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Hilfe bei Gallensteinen

Gallensteine entstehen, wenn die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit nicht mehr stimmt. Die Steine können jahrelang unbemerkt bleiben, bis sie plötzlich eine gefährliche Gallenkolik verursachen. Mit der richtigen Ernährung und einer gesunden Lebensweise können Sie der Entstehung von Gallensteinen vorbeugen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was sind Gallensteine?
  2. Entstehung von Gallensteinen
  3. Symptome bei Gallensteinen
  4. Personen mit erhöhtem Gallenstein-Risiko
  5. Gallensteine und Ernährung
  6. Gallenstein-Diagnose
  7. Behandlung einer Gallenkolik
  8. Gallensteine loswerden
  9. Folgen bei Nichtbehandlung
  10. Gallensteinen vorbeugen

Was sind Gallensteine?

Gallensteine, auch Gallenkonkrement oder Cholelithen genannt, sind Klumpen von auskristallisierter Gallenflüssigkeit. Sie bestehen aus Calcium, Bilirubin, oder Cholesterin. Gallensteine können von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß werden.

Galle mit Gallensteinen

Entstehung von Gallensteinen

Galle ist eine Flüssigkeit, die in der Leber entsteht und in der Gallenblase zwischengelagert wird, bis sie nach einer Mahlzeit durch den Gallengang in den Dünndarm kommt. Dort spielt sie eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Fettsäuren aus der Nahrung. Außerdem enthält die Gallenflüssigkeit alle Abfallstoffe, die die Leber aus dem Blut gefiltert hat: Durch Galle und Darm gelangen sie aus dem Körper.

Gallensteine entstehen durch Ungleichgewicht der Gallenflüssigkeit

Wenn die Zusammensetzung der Galle aus dem Gleichgewicht gerät, dann können einzelne Stoffe auskristallisieren. So, wie bei hartem Wasser der Kalk in der Kaffeemaschine liegen bleibt, fällt auch in der Gallenblase das Calcium, Bilirubin oder Cholesterin aus, wenn zu wenig Gallensäuren vorhanden sind, um alles aufzulösen.

Gallensteine bleiben häufig unbemerkt und verursachen keine Beschwerden

Winzige Gallensteine liegen oft jahrelang unbemerkt in der Gallenblase, ohne Probleme zu machen. Kommt die Zusammensetzung der Flüssigkeit wieder ins Gleichgewicht, dann lösen sich die Steinchen von selbst wieder auf. Ist die Galle aber dauerhaft schlecht zusammengesetzt, dann werden die Gallensteine ständig mehr und größer. Selbst ein zentimetergroßer Stein kann noch unbemerkt bleiben; ein großer Gallenstein ist deshalb nicht automatisch gefährlicher als ein kleiner.

Schmerzhafte Gallenkolik, wenn Gallenstein den Gallengang verstopft

Beschwerden zeigen sich erst, wenn ein Stein durch Zufall in den Gallengang gerät. Er wandert dann entweder langsam auf den Dünndarm zu und verursacht dabei Schmerzen und Entzündung im engen Gang, oder er bleibt schlimmstenfalls unterwegs stecken. Dann geht gar nichts mehr: Die Gallenflüssigkeit kommt nicht mehr in den Darm, sondern staut sich in Leber und Gallenblase. Eine solche Gallenkolik kann, wenn sie zu lange andauert, lebensgefährlich werden.

Symptome bei Gallensteinen

So lange er sich in der Gallenblase befindet, werden Sie einen Gallenstein nicht bemerken. Erst im Gallengang verursacht er Symptome:

  • Bauchschmerzen, vor allem rechts oben in der Lebergegend
  • Gelbsucht, weil aus der Leber keine Galle mehr abfließt
  • heller, schmierig-fettiger Stuhl
  • bräunlich verfärbter Urin
  • allgemein schlechtes Gefühl, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit, fehlender Appetit

Personen mit erhöhtem Gallenstein-Risiko

Erstaunlich viele Erwachsene tragen unentdeckte Gallensteine mit sich herum: Man spricht von 10-15% der Bevölkerung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Der Durchschnittspatient

Der typische Gallensteinpatient hat als Eigenschaften die berühmten sechs F: female, fertile, fat, forty, fair, family - Frau, fruchtbar, fett, vierzig, hellfarbig, und es liegt in der Familie.1

Erkrankungen des Verdauungssystems

Vor allem Krankheiten des Verdauungssystems bringen ein erhöhtes Risiko für Gallensteine mit sich: Haben Sie Hepatitis C in der Leber, Helicobacter pylori im Magen oder Morbus Crohn im Darm, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit für Steine in der Galle höher.

Weitere Einflussfaktoren

  • langfristige Einnahme östrogenhaltiger Präparate ( orale Verhütungsmittel, Präparate in den Wechseljahren)
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • fettreiche Ernährung

Gallensteine und Ernährung

Die Galle ist Teil unseres Verdauungssystems. Was wir essen, hat Auswirkungen auf ihre Arbeit und umgekehrt.

Richtig essen bei Gallenbeschwerden

Wie bereits erwähnt, erhöhen Diabetes, Übergewicht und eine fettreiche Ernährung das Risiko für Gallensteine. Alkohol und alles, was der Leber schadet, schadet ebenfalls der Galle. Besonders die gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren scheinen eine Rolle zu spielen bei der Entstehung von Gallenproblemen, außerdem raffinierte Zucker und fehlende Ballaststoffe.

Was darf ich essen, was nicht?

Wenn Sie Gallensteine haben, dann sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären, ob Sie eventuelles Übergewicht abbauen sollten. Ernähren Sie sich fettarm, achten Sie auf genügend Ballaststoffe, und verzichten Sie auf Alkohol. Kaffee dürfen Sie weiterhin trinken: Er scheint ein wenig vor Gallensteinen zu schützen.3

Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist bei Gallensteinen besonders wichtig

Auf diese Nährstoffe sollten Sie besonders achten:

  • Die fettlöslichen Vitamine: Bei Gallenproblemen ist oft die Aufnahme von Fetten gestört, und damit die Aufnahme von Vitamin E, Vitamin D, Vitamin K und Vitamin A.
  • Vitamin C ist in der Leber an der Bildung von Gallensäuren beteiligt. Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Zufuhr.
  • Magnesium: Wahrscheinlich indirekt über den Insulinhaushalt, bringt ein Magnesiummangel erhöhtes Gallensteinrisiko mit sich.
  • Essenzielle Fettsäuren: Werden Fette schlecht aus dem Darm aufgenommen, dann fehlen Ihnen eventuell die beiden essenziellen Fettsäuren, Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3).

Gallenstein-Diagnose

Bei unklaren Bauchschmerzen und verändertem Stuhl wird der Arzt zunächst eine Blutprobe und eine Stuhlprobe ins Labor schicken. Ein blockierter Gallengang zeigt sich in der Blutprobe an erhöhten Leberwerten. Ist die Fettverdauung gestört, dann sieht man das anhand der Stuhlprobe.

Ultraschall der Galle gibt Aufschluss über Gallensteine

Wenn Blutwerte und Stuhlprobe auf ein Leberproblem hindeuten, dann wird der Arzt ein Ultraschallbild von Ihrem Bauch aufnehmen. Mit dieser einfachen Methode sind Gallensteine gut zu sehen: Sowohl, wie viele es sind und wie groß, als auch, wo genau sie sich befinden. Asymptomatische Gallensteine, die noch ruhig in der Gallenblase liegen, findet ein Arzt oft durch Zufall, wenn er als anderen Gründen einen Ultraschall vom Bauchraum eines Patienten macht.

Behandlung einer Gallenkolik

Während einer akuten Gallenkolik sollten Sie nichts essen und auf kalorienhaltige Getränke verzichten. Die Schmerzen könnten sich dadurch noch verschlimmern. Sie bekommen Schmerzmittel und krampflösende Medikamente, bis der wandernde Gallenstein in den Darm gelangt ist. Steckt er fest, wird eventuell eine Operation notwendig.

Gallensteine loswerden

So lange Gallensteine keine Symptome verursachen, brauchen sie keine Behandlung. Wenn Sie allerdings mehrmals eine Gallenkolik bekommen haben, dann müssen alle Steine aus der Gallenblase heraus, damit keiner mehr in den Gallengang geraten kann.

Die Steine mit Tabletten auflösen

Sind die Gallensteine kleiner als 5mm, und bestehen sie nur aus Cholesterin, dann kann der Arzt Ihnen Ursodeoxycholsäure(UDCA) verschreiben. UDCA löst die Steine auf. Es kann leider Jahre dauern, bis alle verschwunden sind, und bei der Hälfte aller Betroffenen bilden sich nach der Behandlung wieder neue Gallensteine. Zur Vorbeugung hilft es, kleine Mengen von UDCA in bestimmten Abständen weiter zu nehmen.

Die Steine von außen zertrümmern

Eine andere Möglichkeit ist, die Gallensteine mit Stoßwellen zu zertrümmern. Die Bruchstücke sind dann so klein, dass sie durch den Gallengang passen und ohne Kolik in den Darm abgehen. Bei Nierensteinen ist dieses Verfahren inzwischen weit verbreitet, bei Gallensteinen ist es erst im Kommen.

Für einzelne Steine: die Schlüsselloch-OP

Einen Stein, der im Gallengang festklemmt, kann man vom Darm aus herausholen wie durch ein Schlüsselloch. Die Operation heißt: endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP). Dabei führt der Chirurg eine Sonde durch den Mund in den Magen, weiter in den Darm, und von dort aus in den Gallengang. Hier kann er entweder den Gang erweitern, damit der Stein hindurch passt, oder den Gallenstein direkt herausziehen.

Die Gallenblase entfernen

Ist die Gallenblase voller Steine, dann hat sie für den Körper mehr Schaden als Nutzen und erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Weil es sich andererseits auch ohne Gallenblase gut leben lässt, kann man die Steine samt der Gallenblase herausnehmen. Das ist der letzte Ausweg, wenn alle vorigen Behandlungsmöglichkeiten nicht möglich sind oder nicht funktioniert haben. Nach der Operation ist das Problem endgültig behoben: Sie bekommen keine Gallensteine und keine Gallenkolik mehr.

Die Folgen von unbehandelten Gallensteinen

Gallengrieß und kleinere Steinchen machen unbehandelt meist keine Probleme. Größere Steine dagegen können:

  • den Gallengang verstopfen und eine Gallenkolik verursachen
  • Gallengang und Gallenblase können sich dabei entzünden.
  • Die Gallenflüssigkeit staut sich an, die Gallenblase wird größer, und es können sich Bakterien ansiedeln.
  • Staut sich die Galle bis in die Leber zurück, können Gelbsucht und allgemeine Leberbeschwerden die Folge sein.

So beugen Sie Gallensteinen vor

Regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung halten den Stoffwechsel in Ordnung und sind damit die beste Vorbeugung gegen Gallensteine. Essen Sie wenig gesättigte Fettsäuren und wenig raffinierte Zucker. Ernähren Sie sich mit viel Ballaststoffen, und gönnen Sie sich die gelegentliche Tasse Kaffee.

Quellen

1Kim et al: Hepatolithiasis and intrahepatic cholangiocarcinoma: A review. World J Gastroenterol. 2015.
2A. Cariati: Gallstone Classification in Western Countries. Indian J Surg. 2015.
3Douglas et al: Coffee stimulation of cholecystokinin release and gallbladder contraction in humans. Am J Clin Nutr. 1990.
Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)


Bitte beachten Sie: Die im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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