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Wenn es juckt und brennt - Hämorrhoiden selbst behandeln

Kaum ein Mensch redet über Hämorrhoiden - dennoch ist fast jeder zweite Erwachsene davon betroffen. Wenn es in der "Tabuzone" des Körpers juckt, brennt, schmerzt oder sogar blutet, sind Betroffene meist peinlich berührt und trauen sich nicht, ihren Arzt anzusprechen. 

  1. Krankheitsstadien des Hämorrhoidalleidens
  2. Was hilft gegen den Juckreiz?
  3. Wann zum Arzt?
  4. Medikamente gegen Hämorrhoiden
  5. Hämorrhoiden in der Schwangerschaft
  6. Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind ringförmig angeordnete Schwellkörper, die sich unter der Schleimhaut des Enddarms befinden. Bei gesunden Menschen sorgen sie zusammen mit den äußeren und inneren Schließmuskeln dafür, dass der Darmausgang abgedichtet wird. Somit hat jeder Mensch Hämorrhoiden. 

Einen Krankheitswert bekommen Hämorrhoiden erst dann, wenn sich die Blutgefäße im Schwellkörper aus den unterschiedlichsten Gründen knotenartig erweitern, entzünden oder nach unten sinken. Diese Veränderungen lösen bei Betroffenen die typischen Symptome aus. Mediziner sprechen in dem Fall von einem Hämorrhoidalleiden. 

Hämorrhoiden können zwar lästig sein, sind jedoch in der Regel weitestgehend ungefährlich. Je nach Ausprägung und anatomischer Veränderung wird das Hämorrhoidalleiden in vier Krankheitsstadien unterteilt.

Stadium 1

Hier verspüren Betroffene meist keine Schmerzen. Gelegentlich kann es zum Juckreiz am After oder Blutauflagerungen im Stuhl und Toilettenpapier kommen.

Stadium 2

Das zweite Stadium beschreibt sich durch das sichtbare Hervortreten der knotenartigen Veränderungen beim Pressen. Lässt der Druck im Bauch nach, ziehen sich die Hämorrhoiden in den Analkanal zurück. 

Stadium 3

In diesem Stadium müssen die Hämorrhoiden manuell wieder in den Analkanal geschoben werden. 

Stadium 4

Im letzten Stadium liegen die Hämorrhoiden dauerhaft vor der Afteröffnung und lassen sich auch nicht mehr manuell zurückschieben. 

Was hilft gegen den Juckreiz?

Die meisten Betroffenen kratzen sich zwischen den Pobacken, um sich Erleichterung zu verschaffen. Doch genau das kann fatale Folgen haben. Durch das Kratzen entstehen kleine Wunden, die sich entzünden und beim Abheilen verstärkt jucken. So kommt es zu einem Teufelskreis, aus dem Betroffene ohne Behandlung nicht herauskommen.
Um den lästigen Juckreiz am After zu stoppen, hilft bereits eine schonende und gründliche Reinigung der Problemzone. Auf raues und hartes Toilettenpapier, duftende Seifen und Feuchttücher reagiert die Analregion besonders empfindlich. Nach jedem Stuhlgang sollte der After mit Wasser abgewaschen und trocken getupft werden.

Wann muss ich zum Arzt?

Wer Blutbeimengungen im Stuhl entdeckt, sollte den Arztbesuch nicht scheuen. Denn dahinter können sich auch ernsthafte Erkrankungen wie Darmkrebs verbergen. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der den betroffenen Patienten eventuell an einen Spezialisten (Proktologen) überweist.

Medikamente bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden lassen sich in den ersten beiden Stadien noch gut selbst behandeln. Dabei kommen vor allem Salben und Zäpfchen zum Einsatz. Diese verschaffen eine Linderung der unangenehmen Beschwerden. Folgende Wirkstoffe können bei Hämorrhoidalleiden angewendet werden:

Hamamelis (Zaubernuss)

Der Wirkstoff Hamamelis eignet sich für Betroffene, deren Hämorrhoidalleiden im Anfangsstadium ist. Dieser hemmt Entzündungen, stillt kleine Blutungen, fördert die Wundheilung und verengt Blutgefäße. 

Zu den Präparaten, die den Wirkstoff Hamamelis enthalten, gehören:

Lidocain

Lidocain ist ein Mittel zur örtlichen Betäubung. Der Wirkstoff lindert ebenfalls Beschwerden wie Juckreiz und Brennen. Zudem dämpft er Schmerzen der Hautoberfläche und sorgt für spürbare Erleichterung.

Präparate mit dem Wirkstoff Lidocain:

Kombination aus den Extrakten der Zaubernuss, Rosskastanie und Eichenrinde

Durch die gerbende Wirkung dieser pflanzlichen Wirkstoffkombination ziehen sich die Hämorrhoiden zusammen und die Haut wird trockener. Zudem werden Schmerzen gelindert und Blutungen gestillt. 

Quinisocain

Der Wirkstoff Quinisocain kommt zur äußerlichen Anwendung im Bereich des Afters zum Einsatz. Dort lindert er leichte bis mittelstarke Schmerzen sowie Juckreiz. 

Die Selbstbehandlung sollte nicht länger als zwei Wochen dauern. Wenn die Beschwerden anhalten, ist es ratsam, einen Facharzt aufzusuchen. 

Bedeuten Hämorrhoiden immer auch gleich OP?

Wer unter leichten Beschwerden leidet, kann diese mit Salben und Zäpfchen behandeln. Bei chronischen und starken Beschwerden wird durch einen Facharzt eine Abbindung (Gummibandligatur) oder eine Verödung (Sklerosierung) durchgeführt. 

Lässt sich das Hämorrhoidalleiden dadurch nicht behandeln, ist eine Operation notwendig. Dabei wird das krankhafte Gewebe herausgelöst, herausgeschnitten oder mit einem Klammernahtgerät operativ entfernt. 

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft sind Hämorrhoidalleiden keine Seltenheit. Rund 50 Prozent aller Frauen erkranken in dieser Zeit daran. Gründe dafür sind unter anderem die hormonelle Umstellung und die wachsende Gebärmutter, die den Darm einengt und das Blut in den Gefäßen des Enddarms staut. Nach der Schwangerschaft schrumpfen die Hämorrhoiden und in der Regel verschwindet das Hämorrhoidalleiden dann von selbst wieder. 

Wie kann ich die Symptome mit Hausmitteln lindern?

Wer seinem leichten Hämorrhoidalleiden mithilfe von Hausmitteln begegnen möchte, kann verschiedene Anwendungen durchführen.

Sitzbäder mit Teebaumöl, Kamille, Arnika, Eichenrinde oder Hamamelis verschaffen durch die entzündungshemmenden Extrakte Linderung. 

Ringelblumensalbe wirkt entzündungshemmend und kann regelmäßig aufgetragen werden.

Apfelmost - wer täglich ein Glas Apfelmost trinkt, trägt zur Linderung hämorrhoidaler Beschwerden bei.

Kühlen schafft einen schnellen Effekt bei Juckreiz. Dazu einfach ein Tuch mit Eiswürfeln oder Kühlkompressen zwischen die Pobacken klemmen. Vorsicht - Nicht zu lange anwenden, sonst drohen Erfrierungen.

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