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Haarausfall - Die berühmten 100 Haare am Tag

Aktualisiert am 10.04.19

Jeder Mensch träumt von gesundem vollem Haar. Denn schöne Haare stehen für Kraft und sind neben den Fingernägeln das Aushängeschild des Menschen. Leider gibt es viele Männer und Frauen, denen schleichend oder plötzlich vermehrt die Haare ausfallen. Für Betroffene ist dies nicht nur ein optisches Problem. Mit dem Haarausfall verringert sich die gesamte Lebensqualität. 

  1. Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall
  2. Wann zum Arzt?
  3. Erkrankungen, die zu Haarausfall führen
  4. Vitamine & Mineralstoffe gegen Haarausfall
  5. Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Shampoos gegen Haarausfall
  6. Rezeptfreie Produkte gegen Haarausfall
  7. Hausmittel
  8. Allgemeine Tipps gegen Haarausfall
  9. Neueste Studien und Erkenntnisse

Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall

Täglich verliert der Mensch bis zu 100 Kopfhaare. Demzufolge ist Haarausfall ein natürlicher Prozess und es gibt keinen Grund zur Besorgnis. Er wird erst dann bedenklich, wenn Betroffene deutlich mehr Haare verlieren oder es gar zur kompletten Haarlosigkeit kommt. Hormonelle Schwankungen und Stress sind die häufigsten Ursachen. Medikamente, die das Blut verdünnen (Marcumar, Heparin) können gleichermaßen Auslöser für Haarausfall sein. 

Dann ist der Weg zum Arzt ratsam

Wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen oder Betroffene beunruhigt sind, wird der Weg zum Arzt angeraten. Ansprechpartner sind in dem Fall Hautärzte. Im intensiven Gespräch wird nach der Stärke und der Dauer des Haarausfalls sowie weiteren Symptomen wie Krankheiten und Lebensumständen gefragt. Nach einer gründlichen Inspektion von Kopfhaut und Haar führt der Arzt eventuell weitere Tests wie Zupftest oder eine Haarwurzelanalyse (Trichogramm) durch. Unter Umständen kommt es zu einer Kopfhautbiopsie und zu Blutuntersuchungen, um die Ursache vollständig zu klären. 

Erkrankungen, die zu Haarausfall führen

Verschiedene Erkrankungen oder Mangelerscheinungen und Umstände können für Haarausfall in Frage kommen. Hierzu zählen:

Zudem kann es bei Kindern mit Neurodermitis und Heuschnupfen gleichfalls zu Haarausfall kommen.

Darüber hinaus spielt auch die erbliche Veranlagung eine Rolle. In diesen Fällen sind Nahrungsergänzungen, die das Haar stärken und wieder aufbauen können jedoch wenig wirkungsvoll. Bei bestimmten Mangelerscheinungen oder vereinzeltem Haarausfall können diese Präparate und auch spezielle Shampoos allerdings helfen.

Vitamine & Mineralstoffe gegen Haarausfall

Auch ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen kann Haarausfall begünstigen. Für das Haarwachstum sind schwefelhaltige Aminosäuren ebenso wichtig wie Spurenelemente. Nur mithilfe dieser Stoffe wird der Haarfollikel stimuliert und die Produktion der Haare angeregt. Entsprechend sollten durch eine ausgewogene Ernährung dem Körper wichtige Mineralstoffe und Vitamine zugeführt werden. Da in einigen Gegenden aber das Mineralstoff-Vorkommen im Erdreich so gering ist, weisen die dort angebauten Lebensmittel einen erheblichen Mangel an Mineralien auf. Ebenfalls können Düngemittel die natürliche Absorption von Spurenelementen und Mineralien beeinträchtigen. Daher sind manchmal auch Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.

Eisen

Eisenmangel ist ein weitverbreitetes und weltweites Problem. Eisen ist unter anderem am Sauerstofftransport beteiligt und führt bei Mangel zu spröden Haaren und Haarausfall. Eisen ist vor allem in Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide enthalten.

Biotin

Biotin wird auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bezeichnet. Biotin sorgt für gesunde Haare, Haut und Nägel und verleiht diesen eine gleichmäßige, gesunde Struktur. Biotin ist aber auch für die Psyche von besonderer Bedeutung. Da der Körper unter Stress bestimmte Neurotransmitter und andere Botenstoffe ausschüttet, welche die Haarfollikel schädigen, kann Stress auch ein Auslöser von Haarausfall sein. In diesem Fall ist Biotin essentiell für die Bewältigung des Alltags. Des Weiteren beugt es der Ergrauung der Haare vor. Biotin ist in Soja-Produkten, Nüssen, Eiern, Haferflocken und Milch zu finden.

 Selen

Selen-Mangel führt zu spröden Haaren und Haarausfall. Das liegt daran, dass Selen den Körper bei der Verarbeitung von Proteinen unterstützt und die Haare hauptsächlich aus Proteinen bestehen. Es wird nur eine kleine Menge an Selen benötigt, weshalb es ausschließlich in natürlicher Form über Nahrungsmittel wie Nüsse, Fisch und Schalentiere zu sich genommen werden sollte.

Calcium und Magnesium

Bei gesundem Haarboden ist eine ausreichende Menge an den basischen Mineralstoffen Calcium und Magnesium vorhanden. Diese benötigt der Haarboden, damit das Haar wachsen kann. Besteht ein Calcium- oder Magnesiummangel, ist auch der Haarwuchs negativ beeinträchtigt. Calcium und Magnesium stecken reichlich in Nüssen, Sesam, Getreide und verschiedenen Kohlsorten. Jedoch reicht die Zufuhr über Lebensmittel häufig nicht aus, sodass Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden.

Zink

Zink wird als einer der besten Stoffe zur Erhaltung der Haare angesehen. Herrscht ein Zinkmangel vor, kann es zu dünnen und brechenden Haaren kommen und schließlich auch zu Haarausfall. Unsere Haare bestehen unter anderem aus Keratin, an dessen Bildung Zink beteiligt ist, sowie an der Produktion von Kollagen. Weiterhin funktioniert die Zellteilung nicht ohne Zink. Diese ermöglicht erst das Haarwachstum. Die Zufuhr von Zink kann über den Verzehr von Austern, Fleisch, Hülsenfrüchten, Weizen, Haferflocken und Sonnenblumenkernen erfolgen.

Jedoch kann Zink, wie jeder andere einzelne Mineralstoff auch, alleine weder Haarwuchs fördern noch Haarausfall stoppen. Hierzu bedarf es einer Kombination aus unterschiedlichen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen.

Jod

Jod ist vor allem als wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone bekannt. Liegt aber ein Mangel des Spurenelementes vor, kann dies nicht nur die Schilddrüse negativ beeinflussen, sondern auch zu Haarausfall führen. Hochwertiges Meersalz oder Kristallsalz ist der einfachste Weg, Jod über die Nahrung zu sich zu nehmen. Denn in diesen Salzen ist das Spurenelement in natürlicher Kombination mit anderen Mineralien enthalten. Alternativ wird der Verzehr von Seefisch und Algen empfohlen.

Folsäure

Es ist sehr wichtig, den Körper während einer Schwangerschaft mit Folsäure zu versorgen, denn Folsäure spielt eine wichtige Rolle für die Zellentwicklung und das Gewebewachstum. Das gilt jedoch nicht nur für einen heranwachsenden Fötus, sondern auch die Haare. Durch die Folsäure wird die Kopfhaut besser durchblutet und der Weg für weitere Nährstoffe geebnet. Kohl, Rosenkohl, Brokkoli und Zitrusfrüchte enthalten eine angemessene Menge an Folsäure.

Vitamin A

Bei Vitamin A handelt es sich um ein Antioxidans, das unter anderem die Produktion von Talg stimuliert und das Haar dadurch vor dem Austrocknen schützt. Das fettlösliche Vitamin ist an der Fettsynthese in den Haarfollikeln beteiligt und fördert das Haarwachstum. Ein Mangel an Vitamin A kann demnach zu Haarausfall führen kann. Vitamin A kann durch tierische Lebensmittel zugeführt werden. Alternativ lässt sich durch Gemüse wie Tomaten, Brokkoli und Karotten Provitamin A aufnehmen und bei Bedarf in Vitamin A umwandeln.

Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Shampoos gegen Haarausfall

Gegen Haarausfall gibt es eine Vielzahl an Nahrungsergänzungen und Pflegeprodukte, die das Haar stärken und das Ausfallen verhindern sollen. Meist eignen sich die Präparate zur Stärkung und Verbesserung von Haut, Haaren und Nägeln. Die folgende Übersicht zeigt Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, die helfen können, Haarausfall entgegenzuwirken.

1. Kieselerde

Kieselerde ist ein Naturprodukt. Es hat die Eigenschaft, das Haar von innen zu stärken und aufzubauen. Der wesentliche Bestandteil von Kieselerde ist Kieselsäure, eine Verbindung zwischen Silicium und Sauerstoff. Ersteres ist wichtig für Nägel, Knochen, Gewebe und eben auch die Haare. Allerdings ist die Wirksamkeit von Kieselerde immer wieder umstritten, da verschiedenen Studien zufolge die Bestandteile der Kieselerde gar nicht vom Körper aufgenommen werden können. Wiederum existieren auch viele positive Wirkungsergebnisse von Kieselerde in den Medien. 

2. Hirseextrakt, Vitamin B5 und L-Cystin

Die Kombination aus Hirseextrakt, Vitamin B5 sowie Cystein dient Frauen, deren Haarwuchs gestört ist. Zudem kann sie bei erblich oder hormonell bedingtem Haarausfall helfen. Die Kombination liefert die Bausteine für den Haaraufbau und ernährt die Zellen der Haarwurzel. 

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3. Coffein

Coffein wirkt sich positiv auf das Wachstum der Haare aus und kann den Abbau der Haarwurzeln verhindern. Positive Erfolge können jedoch nur bei dauerhafter und regelmäßiger Anwendung erzielt werden. 

Rezeptfreie Produkte gegen Haarausfall 

Zur Behandlung von Haarausfall haben sich neben rezeptpflichtigen Präparaten auch rezeptfreie Mittel bewährt. Jedoch ist anzumerken, dass jeder Betroffene anders auf die unterschiedlichen Wirkstoffe reagiert. Hier hilft ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um das richtige Präparat zu finden. Zu den gängigen Arzneistoffen zählen unter anderem:

1. Minoxidil

In der Regel wird Minoxidil als Wirkstoff eingesetzt, um den Blutdruck zu senken. Der Arzneistoff wirkt sich aber auch positiv bei androgenetischer Alopezie aus. Er versorgt die Haarfollikel mit Nährstoffen und Blut. Dadurch intensiviert sich das Wachstum der Haare. Präparate mit dem Wirkstoff Minoxidil werden bei Männern und Frauen gleichermaßen eingesetzt. Wenngleich bei Männern in der Regel Präparate mit 5 Prozent des Wirkstoffs eingesetzt werden und bei Frauen mit 2 Prozent. 

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2. Alfatradiol

Der Arzneistoff Alfatradiol wird bei erblichem und hormonell bedingtem Haarausfall verabreicht. Er fördert das Haarwachstum und reduziert den Haarausfall. Dabei wird die Anzahl der im Wachstum befindlichen Haare gesteigert. Dieser Wirkstoff sollte allerdings nicht mit Schleimhäuten und Augen in Verbindung treten. Zudem ist er ungeeignet für Personen unter 18 Jahren. 

Mittel aus Omas Trickkiste

Neben Produkten der Kosmetikindustrie bietet die Natur eine Vielfalt an Mitteln, die Betroffene gegen Haarausfall ausprobieren können. Dazu zählen:

1. Salbeitee und Apfelessig

Eine Spülung aus Salbeitee und Apfelessig kann das Haarwachstum beschleunigen und Haarausfall vermindern. Die Spülung ist im Kühlschrank haltbar und kann bei jeder Haarwäsche angewendet werden.

2. Rosmarinöl

Rosmarinöl kann Haarausfall stoppen, denn es ist in der Lage Sauerstoff zu binden und die Haarfollikel zu stimulieren. Betroffene massieren es in die Kopfhaut ein und lassen es für einige Stunden einwirken. Eventuell brennt und juckt die Kopfhaut nach der Anwendung, was allerdings normal ist. 

3. Teebaumöl

Wenn Teebaumöl richtig eingesetzt wird, eignet es sich hervorragend gegen Haarausfall. Für die Anwendung Teebaumöl mit Olivenöl mischen und auf dem Haar verteilen. 

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4. Kokosnussöl

Kokosnussöl lässt die Haare voller aussehen und hilft ebenso bei Haarausfall, wenn es regelmäßig in die Kopfhaut einmassiert wird. 

Allgemeine Tipps gegen Haarausfall

In erster Linie sollten Ärger, Stress und starke Belastungen vermieden werden. Zudem ist es wichtig, auf Shampoos zu verzichten, die Parfüm enthalten. Weiterhin sei erwähnt, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung die Basis für ein gesundes Haarwachstum bildet. Betroffene sollten aus diesem Grund möglichst wenig Kaffee oder schwarzen Tee und Alkohol trinken, keine Produkte aus Weißmehl zu sich nehmen, kaum Zucker und süße Nahrungsmittel essen und nicht rauchen. Ebenfalls wirkt sich ein gesunder Schlaf positiv auf den Haarwuchs aus, da sich im Schlaf die Haarwurzeln regenerieren.

Neueste Studien und Erkenntnisse

Neurodermitis-Medikament wirkt gegen besondere Art des Haarausfalls (Alopecia universalis)! (November 2018) 
Der Antikörper Dupilumab ist seit 2017 bei schwerer Neurodermitis zugelassen. Wie die Neurodermitis gehört die Alopeciauniversalis zu den Autoimmunerkrankungen. Bei dieser speziellen Form des Haarausfalls ist der ganze Körper betroffen und gänzlich haarlos. 
Ein Fallbericht lässt nun hoffen, dass Dupilumab zusätzlich gegen Alopecia universalis wirksam ist: Ein 13-jähriges Mädchen litt seit dem siebten Lebensmonat an schwerer Neurodermitis und seit dem zweiten Lebensjahr an Alopecia universalis. Sie erhielt nach der Zulassung des Medikaments alle zwei Wochen eine Spritze mit Dupilumab in das Unterhautfettgewebe. Die Haut heilte und nach sechs Wochen sprossen Haare. Das Haarwachstum hätte Zufall sein können - jedoch kam es neun Monate nach Behandlungsbeginn zu einer Unterbrechung der Behandlung mit Dupilumab. Grund waren Schwierigkeiten mit der Versicherung. Die neu gewachsenen Haare fielen sofort wieder aus. Nach der Wiederaufnahme der Behandlung wuchsen auch die Haare wieder. 
Natürlich ist ein Einzelfall kein Beweis - doch die Forscher hoffen, dass hierauf eine Studie aufbauen kann. Hier mehr erfahren.

SFRP1-Hemmer wirksam gegen männlichen Haarausfall! (Mai 2018)
Zu den Nebenwirkungen des Immunsuppressivums Cyclosporin A gehört ein übermäßiger Haarwuchs. Cyclosporin A kann allerdings nicht als Haarwuchsmittel eingesetzt werden, weil die Risiken und Nebenwirkungen den ästhetischen Nutzen nicht rechtfertigen. Daher suchten Forscher nach der Ursache des gesteigerten Haarwachstums. Sie untersuchten, welche Gene durch Cyclosporin A aktiviert und welche inaktiviert werden. Die größten Unterschiede konnten sie bei SFRP1 feststellen. SFRP1 fungiert als "Schalter" in der Haarwurzel, der zwischen Wachstums- und Ruhephase des Haares entscheidet. Im Labor verlängerte sich die Wachstumsphase der Haare, wenn SFRP1 blockiert worden war. Der nächste Schritt könnte die Testung von SFRP1-Hemmern an Tieren sein. Hier geht´s zur Studie.

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