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Hilfe bei Allergien

Der Begriff Allergie beschreibt eine überschießende Immunreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Stoffe. Im Rahmen einer Allergie ist das Immunsystem nicht in der Lage, gefährliche von ungefährlichen Substanzen zu unterscheiden. Es bildet Abwehrzellen gegen sogenannte Allergene. Das können Pollen, Staubmilben, Lebensmittel oder Insektengifte, aber auch Kosmetika, Medikamente oder Textilien sein. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die auftretenden Symptome in der Regel gut in den Griff bekommen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Immer mehr Allergiker in Deutschland
  2. Ursachen von Allergien
  3. Symptome
  4. Diagnostik
  5. Allergien behandeln

Nahezu alle körperfremden Stoffe können Allergien auslösen. Die allergischen Reaktionen sind dabei genauso vielfältig, wie die möglichen Allergien selbst. Sie können Minuten, Stunden oder sogar Tage nach dem Kontakt mit dem jeweiligen Allergen auftreten. Während Pollen- oder Hausstauballergiker nahezu das ganze Jahr über unter Symptomen leiden, treten andere allergische Reaktionen - beispielsweise auf exotische Lebensmittel- mitunter nur einmal auf. Während eine echte Allergie erst nach mehrmaligem Kontakt mit dem Allergen entsteht, spricht man bei einer einmaligen allergischen Reaktion von einer Unverträglichkeit.

Immer mehr Allergiker in Deutschland

In Deutschland leben rund 25 Millionen Allergiker. Jeder Dritte bis Vierte reagiert also auf mindestens eine körperfremde Substanz allergisch - die Meisten jedoch auf Pollen. Ein Grund für die steigende Anzahl der Allergiker ist, dass Kinder, deren Eltern beide Allergiker sind, mit 60- bis 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Allergie entwickeln. Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Überblick über die Allergieverteilung:1

Allergieverteilung im Jahr 2011

Ursachen von Allergien

Ganz gleich, um welche Allergie es sich handelt, die Ursache ist immer dieselbe. Verantwortlich ist eine Fehlregulation des Immunsystems. Während das Immunsystem eigentlich die Aufgabe hat, Krankheitserreger wie Viren und Bakterien abzuwehren und Antikörper zu bilden, kommt es bei Allergikern zu überschießenden Immunreaktionen auf harmlose Stoffe. Die jeweiligen Allergene werden fälschlicherweise als Krankheitserreger eingestuft, der Körper bildet Abwehrzellen, welche bei jedem Kontakt mit dem Allergen die allergische Reaktion auslösen.

Erbliche Vorbelastung nicht die Alleinursache

Zwar sind Kinder, deren Eltern eine Allergie haben, erblich vorbelastet und entwickeln mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Allergie. Jedoch stellt die erbliche Vorbelastung längst nicht die Alleinursache dar.

Allergierisiko bei nicht vorbelasteten Menschen liegt bei etwa 15 Prozent

Darüber hinaus ist es in jedem Alter möglich, eine Allergie zu entwickeln, obwohl das Allergen vorher nie eine Reaktion ausgelöst hat. Eine weitere Ursache für neu aufkommende Allergien sind Kreuzreaktionen, wie sie oft Pollenallergiker betreffen. Dabei reagiert der Körper auf das hauptsächliche Allergen, etwa Gräserpollen und gleichzeitig auch auf Nahrungsmittel, deren Eiweißbausteine denen des Allergens ähneln.

Häufige Allergien

Nahezu jeder körperfremde Stoff kann allergen wirken. Hier finden Sie die häufigsten Allergien in absteigender Reihenfolge:

  1. Pollenallergie (Heuschnupfen)
  2. Staubmilbenallergie (Hausstauballergie)
  3. Nahrungsmittelallergie
  4. Tierhaarallergie
  5. Medikamentenallergie
  6. Insektengiftallergie
  7. Sonnenallergie (gegen UV-Strahlung)

Symptome

So unterschiedlich wie die Allergien selbst, sind auch deren Symptome. Auch die Dauer der Beschwerden variiert - die Symptome bleiben so lange bestehen, bis das Allergen im Organismus abgebaut wurde. Zu den typischen Symptomen einer Allergie gehören:

Schwerwiegende Symptome weisen auf allergischen Schock hin

Der allergische Schock (anaphylaktischer Schock) ist eine ernstzunehmende Komplikation, die zwar äußerst selten auftritt, jedoch tödlich enden kann. Hinweise auf einen allergischen Schock sind:

Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort einen Notarzt verständigen.

Notfall-Kit für Allergiker

Sollten Sie schwer allergisch auf eine bestimmte Substanz reagieren, der Sie nicht immer aus dem Weg gehen können, etwa Insektengift, ist es ratsam, ein sogenanntes Notfall-Kit mitzuführen. Dieses Set kann Ihnen Ihr Arzt verordnen. Es beinhaltet neben einem schnell wirksamen Antiallergikum auch Medikamente, die den Kreislauf stabilisieren.

Da Insektengifte nur langsam vom Körper abgebaut werden, kann die allergische Reaktion entsprechend schwer ausfallen. Die Notfall-Medikamente sollten daher nicht erst beim allergischen Schock zum Einsatz kommen, sondern direkt mit Beginn der allergischen Reaktion. Folgende Medikamente sollten enthalten sein:

Allergie-Diagnose

Zur Diagnosestellung kommen bei einem Verdacht auf eine Allergie verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. So lässt sich das Vorliegen einer Allergie beispielsweise über das Blut nachweisen.

Blutuntersuchung nicht zur genauen Identifizierung des Allergens ausreichend

Bei der Blutuntersuchung wird überprüft, ob sogenannte igE-Antikörper vorhanden sind, welche auf eine Allergie hinweisen. Darüber hinaus kann das Blut auch Aufschluss über die Art der Allergie geben. In vielen Fällen ist die Blutuntersuchung zur genauen Identifizierung des Allergens jedoch nicht ausreichend. Daher gehören auch Hautallergietests zur Standard-Diagnostik.

Prick-Test mit Testlösungen auf dem Unterarm

Der Prick-Test ist ein Hauttest, der auf der Innenseite des Unterarms durchgeführt wird:

Prick-Test zur Allergie-Diagnose

Hierzu werden Testlösungen, welche verschiedene Allergene enthalten, auf die Haut appliziert. Anschließend wird die Haut unter den Testtröpfchen mit einer Prick-Nadel oberflächlich angeritzt. Die Testlösung tritt in die Haut ein und löst, bei positivem Befund, eine typisch allergische Hautreaktion in Form von Rötungen oder Quaddeln aus.

Intrakutantest mit Injektion der Testlösungen unter die Haut

Der Intrakutantest gleicht dem Prick-Test, jedoch wird die allergene Testlösung mithilfe einer Spritze direkt unter die Haut injiziert:

Intrakutantest zur Allergie-Diagnose

Dieses Verfahren macht den Test risikoreicher, da die allergische Reaktion heftiger ausfallen kann. Jedoch ist bei sensiblen und schwer nachweisbaren Allergenen, etwa Staubmilben oder einigen Pollen, dieser Test notwendig, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.

Allergie-Tagebuch als Hilfe für den Arzt bei der Diagnosestellung

Zwar kann das Allergie-Tagebuch keine Diagnostik ersetzen, jedoch liefert es wichtige Hinweise auf den Allergietyp.

Allergie-Tagebuch

Bei derzeit rund 20.000 bekannten Allergenen kann die Suche nach dem Auslöser sonst sehr schwer werden, da nur wenige Allergene als standardisierte Testlösungen verfügbar sind. Im Allergie-Tagebuch notieren Sie über einige Wochen Ihre Beschwerden:

Allergien behandeln

Zur Behandlung von Allergien stehen heute zahlreiche Ansätze zur Verfügung. Allen voran die sogenannte Allergenkarenz. Hierbei ist es wichtig, das Allergen zu meiden, um allergische Reaktionen zu verhindern. Leider lässt sich die Allergenkarenz nur bei Allergien gegen Nahrungsmittel, Medikamente und bei Kontaktallergien durchführen. Leiden Sie hingegen an einer Pollen-, Hausstaub- oder Insektengiftallergie, ist es unmöglich, den Auslösern aus dem Weg zu gehen.

Desensibilisierung

Die Desensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, ist die wirksamste Behandlung. Sie zielt darauf ab, das überschießende Immunsystem zu regulieren und neu zu programmieren, sodass die bislang allergieauslösenden Stoffe künftig nicht mehr zu allergischen Reaktionen führen.

Allergikern wird nach und nach Allergen zugeführt

Im Rahmen der spezifischen Immuntherapie bekommt der Patient das Allergen in anfangs geringen und später immer höheren Dosen unter die Haut gespritzt. Auf diese Weise lernt das Immunsystem, mit dem Allergen umzugehen, ohne eine allergische Reaktion einzuleiten. Die Desensibilisierung dauert etwa drei Jahre und ist in vielen Fällen jahrelang wirksam. Dennoch ist eine Rückkehr der Allergie nach einigen Jahren nicht ausgeschlossen.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie kann nicht nur akute allergische Reaktionen lindern, sondern sie auch im Vorfeld verhindern. Schnell wirksame Antihistaminika sind in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen erhältlich, sodass sämtliche Symptome behandelt werden können. Häufig verordnete Wirkstoffe sind:

Heweformica Ampullen  10 Stück
Heweformica Ampullen 10 Stück
Hevert Arzneimittel

Darüber hinaus stehen weitere Medikamente aus anderen Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die sowohl als Alleinmedikation als auch zur ergänzenden Behandlung geeignet sind.

Kortison-Präparate

Kortison-Präparate, die sogenannten Kortikosteroide, enthalten das körpereigene Kortison. Ein Hormon, welches Entzündungen hemmt, die Immunantwort reguliert, die Atemwege erweitert und auf diese Weise allergische Symptome lindern kann.

Kortison zur Hautpflege

Kortison-Präparate werden meist dann verordnet, wenn Antihistaminika allein nicht die gewünschte Wirkung erzielen konnten. Kortison in Form von Cremes eignet sich außerdem besonders bei allergischen Hautreaktionen, wie sie bei Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien häufig auftreten.

Mastzellstabilisatoren zur Vorbeugung

Eine weitere Medikamentengruppe sind die Mastzellstabilisatoren. Diese Medikamente hemmen die Histaminausschüttung der Mastzellen, sodass allergische Symptome gar nicht erst entstehen oder zumindest abgemildert werden. Mastzellstabilisatoren eignen sich jedoch nur zur Prävention, nicht jedoch, wenn bereits eine allergische Reaktion eingetreten ist.

Alternative Behandlungsmethoden

Obwohl es kaum aussagekräftige Belege für die Wirksamkeit der homöopathischen Allergiebehandlung gibt, schwören mittlerweile viele Allergiker auf die naturheilkundliche Gegensensibilisierung, die im Rahmen einer Eigenbluttherapie durchgeführt wird.

Eigenbluttherapie als naturheilkundliche Behandlungsmethode

Hierzu wird dem Betroffenen zunächst Blut entnommen. Das Blut wird schließlich mithilfe individuell abgestimmter Substanzen zu einer Injektionslösung verarbeitet, welche dem Patienten in ansteigender Dosierung wiedereingespritzt wird. Auf diese Weise lernt das Immunsystem, mit den Allergenen umzugehen, ohne eine allergische Reaktion auszulösen. Die Eigenbluttherapie basiert auf dem homöopathischen Ansatz "Gleiches mit Gleichem behandeln". Sie umfasst alle Allergene, der genaue Auslöser muss hierzu nicht bekannt sein, da im Blut selbst alle Reaktionsprodukte und Antikörper vorhanden sind.

Homöopathie in Form von Globuli

Neben der Eigenbluttherapie eignen sich auch homöopathische Potenzen in Form von Globulis zur Behandlung einer Allergie. Da jede Allergie nach ihren spezifischen Beschwerden und jeder Patient nach seinen individuellen Gegebenheiten behandelt wird, können wir an dieser Stelle keine Wirkstoffe nennen, die allgemeingültig für jede Allergie wären. Wenden Sie sich zur Erstberatung an einen Homöopathen.

Autorin - Suzette Herrmann
Autorin: Suzette Herrmann

Suzette Herrmann ist seit 2010 freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Nach dem Studium entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und wirkte sowohl an mehreren Tageszeitungen als auch an Seniorenmagazinen mit. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei medizinischen Ratgebern und Kindergeschichten.

Quellen

1http://de.statista.com/graphic/1/227049/allergikeranteil-in-deutschland-nach-allergieform.jpg
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/umfrage-fast-jeder-dritte-deutsche-ist-allergiker-a-817467.html
http://www.onmeda.de/krankheiten/allergie.html
http://www.fr-online.de/gesundheit/das-sind-die-haeufigsten-allergien,3242120,11722906.html
http://www.dha-allergien-vorbeugen.de/allergen.html
http://www.initiative-insektengift.at/anaphylaktischer-schock/notfallset-allergie


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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