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Hilfe Entzündungen der Haut

Entzündungen der Haut können in jedem Alter auftreten, auf einen harmlosen Auslöser oder aber auch auf schwerwiegende Krankheiten hindeuten. Selbst harmlos erscheinende Hautentzündungen sollten daher nicht ignoriert werden. Ist die Ursache gefunden, können die richtige Pflege und Behandlung jedoch schnell Abhilfe schaffen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was sind Entzündungen der Haut?
  2. Abgrenzungen zu anderen Hauterscheinungen
  3. Ursachen & Auslöser
  4. Arten & Formen
  5. Symptome & Erscheinungsbild
  6. Häufig betroffene Personengruppen
  7. Entzündungen der Haut behandeln
  8. Richtige Hautpflege & -reinigung
  9. Entzündungen der Haut vorbeugen
  10. Folgen bei Nichtbehandlung

Was sind Entzündungen der Haut?

Die Bezeichnung verrät es bereits: Bei Hautentzündungen handelt es sich um Entzündungen der Haut. Diese können sich lediglich durch leichte Rötungen und kleine wunde Stellen äußern, ebenso aber zu großflächiger Eiterbildung führen.

Abgrenzungen zu anderen Hauterscheinungen

Für Laien ist es nicht immer einfach, Entzündungen der Haut von anderen Krankheiten abzugrenzen. Zudem gehen zahlreiche andere Hauterkrankungen mit Entzündungen einher, was die Erkennung zusätzlich erschwert. Hinzu kommt, dass es durchaus fließende Übergänge und Entwicklungen zwischen Hautentzündungen und Krankheiten geben kann. Eine eindeutige Diagnose ist daher meist nur durch ärztliche Untersuchungen möglich.

Ursachen und Auslöser

In der Regel dringen Entzündungserreger in die Haut ein und werden durch die körpereigene Abwehr bekämpft. Das Resultat ist eine Entzündung. Die möglichen Ursachen und Auslöser dafür, dass Keime eindringen und zu Entzündungen der Haut führen können sind vielfältig. Sowohl innere als auch äußere Faktoren sind bekannt.

Äußere Faktoren

Typisch für Entzündungen der Haut sind die folgenden äußeren Ursachen:

Verletzungen

Rasieren und andere Formen der Haarentfernung, Schnitte, fortgesetztes Kratzen, Reibung und dergleichen können zu winzigen Verletzungen der Haut führen und dadurch das Eindringen von Bakterien, Viren und Hefen begünstigen.

Hautpflege

Mangelnde Hygiene führt dazu, dass sich Erreger auf der Haut verstärkt verbreiten können. Deutlich häufiger sind aber eine übertriebene Hygiene, aggressive Mittel und Behandlungen der Auslöser für Hautentzündungen. Hierdurch wird der natürliche Schutz der Haut zerstört und sie wird anfälliger.

Reizstoffe

Putz- und Desinfektionsmittel, Chemikalien, Kosmetika und Allergene können die Haut reizen oder sogar schädigen. Hierdurch steigt wiederum das Risiko für eindringende Erreger und damit für Hautentzündungen.

Parasiten

Flöhe, Milben und Läuse nisten sich teilweise in der oberen Hautschicht ein, sorgen für Juckreiz und übertragen Erreger.

Klima

Trockene Luft, Hitze, Kälte, abrupte Temperaturwechsel, starke Sonneneinstrahlung - (Raum-)Klima und Wetter haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Haut, Schleimhaut und das Allgemeinbefinden.

Innere Auslöser

Zu den häufigen inneren Ursachen für Entzündungen der Haut gehören:

Schwächungen des Immunsystems

Diabetes mellitus, chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms, Infektionskrankheiten - Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, schwächen auch den Hautschutz. Dadurch steigt das Risiko für Hautentzündungen.

Psychische Belastungen

Stress, Depression und andere psychische Erkrankungen stehen laut anerkannter Studien hinter jeder dritten Hauterkrankung. Die seelische Belastung äußert sich im Hautbild und kann daher nicht nur Entzündungen begünstigen.

Hautkrankheiten

Bereits bestehende, chronische Hauterkrankungen - wie Neurodermitis und Akne - erhöhen die Entzündungsneigung der Haut.

Erbliche Veranlagung

Die Genetik kann eine große Rolle bei der Entzündungsneigung spielen. Besteht eine familiäre Veranlagung zu Ekzemen, Krankheiten oder Entzündungen, treten diese auch trotz scheinbar fehlender äußerer Auslöser häufiger auf.

Lebensweise

Rauchen, übermäßiger oder häufiger Alkoholkonsum, wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung, negativer Stress, Schlafmangel oder fehlende Entspannung wirken sich negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit aus. Das Immunsystem wird dadurch gleich doppelt geschwächt und Entzündungen können häufiger auftreten.

Arten & Formen

Grundlegend werden Entzündungen der Haut in akute und chronische, schwere und leichte Formen unterschieden.

Akute Formen

Akute Formen treten plötzlich auf und heilen für gewöhnlich bei entsprechender Behandlung schnell wieder ab.

Chronische Verläufe

Chronische Hautentzündungen entwickeln sich hingegen über einen längeren Zeitraum und zeigen sich deutlich schwieriger in der Behandlung.

Leichte Formen

Bei leichten Verläufen kann sich die Hautentzündung auf leichte Rötungen und ein Wundgefühl beschränken. Schwere Entzündungen der Haut gehen hingegen mit der Bildung von Eiter und Wundschorf einher und können tieferliegende Hautschichten schädigen.

Bekannte Arten der bakteriellen Hautentzündung:

  • Eiterflechte oder Grindflechte: Ansteckend und durch sogenannte Streptokokken oder Staphylokokken übertragen, ist diese Flechtenart vor allem im Kindesalter vergleichsweise häufig. Typisch sind Bläschen, Pusteln und gelbliche Beläge.
  • Zwergflechte: Corynebakterien lösen oberflächliche Entzündungen der Haut aus, die sich rotbraun verfärben und schuppen sowie schmerzen können. Typischerweise treten sie in den Achselhöhlen, der Leiste und unter den Brüsten auf.
  • Wundrose: Betroffen sind tiefer gelegene Hautschichten, die sich schwer entzünden können. Die Infektion kann sich vergleichsweise schnell über die Lymphbahnen ausbreiten.
  • Rotlauf: Übertragen durch Seefisch, Geflügel- und Schweinefleisch gelangen die Bakterien zumeist über Verletzungen an den Händen während der Zubereitung in tieferliegende Hautschichten und sorgt hier für eine Infektion. Typisch sind rotblaue Flecken mit scharfer Randbegrenzung. Weitere Symptome bleiben zumeist aus, dennoch können die Bakterien den Körper und vor allem die Gelenke nachhaltig schädigen.
  • Lochschwäre: Bei der Lochschwäre gelangen Streptokokken in die Haut und zerstören diese. Die Ausbreitung ist für gewöhnlich kreisförmig und führt zu schmerzhaften Geschwüren.

In jedem Fall ist eine ärztliche Behandlung notwendig.

Symptome und Erscheinungsbild

Das Spektrum der möglichen Symptome bei Hautentzündungen ist groß. Je nach Auslöser und Zustand der Haut können die Anzeichen und das Erscheinungsbild stark unterschiedlich ausfallen. Häufig treten die folgenden Symptome auf:

RötungSchwellung der HautJuckreizschmerzBläschenbildung

  • Rötung
  • Wärmeentwicklung
  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Schmerzen
  • Bläschen oder Pusteln
  • Eiterbildung
  • Entstehung von Belägen und Grind
  • Ödeme

Häufig betroffene Personengruppen

Von Entzündungen der Haut sind einige Personengruppen besonders häufig betroffen. Darunter:

  • Diabetiker
  • Allergiker
  • Raucher und Menschen mit hohem Alkoholkonsum
  • Personen mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen
  • Immungeschwächte
  • Kinder und Senioren
  • Neurodermitiker
  • Menschen mit unausgewogener Ernährung oder ungesunder Lebensweise

Entzündungen der Haut behandeln

Zeigen sich Entzündungen der Haut, sollten diese entsprechend behandelt werden. Anderenfalls können sie schwerwiegende Folgen haben oder zugrundeliegende Krankheiten bleiben unerkannt.

Wann muss ich zum Arzt?

Ein Arztbesuch bei Entzündungen der Haut ist immer dann angeraten, wenn:

  • sich die Infektion großflächig ausbreitet
  • (starke) Schmerzen damit einhergehen
  • es zur Bildung von Eiter, Belägen oder Krusten kommt
  • das Allgemeinbefinden beeinträchtigt wird, Fieber oder Abgeschlagenheit hinzukommen
  • die Infektionen wiederholt auftreten
  • die Ursachen für die Hautentzündung unbekannt sind
  • braune oder bläuliche Verfärbungen auftreten
  • von der Infektion ausgehend rötliche Striche sichtbar sind

Ärztliche Therapieformen

Da die Ursache für Entzündungen der Haut in dem Eindringen von Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren und Pilzen, zu suchen ist, müssen diese entsprechend festgestellt und behandelt werden. Hierfür reicht nicht immer die Kontrolle auf Sicht aus, es können auch Abstriche und Blutuntersuchungen erforderlich sein.

Die ärztliche Therapie erfolgt dann in der Regel durch Antibiotika, fungizide oder antivirale Mittel. Je nach Ausprägung der Hautentzündung kann die Anwendung innerlich oder äußerlich sowie in Kombination erfolgen.

Geeignete Darreichungen

Handelt es sich um leichte Entzündungen der Haut, reicht in der Regel eine äußere Behandlung aus. Hierfür vor allem geeignet sind Cremes und Salben aber auch Gels, Puder, Badezusätze und Lösungen können zum Einsatz kommen.

Geeignete Wirkstoffe

Folgende Wirkstoffe kommen häufig bei Entzündungen der Haut zum Einsatz. Welcher Wirkstoff angewendet wird, sollte vom behandelnden Arzt bestimmt werden:

Zinkoxid

Zinksalbe Lichtenstein   100 G

Zinksalbe Lichtenstein 100 G

WINTHROP ARZNEIMITTEL

Zinksalbe 50 ML

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Alpenländisches Kräuterhaus

Zinksalbe Dialon 25 G

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Engelhard Arzneimittel

Nystatin

Weitere Informationen zum Wirkstoff Nystatin.

Hydrocortison

Weitere Informationen zum Wirkstoff Hydrocortison.

Dexpanthenol

Weitere Informationen zum Wirkstoff Dexpanthenol.

Pyolysin

Pyolysin  Salbe 100 G

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Serumwerk Bernburg

Salicylsäure

Alle Präparate aus der Kategorie Entzündungen der Haut anzeigen.

Hausmittel

  • Kamille: Kamillentee oder -tinktur als Bad oder Umschlag beruhigt, desinfiziert und hat einen austrocknenden Effekt.
  • Arnika, Hamamelis und Ringelblume: Ähnlich der Kamille wirken auch diese Pflanzen. Als Salbe oder ätherisches Öl können sie Hautentzündungen lindern.
  • Aloe Vera: Ob als fertiges Produkt oder direkt aus den Blättern gewonnen, Aloe Vera Gel beruhigt, kühlt und heilt.
  • Teebaumöl: Das ätherische Öl wird auf die Entzündung der Haut geträufelt und bekämpft hier die Erreger, während es die Heilung beschleunigt.
  • Heilerde: Mit Wasser oder Öl vermischt, kann aus Heilerde eine Paste angerührt werden, die direkt auf die Entzündung aufgetragen wird. Sie wird auf der Hautentzündung belassen, bis die Masse durchgetrocknet ist. Die Mischung kühlt, desinfiziert und lindert Schmerzen.

Richtige Hautpflege & Hautreinigung

Da es sich bei Entzündungen der Haut um Infektionen mit Erregern - meist Bakterien - handelt, müssen bei der Hautpflege und -reinigung einige Punkte beachtet werden. Dazu gehören:

Entzündungen der Haut - Hygiene

Hygiene

Um ein Verschmieren der Erreger zu vermeiden und diese zu bekämpfen, sollte die Haut vor allem bei nässenden oder eitrigen Entzündungen desinfiziert werden. Handtücher, Waschlappen und alle anderen Textilien, die mit der Haut in Kontakt kommen, dürfen keinesfalls mit anderen Personen geteilt und sollten möglichst häufig, heiß und mit Hygienespüler gewaschen werden.

Entzündungen der Haut - Hautschutz

Schutz

Pflaster und Verbände vermeiden, dass sich die Erreger auf der Hautoberfläche weiter ausbreiten. In Kombination mit entsprechenden Salben begünstigen sie zudem die Heilung.

Entzündungen der Haut - Kosmetika

Kosmetika

Auch wenn die Entzündungen der Haut das Erscheinungsbild beeinträchtigen, sollten sie keinesfalls überschminkt werden. Die Kosmetika könnten die Infektion noch verschlimmern und beim Auftragen die Erreger verschmieren.

Entzündungen der Haut - richtige Reinigung

Reinigung

Vorsichtiges Waschen mit lauwarmem Wasser und sanften, pH-hautneutralen Produkten zweimal täglich reinigt die Haut ohne den natürlichen Schutz zu beeinträchtigen.

Entzündungen der Haut vorbeugen

Um Schäden an der Haut zu vermeiden und die Entzündungsneigung zu reduzieren, sollten die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Nach der Rasur oder anderen Haarentfernungen sollte die Haut desinfiziert werden. Das gilt natürlich auch für Schnitte, Kratzer und wundgeriebene Stellen.
  • Wunden jedweder Art sollten hygienisch behandelt und mit Salbe versorgt werden.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Entspannung, Schlaf und Bewegung achten.
  • Chronische Krankheiten umfassend therapieren lassen.
  • Auf den übermäßigen Konsum von Nikotin, Alkohol und anderen Genussmitteln verzichten.
  • Bei trockener Haut auf eine regelmäßige und ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit und Fetten achten.
  • Lockere, gut sitzende und atmungsaktive Kleidung tragen, die nicht reibt.
  • Lange Sonnenbäder und übermäßige Einstrahlung meiden.
  • Direkten Hautkontakt zu schädigenden oder reizenden Stoffen vermeiden und entsprechende Schutzvorkehrungen treffen.

Folgen bei Nichtbehandlung

Werden Entzündungen der Haut nicht behandelt, kann dies verheerende Folgen haben - nicht nur auf die Haut. Die über die Haut eingetragenen Erreger können sich im Körper weiter ausbreiten und hier zu schwerwiegenden Infektionen führen. Mögliche allgemeine Symptome sind:

  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schwäche
  • Entzündungen an Organen und Schleimhäuten
  • Appetitlosigkeit

Was kann sich daraus entwickeln?

Aus Entzündungen der Haut können Abszesse, Furunkel, Geschwüre und Narben entstehen.

Quellen

http://www.hautkrankheiten-portal.de/hautentzuendung-ursachen/http://www.jameda.de/krankheiten-lexikon/bakterielle-hauterkrankungen/http://www.derma.de/de/news/uebersicht/detail/browse/2/article/3678/1049/ddg/http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4378256/http://www.hautkrankheiten-portal.de/hautentzuendung-symptome/


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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