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Arterienverkalkung

Aktualisiert am 03.03.20

Arteriosklerose zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Dabei lagert sich Kalk, Bindegewebe und Fett in den Blutgefäßen ab. Dies führt zu einer Verengung der Arterien und infolgedessen können Schlaganfälle, Herzinfarkte oder periphere arterielle Verschlusskrankheiten entstehen. Die Ursachen sind noch nicht restlos geklärt. Ungünstige Gene und ein ungesunder Lebensstil spielen allerdings eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Arteriosklerose.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

1. Was versteht man unter Arteriosklerose?
2. Wodurch äußert sich eine Arterienverkalkung?
3. Ursachen von Arterienverkalkung
4. Risikofaktoren einer Arteriosklerose
5. Folgen von Arteriosklerose
6. Behandlungsmaßnahmen bei Arteriosklerose
7. Arterienverkalkung aktiv vorbeugen

Was versteht man unter Arteriosklerose?

Arteriosklerose ist eine weit verbreitete Erkrankung der Gefäße. Allein in Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an der Gefäßverengung. Unsere Blutgefäße haben definitionsgemäß die Aufgabe das Blut vom Herzen weg zu führen. Sie transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen, Muskeln und zum Gewebe. Sind diese Arterien durch Ablagerungen verengt, spricht man von Arteriosklerose. Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe und Kalk lagern sich in den Gefäßwänden von Betroffenen ab. Mediziner nennen diese Ablagerungen auch Plaques.

Zur Arteriosklerose zählen alle Verhärtungen der Schlagaderwand. Dazu gehört zum Beispiel die Mönckeberg-Mediasklerose oder die Atherosklerose. Bei der sogenannten Atherosklerose bilden sich Plaques in der Gefäßinnenwand. Sie ist die weithin bekannteste und häufigste Form der Arteriosklerose. Die Begriffe Arteriosklerose und Atherosklerose werden daher oft synonym verwendet. Eine Arteriosklerose entsteht bevorzugt in bestimmten Blutgefäßen im Hals, Gehirn, Herzen, Becken oder in den Haupt- und Beinschlagadern. Prinzipiell können jedoch in allen Arterien des Körpers Ablagerungen entstehen.

Wodurch äußert sich eine Arterienverkalkung?

Arterienverkalkung ist ein schleichender Prozess. Die Erkrankung kann lange Zeit ohne Symptome bleiben. Erst nach Jahren oder Jahrzehnten äußern sich die Symptome der Gefäßverengung. Oft treten die Anzeichen daher erst in höherem Alter auf. Da verschiedene Gefäße im Körper betroffen sein können, zeigt sich eine Arterienverkalkung auch auf unterschiedliche Art und Weise.

Sind die Herzkranzgefäße betroffen, äußert sich das durch ein Engegefühl im Brustkorb oder Brustschmerzen auf der linken Seite. Weitere Symptome dieser Krankheit sind Atemnot, Blutdruckabfall, erhöhte Pulsfrequenz, extremes Schwitzen, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch sowie Angstzustände.

Wenn die Blutgefäße in der Halsschlagader verkalkt sind oder die Halsschlagader durch ein Blutgerinnsel verstopft ist, kann es zu einem Schlaganfall kommen. Betroffene weisen Lähmungen auf einer Körperseite oder Sprachstörungen auf. Akute Schwäche, Sehstörungen, Schwindel und Bewusstlosigkeit zählen ebenfalls zu den Symptomen.

Tritt die Verengung der Arterien im Becken und in den Beinen auf, kommt es zu verschiedenen Symptomen. Patienten müssen häufig Gehpausen einlegen und leiden unter Schmerzen. Häufig äußert sich die Erkrankung auch durch Blässe, Gefühlsstörungen und Pulsverlust.

Ursachen von Arterienverkalkung

Der genaue Ursprung einer Arterienverkalkung ist bisher noch unbekannt. Mediziner sind sich allerdings einig, dass bei der Entstehung einer Arteriosklerose viele Faktoren eine Rolle spielen. Die Schädigung der inneren Gefäßwandschicht gehört zur unmittelbaren Ursache. Dies begünstigt in weiterer Folge die Anlagerung von Fetten. Wodurch die Schädigung der Gefäßwandschicht jedoch verursacht wird, ist noch unklar. Es wird zurzeit versucht, die verschiedenen Faktoren zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Im Ansatz ist es möglich, Ursachen und Faktoren zur Entstehung zu erkennen, da es zahlreiche Studien zu diesem Thema gibt. Der Verlauf und das Ausmaß der Krankheit hängen vom Zusammenspiel dieser verschiedenen Risikofaktoren ab.

Risikofaktoren einer Arteriosklerose

Die Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arteriosklerose werden in zwei Gruppen unterteilt. Einerseits spielen familiäre Veranlagung, Geschlecht und Alter eine wichtige Rolle. Diese Faktoren können nicht beeinflusst werden. Andererseits kann auch der moderne Lebensstil (Fast Food, Bewegungsmangel, Stress, Alkohol & Nikotin) zu einer Arterienverkalkung führen. Auf diesen ungesunden Lebensstil können wir jedoch Einfluss nehmen.

Veranlagung, Geschlecht und Alter

Arteriosklerose kommt häufig bei älteren Menschen vor. Wer über eine bestimmte genetische Veranlagung verfügt, kann früher an typischen Altersleiden erkranken als andere. Die Kombination von ungünstigen Genen und einem ungesunden Lebensstil führt häufig schneller zur Entwicklung einer Arteriosklerose als gute Gene und eine ungesunde Lebensart. Trotz genetischer Veranlagung kann eine Entstehung von Arteriosklerose jedoch durch einer gesunden Lebensweise verzögert werden.

Zu einem gesunden Lebensstil gehören regelmäßige Bewegung, gesunde und ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht und der Verzicht von Nikotin und Alkohol. Diese gesunde Lebensweise kann die Entstehung von erhöhtem Blutdruck oder erhöhten Blutfettwerten eindämmen oder verlangsamen. Menschen mit einer entsprechenden familiären Veranlagung sollten daher vermehrt auf ihre Werte Acht geben. Oft reichen schon kleine Änderungen im Lebensstil aus, um den Einfluss ungünstiger Gene zu neutralisieren.

Moderner Lebensstil

Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen spielen eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Arterienverkalkung. Die Überflussgesellschaft, in der wir leben, verleitet viele Menschen dazu, ungesund zu leben. Betroffene essen zu viel, zu salzig, zu fettig und zu süß. Hinzu kommt Bewegungsmangel, Tabak- und Alkoholkonsum. Wer diese Faktoren bekämpft, hat sehr gute Chance auf Besserung. Wer sich beispielsweise zwei- bis dreimal wöchentlich mindestens 30 Minuten bewegt, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um circa 35%. Der gleiche Effekt wird auch durch Rauchverzicht erzielt. Eine Ernährung, die weniger tierische Fette und Salz enthält, wirkt sich ebenfalls positiv auf die Arterien aus.

Folgen von Arteriosklerose

Besteht eine Arteriosklerose über einen längeren Zeitraum hinweg, kann das gefährliche Folgen nach sich ziehen. Durch eine Verkalkung der Herzkranzgefäße kann beispielsweise eine Koronare Herzkrankheit entstehen. Bei Gefäßverengungen in der Halsschlagader kann es hingegen zu einem Schlaganfall kommen.

Koronare Herzkrankheit

In den westlichen Industrieländern gilt die koronare Herzkrankheit als häufigste Todesursache. In den Gefäßen kommt es zu einer Ablagerung von Plaques und in weiterer Folge verengen sich die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Die Koronararterien umgeben den Herzmuskel kranzförmig und versorgen ihn mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Wenn eine bereits verengte Koronararterie durch ein Blutgerinnsel verstopft wird, kommt es zum Herzinfarkt.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Arterien im Becken und in den Beinen können ebenfalls durch eine Arteriosklerose verengt sein. Diese Durchblutungsstörung in den Beinen wird auch periphere arterielle Verschlusskrankheit genannt. Der Sauerstoffmangel in den Arterien löst Schmerzen beim Gehen aus, die beim Stehenbleiben wieder verschwinden.

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Aufgrund der Durchblutungsstörung erhalten die Gehirnzellen wenig Sauerstoff und Nährstoffe und sterben infolgedessen ab. Ein Schlaganfall kann verschiedene Ursachen haben. So kann er zum Beispiel durch eine Blutung im Gehirn, eine Blutung zwischen den Hirnhäuten und einem Blutgerinnsel ausgelöst werden. Eine häufige Ursache ist auch die Arteriosklerose. Durch die Verkalkung von Hirngefäßen oder der Halsschlagader enthalten zu versorgende Hirnareale zu wenig Blut und Sauerstoff.

Weitere Folgen

Arteriosklerose kann prinzipiell in allen Arterien des Körpers entstehen. Wenn die Nierenarterien von Ablagerungen betroffen sind, ist die Funktionstüchtigkeit dieser Filter- und Ausscheidungsorgane stark eingeschränkt. Anfangs verläuft die Krankheit ohne Symptome. In einem fortgeschrittenen Stadium äußert sich die Erkrankung in einem permanenten Erschöpfungszustand. Ein Urintest kann erste Hinweise auf eine Nierenschädigung liefern.

Eine intakte Durchblutung ist auch für die Funktion der Sexualorgane bei Männern und Frauen Voraussetzung. Kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße in Penis und Klitoris, äußert sich das bereits früh durch Libido- und Erektionsstörungen. Eine weitere Folgeerkrankung von Arteriosklerose ist Parodontitis. Dabei handelt es sich um eine Zahnfleischentzündung, die unbehandelt zum Verlust der Zähne führen kann.

Behandlungsmaßnahmen bei Arteriosklerose

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten eine Arterienverkalkung zu behandeln: Die medikamentöse Behandlung oder eine Operation. Welche Therapie zur Anwendung kommt, hängt vom Ausmaß der Krankheit und den drohenden Komplikationen ab.

Medikamentöse Behandlung

Das Arterioskleroserisiko kann durch die Einnahme von Blutdrucksenkern verringert werden. Die sogenannten ACE-Hemmer enthalten Wirkstoffe, die ungünstige Blutfettwerte senken und die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen können. Ist die Arterienverkalkung bereits fortgeschritten, werden oft die gleichen Medikamente wie für die Behandlung mancher Herz-Kreislauf-Erkrankungen verabreicht. Zu diesen Medikamenten zählen beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel. Sie hemmen die Blutgerinnung und können so die Entstehung eines Blutgerinnsels verhindern.

Chirurgischer Eingriff

Nimmt eine Arterienverkalkung lebensbedrohliche Ausmaße an, muss sie operativ behandelt werden. Welches Therapieverfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Art und dem Ausmaß der Arteriosklerose ab. Eine Möglichkeit ist die Ballonerweiterung mit Gefäßstütze. Dabei wird ein kleiner Balkonkatheter bis an die verengte Stelle vorgeschoben und aufgeblasen. Dadurch wird das Gefäß erweitert und das Blut kann wieder frei fließen. Eine weitere Möglichkeit ist der Bypass. Dabei schafft der Chirurg eine sogenannte "Umleitung" und das Blut wird an der verengten Stelle vorbeigeführt. Die dritte Option ist die Operation einer verengten Halsschlagader. Dabei wird die Verengung aus der Arterie ausgeschabt. Der Chirurg macht an der verengten Stelle einen Schnitt und legt so die Arterie frei.

Arterienverkalkung aktiv vorbeugen

Wenn es in Ihrer Familie bereits vermehrt Fälle von Arteriosklerose gab und Sie ungünstige Gene aufweisen, müssen Sie nicht tatenlos zusehen. Beugen Sie der Entstehung einer Arterienverkalkung aktiv vor indem Sie:

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