Sparmedo Ratgeber

Typische Schwangerschaftsbeschwerden (sind meist harmlos)

Aktualisiert am 20.12.22

Jede Schwangerschaft verläuft anders und bringt typische Wehwehchen mit sich. Wenn Sie unter Übelkeit oder angeschwollenen Füßen leiden, sind Sie bestimmt nicht die Einzige, die sich mit solchen Problemen herumschlagen muss. Oft reichen schon einfache Maßnahmen aus, um die Beschwerden zu lindern.

Die meisten Beschwerden sind harmlos und lassen sich bei den Untersuchungen abklären. Einige können zu ernsten Problemen führen, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden müssen. Zum Beispiel eine Scheideninfektion, Schwangerschaftsdiabetes oder eine Gestose. 

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Ich bin schwanger und habe ...
  2. Übelkeit
  3. Wassereinlagerungen
  4. Rückenschmerzen
  5. Sodbrennen
  6. Verstopfung
  7. Hitzewallungen
  8. Hämorroiden
  9. Blähungen
  10. Zehn Nahrungsmittel die Schwangere nicht essen dürfen
  11. Wie viel darf man in der Schwangerschaft zunehmen?
  12. Studien und Erkenntnisse

Ich bin schwanger und habe...

Probleme mit den Augen

Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft kann die Sehkraft vorübergehend Abnehmen. Der Auslöser ist die hormonelle Umstellung des Körpers. Es wird weniger Tränenflüssigkeit produziert und die Augen werden trockner. In der Regel ist dies kein Grund zur Besorgnis. Spätestens nach der Geburt ist die alte Sehkraft wieder hergestellt. Kommt es zu einer starken Veränderung der Sehkraft, zu Blitzen oder Punkten vor den Augen deutet dies auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) hin und es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. 

Ausfluss

Häufig kommt es zu verstärktem Ausfluss. In der Schwangerschaft ist das völlig normal. Da die Scheide stärker durchblutet wird, produziert sie auch mehr Flüssigkeit, was sich mit einem stärkeren Ausfluss als normal zeigt. Sollte sich der Ausfluss allerdings grün verfärben, seine Konsistenz verändern und unangenehm riechen, kann eine Infektion der Scheide verantwortlich sein, die ärztlich behandelt werden muss. 

eine drückende Blase

Im Laufe der Schwangerschaft drückt die wachsende Gebärmutter auf die Blase. Zudem regt die stärkere Durchblutung des Beckenbereichs die Tätigkeit der Nieren an. Da kann es schon passieren, dass beim Lachen, Husten, Niesen oder Laufen unfreiwillig Urin abgeht. Diese Beschwerden sind zwar unangenehm, jedoch kein Grund sich zu beunruhigen. Wenn beim häufigen Wasserlassen Schmerzen und Brennen hinzukommen, könnte eine Blaseninfektion dahinter stecken. Es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wichtig bei drückender Blase: Ausreichend trinken.

Blutungen bzw. Zwischenblutungen

Gerade in der frühen Schwangerschaft kommt es bei einigen Frauen zu leichten Blutungen, was in der Umstellung des Körpers auf die Schwangerschaft begründet ist. Meist treten die Blutungen auf, wenn die normale Regelblutung eingesetzt hätte, sich ein Keim in der Schleimhaut der Gebärmutter eingenistet hat oder es zu feinen Haarrissen am Muttermund kommt. Sehr starke Blutungen und Schmerzen im Unterleib weisen auf eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft hin. Hier sollte rasch ein Arzt zurate gezogen werden. 

Brüste, die spannen

Bei den meisten werdenden Müttern vergrößert sich die Brust, was sich mit einem leichten Ziehen oder einem unangenehmen Spannungsgefühl bemerkbar macht. Besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft. In der Zeit ist die Brust auch empfindlicher.

Massagen, warme Umschläge oder Vollbäder mit Lavendel beruhigen die Haut und wirken lindernd. 

vermehrten Speichelfluss

Ein vermehrter Speichelfluss gehört zu den typischen und gleichzeitig zu den unangenehmen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Die Überproduktion von Speichel ist harmlos, wird aber von den meisten Frauen als lästig empfunden. Im schlimmsten Fall wird ein Liter Speichel am Tag produziert. Dadurch reduziert sich oftmals die Urinmenge. Normalerweise lassen die Beschwerden nach den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft wieder nach. Also auch kein Grund zur Sorge. 

Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch

Des Öfteren kommt es im ersten Drittel der Schwangerschaft zu Zahnfleischbluten. Schuld daran ist auch hier die hormonelle Umstellung des Körpers. Dadurch wird das Gewebe stärker durchblutet und empfindlicher. Zudem ändert sich der Säuregehalt des Speichels. Eine konsequente Mundhygiene sowie die Reinigung der Zahnzwischenräume sind jetzt sehr wichtig.

Salbei- und Kamillentee wirken beruhigend und desinfizieren zugleich. Um Zahnfleischbluten vorzubeugen, helfen eine gesunde, vitamin- und kalziumreiche Ernährung sowie sanfte Massagen des Zahnfleisches mit dem Finger oder einer weichen Bürste.

einen harten Bauch

Schwangere, die einen harten Bauch bekommen, müssen sich nicht sorgen. Durch das Anspannen der Muskeln entstehen Verkrampfungen im Bauch. Hinzu kommt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und sich dadurch die Bauchdecke verhärtet. Heftige Bewegungen und Wachstumsschübe des Babys können weitere Ursachen sein. Aber auch Stress und Überanstrengung der werdenden Mutter. Gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten.

Juckreiz 

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft klagen einige Frauen über juckende Haut. Der Juckreiz wird zum einen durch eine Überdehnung verursacht. Zum anderen ist dieser hormonell bedingt. Zudem kann eine verstärkte Schweißbildung in Hautfalten die Haut reizen. Abhilfe schaffen Vollbäder mit Kieselerde, Ölzusätzen oder Meersalz. Kommt es beim Juckreiz zu Wunden und Ausschlag, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Mutterbandschmerzen

Die sogenannten Mutterbänder halten und stabilisieren die Gebärmutter. Durch die zunehmende Größe des Bauches werden diese Bänder gedehnt. Unter Umständen verursachen sie schmerzhaftes Ziehen im Kreuzbeinbereich und in der Leistengegend. Es fühlt sich wie Muskelkater an. Sanfte Massagen oder ein warmes Vollbad verschaffen Linderung. 

Nasenbluten

Da die Schleimhäute in der Schwangerschaft mehr durchblutet werden, kann es beim Niesen oder Naseputzen leicht zu Nasenblutungen kommen. Dabei ist der Blutverlust eher gering. Ein kaltes Tuch auf Stirn und Nacken stoppt die Blutung. Vorbeugend ist es sinnvoll, viel zu trinken. Zudem helfen Nasenspülungen, Salben und Nasenöl, die Schleimhaut feucht zu halten. 

Schwangerschaftsdemenz 

Viele Frauen neigen in der Schwangerschaft zu Vergesslichkeit und Verwirrtheit. Dieses Phänomen ist nicht bleibend und geht vorüber. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Defizit mit hormonellen Prozessen zusammenhängt oder einfach nur eine psychische Schutzfunktion zugrunde liegt. Auf die werdende Mutter kommen große Veränderungen zu, die ihr ganzes Leben neu gestalten. Dazu gesellen sich in vielen Fällen existenzielle Ängste. Da ist es nicht wunderlich, dass hin und wieder kleine Dinge wie Schlüssel gesucht werden oder Schwangere sich die Frage nach dem Namen der Schwiegermutter stellen. Fest steht, dass die Erinnerungs- und Konzentrationsschwäche kein Grund zur Besorgnis ist. 

Wadenkrämpfe

Viele Schwangere kämpfen nachts oder in den Morgenstunden mit Wadenkrämpfen. Oftmals ist dies ein Anzeichen für einen Mineralstoffmangel und im Speziellen für einen Mangel an Magnesium. In der Schwangerschaft werden Kalium, Kalzium und Magnesium vermehrt ausgeschieden. Deshalb ist es wichtig, den Mineralstoffhaushalt durch Milch- und Vollkornprodukte sowie frischem grünen Gemüse auszugleichen. Kann eine ausreichende Versorgung über die Ernährung nicht sichergestellt werden, können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt entsprechende Nahrungsergänzungen sinnvoll sein. 

Schwangerschaftsübelkeit

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Übelkeit und Erbrechen. Der Grund liegt in der hormonellen Veränderung des Körpers. In der Regel tritt Schwangerschaftsübelkeit von der 5. bis zur 14. Schwangerschaftswoche auf. Selten bleibt die Übelkeit während der gesamten Schwangerschaft bestehen. Die Beschwerden treten oftmals morgens auf, können aber auch den ganzen Tag anhalten. Um Übelkeit zu verringern oder ganz zu vermeiden, können folgende Tipps helfen:

Ingwer-Tee und Ingwer-Pastillen aus der Apotheke:

Wann zum Arzt?

Wenn die Beschwerden über die 14. Schwangerschaftswoche hinaus fortbestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Des Weiteren sollte das Auftreten folgender Symptome durch einen Arzt abgeklärt werden:

Die schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit - auch Hyperemesis gravidarum genannt, kann gefährlich sein. Hier hält die Übelkeit den ganzen Tag über an und bedarf unbedingt einer Abklärung. 

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft treten häufig Wassereinlagerungen (Ödeme) auf, was mit dem erhöhten Blutbedarf zusammenhängt. Die Ödeme sind meist an Händen, Handgelenken, Beinen, Füßen, Knöcheln und im Gesicht zu finden.

Wassereinlagerungen sind unangenehm und im Allgemeinen ungefährlich. Der Körper erhöht während der Schwangerschaft das Blutvolumen, wodurch der Anteil an Wasser steigt. Die Venen werden durchlässiger und Wasser gelangt ins Gewebe. Gegen Ende der Schwangerschaft drückt der Bauch auf die Beckenvenen, so dass das Blut nur erschwert zurückfließen kann. 

Mit Salz, viel Flüssigkeit und Bewegung Ödeme mildern

Ödeme in der Schwangerschaft sind kein Grund zur Besorgnis. In der Regel muss nicht zwangsläufig ein Arzt aufgesucht werden. Stattdessen können Schwangere mit einigen Tipps versuchen, die Wassereinlagerungen zu mildern: 

Wann zum Arzt?

Wenn die Ödeme verstärkt und anhaltend auftreten, schnell an Gewicht zugenommen wird oder Symptome wie Kopfschmerzen, Eiweiß im Urin, Sehstörungen oder Bluthochdruck hinzukommen, sollte umgehend der Arzt informiert werden. In dem Fall könnte es sich um Präeklampsie handeln. Die Erkrankung schädigt unbehandelt Mutter und Kind.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Durch die Schwangerschaft wird der Rücken stark belastet. Da spielen Haltungsfehler, das Heben schwerer Lasten, das Gewicht des Ungeborenen sowie auch die Schwangerschaftshormone eine wichtige Rolle. Meist nehmen die Schmerzen im Laufe des Tages zu, weil die Muskeln im Rücken ermüden. Unbewusst verschlimmern damit viele Schwangere die Beschwerden durch eine Schonhaltung. 

Was hilft gegen Rückenschmerzen während der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen lassen sich während der Schwangerschaft nicht völlig ausschließen. Dennoch können die Beschwerden mit folgenden Tipps verringert werden:

Bei starken Schmerzen zum Arzt

Bringen die genannten Tipps keine Erfolge, wäre der Besuch eines Physiotherapeuten anzuraten. Hebammen und Gynäkologen können hier sicher Empfehlungen geben. Egal, wie stark die Rückenschmerzen sind, in jedem Fall sollten Schwangere ihren Arzt davon in Kenntnis setzen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Kaum ein anderes Symptom kann so unangenehm sein wie Sodbrennen. Ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, unschönes Aufstoßen und ein saurer Geschmack im Mund. Da das Ungeborene immer mehr Platz im Bauch benötigt, werden die inneren Organe zur Seite oder nach oben gedrückt. Dadurch fließt Magensäure zurück in die Speiseröhre, was zu den typischen Symptomen von Sodbrennen führt. 

Das kann Schwangeren bei Sodbrennen helfen

Es gibt Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern oder Sodbrennen vorzubeugen. Versuchen Sie einmal folgende Tipps:

Verstopfung in der Schwangerschaft

Eine der häufigsten Beschwerden während der Schwangerschaft ist Verstopfung. Die wachsende Gebärmutter und hormonelle Umstellungen im Körper sorgen dafür, dass die Verdauung beeinträchtigt wird. Der Transport des Darminhalts verlangsamt sich. Ein weiterer Grund für die zunehmende Darmträgheit ist die vermehrte Produktion des Hormons Progesteron. Dieses Hormon entspannt die Gebärmutter und wirkt gleichzeitig beruhigend auf die Darmmuskeln. Mitunter kann auch die Einnahme eines Eisenpräparats die Darmtätigkeit negativ beeinflussen. 

Verdauung in Schwung halten und Verstopfung vorbeugen

All die Veränderungen und biologischen Vorgänge, die während der Schwangerschaft zur Darmträgheit führen, können Schwangere durch Ernährung, Essverhalten, Bewegung und Lebensstil selbst beeinflussen. Um die Verdauung in Schwung zu halten, sollten werdende Mütter:

Wer bereits unter Verstopfung leidet, kann mit den folgenden Tipps versuchen, die Verdauung wieder anzukurbeln, ohne dabei Abführmittel zu nutzen: 

 Milchzucker aus der Apotheke:

Pflaumensaft und Sauerkrautsaft aus der Apotheke:
 
  • Weizenkleie und Leinsamen regulieren den Stuhl - Sie wirken zwar nicht abführend, können jedoch auf Dauer angewendet für eine normale Verdauung sorgen. Weizenkleie  und
Leinsamen aus der Apotheke:
  • auf stopfende Lebensmittel verzichten - Nudeln, Bananen, Eier, Kuchen, große Mengen an Fleisch und Schokolade stopfen zusätzlich und sollten daher vermieden werden. 

Zum Arzt bei länger anhaltenden Beschwerden

Bei länger anhaltender Verstopfung ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und nicht eigenmächtig zu Abführmitteln zu greifen. Abführmittel können dem Ungeborenen schaden und zu ungewollten vorzeitigen Wehen führen.

Hitzewallungen in der Schwangerschaft

Hitzewallungen, schwitzende Füße, und Schweißausbrüche gehören zu den unangenehmen Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Erklären lassen sich die Beschwerden durch den veränderten Hormonspiegel. Die Blutgefäße erweitern sich und mehr Wärme wird nach außen auf die Haut getragen. Die Folge sind plötzliche Hitzeattacken.

Zwiebel-Look gegen Hitzewallungen

Die harmlosen und doch lästigen Hitzewallungen lassen sich nicht komplett abstellen, jedoch können sich Schwangere mit einigen Tipps Linderung verschaffen. 
Am wichtigsten ist die Auswahl der Kleidung. Ist es draußen kühler, sollten mehrere Kleidungsstücke übereinander getragen werden (Zwiebel-Look). So kann bei akuten Hitzeattacken etwas ausgezogen werden. Tragen Sie keine synthetischen Stoffe, sondern Baumwolle, Leinen oder Seide. Zudem sollten die Kleidungsstücke luftig und locker sitzen. 

Tipps, die bei Hitzewallungen helfen können

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Rund 50 Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Hämorrhoiden. Jedoch sind sie kein Grund zur Besorgnis. Die hormonelle Umstellung, Stress, die Gewichtszunahme und der wachsende Fötus sind einige Faktoren, die die Entwicklung von Hämorrhoiden begünstigen. In der Regel sind Hämorrhoiden in der Schwangerschaft unangenehm und schmerzhaft, verschwinden jedoch nach der Geburt wieder. 

Linderung bei bestehenden Beschwerden

Sind sie einmal da, ist es nicht leicht, die Hämorrhoiden in der Schwangerschaft wieder loszuwerden. Allerdings gibt es auch keinen Grund zu leiden. Mit ein paar Tipps lassen sich die Beschwerden zumindest lindern:

Darüber hinaus gibt es noch weitere Präparate, die bei Hämorrhoiden eingesetzt werden können.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft lassen sich auch mit einigen Tipps vorbeugen:

Wann zum Arzt?

Eines vorweg - Hämorrhoiden sind kein Grund sich zu schämen. Bei starken Beschwerden, Schmerzen beim Stuhlgang, Blutungen oder starkem Juckreiz und Nässen im Afterbereich sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser verschreibt Zäpfchen oder Salben für Schwangere, die den Juckreiz lindern, die Wundheilung fördern und die Entzündung hemmen.

Blähungen in der Schwangerschaft

Blähungen in der Schwangerschaft kennt wohl jede werdende Mutter. Gerade in der ersten Hälfte der Schwangerschaft kann es zur vermehrten Bildung von Gasen kommen, dessen sich Schwangere nicht schämen müssen. Die Ursache liegt in der hohen Produktion des Hormons Progesteron. Dieses Hormon entspannt die Muskeln und verlangsamt den gesamten Verdauungsprozess. 

Tipps gegen Blähungen 

Nachfolgend finden Sie einige Tipps, was werdende Mütter bei Blähungen in der Schwangerschaft tun können:

Diese Lebensmittel sollten dennoch nicht ganz vom Speiseplan verschwinden. Auch ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Reis, Haferflocken, Nudeln oder Kartoffeln können Blähungen auslösen. Die Ausnahme bildet Weizenkleie. Diese wird im Verdauungssystem nicht zerlegt und ist ideal für diejenigen, die unter Blähungen und Verstopfung leiden. 

Zehn Nahrungsmittel, die Schwangere nicht essen dürfen

Während der Schwangerschaft sind einige Lebensmittel tabu bzw. dürfen nur in sehr geringen Mengen verzehrt werden, da sie sonst die Entwicklung des Ungeborenen gefährden könnten.

Gefahr einer Infektion mit Listeriose oder Toxoplasmose

Weitestgehend dürfen bestimmte Nahrungsmittel in der Schwangerschaft nicht gegessen werden, weil sich auf diesen Produkten mit Vorliebe Bakterien und andere Krankheitserreger ansammeln, die Krankheiten wie z. B. Listeriose oder Toxoplasmose übertragen können.

Listeriose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die vor allem bei Schwangeren und deren ungeborenen Kindern sowie bei Neugeborenen auftritt. Die Ansteckung erfolgt durch kontaminierte Lebensmittel (dazu zählt fast jedes Nahrungsmittel, was mit Erde und Staub in Kontakt gekommen ist, also vorzugsweise Obst und Gemüse) und Tiererzeugnisse wie Rohmilchprodukte oder rohe Wurstsorten.

Toxoplasmose ist ebenfalls eine Infektionskrankheit, die jedoch vorwiegend durch Katzen (und deren Kot) übertragen wird. Die Erreger siedeln sich allerdings gerne auch auf rohem oder unzureichend erhitztem Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch an, können aber auch auf Wildfleisch oder Geflügel auftreten.

Diese Infektionen sind wiederum gefährlich für Mutter und Kind und verursachen häufig sogar Fehlbildungen. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf folgende Lebensmittel verzichten:

Verbotene Nahrungsmittel für Schwangere

Rohes und nicht vollständig durchgegartes Fleisch bzw. Fisch können Toxoplasmose-Erreger sowie Listerien enthalten, die das Ungeborene schädigen können. Deshalb sollte in der Schwangerschaft auf Mettwurst, Tatar, Rohwurst (nicht gekochte oder geräucherte Wurst), Rindfleisch (englisch oder medium), Carpaccio, Salami, Rauchfleisch, Pökelfleisch und rohes Hackfleisch verzichtet werden. Gleiches betrifft rohen Fisch wie in Sushi und kaltgeräucherte Fischwaren. Grundsätzlich gilt: Fleisch und Fisch nur gut durchgegart oder gebraten genießen.

Leber und andere Innereien sollten zum größten Teil gemieden werden, da ihre Schadstoffbelastung sehr hoch ist. Außerdem enthalten sie auch einen großen Anteil an Vitamin A, weshalb es schnell zu einer Überdosierung des Vitamins kommen kann. Dies ist wiederum schädlich für den Säugling. Besser sind Lebensmittel mit dem pflanzlichen Beta-Carotin (Vorstufe zu Vitamin A), welches nur bei Bedarf vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird.

Zwar gehören Milchprodukte auf den täglichen Speiseplan einer Schwangeren, jedoch nur solche aus pasteurisierter Milch. Das heißt, Produkte mit dem Vermerk „aus Rohmilch hergestellt“ sind in der Schwangerschaft streng untersagt, denn diese können Listerien enthalten. Eine Infektion mit Listeriose kann eine Fehlgeburt verursachen. Daher sollte auf Weichkäse und Käse mit Oberflächenschmiere wie Brie, Camembert, Mozzarella, Limburger, Münster, Tilsiter aber auch Sauermilchkäse wie Harzer Käse und Handkäse verzichtet werden. Auch Gorgonzola, Ricotta, Feta und Ziegenkäse dürfen nur verzehrt werden, wenn der Käse aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde (meist gibt es hiervon zwei Varianten). Da sich Bakterien bei jedem Käse gerne auf der Rinde ansiedeln, empfiehlt es sich, diese grundsätzlich vor dem Verzehr zu entfernen.

Rohe Eier können Salmonellen enthalten, deshalb Eier nur gut durchgegart essen. Speisen wie Tiramisu, Zabaione oder Mayonnaise werden mit rohen Eiern hergestellt, daher ist es ratsam, auf diese Speisen zu verzichten.

Chininhaltige Getränke wie Tonic Water oder Bitter Lemon sowie koffeinhaltige Lebensmittel wie Kaffee, Cola, Schwarzer Tee oder Energydrinks dürfen nur in geringen Mengen getrunken, sollten jedoch am besten vollständig gemieden werden. Denn wer bereits weniger als einen Liter täglich trinkt, riskiert nach der Geburt Entzugserscheinungen beim Säugling. Zudem hindert Koffein die Aufnahme von Nährstoffen.

Während der Schwangerschaft heißt es „Finger weg“ von Weihnachtsgebäck und exotischen Gerichten, zumindest für 38 Wochen. Denn die darin oft enthaltenen Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom wirken wehenfördernd. In den letzten zwei Schwangerschaftswochen können diese Gewürze jedoch auch ganz hilfreich sein, gerade wenn sich gar nichts rührt.

Fertigsalate, aber auch verpackte Feinkostprodukte können Listerien enthalten. Deshalb empfiehlt es sich, auf vorgeschnittene und verpackte Salate zu verzichten. Grundsätzlich sollte jedes Gemüse (aber auch Obst) vor dem Verzehr stets gut gewaschen und am besten frisch zubereitet werden.

Leider sind die Nebenwirkungen des Zuckerersatzes in der Schwangerschaft noch nicht ausreichend erforscht. Da allerdings der Verdacht besteht, dass Stevia das Ungeborene schädigen könnte, wird von einem Konsum während der Schwangerschaft abgeraten.

Werden allergieauslösende Nahrungsmittel wie z. B. Erdnüsse oder Walnüsse in der Schwangerschaft (sowie der Stillzeit) gegessen, erhöht sich dadurch das Risiko einer Allergie beim Kind. Denn einer Studie zufolge kann die Veranlagung zu Allergien bereits in der Schwangerschaft beeinflusst werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, auf allergieauslösende Lebensmittel zu verzichten.

Alkohol ist während der gesamten Schwangerschaft sowie der Stillzeit absolut tabu! Dieser beeinträchtigt die Entwicklung des Embryos und kann schwere Schäden hinterlassen!

Grundsätzlich können die meisten Erreger durch Temperaturen über 70°C abgetötet werden. Jedoch nur, wenn auch das Innere des Nahrungsmittels für mindestens zwei Minuten auf 70°C erhitzt wird. Bei industriellen Erhitzungsverfahren ist dies der Fall, weshalb wärmebehandelte (pasteurisierte) Milchprodukte und frisch erhitzte Fleisch- und Wurstwaren auch keine Erreger mehr enthalten. Für zu Hause sollte folgende Regel gelten: Gut durchgegartes Fleisch ist auch im Inneren grau und nicht mehr rosa. Der beim Schneiden austretende Fleischsaft ist klar und farblos.

Wie viel darf man in der Schwangerschaft zunehmen?

Das Frauen in der Schwangerschaft einiges an Gewicht zulegen ist kein Geheimnis. Doch wieviel Gewichtszunahme ist normal?

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft hängt von vielen Faktoren ab, wie z. B. dem Ausgangsgewicht, der Größe, der Ernährung, einer eventuellen Mehrlingsschwangerschaft und erblichen Einflüssen. Natürlich spielt auch das Gewicht und die Größe des Ungeborenen eine wichtige Rolle. Deshalb macht es auch keinen Sinn, sich mit anderen Schwangeren zu vergleichen. Denn jede Frau hat ein anderes Ausgangsgewicht, einen unterschiedlichen Körperbau und ist unterschiedlich groß. Zudem haben einige Schwangere eine größere Plazenta oder weniger Fruchtwasser. Andere wiederum lagern mehr Wasser im Gewebe ein. All diese Faktoren müssen berücksichtigt werden und führen zu ganz verschiedenen Gewichtszunahmen.

Ich muss jetzt für zwei essen!

Diese Aussage ist völliger Unsinn, doch leider ist sie bei einigen Frauen noch immer die Regel. Der Kalorienbedarf einer Schwangeren erhöht sich erst ab dem 4. Monat der Schwangerschaft. Dann allerdings auch nur um 250 bis 500 kcal pro Tag. Dass entspricht gerade einmal einem Müsli mit Früchten. Die zusätzlich aufgenommenen Kalorien sollten auch nicht durch größere Portionen gedeckt werden, sondern durch eine gesunde und vollwertigere Ernährung (dazu zählen kein Kuchen und Schokolade). Wer sich daran hält, schafft Kraftreserven und Kondition für die Geburt. Zudem werden die überflüssigen Kalorien nach der Schwangerschaft häufig bereut, da man sie nach der Geburt nur schwer wieder los wird.

Verlauf der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

Im ersten Schwangerschaftsdrittel (also die ersten drei Monate) ist in der Regel keine bzw. höchstens eine minimale Gewichtszunahme zu beobachten. Bei vielen Schwangeren kommt es sogar zu einer leichten Gewichtsabnahme, bedingt durch die Hormonumstellung und der häufig auftretenden Schwangerschaftsübelkeit (mit Erbrechen). Erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel (ab der 13. SSW) nehmen normalgewichtige Frauen rund 250 bis 400 Gramm pro Woche zu. Ab dem dritten Trimester (letztes Schwangerschaftsdrittel) sind es dann ca. 400 bis 600 Gramm wöchentlich. Je nach Ausgangsgewicht können die Werte natürlich variieren und abweichen. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass schlankere Frauen während der Schwangerschaft für gewöhnlich mehr zunehmen als dickere.

Wie viel Gewicht ist erlaubt?

Da jede Frau anders gebaut ist und viele Faktoren eine Rolle spielen, kann lediglich eine grobe Richtung der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft angegeben werden. So ist eine Zunahme von 7 bis 18 Kilo während des gesamten Schwangerschaftszeitraums völlig im Rahmen. In der Regel sind es aber meist 10 bis 15 Kilogramm. In Bezug auf den Body-Mass-Index (BMI) der Frau vor der Schwangerschaft, kann die Gewichtszunahme noch detaillierter aufgeschlüsselt werden:

Auch wenn die Gewichtszunahme nicht genau in diese Werte fällt, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Im Normalfall kontrolliert der Frauenarzt regelmäßig das Gewicht, so dass dieser schnell eingreifen kann, sollte das Gewicht aus dem Ruder laufen. Denn eine zu große Gewichtszunahme könnte Hinweise auf starke Ödeme (Wassereinlagerungen) oder andere Erkrankungen geben. Aber auch Untergewicht kann die Schwangerschaft gefährden.

So setzt sich das Gewicht zusammen

Das Baby allein macht noch keine 10 bis 15 kg aus, dieses wiegt zur Geburt im Durchschnitt ca. 3500 g. Wo kommen nun aber die restlichen Kilos her? Diese ergeben sich bei einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 12,1 kg folgendermaßen:

Viele Frauen hoffen diese Kilos gleich nach der Geburt wieder zu verlieren. In den meisten Fällen bleiben aber Gewebsflüssigkeit (Wasser, Blut) und kleine Fettdepots noch ein Weilchen bestehen.

Gewichtszunahme bei Mehrlingsschwangerschaften

Natürlich nimmt eine Frau bei einer Mehrlingsschwangerschaft auch entsprechend mehr Gewicht zu. Allerdings gibt es auch hier nur grobe Richtwerte. Bei einer normalgewichtigen Frau mit einem BMI von 18,5 bis 24,9 vor der Schwangerschaft, sollte die Gewichtszunahme in folgender Spanne liegen:

Grundsätzlich sollte bei jeder Schwangerschaft darauf geachtet werden, dass zu viele Pfunde aber auch eine Hungerkur dem Baby und der Mutter schaden können.

Wie schnell bekomme ich mein altes Gewicht zurück?

Auch wenn es bei einigen Frauen recht schnell geht, bis sie ihr Normalgewicht wieder erreicht haben, dauert es bei der Mehrheit der Frauen doch einige Zeit länger. Im Schnitt etwa sechs bis neun Monate. Daher auch die Aussage: „Neun Monate braucht man um das Gewicht aufzubauen und neun Monate benötigt man auch um die Kilos wieder abzubauen.“

Zwar verliert man das Gewicht des Babys, der Plazenta und des Fruchtwassers bei der Geburt (durchschnittlich 4,9 kg), die anderen Pfunde werden sich allerdings erst in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten zurückbilden. Meist geschieht dies während der Stillzeit, denn in dieser Zeit benötigt der Körper viele Kalorien. Diäten sollten stillende Mütter jedoch nicht halten, denn dies beeinträchtigt die Menge und Qualität der Muttermilch.

Wichtig: Für eine gesunde Gewichtsabnahme nach der Schwangerschaft sind eine ausgewogene, vollwertige Ernährung sowie viel Bewegung an der frischen Luft das A und O.

Studien und Erkenntnisse

Schwangerschaftsdiabetes mittels HbA1c-Bestimmung ("Langzeitzucker") früher erkennbar
Schwangerschaftsdiabetes und Übergewicht nehmen in der Bevölkerung zu. Bekannt ist, dass ein schlecht eingestellter Diabetes oder ein spät erkannter Schwangerschaftsdiabetes zur Makrosomie (gesteigertes Größenwachstum) des ungeborenen Kindes führen kann. Zusätzlich hat ein solches Kind später ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. Bislang wird ein Zuckerbelastungstest mit 50 g Zucker in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche zur Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes empfohlen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Diabetes allerdings eventuell schon auf den Fetusausgewirkt.

2.802 Frauen mit einem niedrigen Schwangerschaftsrisiko wurden in den Jahren 2009 bis 2013 untersucht. 107 Frauen entwickelten einen Schwangerschaftsdiabetes. Diese Frauen wurden mit 214 Frauen verglichen, die keinen Schwangerschaftsdiabetes entwickelten. Grundlage des Vergleichs waren vier Blutabnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Schwangerschaft. Es wurde festgestellt, dass ein erhöhter HbA1c-Wert (Langzeitzucker) bereits in der Frühschwangerschaft (10. Schwangerschaftswoche) ein Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes darstellte. Pro 0,1 Prozentpunkte der HbA1c-Wert-Erhöhung stieg das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes um 23 %

Ob sich der HbA1c-Wert als Früherkennungstest lohnt, soll in Interventionsstudien getestet werden, in denen die betroffenen Schwangeren frühzeitig mit Metformin behandelt werden sollen. Hier geht's zur Studie.

Ernährung der Eltern bei der Empfängnis wirkt sich auf die Gesundheit des Kindes aus
Die Grundsteine der späteren Gesundheit oder Krankheit eines Menschen werden bereits vor dessen Zeugung gelegt. In einer Serie bestehend aus drei Artikeln wird die Rolle von Gesundheit und Ernährung der Eltern vor der Empfängnis thematisiert. Ziel ist die bessere Beratung und Unterstützung von Paaren mit Kinderwunsch.

Bezüglich der Risiken wird vor allem auf Fettleibigkeit, hohen Alkohol- und hohen Koffeinkonsum, Rauchen und Unterernährung eingegangen. Fettleibigkeit der Mutter führt nicht nur zu schlechteren Geburtsergebnissen, sondern erhöht auch die Entzündungswerte des Kindes und verändert die Hormonspiegel. Während der Schwangerschaft ist das Risiko auf einen Schwangerschafts-Diabetes erhöht. Bei Männern führt Fettleibigkeit zu einer schlechteren Spermienqualität und könnte das Risiko des Kindes erhöhen, später chronische Erkrankungen zu entwickeln. Darüber hinaus nehmen 96% der Frauen im gebärfähigen Alter weniger Eisen und Folsäure auf, als es vor einer Schwangerschaft empfohlen wird. Zur Studie.

Mutation im SCN4A-Gen erhöht Risiko für plötzlichen Kindstod
Obwohl der plötzliche Kindstod (SIDS, sudden infant death syndrome) sehr selten ist, bleibt er nach wie vor gefürchtet. Mittlerweile sind einige äußere Faktoren bekannt, die den plötzlichen Kindstod begünstigen. Dazu zählen Wärme, Tabakrauch und das Schlafen in Bauchlage. Jetzt haben Forscher Hinweise auf innere Faktoren gefunden: Bei vier von 278 Kindern, die am plötzlichen Kindstod verstarben, wurde eine Mutation im SCN4A-Gen gefunden. Veränderungen in diesem Gen waren bereits vorab bei anderen Krankheiten wie Myotonie, periodische Lähmung, Myopathien und Myasthenie-Syndrom bekannt, die mit lebensbedrohlichen Atemaussetzern und Stimmbandkrämpfen einhergehen können. SCN4A kodiert für einen Natrium-Membrankanal (NaV1.4), der sich auf Muskelzellen befindet. Allerdings findet man in unseren etwa 19.000 Genen bei jedem Individuum rund 25.000 Varianten, von denen die meisten uns nicht krank, sondern zu dem besonderen Menschen, der wir sind, machen. Daher überprüften die Forscher, ob gesunde Kinder diese Veränderung im SCN4A-Gen auch trugen. Nicht bei einem von 729 untersuchten Kindern konnte die Veränderung aufgespürt werden, was dafür spricht, dass die Mutation ein Risiko für SIDS darstellt.

Über die Verbindung zu anderen Erkrankungen entstanden Ideen für mögliche Therapien. Mexiletin, das bereits erfolgreich bei manchen Myotonien eingesetzt wird, blockiert Natrium-Kanäle und könnte eventuell bei Kindern mit SCN4A-Mutaiton wirksam sein. Bislang sind diese Überlegungen jedoch reine Theorie. Zur Studie.

Schwangere können das Allergierisiko ihres Kindes mit Fischöl und Probiotika senken
Der Einfluss des Essverhaltens von Schwangeren und Stillenden auf das Abwehrsystem ihres Kindes wurde mittels systematischer Analyse von Studien untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass Kinder von Frauen, die in der Spätschwangerschaft und Stillzeit Probiotika zu sich nahmen, seltener an Ekzemen litten. Konsumierten Stillende vermehrt Fischöl, hatten die Kinder ein geringeres Risiko für Nahrungsmittelallergien. Zudem wurde der Verdacht geäußert, dass das Risiko für Ekzeme und Typ 1 Diabetes beim Kind umso geringer ist, desto länger gestillt wurde. Zur Studie.

Schützen Probiotika vor Geburtskomplikationen wie Präeklampsie und Frühgeburt?
Eine Studie in Norwegen hat über 70.000 Schwangerschaften auf eine Verbindung zwischen Konsum von Probiotika und dem Auftreten von Präeklampsie und Frühgeburt untersucht. Bei der Präeklampsie handelt es sich um das gleichzeitige Auftreten von Bluthochdruck und Eiweiß im Urin. Sie ist als Vorstufe der Eklampsie zu betrachten, bei der es zu Krampfanfällen und Koma kommen kann. In die Studie eingeschlossen wurden nur gesunde Erstgebärende und keine Mehrlingsschwangerschaften. Hatten Frauen in der späten Schwangerschaft Probiotika zu sich genommen, verringerte sich das Risiko für eine Präeklampsie. Der Konsum von Probiotika während der frühen Schwangerschaft reduzierte das Risiko für eine Frühgeburt. Zur Studie.

Mindestens zweimonatiges Stillen halbiert Risiko für plötzlichen Kindstod annähernd
Beim plötzlichen Kindstod versterben scheinbar gesunde Säuglinge unvorhersehbar und ohne auffindbaren Grund. Bislang sind einige Maßnahmen bekannt, die das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen oder senken können. Dazu gehört vor allem das Schlafen in Rückenlage, der Verzicht auf Kissen und Stofftiere im Bettchen und der Schutz des Kindes vor Zigarettenrauch. In acht Fall-Kontroll-Studien wurden 2267 Fälle von plötzlichem Kindstod mit 6837 Kontrollen auf das Stillverhalten hin verglichen. Wenn unter zwei Monate gestillt worden war, hatten die Säuglinge einen Schutzfaktor weniger. Eine Stillzeit von mindestens zwei Monaten halbierte das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Dazu muss nicht einmal vollgestillt werden, sondern auch beim Stillen mit Beikost war der Schutz gegeben. Zur Studie.

Drei Gene mit verantwortlich für Frühgeburten?
Eine genomweite Studie untersuchte den Einfluss von Genen auf die Länge einer Schwangerschaft. Dafür wurden Daten von 43.568 Frauen herangezogen, die Speichelproben an 23andMe geschickt hatten, um ihre genetische Herkunft oder Krankheitsrisiken zu ermitteln. Jede Frau hatte mindestens eine Schwangerschaft angegeben. Um den Gen-Pool zu erweitern, wurden zusätzlich drei skandinavische Datenbanken herangezogen.

Es konnten sechs Gene mit Einfluss auf die Schwangerschaftsdauer identifiziert werden (EBF1, EEFSEC, AGTR2, WNT4, ADCY5, RAP2C). Drei dieser Gene könnten eine Frühgeburt verursachen: EBF1, EEFSEC und AGTR2. Das EBF1-Gen spielt in der Entwicklung von Zellen des Immunsystems, bei der Kontrolle des Blutdrucks, der Dicke der Gefäßwände der Halsschlagader, für die Entwicklung eines metabolischen Syndroms und bei Harnröhren-Fehlbildungen eine wichtige Rolle. Das EEFSEC-Gen ist für die Produktion von Selenoproteinen für Schutz und Abwehr bedeutend. Das passt zu der Vermutung, dass Selen-Mangel das Risiko einer Frühgeburt erhöht. Das AGTR2-Gen schließlich kodiert für den Angiotensin-II-Rezeptor Typ 2 und ist damit wichtig für den Blutdruck und das Risiko einer Präeklampsie. Eine skandinavische Variante des WNT4-Gens könnte vor einer Frühgeburt schützen, da es mit einer längeren Schwangerschaftsdauer assoziiert ist. In anderen Studien wurde zuvor RAP2C mit einem erhöhten Frühgeburt-Risiko in Verbindung gebracht. Zur Studie.

Aspirin könnte Chancen für erfolgreiche Schwangerschaften in manchen Fällen verbessern
Eine Studie des US-Amerikanischen Nationalen Instituts für Gesundheit untersuchte Frauen, die eine Fehl- oder Totgeburt erlitten hatten und erneut versuchten, schwanger zu werden und das Kind gesund zur Welt zu bringen. Im Blut dieser Frauen stellten die Forscher erhöhte Entzündungswerte fest, insbesondere eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP), das in der Leber bei Entzündungen produziert und ausgeschüttet wird. Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Markennamen "Aspirin", wirkt entzündlichen Prozessen entgegen. Daher teilten die Forscher die Frauen zunächst bezüglich der Höhe des CRPs in drei Gruppen (niedrig - mittel - hoch) auf und teilten jede Gruppe in eine Aspirin- und eine Placebo-Gruppe ein. Besonders deutlich wurde der Unterschied zwischen den beiden Gruppen mit hohem CRP-Spiegel: Die Placebo-Gruppe zeigte mit nur 44 % die niedrigste Rate an erfolgreichen Geburten; die tägliche Einnahme von Aspirin steigerte die Erfolgsrate auf 59 %, was einer relativen Verbesserung um 35 % entspricht. Zur Studie


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