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Vitamin K-Mangel behandeln und vorbeugen

Als fettlösliches Vitamin ist Vitamin K neben den Vitaminen A, D und E lebensnotwendig für den menschlichen Körper. Es beteiligt sich an der Blutgerinnung und dem Stoffwechsel, schützt gegen Arterienverkalkung und reguliert das Zellwachstum. Allerdings können bestimmte Krankheiten einen Vitamin K-Mangel auslösen. Diese Mangelerscheinungen treten etwa zwei Wochen später auf. Bei gesunden Menschen und einer ausgewogenen Ernährung, die auch viel grünes Gemüse enthält, ist ein Vitamin K-Mangel ausgesprochen selten.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Vorkommen & Funktion im Körper
  2. Ursachen
  3. Symptome
  4. Tägliche Vitamin K-Zufuhrempfehlung
  5. Mögliche Risikogruppen
  6. Ernährung bei Vitamin K-Mangel
  7. Mögliche Folgeerkrankungen
  8. Behandlung

Vitamin K umfasst unterschiedliche fettlösliche Verbindungen. In der Natur kommt Vitamin K nur als Vitamin K1(Phyllochinon) und Vitamin K2 (Menachinon) vor. Phyllochinon kommt vorrangig in grünem Gemüse wie Kohlsorten vor und wird über die Nahrung zugeführt. Menachinon wird von bestimmten im Darm lebenden Bakterien produziert. Allerdings ist bis heute nicht ausreichend erforscht, wie Vitamin K2 ins Blut gelangt und welche Rolle es für die Versorgung spielt. 

Funktionen von Vitamin K

Vorkommen & Funktion im Körper

Der Körper benötigt das Vitamin K in erster Linie, um bestimmte Eiweißstoffe herzustellen. Dies sind hauptsächlich Proteine, die für die Blutgerinnung von Bedeutung sind. Im Zusammenspiel mit Eiweiß, Kalzium und Vitamin D kann Vitamin K dem Knochenabbau entgegenwirken und somit vor Osteoporose schützen. Daneben unterstützt Vitamin K den Knochenaufbau. Weitere Funktionen sind:

  • verbessert Knochendichte und –stärke
  • verhindert hämorrhagische Krankheiten bei Säuglingen
  • reduziert Blutergüsse nach Laser-Eingriffen
  • senkt das Risiko von Hüftfrakturen
  • verbessert Glukosetoleranz
  • verhindert übermäßige Gerinnungshemmung
  • reguliert Kalziumspiegel im Blut
  • verhindert Kalkablagerungen

Ursachen

Ein Vitamin K-Mangel wird selten durch eine Fehlernährung ausgelöst. In den meisten Fällen ist die Vitaminbildung im Darm gestört. Dies kann die Folge von beispielsweise medikamentösen Behandlungen mit Antibiotika sein. Daneben rufen schwere Entzündungen des Darmtraktes  bestimmte Mangelerscheinungen hervor. Ist der Abfluss oder die Produktion von Gallenflüssigkeit beeinträchtigt, wird Vitamin K vom Organismus nicht mehr ausreichend verwertet. 

Symptome

Ein Mangel an Vitamin K zeigt sich durch allgemeine Merkmale wie:

  • Leistungseinschränkungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • blaue Flecken
  • Schleimhautblutungen
  • Darmblutungen 
  • Nasenblutungen
  • verstärkte Blutungen bei Verletzungen

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Organblutungen. Hinzu kommt, dass die Knochendichte abnimmt und es häufiger zu Knochenbrüchen kommt.

 

Tägliche Vitamin K-Zufuhrempfehlung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Zufuhr täglich:

Täglicher Vitamin K-Bedarf

Säuglinge 

  • 0 bis unter 4 Monate: 4µg
  • 4 bis unter 12 Monate: 10µg

Kinder 

  • 1 bis unter 4 Jahre:15µg
  • 4 bis unter 7 Jahre: 20µg
  • 7 bis unter 10 Jahre: 30µg
  • 10 bis unter 13 Jahre: 40µg
  • 13 bis unter 15 Jahre: 50µg

Jugendliche/Erwachsene männlich

  • 15 bis unter 51 Jahre: 70µg
  • 51 bis 65 Jahre und älter: 80µg

Jugendliche/Erwachsene weiblich

  • 15 bis unter 51 Jahre: 60µg
  • 51 bis 65 Jahre und älter: 65µg

Schwangerschaft & Stillzeit

  • Schwangere: 60µg
  • Stillende: 60µg

Besondere Risikogruppen 

Es gibt bestimmte Risikogruppen, denen gezielt eine Zufuhr von Vitamin K empfohlen wird. Dazu zählen:

Neugeborene

Neugeborene erhalten mit der Muttermilch zwar nur sehr wenig Vitamin K, dennoch ist diese Menge vollkommen ausreichend. Sinkt allerdings der Vitamin K-Spiegel nur minimal, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit des Säuglings haben. Außerdem bilden Säuglinge durch die unreife Leber keine ausreichenden Mengen an Blutgerinnungsfaktoren. Zum Schutz vor einem Vitamin K-Mangel wird vielen Säuglingen nach der Geburt zusätzlich Vitamin K verabreicht.

Senioren

Ältere Menschen nehmen häufig über die normale Ernährung zu wenig Vitamin K auf. Hinzu kommt, dass nicht wenige Senioren gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Wird dem Körper jetzt zu viel oder zu wenig Vitamin K zugeführt, verändert sich die Blutgerinnung. Daher ist Betroffenen anzuraten, die Blutgerinnung regelmäßig beim Arzt überprüfen zu lassen. 

Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen

Bei Personen mit Erkrankungen des Verdauungstraktes ist die Aufnahme von Vitamin K gestört. Der tägliche Bedarf kann durch die Erkrankung nicht gedeckt werden, da der Darm zu wenig des Vitamins verwertet. 

Patienten mit Lebererkrankungen

Bei Personen mit Lebererkrankungen besitzt der Körper zwar ausreichend Vitamin K, jedoch schädigt die Krankheit das Lebergewebe. So kann die Leber die benötigten Substanzen für die Blutgerinnung nicht mehr ausreichend herstellen. 

Einnahme bestimmter Medikamente

Unter den Medikamenten sind es vor allem Antibiotika, die nach einer Therapie zu Mangelerscheinungen führen können. Denn diese Arzneimittel schädigen die Bakterien im Darm, sodass nicht mehr ausreichend Vitamin K produziert werden kann. Weiterhin lösen Blutverdünner wie Phenprocoumon oder Warfarin einen künstlichen Vitamin K-Mangel aus. Diese Medikamente werden bewusst eingesetzt, um Risikopatienten vor einem erneuten Schlaganfall oder Herzinfarkt zu schützen. Jedoch sollte eine Überdosierung vermieden werden, da sonst lebensgefährliche Blutungen drohen. 

Ernährung bei Vitamin K-Mangel 

Selbst wenn der Körper durch Bakterien im Darm das Vitamin K selbst herstellt, erfolgt die Zufuhr hauptsächlich extern über die Nahrungsmittel. Mit einer ausgewogenen Ernährung funktioniert das ohne Probleme. Denn praktischerweise sind die Verluste an Vitamin K gering. Das Vitamin ist relativ unempfindlich gegenüber Sauerstoff und Hitze. Dessen ungeachtet ist es relativ lichtempfindlich. So sollten Vitamin K-reiche Lebensmittel an dunklen Orten aufbewahrt werden.

Vitamin K-reiche pflanzliche Lebensmittel (Angaben jeweils für 100g) 

  • Sesamöl: 10.000µg
  • Grünkohl: 870µg
  • Aubergine: 500µg
  • Petersilienwurzel: 381µg
  • Portulak: 381µg
  • Schnittlauch: 380µg
  • Rettich: 340µg
  • Spinat: 305µg
  • Kichererbse: 264µg
  • Brunnenkresse: 250µg
  • Fenchel: 240µg
  • Rosenkohl: 236µg
  • Brokkoli gekocht: 217µg
  • Sojamehl: 200µg
  • Rapsöl: 150µg
  • Sojaöl: 138µg
  • Weizenkeime: 131µg
  • Kürbiskernöl: 112µg
  • Haferflocken: 63µg
  • Schnittbohnen: 47µg

Vitamin K-reiche tierische Lebensmittel (Angaben jeweils in 100g) 

  • Herz: 720µg
  • Brathuhn: 300µg
  • Kalbsleber: 88,5µg
  • Dorschleber: 100µg
  • Rinderleber: 74,5µg
  • Schweineleber: 56µg
  • Hühnerei: 47,5µg
  • frische Leberwurst: 46µg
  • Corned Beef: 20µg
  • Schwein/Rind Hackfleisch frisch: 13µg

Täglicher Vitamin K-Bedarf lässt sich gut über die Ernährung decken

Gesunde Menschen, die sich mit gemischter und ausgewogener Kost ernähren, können den täglichen Bedarf an Vitamin K fast vollständig decken. Dank der Eigensynthese im Dünndarm werden zusätzlich etwa 50 Prozent des Bedarfs gedeckt. Kritisch ist die Versorgung bei Neugeborenen, da die Muttermilch nur wenig Vitamin K enthält. Daher erhalten Säuglinge häufig prophylaktische Gaben des K-Vitamins.

Ernährungsvorschläge zur Deckung des täglichen Vitamin-K-Bedarfs

Die folgende Grafik zeigt, wie Sie den täglichen Vitamin-K-Normalbedarf eines gesunden Erwachsenen decken können:

Täglichen Bedarf an Vitamin K decken

Stoffe, die eine Aufnahme von Vitamin K hemmen oder fördern

  • Werden die Vitamine A und D in hohen Dosen zugeführt, sinkt die Wirkung von Vitamin K.
  • Vitamin K2 wirkt mit Vitamin D zusammen. So kann Vitamin D ohne Vitamin K2 sogar schädlich sein. Daher sollten Vitamin D-Präparate immer mit Vitamin K2 kombiniert werden.
  • Außerdem können unterschiedliche Medikamente den Vitamin K-Status senken. So vermindert Antibiotika die körpereigene Synthese von Vitamin K2 und Gallensäurebinder hemmen die Aufnahme von Vitamin K.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin K und Kortikosteroiden wird Vitamin K vermehrt über den Urin ausgeschieden. 
  • Antikonvulsiva, wie sie bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden, steigern den Abbau von K-Vitaminen in der Leber und Salicylate reduzieren den Vitamin K-Level.

Folgeerkrankungen durch Vitamin K-Mangel 

Folgende Erkrankungen können durch einen Vitamin K-Mangel hervorgerufen werden

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Hauteinblutungen
  • Hirnblutungen
  • Schlaganfall
  • Knochenbrüche aufgrund verminderter Knochendichte
  • chronische Lebererkrankungen
  • Blutungen in Geweben und Organen

Vitamin K-Mangel behandeln

In Abhängigkeit von der Ursache wird ein Vitamin K-Mangel mit Präparaten therapiert:

Zudem sollte die Nahrung umgestellt und eventuell mit Vitaminpräparaten ergänzt werden. Veganer sollten bei der Auswahl ihres Vitaminpräparates darauf achten, dass das Vitamin K2 in Form von mikrobiellem Menaquinon-7 enthalten ist.

Autorin - Daniela Nährlich
Autorin: Daniela Nährlich

Daniela Nährlich ist seit 2012 freiberufliche Autorin mit eigenem Krankheitshintergrund. Da die Ernährung einen sehr hohen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat, hat sie sich mit verschiedenen Ernährungskonzepten auseinandergesetzt und wendet diese auch in ihrem familiären Umfeld an. Die Autorin hat bereits Texte zu verschiedenen Gesundheitsthemen verfasst und möchten nach vielen Jahren der Recherche, zahlreichen Erkenntnissen und erfolgreicher Selbsttherapie ihre Erfahrungen rund um ganzheitliche Gesundheit mit anderen Betroffenen teilen.


Quellen

Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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