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Hilfe bei Nahrungsmittelallergie

Eine Nahrungsmittelallergie kann von nahezu allen Nahrungsmitteln ausgelöst werden. Dabei ist jedoch die Abgrenzung zur Nahrungsmittelunverträglichkeit wichtig. Liegt eine Unverträglichkeit vor, ist der Körper mangels entsprechender Enzyme nicht in der Lage, Nahrungsbestandteile zu verwerten und aufzuspalten. Bei einer Nahrungsmittelallergie hingegen reagiert das Immunsystem abwehrend auf das enthaltene Eiweiß, der Körper bildet Abwehrstoffe, die zu allergischen Reaktionen wie Fließschnupfen, Hautausschlag, Schleimhautschwellungen und Augenbrennen führen können.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Polleninduzierte Nahrungsmittelallergie
  2. Ursachen einer Nahrungsmittelallergie
  3. Symptome
  4. Diagnosestellung
  5. Nahrungsmittelallergie behandeln
  6. Nahrungsmittelallergie vorbeugen

Bei schweren Verläufen kann eine Nahrungsmittelallergie zum allergischen Schock führen, der mit Atemaussetzern und einem Kreislaufzusammenbruch einhergeht. Häufige Nahrungsmittelallergene sind Kuhmilch, Hühnerei, Getreide und Nüsse.

Polleninduzierte Nahrungsmittelallergie

In einigen Fällen zeigt sich eine Nahrungsmittelallergie bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter. Ist das der Fall, ist die Allergie bereits angeboren.

Allergene bei Babys und Kindern meist Kuhmilch und Hühnerei

Die auslösenden Allergene sind bei Babys und Kleinkindern meist gegen Kuhmilch und Hühnereier.

Bei Erwachsenen meist Kreuzallergie aufgrund einer Pollenallergie

Tritt die Nahrungsmittelallergie jedoch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auf, handelt es sich oft um eine polleninduzierte Allergie, die sogenannte Kreuzallergie. Zugrunde liegt dann meist eine Pollenallergie. Da die Eiweiße in allergieauslösenden Lebensmitteln denen in Baum- und Pflanzenpollen ähneln, reagiert das Immunsystem eines Pollenallergikers ähnlich überschießend auf bestimmte Lebensmittel. Die folgende Grafik veranschaulicht Ihnen häufige Kreuzallergien:1

Häufige Kreuzallergien bei Nahrungsmittelallergien

Ursachen der Nahrungsmittelallergie

Die Nahrungsmittelallergie entsteht, wie jede andere Allergie auch durch eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen, in dem Fall Eiweiße aus bestimmen Lebensmitteln:

Mögliche Auslöser einer Nahrungsmittelallergie

Obwohl diese Substanzen dem Körper nichts anhaben können, werden sie als Angreifer eingestuft und der Organismus bildet Abwehrstoffe, sogenannte Mastzellen. Diese Abwehrstoffe veranlassen den Organismus Histamin freizusetzen, welches letztendlich die allergische Reaktion hervorruft.

Häufige Auslöser einer Nahrungsmittelallergie

Am häufigsten entstehen allergische Reaktionen nach dem Verzehr folgender Lebensmittel:

  • Gewürze
  • Paprika
  • Milch sowie Milchprodukte
  • Hühnereier
  • Roggen
  • Nüsse
  • Äpfel
  • Sellerie
  • Sojabohnen
  • Karotten
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Weizenmehl

Während gegen Eier, Milch und Weizenbrot, die Grundnahrungsmittel also, eher Babys und kleine Kinder allergisch sind, reagieren Jugendliche und Erwachsene meist allergisch auf Obst- und Gemüsesorten sowie die entsprechenden Gewürze.

Symptome

Eine Nahrungsmittelallergie kann mit den unterschiedlichsten Symptomen einhergehen, die verschiedene Organe betreffen können:

Typische Symptome einer Nahrungsmittelallergie

Symptome der Haut

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Quaddelbildung
  • Nesselsucht
  • Schleimhautschwellungen
  • Schwellung von Zunge, Lippen oder Gesicht

Symptome des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches

  • Fließschnupfen
  • verstopfte Nase
  • Niesanfälle

Symptome der unteren Atemwege

  • Verschleimung
  • Atemnot
  • Husten

Symptome des Magen-Darm-Traktes

Seltenere Beschwerden

Bei einer schweren Nahrungsmittelallergie kann es in seltenen Fällen auch zu starken Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute kommen, sodass Betroffene das Gefühl haben, keine Luft mehr zu bekommen. Da ein allergischer Schock nicht ausgeschlossen werden kann, sollte in diesem Fall ein Notarzt verständigt werden.

Darüber hinaus kann die Nahrungsmittelallergie in einigen Fällen auch zu allergischem Asthma werden. Insbesondere dann, wenn die Nahrungsmittelallergie auf einem Heuschnupfen basiert und lange Zeit unbehandelt bleibt, entwickeln sich die typischen Symptome eines Asthmas:

  • Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • trockener Husten

Insgesamt handelt es sich um Symptome, die nicht unmittelbar auf eine Lebensmittelallergie schließen lassen und diese deshalb oft unentdeckt bleibt. Zudem äußern sich die Symptome nicht zwangsläufig direkt nach der Nahrungsaufnahme, was auch ein Grund dafür sein kann, eine Allergie auf Nahrungsmittel oft lange Zeit unbehandelt zu lassen.

Auf Grund der Tatsache, dass sich die Symptome nach unterschiedlicher Zeit äußern, unterscheidet man zwischen verschiedenen Reaktionstypen. Zum einen kann sich eine Lebensmittelallergie durch den Typ 1 -Sofortallergie äußern. Davon sind rund 1 bis 2 Prozent der Nahrungsmittelallergiker betroffen. Bei diesem Typ tritt unmittelbar nach dem Kontakt mit einem Allergen eine allergische Reaktion ein, die sich durch die oben genannten Symptome äußern kann. Bei schätzungsweise 40 Prozent der Menschen, die auf ein Nahrungsmittel allergisch reagieren, äußert sich dies durch den Reaktionstyp 3. Hierbei handelt es sich um eine verzögerte allergische Reaktion, die erst nach Stunden bis Tagen, nachdem ein Nahrungsmittel eingenommen wurde, eintritt. Meist äußern sich die Symptome dieses Typs durch eine kurze Frühphase und einen Höhepunkt. Dabei treten nach anfänglichen Beschwerden einige Stunden später weitere Symptome auf. Dieser Aspekt erschwert die Tatsache, herauszufinden, auf welches Nahrungsmittel eine Person allergisch reagiert.

Diagnosestellung

Die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie ist schwierig, da nahezu alle Lebensmittel als Allergen infrage kommen können. Sinnvoll ist es daher, wenn Sie mit dem Auftreten der Beschwerden einige Tage oder Wochen lang ein Allergietagebuch führen. Notieren Sie sich, wann die Beschwerden auftreten, unter welchen Umständen und nach dem Verzehr welcher Lebensmittel. Diese Angaben liefern Ihrem Arzt wichtige Hinweise und die Suche nach dem Auslöser lässt sich auf diese Weise stark eingrenzen. Im weiteren Verlauf der Diagnostik kommen Haut- und Bluttests zum Einsatz.

Der Hauttest

Der sogenannte Prick-Test ist das Standardverfahren bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie. Dennoch ist er schwer anzuwenden, denn anders als bei Pollenallergenen stehen keine standardisierten Testlösungen mit Nahrungsmittelallergenen zur Verfügung. Das Allergietagebuch ist nun besonders wichtig, sodass der Arzt einen Anhaltspunkt hat, auf welche Nahrungsmittel er Sie testen muss. Der Prick-Test wird am inneren Unterarm durchgeführt. Hierzu träufelt der Arzt Ihnen mehrere Tropfen mit verschiedenen Testlösungen auf die Haut, die unterschiedliche Allergene enthalten. Anschließend wird die Haut unter der Lösung mit einer Prick-Lanzette angeritzt, sodass das Allergen in die Haut eindringen kann. Liegt eine Allergie vor, bildet sich unter der Lösung eine Quaddel.

Der Bluttest

Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann überprüft werden, ob Ihr Körper allergiespezifische Antikörper, sogenannte Immunglobuline E, gebildet hat. Ist das der Fall, liegt eine Allergie vor. Häufig lässt sich über den Bluttest jedoch nicht das konkrete Allergen ermitteln, sodass er einen Hauttest nicht ersetzen kann.

Karenzdiät

Die sogenannte Karenzdiät dient der umgekehrten Überprüfung der Diagnose. Indem Sie für einen bestimmten Zeitraum auf das identifizierte Allergen verzichten, zeigt sich, inwiefern dadurch die allergischen Beschwerden verschwinden. Die Karenzdiät muss bei bestätigter Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel anschließend fortgeführt werden, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Karenzkost, bei der die allergieauslösenden Lebensmittel einfach vom Speiseplan gestrichen werden, ist die sicherste Form der Behandlung. Dennoch kann es bei Nahrungsmittelallergien schwierig werden, auf die Allergene zu verzichten. Zum Beispiel, wenn es sich dabei um Gewürze handelt. Einerseits geht bei fertig gewürzten Produkten nicht immer konkret hervor, welche Einzelgewürze enthalten sind, andererseits ist es auch beim Essen in Restaurants schwer, einzelne Inhaltsstoffe nicht aufzunehmen. Daher kann es immer wieder notwendig sein, die allergischen Reaktionen akut medikamentös zu behandeln.

Medikamente bei Nahrungsmittelallergie

Zum Einsatz bei akuten Beschwerden kommen vor allem schnell wirksame Antihistaminika als Tabletten, Kapseln oder Dragees. Dazu gehören unter anderem folgende Wirkstoffe:

Geeigneten Präparate bei einer Nahrungsmittelallergie:

Diese Antihistaminika werden oral eingenommen und wirken binnen kurzer Zeit gegen allergische Beschwerden. Einige Antihistaminika eignen sich auch zur Dauertherapie. Einige Medikamente sind verschreibungspflichtig. Den genauen Behandlungsplan sollten Sie jedoch mit Ihrem Arzt abklären.

Cromoglicinsäure bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt

Treten Beschwerden im Magen-Darm-Tragt auf, kann eine orale Anwendung von Präparaten mit Cromoglicinsäure hilfreich sein:

Cortison und Adrenalin

Glukokortikoide sind Cortison-Derivate, die, ebenso wie Adrenalin, in ein antiallergisches Notfallset gehören. Dieses Set sollten Sie als Allergiker immer mit sich führen, um im Falle eines allergischen Schocks schnell handeln zu können. Die Kortikoide bremsen das Immunsystem und verhindern die überschießende Reaktion, während das Adrenalin die Bronchien erweitert und somit der Atemnot entgegenwirkt.

Desensibilisierung bei Kreuzallergien

Basiert die Lebensmittelallergie auf einer Kreuzallergie gegen Pollen, kann die Desensibilisierung gegen den ursprünglichen Heuschnupfen Abhilfe schaffen. Im Rahmen dieser Therapie bekommt der Betroffene über einen Zeitraum von etwa drei Jahren in immer größer werdenden Intervallen das Allergen unter die Haut gespritzt. Diese Therapie zielt darauf ab, das Immunsystem umzuschulen, sodass es das Allergen irgendwann nicht mehr als gefährlich erkennt und keine Abwehrreaktion mehr in Gang setzt.

Homöopathische Behandlung

Die homöopathische Behandlung der Nahrungsmittelallergie zielt ebenfalls darauf ab, die Immunreaktion umzustellen. Da homöopathische Potenzen immer individuell auf einen Menschen, seinen Krankheitsverlauf und seine Beschwerden abgestimmt werden, können wir an dieser Stelle keine allgemeingültigen homöopathischen Behandlungshinweise geben. Homöopathische Mittel können die schulmedizinische Behandlung ergänzen. Darüber hinaus ist auch die ausschließlich homöopathische Behandlung möglich, die jedoch, ähnlich wie die Desensibilisierung, mehrere Jahre dauern kann.

Nahrungsmittelallergie vorbeugen

Idealerweise wird generell auf allergieauslösende Lebensmittel verzichtet. Die fehlenden Nahrungsmittel können durch Vitamin- oder Nährstoffpräparate ergänzt werden, sofern durch den Verzicht keine ausgewogene Ernährung sichergestellt werden kann. Alternativ sollte auf alternative Lebensmittel umgestellt werden, die gut verträglich sind.

Des Weiteren können folgende Tipps helfen:

  • Die Zutatenliste einzelner Lebensmittel genau lesen, ebenso auf spezielle Fachbegriffe sowie Farb- und Konservierungsstoffe, die durch E-Nummern gekennzeichnet sind, achten. Hier kann sich ebenfalls Allergiepotenzial verstecken.
  • Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie empfiehlt sich ein Ernährungstagebuch. Hier kann genau vermerkt werden, wann etwas gegessen wurde und welche Symptome danach auftraten. Dabei muss so genau wie möglich vorgegangen werden, das heißt, selbst kleine Naschereien zwischendurch, Gewürze und die Produktmarken sind aufschreiben. Somit kann die Allergie eingegrenzt und die Suche nach dem Allergen erleichtert werden.
  • Geschältes Obst- und Gemüse ist häufig verträglicher als ungeschältes und verursacht im gekochten oder getrockneten Zustand keine allergische Reaktion.
Autorin - Suzette Herrmann
Autorin: Suzette Herrmann

Suzette Herrmann ist seit 2010 freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Nach dem Studium entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und wirkte sowohl an mehreren Tageszeitungen als auch an Seniorenmagazinen mit. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei medizinischen Ratgebern und Kindergeschichten.

Quellen

1https://www.blackholm.com/cms/images/jpg/Kreuzallergie2.gif http://www.onmeda.de/krankheiten/lebensmittelallergie.html http://www.daab.de/ernaehrung/lebensmittelallergie/ https://www.allergiecheck.de/allergie/nahrungsmittelallergie.html http://www.experto.de/gesundheit/homoeopathie/so-koennen-sie-nahrungsmittelallergien-homoeopathisch-behandeln.html


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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