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Hilfe bei Abszessen - So werden die schmerzhaften Eiterbeulen behandelt

Aktualisiert am 03.04.19

Ein Abszess schmerzt, drückt und kann unter Umständen und je nach Position sogar lebensgefährlich werden. Diese spezielle Form der Entzündung und abgekapselte Eiteransammlung kann sich überall im oder am Körper bilden. Besonders häufig sind Abszesse auf der Haut, die sich in der Regel gut mit Salben behandeln lassen. Abszesse können auch Hinweise auf andere Erkrankungen geben und sind oftmals nicht sicher ohne ärztliche Behandlung auszuheilen. 

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist ein Abszess?
  2. Abgrenzung zu anderen Hauterscheinungen
  3. Ursachen und Auslöser
  4. Symptome und Erscheinungsbild
  5. Abszesse unter der Haut
  6. Abszesse behandeln
    1. Chirurgische Behandlung
    2. Behandlung mit Medikamenten
    3. Abszess öffnen
    4. Hausmittel
  7. Abszesswunde pflegen
  8. Abszessen vorbeugen
  9. Folgen bei Nichtbehandlung

Was ist ein Abszess?

Abszess - ein mit Eiter gefüllter und klar abgegrenzter Hohlraum im Gewebe

Ein Abszess ist ein neu gebildeter, mit Eiter gefüllter und klar abgegrenzter Hohlraum, der in jedem Bereich des Körpers entstehen kann. Obwohl die Haut am häufigsten betroffen ist, können Abszesse auch im Bauchraum, in inneren Organen, Knochen und sogar im Gehirn auftreten.

Um die Ausbreitung der zugrundeliegenden Entzündung zu verhindern, bildet der Körper eine dickere Membranwand rund um den Abszess. Unter der Haut wird dadurch eine Verhärtung spürbar und der Abszess kann sich als Beule bemerkbar machen.

Abgrenzung zu anderen Hauterscheinungen

Im Gegensatz zu eitrigen Pickeln ist der Abszess meist nicht direkt sichtbar und durchbricht auch die Haut nur selten von allein. Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Druckempfindlichkeit treten hingegen häufig auf. Ebenso wie die bereits erwähnten, fühlbaren Verhärtungen rund um den eitergefüllten Hohlraum. 

Eine sichere Abgrenzung gegen Fibrome oder Atherome ist für den Laien allerdings nicht in jedem Fall möglich. Hierzu ist ein Arztbesuch von Nöten.

Ursachen und Auslöser

Die Mehrzahl der Abszesse entsteht durch Bakterien, zumeist den Erreger Staphylococcus aureus. Dringt dieser in den Körper ein, zerstört er Zellen und provoziert eine Abwehrreaktion des Immunsystems. Hierdurch entsteht ein neuer Hohlraum im Gewebe, der sich mit den Überresten der zerstörten Zellen, Immunzellen, Bakterien und Gewebsflüssigkeiten - also mit Eiter - füllt. 

Um das Fortschreiten der Entzündung zu verhindern, bildet der Körper eine dickere Membranwand rund um den Hohlraum aus. Hierdurch entsteht eine, oftmals fühlbare, Kapsel.

Risiken für Abszesse

Die Entstehung von Abszessen kann durch die folgenden Faktoren begünstigt werden:

Wunden
Schürfwunden, aber auch Kratzer und Stiche können das Risiko für Abszesse erhöhen. Vor allem dann, wenn die Wunde zwar oberflächlich abgeheilt zu sein erscheint, jedoch noch Erreger in ihr vorhanden sind. Diese können zunächst unbemerkt als Entzündung unter Haut oder Narbe weiterverlaufen und schließlich zu einem Abszess werden. Zudem kann eine unzureichende oder unhygienische Wundversorgung zu einem Abszess führen.

Injektionen
Mit Nadeln, aber auch Injektionskanülen können Bakterien tief in die Haut gelangen. Die Einstichstelle schließt sich schnell, während die Erreger Zellen im Gewebe zerstören und schließlich zu einer Entzündung und Verkapselung führen.

Krankheiten und Entzündungen
Einige chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus, aber auch Hautkrankheiten wie beispielsweise Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte, stellen Risikofaktoren für Abszesse dar.

Reibung und Reizung
Schlecht sitzende, raue oder eng anliegende Kleidungsstücke können auf der Haut scheuern und sie dadurch reizen. Besteht die Reizung über eine längere Zeit hinweg, sind Abszesse die möglichen Folgen.

Schwäche des Immunsystems
Ein allgemein geschwächtes Immunsystem, bedingt durch (chronische) Krankheiten, anhaltenden Stress, übermäßigen Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen sowie durch die Einnahme bestimmter Medikamente schwächt die körpereigene Abwehr. Erreger können sich so mehr oder minder ungestört vermehren und zu meist größeren oder häufiger auftretenden Abszessen führen.

Kalte Abszesse

Eine Sonderform der abgekapselten Entzündungen sind sogenannte kalte Abszesse. Bei diesen lassen sich keine Bakterien feststellen und auch die Eiterbildung fällt deutlich geringer aus, weswegen sie auch als sterile Abszesse bezeichnet werden. Ihr Auftreten beschränkt sich in der Regel auf die Zeit nach schweren Krankheiten oder Operationen. Typisch sind die kalten Abszesse zudem bei Tuberkulose.

Symptome und Erscheinungsbild

Schwellungen, Spannungsgefühle, Rötungen sowie Schmerzen, Druckgefühl und Druckempfindlichkeit aber auch eine fühlbare Verhärtung bei Abszessen unter der Haut zählen zu typischen Symptomen. Je nachdem, wo sich der Abszess befindet, kann dieser mehr oder weniger deutlich unter der Haut oder Schleimhaut als (eitergefüllte) Beule erkennbar sein.

Symptome bei einem Abszess

Symptome von inneren Abszessen

Zudem können bei Abszessen im Körperinneren oder schweren Verläufen die folgenden Anzeichen auftreten:

Abszesse unter der Haut

Abszesse können in jedem Bereich, Organ und sogar in den Knochen auftreten. Das gilt auch dann, wenn die Haut betroffen ist. Dennoch zeigen sie sich vorrangig:

Abszess am Po

Abszesse am Po oder genauer gesagt im Analbereich sind keine Seltenheit. Vor allem die Analdrüsen sind häufig betroffen. Aufgrund der Sensibilität der Schleimhäute und des Schließmuskels gehen mit ihnen meist starke Schmerzen einher.

Zudem können Perianalabszesse immense Größen annehmen und müssen in der Regel chirurgisch geöffnet werden. Das gilt auch dann, wenn sich die Abszesse zu einer chronischen Form mit Fistel - also einem Gang von dem Abszess zur Hautoberfläche - ausbildet.

Ursachen für Perianalabszesse
Wie bereits erwähnt, sind vor allem die Analdrüsen häufig anfällig für Abszesse. Die Ursache für Analabszesse bei erwachsenen Menschen sind daher meist Infektionen dieser Drüsen, die sich im Bereich des Anus zwischen Schleimhaut und Haut befinden.

Bei Säuglingen sind die Ursachen hingegen vorrangig in Windeldermatitis beziehungsweise Windelausschlägen zu finden, die auch tieferliegende Hautschichten schädigen.

Abszess unter der Achsel

Rasieren kann zu winzigen Verletzungen führen, die eine ideale Eintrittspforte für Keime darstellen. Deodorants können zusätzlich für Reizungen und Ausschläge sorgen und auch eingewachsene Haare - meist nach dem Rasieren und Wachsen - sind mögliche Risikofaktoren für Abszesse oder die verwandten Furunkel. Hinzu kommt, dass die Achselhöhle als Beugebereich ohnehin eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Abszessen aufweist.

Entstehen abgekapselte Entzündungen, schmerzt jede Bewegung des Arms und die Druckempfindlichkeit kann zu einer Schonhaltung zwingen. Abszesse in den Achselhöhlen dürfen keinesfalls selbst ausgedrückt bzw. geöffnet werden, da die Gefahr, dass Keime aus dem Eiter in das Gewebe oder die Blutbahn gelangen, sehr groß ist. Es empfiehlt sich immer, diesen von einem Arzt behandeln zu lassen, der zum Bespiel spezielle Zug-Salben empfiehlt. 

Abszess im Mund & am Zahnfleisch

Abszesse am Zahnfleisch können nach größeren zahnärztlichen Behandlungen entstehen, zum Beispiel nach einer Wurzelbehandlung, oder infolge eines abgestorbenen Zahns. Meist ist der Schmerz nicht allzu hoch, der Druck dafür umso höher, sodass man dazu geneigt ist, den Abszess selbst aufzustechen. Das sollte aber vermieden werden, denn das Risiko auf weitere Krankheitserreger ist zu hoch. Mit einem Abszess am Zahnfleisch sollten Sie also immer zum Zahnarzt gehen. 

Gesundheitsrisiken durch Abszesse auf der Mundschleimhaut
Der zunehmende Druck, das wenig flexible Zahnfleisch und Belastungen während des Kauens oder Zähneputzens führen meist zu einer schnellen Öffnung des Abszesses. Allerdings nicht nach außen, sondern in das umliegende, weichere Gewebe. Von hier aus können sich die Bakterien weiter ausbreiten - mit teilweise potenziell gefährlichen Folgen, wie:

Abszesse im Gesicht

Abszess im Gesicht

Auch im Gesicht ist eine Abszessbildung möglich und kann bei Nichtbehandlung oder einer Öffnung der Eiteransammlung in das umliegende Gewebe oder oder die Lymph- und Blutbahnen zum Gesundheitsrisiko werden. Daher sollte keinesfalls Druck auf die Schwellungen ausgeübt oder gar versucht werden, diese auszudrücken.

Gelangt der Eiter samt der enthaltenen Bakterien aus dem Abszess in Blutgefäße oder Gewebe, kann er sich bis in das Gehirn ausbreiten, zu einer Blutvergiftung führen und lebensgefährliche Zustände erzeugen.

Abszess an der Leiste

Ein tiefsitzender, reibender Hosenbund und häufige Beugung können das Risiko für Abszesse in der Leistengegend deutlich erhöhen. Allerdings lassen sie sich hier auch recht deutlich erkennen und gut durch Salben behandeln, da sie meist recht oberflächlich liegen.

Abszess am Rücken

Ein Abszess am Rücken kann unter Umständen tief unter der Haut liegen und von außen gar nicht sichtbar sein. Allerdings deuten starke Schmerzen beim Sitzen oder Liegen und eine eindeutig tastbare Verhärtung daraufhin. In einem solchen Fall ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, denn sollte sich der Abszess öffnen, breiten sich die im Eiter enthaltenen Bakterien im Körper aus und können zu schweren Komplikationen führen. 

Abszess an der Brust

Durch eine Mastitis - also eine Entzündung der Brust- oder Milchdrüsen - kann es zur Entstehung von Abszessen an der Brust kommen. Frauen sind hiervon, gerade während der Stillzeit, deutlich häufiger betroffen, auch bei Männern ist dies aber möglich.

Die Erkennung und Behandlung ist durch die Gewebetiefe erschwert. Der Einsatz von Salben reicht daher nur selten aus.

Abszess an den Beinen

Vor allem die Innenseiten der Oberschenkel sind häufiger von Abszessen betroffen, da diese beim Gehen aber auch durch Nähte von Hosen oftmals Reibung ausgesetzt sind. Je nach Tiefe des Abszesses kann eine Therapie mit Salbe ausreichen, um die abgekapselte Entzündung zur Hautoberfläche zu ziehen und damit eine Öffnung nach außen zu schaffen oder eine folgende chirurgische Öffnung zu erleichtern.

Die Behandlung sollte frühzeitig einsetzen, da fortgesetzter Druck und Reibung sowie die Bewegung beim Gehen immense Schmerzen erzeugt und weiterhin das Risiko einer Öffnung in das umliegende Gewebe erhöht.

Abszess behandeln

Abszesse sind schmerzhaft, können das Allgemeinbefinden und die Bewegung empfindlich einschränken. An der Behandlung führt meist kein Weg vorbei. Diese richtet sich nach Lage und Beschaffenheit des Abszesses. Auch die Größe  spielt eine wichtige Rolle. So werden kleine Abszesse punktiert, während größere Abszesse häufig chirurgisch entfernt werden müssen. Es ist ratsam, jeden Abszess von einem Arzt untersuchen zu lassen. Vor allem aber sollte in folgenden Fällen ein Arzt aufgesucht werden: 

Chirurgische Behandlung

Der Eingriff kann in der Regel mit einer lokalen Betäubung stattfinden. Die Abszesskapsel wird durch den Chirurgen mit einem Skalpell geöffnet, sodass der Eiter abfließen kann. Daraufhin wird die Wunde mit einer desinfizierenden Lösung gespült und eine Drainage gelegt. Anschließend soll der Abszess normalerweise offen abheilen. Während und nach einem solchen Eingriff werden meist Antibiotika verabreicht, um weitere Infektionen zu vermeiden. Gegen einen Abszess generell sind Antibiotika jedoch nicht wirksam. 

Behandlung mit Medikamenten

Bei der Behandlung mit Arzneimitteln stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die je nach Position, Zustand und Größe des verkapselten Entzündungsherdes zum Einsatz kommen können. 

Abszess-Salbe
Vor allem bei Hautabszessen muss mit der Behandlung in der Regel gewartet werden, bis sich der Abszess mit Eiter gefüllt hat. Dieser Prozess kann jedoch mit einer Abszess-Salbe - auch unter dem Namen Zugsalbe bekannt - beschleunigt werden.

Diese Salbe enthält den Wirkstoff Ammoniumbituminosulfat, der durch Destillation aus Ölschiefer gewonnen wird. Dieser Wirkstoff zieht sozusagen die Infektion an die Oberfläche der Haut und beschleunigt den Eiterprozess. Die Abszess-Salbe wird in einer dicken Schicht auf die betroffen Hautstelle aufgetragen und mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt. Wenn Sie die Salbe einmal täglich anwenden, dauert es etwa drei bis fünf Tage, bis sich die Eiterkapsel öffnen kann. 

Betaisodona Salbe
Betaisodona Salbe enthält den Wirkstoff Povidon-Iod, wobei es sich um ein Antiseptikum handelt. Die Salbe dient zur entzündungshemmenden Wundbehandlung und kann nach der Öffnung eines Abszesses angewendet werden.

Abszess öffnen

Wenn es schmerzt und drückt, ist die Versuchung, selbst Hand anzulegen, groß. Von Abszessen sollten Sie jedoch wortwörtlich die Finger lassen. Versuchen Sie, die eitergefüllten Kapseln aufzudrücken, kann die Membran aufbrechen und sich in das umliegende Gewebe entleeren. Die Entzündung wird dann gestreut.

Blutvergiftungen, Eiteransammlungen in Körperhöhlen und die Entstehung weiterer Abszesse können zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Hausmittel bei Abszessen

Wenn Sie einen Abszess zunächst auf natürliche Weise behandeln möchten, stehen Ihnen diverse Hausmittel zur Verfügung, von denen Sie das eine oder andere sicherlich zu Hause haben: 

Zwiebeln
Zwiebeln sind bei vielen gesundheitlichen Problemen eine gute Hilfe, so auch bei Abszessen. Die Zwiebel hat eine antiseptische, antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Nehmen Sie eine dicke Zwiebelscheibe und legen Sie diese auf den Abszess. Wickeln Sie ein Tuch darum und lassen die Zwiebel einige Stunden wirken. Bei Bedarf kann die Zwiebelscheibe mehrmals täglich erneuert werden. 

Knoblauch
Knoblauch verfügt ebenfalls über eine antibakterielle, antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung, die sich ideal zur Behandlung von Abszessen eignet. Pressen Sie zwei bis drei frische Knoblauchzehen und schmieren Sie die erzeugte Paste auf den Abszess. Lassen Sie das Ganze dann fünf Minuten einwirken und spülen Sie die betreffende Körperstelle danach ab. Es empfiehlt sich, dieses Hausmittel maximal zweimal täglich durchzuführen. Des Weiteren ist es sinnvoll, den Abszess zusätzlich von innen heraus durch den Verzehr von Knoblauch zu bekämpfen. 

Quark
Wenn noch keine Eiterbildung vorliegt, ist Magerquark ein bewährtes Hausmittel. Dazu legen Sie einen Quarkwickel mit einem dünnen Tuch an, das auf den Abszess aufgelegt wird. Ist der Quark warm geworden, erneuern Sie den Wickel. Weitere hilfreiche Umschläge und Kompresse können Sie mit Thymian, Teebaumöl, Rosmarinöl oder Myrrhenöl anlegen.

Jedes Hausmittel wirkt individuell und kann daher mehr oder weniger gut helfen. Ggf. müssen die Anwendungen mehrmals wiederholt werden.

Abszesswunde pflegen

Die richtige Hautreinigung und -pflege kann sich positiv auf den Abszess auswirken. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn auch die Inhaltsstoffe der Produkte können eine Rolle spielen.

Abszesse besser nicht ausdrücken und aufstechen

Ärzte raten davon ab, Abszesse selbst aufzudrücken, da dies mit Risiken verbunden ist. Das Aufstechen scheint hingegen vergleichsweise sicher. Dennoch birgt es Gefahren, wenn es nicht hygienisch einwandfrei durchgeführt wird.

Besser: Setzen Sie Abszess-Salben zur Reifung des Abszesses ein und lassen Sie diese den Eiter an die Hautoberfläche ziehen. Die Salben erweichen weiterhin die Haut und begünstigen dadurch die eigenständige Öffnung und Entleerung. Nutzen Sie (Teil-)Bäder und betupfen Sie die Abszesse im Anschluss mit den genannten ätherischen Ölen, um die Heilung zu beschleunigen.

Pflege offener Abszesse

In den meisten Fällen bleibt die Wunde nach der Öffnung eines Abszesses offen, damit von innen heraus die Heilung eintreten kann. Allerdings besteht dabei das Risiko, dass erneut Bakterien in die Wunde gelangen. Aus diesem Grund muss die Wunde besonders gepflegt werden. Regelmäßig ist der offene Abszess mit lauwarmem Wasser vorsichtig auszuwaschen, auf Seife sollte dabei aber verzichtet werden. Zum Schutz wird die Wunde nach dem Waschen mit Kompressen und Tüchern zugedeckt, die es regelmäßig zu wechseln gilt. 

Richtige Hautreinigung und -pflege

Versorgen Sie ihre Haut mit Feuchtigkeit, halten Sie sie in gesundem Maße sauber und gehen Sie sowohl bei Reinigung als auch bei Pflege so sanft wie möglich vor. Die folgenden Tipps können weiterhin dabei helfen, die Haut gesund zu pflegen:

1. Make-Up weitestgehend vermeiden
Make-Up kann die Poren verstopfen und somit den Abfluss von Talg verhindern. Damit steigt das Risiko für eine Abszessbildung. Verzichten Sie daher so oft wie möglich auf abdeckende Kosmetika.

2. Hauttyp beachten
Wer unter trockener Haut leidet, sollte auf austrocknende Stoffe wie Alkohol, aber auch bestimmte Öle - darunter Teebaum und Argan - mit austrocknender Wirkung verzichten. Ist die Haut eher fettig, sind nachfettende Produkte die falsche Wahl. Besser pH-hautneutrale Substanzen und auf den Hauttyp abgestimmte, natürliche Kosmetik verwenden.

3. Hygiene in Maßen
Sanftes Waschen mit lauwarmem Wasser sollte maximal morgens, abends und nach dem Schwitzen erfolgen. Im Anschluss wird die Haut trockengetupft und nicht gerieben. Wer hingegen ständig schrubbt, aggressive Reinigungsgels und Seifen einsetzt, schädigt die Haut nachhaltig und begünstigt damit auch die Entstehung von Abszessen.

4. Reinigung von Abszessen
Reinigen Sie betroffene Bereiche ohne Druck. Sanftes Abspülen, Desinfizieren und betupfen mit Ölen oder Salbe sind die bessere Wahl und führen nicht zur Gefahr, die Abszesse versehentlich in das Gewebe zu drücken oder zum Platzen zu bringen.

5. Inhaltsstoffe beachten
Setzen Sie bei der Kosmetik auf nicht-komedogene Inhaltsstoffe und natürliche Substanzen. Diese verstopfen die Poren nicht und können daher die Entstehung von Abszessen verhindern.

Abszessen vorbeugen

Abszesse lassen sich nicht in jedem Fall verhindern, das Risiko für ihre Bildung kann aber reduziert werden. Beachten Sie dazu die folgenden Faktoren:

Pickel und Mitesser

Pickel und Mitesser sollten nicht ausgedrückt werden. Aus einem solchen kleinen Entzündungsherd kann dann nämlich ein großer werden.

Immunsystem stärken

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung an frischer Luft, Entspannung und die ausheilende Behandlung von Krankheiten schont das Immunsystem und kann damit auch die Neigung zu Abszessen verringern.

Wundhygiene

Auch wenn der Schnitt, Stich oder die Schürfwunde wenig gefährlich aussehen, sollten Sie die Verletzung desinfizieren, sauber halten und bis zum Abheilen abdecken und pflegen.

Kleidung

Achten Sie auf weiche und atmungsaktive Materialien, die gut sitzen und nicht reiben.

Genussmittel

Alkohol, Nikotin, aber auch Zucker und Fett können sich negativ auf die Hautgesundheit auswirken und das Immunsystem schwächen.

(Haut-)Krankheiten therapieren

Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte, aber auch Diabetes und chronisch entzündliche Darmerkrankungen erhöhen das Risiko für Abszesse. Therapieren Sie diese umfassend und reduzieren Sie die Gefahr.

Folgen bei Nichtbehandlung

Werden Abszesse nicht behandelt, können sie durch den von innen ausgehenden Druck aber auch durch äußere Einflüsse unkontrolliert aufbrechen und sich in das umliegende Gewebe entleeren. Mögliche Risiken sind dann:


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über unsere Seite direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

Folgende Textabschnitte wurden zuletzt ergänzt und aktualisiert: Hausmittel, Abszesswunde pflegen, Abszesse behandeln sowie Abszesse unter der Haut

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