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Hilfe bei Couperose & Rosacea

Rund 45 Millionen Menschen weltweit leiden unter Rosacea. Einer Hauterkrankung, der oftmals die Couperose vorangeht. Die Dunkelziffern sind allerdings deutlich höher, denn zwischen den entzündlichen Schüben liegen Phasen der Besserung und Heilung.1 Bestimmte Auslöser können die Hautkrankheit verschlimmern. Mit dem richtigen Wissen und der entsprechenden Behandlung können Leidensdruck und Verlaufsschwere aber deutlich verbessert werden.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Begriffe rund um Couperose und Rosacea
  2. Hautbild Couperose und Hautbild Rosacea
  3. Formen von Couperose und Rosacea
  4. Ursachen und Auslöser von Couperose & Rosacea
  5. Ernährung bei Couperose & Rosacea
  6. Couperose und Rosacea behandeln
  7. Richtige Hautpflege bei Couperose & Rosacea
  8. Tipps zur Vorbeugung

Geschätzte zwei bis fünf Prozent der Deutschen sind von Rosacea betroffen. In Skandinavien sind die Zahlen noch deutlich höher, da vor allem hellhäutige Menschen mit rötlichen Haaren eine erhöhte Neigung zu dieser Erkrankung zeigen. Sie wird daher auch als Fluch der Kelten bezeichnet.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Neben dem gehäuften Auftreten bei sehr hellen Hauttypen, sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Etwa 60 Prozent der Rosacea-Patienten sind weiblich. Auch beim Alter gibt es deutliche Unterschiede. So tritt Rosacea nicht vor dem 20., meist aber nach dem 30. Lebensjahr auf. Den Höhepunkt erreichen Auftreten und Schweregrad sogar erst zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.2:

Couperose bei Männern und Frauen

Begriffe rund um Couperose und Rosacea

Wer sich eingehender mit den Hautkrankheiten Couperose und Rosacea beschäftigt, stößt dabei früher oder später immer wieder über einige spezielle Begriffe, wie Kupferfinne und Flush.

Kupferfinnen, Rosenfinnen und kleine Rosenblüten

Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet Rosacea "kleine Rosenblüten", da die Haut rot erblüht. Als veraltete deutsche Bezeichnungen werden hin und wieder auch noch die Begriffe Rotfinnen oder Rosenfinnen für Rosacea sowie Kupferfinnen für die Couperose verwendet. Auch das Wort "Kupferrose" für Rosacea kommt gelegentlich noch vor.

Flush - plötzlich auftretende Hautrötungen

Der „Flush“ bezeichnet ein plötzliches Erröten der Haut - vornehmlich im Gesicht. Die Gefäße erweitern sich und werden so stark durchblutet, dass die betroffenen Bereiche knallrot werden und sich in der Regel auch wärmer als umgebende Bereiche anfühlen. Ein Flush kann in kurzer Zeit wieder abklingen, aber ebenso einen chronischen Verlauf haben. Er tritt sowohl bei Couperose als auch bei Rosacea auf und ist gerade in der chronischen Form oft ein Vorbote von Rosacea.

Schübe bei Hautkrankheiten

Das Wort "Schub" beschreibt einen sichtbaren Ausbruch oder eine Verschlimmerung bei chronischen Krankheiten im Allgemeinen. Zwischen den Schüben kommt es zu einer Beruhigung und oftmals auch einem - zumindest leichten - Abheilen. Die Erkrankung begibt sich dazwischen gewissermaßen in einen Ruhezustand.

Hautbild Couperose & Hautbild Rosacea

Hautbild Couperose

Teilweise ist die Couperose eine Vorstufe von Rosacea, sie kann jedoch auch alleine bestehen. Im Folgenden lesen Sie, wie sich das jeweilige Hautbild in der Regel äußert.

Couperose mit sichtbaren Äderchen unter der Haut

Typisch für Couperose sind feine sichtbare Äderchen, die bläulich oder rot durch die Haut schimmern. Vornehmlich zeigen sich diese auf Nase und Wangen.

Der Couperose-Schub - Hautrötung in wenigen Sekunden

Der Couperose-Schub geht mit einem plötzlichen Flush einher. Die Haut errötet sich innerhalb weniger Minuten oder Stunden. Die starke Rötung geht meist mit:

  • einer spürbaren Wärmeentwicklung
  • Brennen
  • Juckreiz
  • Spannungsgefühlen

einher. Die akuten Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab. Bis zum nächsten Schub bestehen dann zwar weiterhin sichtbar erweiterte Blutgefäße, die sonstigen Beschwerden lassen jedoch nach.

Rosacea mit schubweise auftretenden Entzündungen

Diese schubweise auftretenden Entzündungen der Gesichtshaut gehen häufig einher mit:

  • Papeln und Pusteln
  • Rötungen
  • sich schuppenden Bereichen
  • oberflächlich sichtbaren Gefäßerweiterungen
  • Schmerzen.

Der Rosacea-Schub - Verstärkung der Entzündung

Besteht bereits eine Rosacea, ist die Haut ohnehin anhaltend gerötet. Bei einem Schub kann sich diese jedoch merklich verschlimmern, dazu treten stärkere Entzündungen, Pusteln und Verdickungen auf. Auch eine Ausbreitung der Rötung auf das gesamte Gesicht, den Hals und die Brust ist möglich.

Ungefährliche Hauterkrankung - häufig aber störend

Dennoch sind sowohl Couperose als auch Rosacea an sich ungefährlich, wohl aber störend und stark beeinträchtigend auf das gesamte Wohlbefinden. Bei schweren Verläufen oder Komplikationen können zudem Folgeschäden auftreten.

Formen von Couperose und Rosacea

Wie bereits erwähnt, sind Couperose und Rosacea zwar voneinander unterschiedliche Erkrankungen, sie ähneln sich allerdings in einigen Punkten. So sind für beide Hauterkrankungen genetische Veranlagungen vorhanden, die vornehmlich zwischen dem dritten und fünften Lebensjahrzehnt auftreten. Zudem kann sich aus der Couperose eine Rosacea entwickeln. Dennoch werden bei diesen Krankheiten der Haut verschiedene Formen oder, genauer gesagt, Stadien unterschieden.

Couperose und das Vorstadium von Rosacea

Couperose macht sich durch zunehmende, zunächst, haarfeine, sichtbare Blutgefäße im Gesicht bemerkbar. Hieraus kann sich allmählich die Vorstufe der Rosacea entwickeln, bei der deutliche Rötungen auftreten. Diese können plötzlich sichtbar sein und ebenso abrupt wieder verschwinden. Zusätzlich ist die Haut extrem empfindlich gegen eine Vielzahl von Reizen, kann schmerzen, spannen und rötet sich schnell.

Die Formen der Rosacea

Rosacea wird in verschiedene Formen beziehungsweise Stadien unterschieden. Zu diesen gehören:

Rosacea erythematosa-teleangiectatica

Juckreiz, stechende und brennende Gefühle auf der Gesichtshaut sind typisch für das erste Stadium der Rosacea, ebenso wie fortlaufende Rötungen. Diese können zunächst wie Sonnenbrand oder eine leichte Überempfindlichkeit wirken, sind aber bereits ein ernstes Anzeichen für die Hauterkrankung und sollten schnellstmöglich ärztlich behandelt werden.

Rosacea papulopustulosa

Im zweiten Stadium der Rosacea kommen vermehrt Papeln, Pusteln, Eiterbildung und das typische Schmetterlingsgesicht hinzu. Hinter der Bezeichnung „Schmetterlingsgesicht“ verbirgt sich die vornehmliche Ausbildung von Symptomen auf Stirn, Nase und Kinn sowie den Wangen. Die Erscheinung erinnert insgesamt stark an Akne, zeichnet sich aber durch das Fehlen von Mitessern aus.

Glandulär-hyperplastische Rosacea

Die schwerste Ausprägung von Rosacea ist das glandulär-hyperplastische Stadium. In diesem fallen Schwellungen, vergrößerte Talgdrüsen und Knoten auf. Typisch ist auch - vor allem bei Männern - die sogenannte Knollennase.

Ursachen und Auslöser von Couperose & Rosacea

Neben der genetischen Veranlagung scheinen zu den Auslösern auch:

  • Sonnenlicht
  • Störungen des Magen-Darm-Trakts
  • ein Befall der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori
  • seelische und psychische Belastungen
  • andauernder Stress

zu gehören. Untersuchungen mit eindeutigen Ergebnissen hierzu existieren allerdings noch nicht.

Triggerfaktoren, die das Hautbild beeinlussen

Triggerfaktoren beschreiben Einwirkungen oder Auslöser, die das Hautbild verschlimmern und einen Flush auslösen können. Bei Couperose verlieren die Blutgefäße - vor allem im Gesicht - die Fähigkeit sich zusammenzuziehen. Hierdurch werden sie durch die Haut hinweg sichtbar. Als Ursache wird ein schwaches Bindegewebe vermutet, weswegen Frauen auch häufiger als Männer betroffen sind. Die Triggerfaktoren für Couperose sind nahezu deckungsgleich mit den Auslösern für Rosacea. Hinzukommen lediglich Pflegeprodukte und Kosmetika für empfindliche Haut, die bei der Rosacea eine Verschlimmerung bewirken können:

Faktoren, die Couperose & Rosacea verschlimmern können

  • Schnelle Temperaturwechsel: Gerade im Herbst und Winter, wenn Wechsel zwischen feuchtkalter Außenluft und warmer, trockener Heizungsluft zum Alltag gehören, kann sich die Couperose verschlimmern. Aber auch im Sommer beim Betreten von stark klimatisierten Räumen, können sich die sichtbaren Äderchen merklich „vermehren“.
  • Direkte Sonne: Sonneneinstrahlung ist schädlich für Couperose- bzw. Rosacea-Haut. Das UV-Licht fördert aufgrund der Freisetzung freier Radikale (stark entzündliche Stoffe, die ohnehin schon im Übermaß vorhanden sind) die Entzündungen. Die durch die Sonneneinstrahlung entstehende Wärme fördert Entzündungen ebenfalls, stellt die Gefäße weit und sorgt für stärkere Rötungen.
  • Gefäßerweiternde Mittel und Maßnahmen: Heiße Getränke und Speisen, scharfe Gewürze, Sauna, Dampfbäder und Solarien sowie ausgiebige Sonnenbäder und Alkohol tragen zu einer Erweiterung der Gefäße bei.
  • Psychischer Stress: Schwierige Situationen und anhaltender Stress stellen schwere Belastungen für den Körper dar. Sie bewirken die vermehrte Ausschüttung von Hormonen, wie Adrenalin und Insulin, wodurch Organismus und Haut auf Dauer aus dem Gleichgewicht gebracht werden.
  • Ernährung: Nicht nur Gewürze und Temperatur, auch Transfette und Unverträglichkeiten können das Hautbild generell und den Verlauf der Couperose verschlimmern und die Entzündungsneigung erhöhen.

Die inneren Vorgänge bei Couperose und Rosacea

Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen für Couperose und Rosacea noch weitestgehend ungeklärt. Es existieren jedoch Theorien und Beobachtungen zu den inneren Vorgängen bei beiden Erkrankungen. Zu diesen gehören:

  • Gefäßerweiterungen in Verbindung mit einer Schwäche des Bindegewebes: Die erweiterten Gefäße können sich nur noch verzögert, kaum oder gar nicht mehr zusammenziehen.
  • Erhöhte Entzündungsfaktoren: Entzündungsfördernde Substanzen werden vom Körper vermehrt gebildet, wodurch zu den erweiterten Gefäßen auch Infektionen kommen.
  • Autoimmunreaktionen: Das Immunsystem richtet sich gewissermaßen gegen den eigenen Körper, greift bestimmte Gewebe an und fördert hierdurch Schwellungen, Rötungen und Entzündungen.
  • Vermehrte Bildung von Blutgefäßen: der Körper reagiert auf den selbst hergestellten Reizüberfluss und reagiert darauf mit der Erweiterung und dem Neuwachstum von Blutgefäßen.

Ernährung bei Couperose und Rosacea

Die Ernährung kann direkten Einfluss auf Couperose und Rosacea haben. Dabei sind die Auswirkungen und eventuellen Unverträglichkeiten individuell sehr verschieden.

Es gibt keinen festen Ernährungsplan der Besserung bringt

Essen Sie, was Sie mögen und probieren Sie aus, was Ihnen gut tut. Wenn Sie bei einem Lebensmittel eine Verschlechterung des Hautbildes bemerken, streichen Sie dieses für einige Zeit vom Speiseplan und probieren Sie es nach ein paar Wochen erneut. Tritt die Verschlechterung erneut auf, sollte idealweise permanent auf das Lebensmittel verzichtet werden.

Bestimmte Lebens- und Genussmittel verschlimmern das Hautbild

Achten Sie auf die folgenden Hinweise und Empfehlungen, denn einige Lebensmittel können einen Couperose- bzw. Rosacea-Schub auslösen und für unangenehme Veränderungen des Hautbildes sorgen:

  • Scharfes und Heißes meiden: Scharfe Gerichte und kochend heiße Getränke erweitern die Gefäße und regen die Durchblutung an. Bei Couperose und Rosacea kann durch diese Erweiterung der Blutgefäße ein Krankheitsschub ausgelöst werden. Besser ist es also, vorsichtig zu würzen oder auf Chili, Tabasco, Meerrettich und Pfeffer zu verzichten sowie heiße Speisen und Getränke abkühlen zu lassen.
  • Kaffee und Alkohol: Koffein und Alkohol haben ebenfalls einen gefäßerweiternden Effekt und sind damit gelinde gesagt ungünstig für Rosacea und Couperose. Sie sollten also, wenn überhaupt, nur in geringen Maßen genossen werden.
  • Tierische Lebensmittel und "schlechte" Fette: Fleisch, Wurst, Fast Food, Chips und Milch belasten Körper und Haut. Auch frittierte Speisen und zahlreiche Fertigprodukte sind durch ihren Gehalt an Transfetten ungesund und können das Hautbild negativ beeinträchtigen. Auf Dauer begünstigen sie zudem die Bildung von Plaques in den Blutgefäßen, was den Blutdruck erhöht und Rötungen begünstigt.
  • Zucker: Speisen und Snacks, die große Mengen (Einfach-)Zucker enthalten, lassen den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen und sind die Basis für ständige Schwankungen. Diese Auswirkungen sind nicht nur bei Couperose und Rosacea negativ, sondern generell Stress pur für die Haut.

Empfohlene Lebensmittel & Getränke bei Couperose und Rosacea

  • Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse, Getreide und Nüsse: Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente, dazu viel Flüssigkeit - Obst, Gemüse, Nüsse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sollten vor allem in frischer und roher Form oder aber schonend gegart in großen Mengen auf dem Speiseplan stehen. Sie bieten eine ausgewogene und gesunde Versorgung, ohne zu belasten. Nur bei Obst, Nüssen und Getreide sollte Vorsicht walten, denn Fruchtzucker und einige Aminosäuren in großen Maßen sind wiederum reizend für die erkrankte Haut.
  • Flüssigkeit: Wasser, Tee, verdünnte Säfte - wer täglich ausreichend trinkt, schafft damit eine gute Basis für einen gesunden Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Dieser fällt es damit ebenso wie dem Körper leichter, Giftstoffe auszuleiten und sich selbst zu regulieren. Aber: Finger weg von heißen oder stark zuckerhaltigen Getränken.

Couperose und Rosacea behandeln

Die Behandlung von Couperose und Rosacea weist einige Gemeinsamkeiten auf. Darunter die Vermeidung von Risikofaktoren und möglichen Auslösern sowie der Schutz der Haut. Es finden sich jedoch auch deutliche Unterschiede bei den Therapien der beiden Hauterkrankungen, wobei sie in nahezu jedem Fall nicht vollständig geheilt, aber das Leiden deutlich verringert werden kann.

So früh wie möglich zum Arzt

Zeigen sich feine Äderchen, treten plötzlich unerklärliche Rötungen auf oder leidet die Haut unter Spannungsgefühlen, Juckreiz und Brennen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Nur durch eine schnelle Diagnose und einen umgehenden Beginn der Therapie ist es möglich, Häufigkeit und Schweregrad der Schübe zu reduzieren.

Äußere Behandlung von Couperose

Gegen die sichtbaren Äderchen hilft zum einen das Vermeiden von möglichen Auslösern. Zudem können tägliche feuchte Umschläge und Wirkstoffe wie:

  • Rosskastanie
  • Feigwurz
  • Arnika
  • Zinnkraut
  • Kamille
  • Aloe Vera
  • Sonnenhut (Echinacea)
  • Nachtkerzenöl
  • Dexpanthenol
helfen, das Hautbild zu verbessern. Diese können das Bindegewebe stärken.
 
Deruba Creme   30 ml

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Synchroline Synchrorose Fast Creme  50 ml

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Couperose Gel Gel 100 ml

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Abilaine Advanced S  Creme 30 ml

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Alle Hautpflegeprodukte bei Couperose & Rosacea anzeigen.

Zurückgebildet werden die Rötungen mit einer Creme allerdings nicht. Hier kann eine Laserbehandlung angeraten sein, bei der die vergrößerten Blutgefäße verödet werden.

Äußere Therapie bei Rosacea

Da bei Rosacea noch eine Entzündung der Haut hinzukommt, werden in der äußerlichen Therapie vor allem Wirkstoffe mit einem entzündungshemmenden Effekt eingesetzt, darunter:

  • Azelainsäure
  • Metronidazol
  • Permethrin
  • Retinoide
  • Clindamycin

Präparate mit diesen Wirkstoffen sind verschreibungspflichtig. Welcher Wirkstoff in Form von Creme, Salbe oder Lotion zum Einsatz kommt, muss durch den Hautarzt abhängig von Form und Ausprägung der Rosacea entschieden werden.

Systemische Therapie bei Rosacea

Zusätzlich zu der äußerlichen Anwendung von medizinischer Hautpflege kann eine innerliche oder sogenannte systemische Therapie sinnvoll sein. Hierbei wird wiederum hauptsächlich versucht, die Entzündung zu bekämpfen und somit auch die Rötung zu vermindern. Zum Einsatz kommen daher Antibiotika, wie:

  • Makrolide oder Tetrazykline
  • Retinoide
  • Metronidazol

Auch hier sind die Kombination der äußerlichen und innerlichen Therapie sowie der Einsatz verschiedener Wirkstoffe abhängig vom individuellen Fall.

Niemals Kortison zur Behandlung von Rosacea

Präparate mit Kortison sind besonders bei entzündlichen Hauterkrankungen eine sichere und wirksame Therapie. Keine Hilfe bringen Sie stattdessen bei Rosacea. Auch, wenn zu Beginn der Kortison-Therapie eine vermeintliche Besserung eintritt, erfolgt nach dem Absetzen ein erneuter Schub, der häufig noch stärker ausfällt. Eine zu lange Anwendung von Kortison, geht zudem mit einem Dünnerwerden der Haut einher. Die Blutgefäße, die ohnehin erweitert sind, zeigen sich so noch deutlicher.

Haben spezielle Anti-Rötungen-Cremes den selben Effekt?

Anti-Rötungen Cremes kaschieren in erster Linie Rötungen und beruhigen die Haut. Durch spezielle Grünpigmente lassen sich die Rötungen reduzieren. Ferner enthalten viele Produkte den Lichtschutzfaktor 15, der zusätzlich vor den UV-Strahlen schützt. Sie enthalten kein Parfüm und spenden Feuchtigkeit. Um Rötungen und damit auch ein auftretendes Symptom von Couperose zu kaschieren, eignen sich diese Hautprodukte gut.  

Eucerin bietet zum Beispiel eine ganze Pflegeserie mit Anti-Rötungen-Cremes. Die Produkte enthalten Wirkstoffe wie 2-Phenoxyethanol und den natürlichen Extrakt der Süßholzwurzel, der die Haut beruhigt und Rötungen verschwinden lässt. 

Pflegeserie Eucerin Anti-Rötungen

Des Weiteren haben auch Apotheken-Marken wie AvèneAderma oder Lierac Hautpflegeprodukte gegen Rötungen im Angebot. 

Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Couperose und Rosacea

Neben der Verabreichung von medizinischer Hautpflege und Medikamenten, existieren für die Behandlung von Couperose und Rosacea noch weitere Möglichkeiten. Zu diesen gehören:

  • Homöopathie: Abgestimmt auf den jeweiligen, individuellen Fall, können homöopathische Mittel das gesamte Wohlbefinden und Hautbild verbessern. Der Aufwand ist gering, die Resultate oftmals überzeugend. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Diagnose und Beratung durch einen erfahrenen Homöopathen. Mittlerweile bieten auch zahlreiche Schulmediziner diese Zusatzleistung an.
  • Schüßler Salze: Ebenfalls eine alternative Therapie ist die Einnahme von Schüßler Salzen, die sich bei Couperose und Rosacea bereits deutlich mehr durchgesetzt hat, als die Homöopathie. Auch hier sollte aber nicht auf der Grundlage von Ferndiagnosen selbsttherapiert werden.
  • Lasertherapie: Die Verödung der erweiterten Gefäße oder ein Abtragen von Wucherungen ist mit der Lasertherapie schonend und vergleichsweise einfach möglich. Auf diese Weise kann der behandelnde Arzt sowohl störende Symptome reduzieren, als auch die Verlaufsschwere positiv beeinflussen.
  • Photodynamische Therapie: Diese Therapie erfordert die Einnahme eines Photosensibilisators und die gezielte Bestrahlung mit einem Speziallicht. Durch die Kombination werden krankhaft veränderte Strukturen zerstört, während das umliegende Gewebe geschont wird.
  • Chirurgische Eingriffe: Die Abtragung von Wucherungen und veränderten Strukturen durch Dermashaving oder Dermabrasion kann zumindest die Symptome und damit den Leidensdruck lindern.

Lassen Sie sich bezüglich der Therapiemöglichkeiten ausführlich von Ihrem Hautarzt beraten.

Die richtige Hautpflege für die tägliche Anwendung

Bei der Hautpflege von Couperose und Rosacea kommt es vor allem auf die Wahl der richtigen Wirkstoffe an. Die Haut ist gereizt und empfindlich und reagiert dadurch besonders sensibel. Grundsätzlich sollten Sie daher auf natürliche Produkte setzen und künstliche Inhaltsstoffe vermeiden. Dennoch kann die Verträglichkeit individuell verschieden sein:

Reizende Inhaltsstoffe vermeiden

Bei der Pflege der empfindlichen Haut ist vor allem auf milde Wirkstoffe und ein sanftes Vorgehen zu achten. Vermeiden sollten Sie:

  • Hartes Wasser und extreme Temperaturen: Beides reizt die Haut. Besser ist daher lauwarmes Wasser, das bei Bedarf zuvor gefiltert wird.
  • Ätherische Öle und durchblutungsfördernde sowie gefäßerweiternde Stoffe wie Menthol und Pfefferminze, Kampfer und Eukalyptus: Diese regen die Durchblutung und Gefäßerweiterung rapide an, können dadurch Rötungen und Reizungen erzeugen.
  • Produkte aus Mineralölen: Diese beschweren und belasten die Haut.
  • Normale Seifen und Reinigungslotionen: pH-hautneutrale Syndets oder Waschlotionen sind die bessere Wahl.
  • Peelings: Ob spezielle Peeling-Produkte oder das Abtrocknen der Haut mit einem rauen, harten Handtuch, beides kann die Haut noch zusätzlich reizen und stressen.
  • Fett: Die Verlockung, trockene, gereizte Haut mit einem Schutzfilm aus Fettcreme zu versehen ist groß. Bei Rosacea und Couperose jedoch genau das falsche Vorgehen. Stattdessen sollte die Haut mit milden Feuchtigkeitscremes behandelt werden. Im Fachhandel findet sich hierzu mittlerweile eine große Auswahl spezieller Produkte für Rosacea- und Couperose-Haut.
  • Parfüm: Parfümierte Seifen und pflegende Kosmetika reizen und belasten die Haut. Zudem begünstigen sie Unverträglichkeiten.
  • Mittel mit einem hohen Fett- oder Ölgehalt
  • wasserfeste Kosmetika und entsprechende Make-Up-Entferner
  • Produkte, die Alkohol enthalten
  • Anti-Aging Produkte mit revitalisierender Wirkung
  • Emulgatoren
  • Sonnenschutz auf chemischer statt physikalischer Wirkstoffbasis

Achten Sie darauf, dass die Pflegeprodukte nicht fetten, frei von reizenden Zusatzstoffen und speziell auf empfindliche Hauptpflege oder gar direkt auf Couperose und Rosacea ausgelegt sind.

Schonend pflegen und reinigen

Einige Faktoren der schonenden Reinigung und Pflege wurden bereits erwähnt. Hier nun ein beispielhafter Pflegeplan für Couperose- oder Rosacea-Haut:

  • Reinigen Sie die Haut mit lauwarmem, weichem Wasser und tupfen Sie sie mit einem weichen Tuch trocken.
  • Tragen Sie eine sanfte und hautentspannende Pflege, wie ein Serum oder eine Creme speziell für Couperose bzw. Rosacea auf.
  • Reinigen Sie das Gesicht abends erneut, wenn möglich wiederum nur mit Wasser oder einem sanften, medizinischen Reinigungsprodukt. Wenden Sie zudem feuchte Umschläge auf den betroffenen Bereichen an, um die Haut zu entspannen. In der Nacht sollte die Haut atmen können, also nicht mit Pflegeprodukten bedeckt sein. Ausnahme bilden hier verschriebene medizinische Cremes.
  • Wenden Sie einmal wöchentlich Spezial-Masken zur Pflege der Haut an.

Rosacea & Couperose-Make-Up: Grüne Farbpigmente reduzieren Rötungen

Produkte mit Grünanteil können als Tagespflege angewendet werden und die Basis des Make-Ups bilden oder punktuell aufgetragen werden. Rötungen lassen sich auf diese Weise bereits gut abdecken:

Bei der Auswahl und Anwendung von Make-Up ist auf Folgendes zu achten:

  • Feuchtigkeitscremes mit Grün-Anteil wählen. Diese versorgen die Haut und schützen sie, während die grünen Pigmente Rötungen wirksam überdecken und ausgleichen.
  • Zusätzlich spezielle Abdeckstifte und Concealer gegen Rötungen einsetzen, damit kann eine ebenmäßige Basis geschaffen werden.
  • Die Grundierung im Hautton wählen und nicht schmieren, sondern tupfen. Dazu täglich einen frisch gereinigten Make-Up-Schwamm verwenden. Auf diese Weise werden eventuell vorhandene Entzündungserreger nicht verbreitet.
  • Make-Up oder Puder für empfindliche Haut auftragen. Mit den richtigen Produkten und etwas Übung verschwinden die Rötungen und auch ein Teil des Leidensdrucks.

Tipps: Reinigen Sie alle eingesetzten Utensilien am besten täglich, auf diese Weise halten Sie die Keimanzahl gering und können Entzündungen verringern.

Hoher Sonnenschutz: mindestens LSF 50

Auch auf Sonne reagiert die durch Couperose und Rosacea beschädigte Haut sehr empfindlich. Sonnenschutz sollte daher das ganze Jahr über dazu gehören. Geeignet sind Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 50, auf Basis von Zinkoxid oder Titanoxid sowie andere physikalische Sunblocker.

Actinica Lotion   100 g

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Daylong Actinica Lotion   100 ml

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Junek Europ-Vertrieb

Eucerin Sun Creme Lsf50+   50 ml

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Avene Sunsitive Sonnenmilch Spf 50+  100 ml

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Zusätzlich zum Eincremen gegen die reizende Strahlung profitiert die Haut von einem textilen Schutz. Halten Sie sich also möglichst im lichten Schatten auf, tragen Sie Hüte und bedecken sie so viel Haut wie möglich unter lockeren, hautfreundlichen Stoffen.

Medizinische Hautpflege bei der Kosmetikerin

Zusätzlich zur eigenständigen Pflege lohnt sich oftmals ein Besuch bei speziell geschulten Kosmetikern. Diese können individuell abgestimmte Behandlungen durchführen und damit das Hautbild deutlich verbessern. Neben Produkten, die auf die Behandlung von Couperose und Rosacea ausgelegt sind, gibt es beispielsweise auch die Rosacea-Massage nach Soebye. Achten Sie bei der Auswahl des Kosmetikstudios auf entsprechende Zertifikate, die Kompetenzen bei der medizinischen Hautpflege bestätigen.

Massage nach Soebye

Hierbei wird das Bindegewebe aktiviert und dazu angeregt, überschüssige Flüssigkeit abzutransportieren. Dadurch werden Haut und unterliegendes Gewebe zum einen elastischer und beweglicher, zum anderen gehen die vorhandenen Schwellungen zurück.

Die Entfernung von Pusteln

Entsprechend geschulte Kosmetiker können die Pusteln, also die störenden Eiterbläschen, sicher entfernen und damit das Hautbild ebenmäßiger werden lassen. Das folgende Schminken führt damit zu einer besseren Abdeckung, die Haut wirkt glatter.

Fachkundige Empfehlungen

Ob Make-Up auf der Basis von Feinfilmtechnologie, entsprechende Pflegeprodukte mit hohem Wassergehalt oder Fruchtsäure- und enzymatische Peelings - geschulte Kosmetiker können fachkundige Empfehlungen für die richtigen Wirkstoffe bei Couperose und Rosacea geben und damit das langwierige und aufwendige Suchen deutlich verkürzen.

Tipps zur Vorbeugung

Die Neigung zu Couperose ist genetisch bedingt - entsprechend schwierig ist es, der Krankheit vorzubeugen. Dennoch können mit einigen Verhaltensregeln die Verläufe abgemildert und das Einsetzen der Symptome hinausgezögert werden. Hautstressende Faktoren sind zudem vor allem bei einer bereits vorhandenen Rosacea Einflüsse, die Verlauf und Symptome deutlich verschlimmern können. Das sollten Sie berücksichtigen, um den Hauterkrankungen vorzubeugen oder der Verlauf nicht zu verschlimmern:

  • Übermäßige Sonneneinstrahlung meiden: Wer sich ständig im Freien aufhält, sollte das Haus nicht ohne entsprechenden Sonnenschutz in Form von Kleidung, Hüten und Sunblockern mit hohem Lichtschutzfaktor verlassen. Die UV-Strahlung hat zwar eine positive Auswirkung auf Haut und Gesundheit (z.B. zur Bildung von Vitamin D), kann jedoch auch schädigend wirken. Daher ist es wichtig, lange Sonnenbäder zu meiden und einen möglichst hohen Sonnenschutzfaktor auf physikalischer Basis zu wählen.
  • Genussmittel meiden: Kaffee, Zigaretten und Alkohol belasten Haut und Bindegewebe und können die Couperose verschlimmern oder den Ausbruch beschleunigen. Die Aufnahme sollte also verringert werden. Lebensmittel, Genussmittel und Kosmetika können ebenso schädlich auf die Haut wirken, wie Medikamente. Um herauszufinden, welche Substanzen individuell einen Rosacea-Schub hervorrufen können, ist das Führen eines Tagebuchs sinnvoll. Welche Lebensmittel und wie viel standen auf dem Speiseplan, wurde Alkohol oder Kaffee getrunken, geraucht oder ein bestimmtes Make-up benutzt? Je ausführlicher alle Einflüsse dokumentiert werden, desto schneller und einfacher lassen sich die persönlichen Auslöser finden.
  • Temperaturwechsel reduzieren: Der Wechsel von kalter Außenluft und warmer Heizungsluft macht im Winter jeder Haut zu schaffen. Für Menschen mit einer Veranlagung zu Couperose sind derlei Schwankungen aber besonders ungünstig. Entsprechende Hautpflege, beispielsweise durch Wind- und Wetterschutzcremes, ist dann entscheidend. Ebenso der Schutz durch Kleidung, eine Befeuchtung der Heizungsluft und allmähliche Wechsel, anstatt abrupter Schwankungen. Kalter Wind und trockene Heizungsluft, Rauch oder die Dämpfe von Putzmitteln, Sauna und Solarium provozieren einen Rosacea-Schub geradezu und sollten daher gemieden werden.

Ein sanfter, schonender und gesunder Umgang mit der Haut - sowohl bei Reinigung und Pflege, als auch im Alltag - können gemeinsam mit der Forschung nach Auslösern vorbeugend gegenüber der Rosacea wirken. Diese Maßnahmen erfordern aber aufmerksame Beobachtung und Geduld.


Quellen

1https://rosacea-support.org/just-how-many-people-have-rosacea.html 2 http://www.hautsache.de/Rosazea/Grundwissen/Allgemeines-ueber-Rosazea.php http://www.netdoktor.de/krankheiten/rosacea/pflege/ http://www.rosacea-info.de/leben-mit-rosacea/hautpflege http://www.hautarzt-trier.de/201.html http://www.netdoktor.de/krankheiten/rosacea/behandlung/ http://www.netdoktor.de/krankheiten/rosacea/#TOC2 http://www.dha-allergien.de/kurzinfos/rosazea.pdf http://www.apotheke.com/portal/de/themes/article/display.jsp?id=documents/0000/00/00/56/22080.xml&id=documents/0000/00/00/56/22080.xml&theme=Krankheiten&sub_theme=Haut+%26+Haar&sub_sub_theme=Entz%FCndungen%3Bjsessionid%3D61CE40F2CFA205E81189A174C55ABE46&print=true&page=0&ivw_pix= http://www.experto.de/gesundheit/couperose-ursachen-und-behandlung.html http://www.medizin.de/ratgeber/rosacea.html http://www.hautkrankheiten-portal.de/couperose/ http://www.kosmetik.rosacea-info.de/


Bitte beachten Sie: Die im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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