch zu Leberschäden oder Gelbsucht führen. 

Gallenkolik vorbeugen

Am besten lässt sich eine Gallenkolik durch das Beseitigen bestimmter Risiken vorbeugen. Das bedeutet Abnehmen bei Übergewicht und Verzehr von fettarmen Essen, sowie Verzicht bzw. Reduzierung von Alkohol- und Kaffeekonsum. Außerdem hilft ausreichend Bewegung ebenfalls vorbeugend gegen eine Gallenkolik. 

Gallenkolik ohne Gallenblase

Wie bereits erwähnt, ist eine mögliche Behandlung einer Gallenkolik die Entfernung der Gallenblase. Allerdings bedeutet das nicht, dass in Zukunft keine Gallenkolik mehr auftreten kann, denn die Gallenblase dient hauptsächlich zur Speicherung des Gallensaftes. Der Gallensaft selbst wird in der Leber produziert, weshalb die Gallenblase einerseits kein lebenswichtiges Organ ist, es andererseits aber weiterhin zu Gallenkoliken kommen kann. Denn es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass sie Gallensteine bilden können und in den Gallengängen stecken bleiben, woraufhin es zu den Koliken kommt.  

Gallenblasenentzündung

- häufige Folge von Gallensteinen - 

Die Gallenblasenentzündung - medizinisch Cholezystitis genannt - ist häufig eine Folge von Gallensteinen. Bei dieser Entzündung sind vor allem die Wände der Gallenblase betroffen, was zu starken Schmerzen führt: einer Gallenkolik. Eine Kolik ist aber ein wellenartiger, in der Regel maximal fünf Stunden anhaltender Schmerz. Bei einer Gallenblasenentzündung folgt der Kolik jedoch ein durchgängiger Schmerz, der ärztlich behandelt werden muss. 

  1. Wann spricht man von einer Gallenblasenentzündung?
  2. Ursachen
  3. Verschiedene Formen & Schweregrade
  4. Symptome einer Gallenblasenentzündung
  5. Mögliche Risikogruppen
  6. Ernährung bei einer Gallenblasenentzündung
  7. Gallenblasenentzündung behandeln
  8. Folgen bei Nichtbehandlung
  9. Gallenblasenentzündung vorbeugen
  10. Gallenblasenentzündung Blutwerte

Wann spricht man von einer Gallenblasenentzündung?

Bei einer Gallenblasenentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Wände der Gallenblase, die zu starken Schmerzen führt und häufig operativ behandelt werden muss. 

Ursachen für eine Gallenblasenentzündung

Meist entsteht eine Gallenblasenentzündung aufgrund von Gallensteinen, die in den Gallengängen stecken geblieben sind und zunächst zu einer Kolik, dann zu einer Entzündung geführt haben. In selteneren Fällen können aber auch Verletzungen, Bakterien oder Infektionen benachbarter Bauchorgane Ursache der Gallenblasenentzündung sein. Ebenfalls seltene Ursachen sind operative Eingriffe im Bauchraum, Tumore oder Polypen der Gallenblase, Missbildungen der Gallenblase oder Stress und psychische Belastung, sowie sehr üppige Mahlzeiten. 

Verschiedene Formen und Schweregrade

Mediziner unterscheiden zwischen der akalkulösen Cholezystitis, die durch Gallensteine entstanden ist und der viel selteneren Cholezystitis, die anderen Ursachen zugrunde liegt. Außerdem wird zwischen der akuten und chronischen Gallenblasenentzündung unterschieden. 

Chronische Gallenblasenentzündung

Die chronische Gallenblasenentzündung tritt deutlich häufiger auf als die akute Gallenblasenentzündung. Auch hierfür sind in der Regel Gallensteine verantwortlich oder aber eine vorangegangene und nicht ausreichend behandelte akute Gallenblasenentzündung. Bei einer chronischen Gallenblasenentzündung wird die Gallenblase aufgrund der wiederkehrenden Anfälle stärker geschädigt und wird dickwandig, vernarbt und verkleinert sich.

Symptome einer Gallenblasenentzündung

Im Gegensatz zur Gallenkolik weist die Gallenblasenentzündung eindeutig zuzuordnende Symptome auf. Die Schmerzen der Erkrankung sind extrem stark im rechten Oberbauch und oberen Rücken und werden beim Atmen noch verstärkt. Außerdem kann der Schmerz bis in die Arme und den Brustkorb strahlen. Des Weiteren ist der Bauch sehr hart und aufgebläht. Weitere Symptome einer Gallenblasenentzündung sind starkes Fieber über 40 Grad Celsius, das mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen einhergehen kann sowie Übelkeit und Erbrechen. 

Mögliche Risikogruppen

Wie bei den Gallensteinen und der Gallenkolik sind auch von der gallensteinbedingten Gallenblasenentzündung besonders Frauen betroffen. Von der selteneren nicht-steinbedingten Gallenblasenentzündung sind jedoch Männer häufiger betroffen als Frauen. Des Weiteren spielt das Alter eine Rolle: Die meisten Gallenblasenentzündungen treten bei Personen über 55 Jahren auf. Ebenfalls zur Risikogruppe der nicht-steinbedingten Gallenblasenentzündung gehören Intensivpatienten, die künstlich ernährt werden. 

Ernährung bei einer Gallenblasenentzündung

Geht die Gallenblasenentzündung mit einer Gallenkolik einher, sollte auf Nahrung zunächst vollkommen verzichtet werden. Vor allem fettige Nahrung ist ein Tabu. Trinken ist hingegen äußerst wichtig, um die verdickte Gallenflüssigkeit zu verdünnen.

Für eine steinbedingte Gallenblasenentzündung gelten dieselben Ernährungsempfehlungen wie für eine Gallenkolik. Handelt es sich um eine nicht-steinbedingte Gallenblasenentzündung, ist ein besonderer Ernährungsplan nicht erforderlich, wenngleich eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und Vitaminen zu empfehlen ist. 

Entzündungshemmende Tees bei Gallenblasenentzündung
Bei einer Gallenblasenentzündung brauchen Sie Kräuter, die entzündungshemmend wirken, ohne den Gallenfluss anzuregen. Bewährt haben sich hier Fenchel, Kümmel und Kamille. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie einen Kräutertee gegen Gallenleiden anwenden.

Gallenblasenentzündung behandeln

In der Regel wird eine Gallenblasenentzündung operativ behandelt und die Gallenblase entfernt. Die medikamentöse Behandlung erfolgt in der Regel nur vor und nach der Operation. Normalerweise wird die Gallenblase bereits 24 Stunden, aber maximal fünf Tage nach Auftreten der Symptome entfernt. Um eine bakterielle Entzündung zu vermeiden, werden zusätzlich Antibiotika gegeben. 

Sollte die Gallenblase nicht direkt bei Auftreten der Symptome entfernt werden, ist ebenfalls die Gabe von Antibiotika erforderlich. Auf Nahrung sollte für mindestens 24 Stunden vollständig verzichtet werden. In der Regel wird die Gallenblase dann nach der Abheilung bzw. vier bis sechs Wochen später operativ entfernt. 

Bei einer leichten Entzündung, die nicht akut ist und deren Beschwerden erträglich sind, ist als Hausmittel Löwenzahn- oder Mariendisteltee zu empfehlen. 

Folgen bei Nichtbehandlung

Wird eine akute Gallenblasenentzündung nicht behandelt, besteht mitunter Lebensgefahr. Bei einer nicht-steinbedingten Gallenblasenentzündung kann es innerhalb weniger Stunden schon zu einer Sepsis kommen. Eine unbehandelte steinbedingte Gallenblasenentzündung ist ebenfalls nicht ungefährlich, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Gallengangentzündungen können eine die Situation verschlimmernde Folge sein. 

Gallenblasenentzündung vorbeugen

Eine Gallenblasenentzündung lässt sich am besten vorbeugen, indem bereits Gallensteinen vorgebeugt wird. Dazu sind beispielsweise eine abwechslungsreiche und frische Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und wenig Fleisch, ebenso ausreichend Bewegung und der Verzicht bzw. die Einschränkung von Alkohol- und Koffeinkonsum empfehlenswert. 

Gallenblasenentzündung Blutwerte

Wenngleich eine Gallenblasenentzündung von einem Arzt recht leicht erkennbar ist, geben auch diverse Laboruntersuchungen Aufschluss. Neben dem Urintest, dem Ultraschall und einer Computertomographie können die Blutwerte auf eine Gallenblasenentzündung hinweisen. Liegt eine Gallenblasenentzündung vor, ist nicht nur die Zahl der weißen Blutkörperchen erhöht, auch der CRP-Wert (C-reaktives Protein) steigt an. Der CRP-Wert zeigt Entzündungen im Körper an. Des Weiteren kann es zu einer Erhöhung der Leberwerte kommen. 

Quellen

1Kim et al: Hepatolithiasis and intrahepatic cholangiocarcinoma: A review. World J Gastroenterol. 2015.
2A. Cariati: Gallstone Classification in Western Countries. Indian J Surg. 2015.
3Douglas et al: Coffee stimulation of cholecystokinin release and gallbladder contraction in humans. Am J Clin Nutr. 1990.
Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)

Tannapfel, A., Wittekind, C., Gallenblasen- und Gallengangskarzinom. Biologie und Pathologie. Internist 45 (2004) 33-41.http://www.bfa-ernaehrung.de/gallendiaetEva Marbach: Gesundheitsratgeber Gallensteine. emv (2010)


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