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Hilfe bei Lebererkrankungen

Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ. Alkoholkonsum zählt zum häufigsten Risikofaktor für Lebererkrankungen und kann neben Übergewicht oder Bewegungsmangel dazu führen, dass zum Beispiel eine Fettleber entsteht. Von den meisten Leiden erholt sich die Leber vollständig, nur Leberzirrhose und Hepatitis C sind noch unheilbar.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Welche Lebererkrankungen gibt es?
  2. Ursachen für Lebererkrankungen
  3. Symptome
  4. Risikogruppen
  5. Ernährung bei Lebererkrankungen
  6. Behandlung von Lebererkrankungen
  7. Lebererkrankungen vorbeugen

Welche Lebererkrankungen gibt es?

Darstellung der Leber

Am häufigsten tritt bei Lebererkrankungen mit Abstand die Leberentzündung (Hepatitis) auf. Von dieser gibt es, je nach Erreger, die Formen:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Hepatitis C
  • Hepatitis D (tritt nur zusammen mit Hepatitis B auf)
  • Hepatitis E

Seltener ist die autoimmune Hepatitis. Eine Leberentzündung kann außerdem sekundär bei einer Fettleber auftreten.

Als nächstes in der Häufigkeit folgen die Umbauerkrankungen:

  • Die Fettleber, bei der viel Fett eingelagert ist und die Funktion stört
  • Die Leberfibrose, bei der einzelne geschädigte Leberzellen durch nutzloses Narbengewebe ersetzt sind
  • Die Schrumpfleber (Leberzirrhose), bei der in größeren Bereichen des Organs nur noch Narbengewebe vorhanden und dazwischen kein gesundes Lebergewebe mehr übrig ist. Eine Leberzirrhose bedeutet in der schlimmsten Form einen völligen Funktionsausfall und ist lebensgefährlich.

Andere Erkrankungen, die an der Leber auftreten oder dort Symptome verursachen, sind:

  • Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper seine eigenen Zellen angreift
  • Krebserkrankungen
  • Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), bei der sich Eisen in Leber, Herz und anderen Organen ansammelt.

Ursachen für Lebererkrankungen

Für Erkrankungen der Leber können unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein. 

Die häufigste Leberentzündung: Virushepatitis

Eine Hepatitis hat meistens ein Virus als Erreger. Die Viren von Hepatitis A und E werden meistens durch verschmutztes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen. Hepatitis B gelangt über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel von einem Menschen zum nächsten. Das Hepatitis C-Virus wird nur auf dem Blutweg übertragen.

Leberveränderung bei Leberzirrhose und Fettleber

Fettleber durch Alkohol und ungesunde Ernährung

Übermäßiger Alkoholkonsum trägt viel dazu bei, dass die Leberzellen Fett einlagern, aber er ist nicht die einzige Ursache. Fetteinlagerungen in der Leber haben dieselben Ursachen wie Fettpolster an anderen Körperteilen:  kalorienreiche Ernährung und fehlende Bewegung. Weitere Risikofaktoren für eine Fettleber sind Diabetes, Störungen im Fettstoffwechsel und einige Medikamente wie zum Beispiel Glukocorticoide (Cortison).1

Von der Fibrose zur Schrumpfleber

Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Gewebe. Wird sie aber - beispielsweise durch ständigen Alkoholkonsum oder eine länger andauernde Hepatitis - schneller geschädigt, als sie sich reparieren kann, dann tritt eine Narbe aus Bindegewebe an die Stelle der zerstörten Leberzellen. Der Umbau passiert schleichend und ist irreparabel. So lange noch funktionierendes Lebergewebe vorhanden ist, spricht man von einer mehr oder minder schweren Leberfibrose. Sind Teile der Leber durch eine Narbe ersetzt, dann spricht man von der Leberzirrhose.

Symptome - So äußert sich eine Lebererkrankung

Die ersten Symptome einer Lebererkrankung sind meist:

  • allgemeines Unwohlsein
  • Abgeschlagenheit
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • leichte Schmerzen im rechten Oberbauch.

Erst, wenn die Leber so krank ist, dass sie ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann, zeigt sich die Gelbsucht, die vor allem bei Hepatitis oft das erste ist, was den Erkrankten zum Arzt bringt.

Alarmzeichen bei Leberzirrhose: der Medusenkopf

Alles Blut, dass durch den Darm geflossen ist und Nährstoffe aufgenommen hat, sammelt sich danach in der Pfortader, fließt durch die Leber und erst dann zurück zum Herzen.

Blutstau, wenn Leber zu undurchdringlicher Narbe geworden ist

Was aber passiert, wenn die Leber zu einer undurchdringlichen, harten Narbe geworden ist? Das Blut staut sich in der Pfortader, im Darm und anderen Bauchorganen und findet schließlich Umwege. Durch kleinere Venen, die normalerweise nur sehr wenig Blut führen, fließen jetzt große Mengen aus dem Verdauungssystem ab.

Krampfadern im Bauch

Einer dieser Umwege führt an der Speiseröhre entlang, wo sich Krampfadern (die sog. Ösophagusvarizen) bilden können. Ein anderer Umweg läuft durch die Bauchnabelvene, durch die wir als Baby nährstoffreiches Blut aus der Nabelschnur bekommen haben. Beim erwachsenen Menschen ist die Bauchnabelvene winzig und leer - außer bei einer Leberzirrhose. Hier muss sie plötzlich große Mengen an Blut passieren lassen, und dehnt sich aus, bis blaue Krampfadern am Bauch zu sehen sind. Dieser sogenannte Medusenkopf ist ein absolutes Alarmzeichen für eine schwer geschädigte Leber.

Risikogruppen für Lebererkrankungen

Der wichtigste Risikofaktor für Lebererkrankungen ist Alkohol. Daneben können

  • Diabetes
  • Übergewicht
  • familiäre Veranlagung
  • die Einnahme von leberschädigenden Medikamenten

die Wahrscheinlichkeit einer Lebererkrankung erhöhen.

Hepatitis: Reiseerkrankung und sexuell übertragbare Infektion

Hepatitis A und E kommen gehäuft in Gebieten mit verunreinigtem Trinkwasser und schlechten Hygienestandards vor. Es sind Reiseinfektionen, die Urlauber oft aus südlichen Ländern mitbringen. Hepatitis B und C dagegen gehen von einem Menschen zum anderen: das HepB-Virus über jede beliebige Körperflüssigkeit, das HepC-Virus nur durch Blutkontakt. Die Risikogruppen für diese Krankheit sind damit alle Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sowie Drogenabhängige.

Ernährung bei Lebererkrankungen

Die Leberschonkost, die man früher allen Patienten mit Leberleiden empfohlen hat, ist inzwischen außer Gebrauch gekommen. Solange Sie sich gesund und ballaststoffreich ernähren, brauchen Sie keine strengen Diätvorschriften einzuhalten. Streng verboten sind allerdings Alkohol und alle Medikamente, die nicht ausdrücklich mit dem Arzt abgesprochen sind.

Mögliche Verdauungsstörungen bei Virushepatitis

Während einer Virushepatitis passiert es manchen Erkrankten, dass einzelne Lebensmittel Verdauungsstörungen verursachen. Wenn Sie also auf ein bestimmtes Essen plötzlich schlecht reagieren, dann meiden Sie es. Da diese Unverträglichkeiten, wenn sie auftreten, bei allen Betroffenen unterschiedlich sind, gibt es hier keine allgemeinen Vorschriften.

Bei Appetitlosigkeit zum Essen motivieren

Wenn Sie unter Appetitlosigkeit leiden und Gewicht verlieren, dann motivieren Sie sich zum Essen: Verteilen Sie kleine, appetitliche Portionen Ihrer Lieblingsspeisen über den Tag. Zwingen Sie sich nicht, viel auf einmal zu essen, aber achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag genügend zu sich nehmen.

Darauf sollten Sie bei Leberfibrose und Leberzirrhose achten

So lange noch genügend funktionelles Lebergewebe vorhanden ist, können Sie prinzipiell alles essen. Bei einem teilweisen Funktionsausfall der Leber kommt es allerdings leicht zu Mangelerscheinungen. Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Zufuhr von Fett und Eiweiß.

Vorsicht vor Verletzungen überfüllter Venen

Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose mit Krampfadern an der Speiseröhre sollten Sie darauf achten, nichts Raues oder Kantiges zu schlucken, um die überfüllten Venen nicht zu verletzen. Kauen Sie alles gründlich, und tauchen Sie trockene Kekse am besten in den Kaffee.

Bei Fettleber die Ernährung der Ursache anpassen

Die Fetteinlagerungen in der Leber verschwinden wieder, wenn ihre Ursache verschwindet. Leiden Sie an Diabetes, dann stellen Sie zusammen mit Ihrem Arzt den Blutzucker gut ein und halten Sie sich an alle Anweisungen. Sind Sie übergewichtig, dann hilft Ihnen eine ausgewogene, aber kalorienreduzierte Diät und viel Bewegung zu einem gesunden Körpergewicht. Machen Sie auf keinen Fall eine Schnelldiät, sondern lassen Sie sich beraten, wie Sie langsam und sicher Fettgewebe abbauen.

Die Behandlung von Leberleiden

Bei Virushepatitis gibt es keine Medikamente, die das Virus ausmerzen würden. Bei Hepatitis A, E, und meistens auch bei Hepatitis B reicht es aus, der Krankheit ihren Verlauf zu lassen und nur die Symptome zu behandeln. Bei Hepatitis C und der chronischen Form von Hepatitis B können antivirale Medikamente zum Einsatz kommen, um die Ausbreitung des Erregers zu bremsen. Hepatitis C ist dennoch bis heute unheilbar. Leberkrebs wird je nach Ort und Schwere mit Chemotherapie, Strahlentherapie und/oder einer Operation behandelt.

Mit Mariendistel die Leber stärken

Die große Zierdistel mit den weißen Flecken auf den Blättern ist die erste Wahl als Medikament bei einer geschwächten Leber: Sie schützt die Leberzellen, regt ihre Selbstheilung an, und fördert den Gallenfluss. Der Wirkstoffkomplex Silymarin, ein Gemisch aus mehreren leberschützenden Stoffen, kommt aus den reifen, getrockneten Früchten der Heilpflanze. Der Bestandteil Silibinin verändert die Zellmembranen der Leberzellen und verhindert, dass Gifte ins Innere gelangen. Deshalb kommt bei einer Knollenblätterpilz-Vergiftung, bei der das sog. Amanitin die Leberzellen abtötet, hochdosiertes Silibinin zum Einsatz.

Mariendistel gegen akute und chronische Leberschäden

Wenn Ihre Leber nach einer akuten Grippe oder einer anderen Virusinfektion angegriffen ist, kann Mariendistel in niedrigeren Dosierungen abhelfen. Hochdosierten Mariendistel-Extrakt verordnet der Arzt oft als Unterstützung bei einer Hepatitis oder bei chronischen Alkoholschäden. Das Medikament ersetzt dabei nicht den Verzicht auf Alkohol.

Bei Blähungen und Völlegefühl können Sie Mariendistel-Tee zur Verdauungsförderung trinken.2

Bei Leberzirrhose: Nährstoffmangel vermeiden

Ist Lebergewebe einmal durch Narbengewebe ersetzt, dann ist es unwiederbringlich verloren. Die Therapie ist darauf beschränkt, einen eventuellen Nährstoff- oder Vitaminmangel zu vermeiden. Bei einem völligen Funktionsausfall hilft nur noch die Transplantation einer gesunden Leber.

Gegen Eisenspeicherkrankheit hilft Aderlass

Die Eisenspeicherkrankheit macht ein Heilmittel notwendig, das man sonst nur aus Mittelalterbüchern kennt: den Aderlass. Denn die einzige Möglichkeit, Eisen effektiv aus dem Körper zu bekommen, ist, zu bluten. Um den verlorenen roten Blutfarbstoff nachzubilden, greift der Körper dann auf das eingelagerte Eisen zurück. Kontrollierter, regelmäßiger Blutverlust, zusammen mit einer eisenarmen Ernährung, beseitigt nach und nach die Ablagerungen.

Hausmittel zur Schnellhilfe

Wenn Sie nach einer ausgiebigen Mahlzeit ein Druckgefühl auf der Leber haben, dann hilft ein warmer Wickel oder eine Wärmflasche. Kräutertees von Kamille und Mariendistel unterstützen die Leber bei ihren Verdauungsaufgaben. Bitterstoffe, vor allem aus dunkler Schokolade, haben sich bei Leberleidenden ebenfalls bewährt.

Folgen bei Nichtbehandlung

Jedes Leberleiden kann sich verschlimmern: Hält eine Entzündung zu lange an, dann kommt es zur Leberfibrose und als Folge zuletzt zur Leberzirrhose. Ein unerkannter Leberkrebs kann sich ausbreiten und Ableger in andere Gewebe streuen. Die Eisenspeicherkrankheit führt auf Dauer zur Zerstörung von Lebergewebe und anderen Organen.

So beugen Sie Lebererkrankungen vor

Wenn Sie Ihrer Leber etwas Gutes tun wollen, dann lassen Sie sich gegen Hepatitis A und B impfen, und lassen Sie beim Arzt gelegentlich die Leberwerte überprüfen.Trinken Sie wenig Alkohol, und nehmen Sie keine unnötigen Medikamente. Bevor Sie ein nicht verschriebenes Mittel einnehmen, informieren Sie sich, wie sehr dieses Medikament die Leber belastet, und steigen Sie gegebenenfalls auf einen anderen, verträglicheren Wirkstoff um, z.B. lieber Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen statt Paracetamol.3 

Essen Sie langsam und mit Genuss, damit die Verdauungsorgane ausreichend durchblutet werden. Essen Sie wenig Zucker und meiden Sie Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen.

Quellen

1http://www.onmeda.de/Wirkstoffgruppe/Glukokortikoide.html 3Wiese, Manfred: Mariendistel und Silymarin. Evidenz und Empfehlungen für die Praxis, in: Ars Medici, Nov. 2008, 15. 2http://www.gesundheit.de/medizin/wirkstoffe/schmerzmittel/paracetamol

Bitte beachten Sie: Die im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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