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Thrombose - Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel

Grundsätzlich können Männer und Frauen gleichermaßen davon betroffen sein, jedoch überwiegt die Anzahl der weiblichen Personen. Schwangere Frauen sind deutlich anfälliger für Thrombosen, da das Blut während einer Schwangerschaft leichter und schneller gerinnt. Zudem begünstigen die erweiterten, dünnwändigen Venen und das erhöhte Blutvolumen die Entstehung. Mit einer Thrombose ist nicht zu spaßen, denn sie kann lebensbedrohlich sein und beispielsweise eine Lungenembolie zur Folge haben. Eine frühzeitige Behandlung ist daher zwingend erforderlich. Dies kann entweder mit der Hilfe von Medikamenten wie Heparin- und Cumarinpräparate erfolgen oder durch operative Maßnahmen zur Entfernung des Blutgerinnsels.

In diesem Artikel erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist eine Thrombose?
  2. Symptome
  3. Ursachen
  4. Risikofaktoren
  5. Diagnoseverfahren
  6. Behandlungsmethoden
    1. Medikamentöse Behandlung
    2. Operative Behandlung
    3. Begleitende Maßnahmen
  7. Mögliche Folgeerkrankungen
  8. Thrombose vorbeugen
  9. Schwangerschaftsbedingte Thrombose - Höhere Gefahr für Schwangere
    1. Symptome einer tiefen Venenthrombose
    2. Ursachen einer schwangerschaftsbedingten Thrombose
    3. Risikofaktoren einer Thrombose
    4. Behandlungsmethoden
    5. Folgeerkrankungen und Komplikationen
    6. Thrombose vorbeugen

Thrombose - Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel

Eine Thrombose ist ein teilweiser oder kompletter Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus, Blutpfropf), wodurch der Blutabfluss gestört ist. Dabei kann jede Art von Blutgefäßen betroffen sein, am häufigsten treten Thrombosen jedoch in den Venen (venöse Thrombose) auf, speziell in den tiefen Bein- und Beckenvenen (Phlebothrombose). Blutgerinnsel können sich aber auch in anderen Gefäßen, die das Blut zum Herzen führen (Venen) wie im Gehirn oder in den Herzhöhlen sowie in Gefäßen, die das Blut vom Herzen wegführen (Arterien) bilden. Bei einem Venenverschluss kann das sauerstoffarme Blut nicht mehr in den Blutkreislauf zurückkehren, wodurch Schmerzen, Stauungen und Schwellungen entstehen könnten. Handelt es sich jedoch um einen Verschluss einer Arterie, können die angeschlossenen Organe nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt werden und schlimmstenfalls absterben. Zudem besteht bei einer Arterienverengung die Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes.

Symptome - Schmerzen, Schwellung, Verfärbungen der Haut

Thrombosen werden meist erst spät bemerkt, da sie zu Beginn häufig keine symptomatischen Beschwerden zeigen. Daher können sie sich anfangs lediglich durch Wadenkrämpfe bemerkbar machen. Eindeutige Symptome, die auf eine Beinvenenthrombose hinweisen, sind:

Allerdings müssen diese Anzeichen nicht alle auftreten. Bei bettlägerigen Personen können diese Symptome komplett fehlen. Deshalb gestaltet sich eine eindeutige Diagnose meist recht schwierig.

Ursachen - Ein Zusammenspiel der so genannten Virchow-Trias

Ursache einer Thrombose ist das Zusammenspiel dreier wesentlicher Faktoren, die so genannten Virchow-Trias. Diese wurden von dem Pathologen Rudolf Virchow bereits 1856 untersucht und zusammengefasst und gelten noch heute. Jeder Faktor kann allein, aber auch in verstärkter Form in Kombination miteinander, die Bildung einer Thrombose innerhalb der Gefäße begünstigen.

Schädigungen bzw. Veränderungen der Gefäßwand

Sind meist verantwortlich für die Entstehung einer arteriellen Thrombose, hervorgerufen durch beispielsweise Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), andere Gefäßablagerungen (wie sie bei Diabetes mellitus auftreten), Entzündungen, Operationen, Verletzungen (Schlag, Stich, etc.) und Narbenbildung des Gewebes nach Entzündungen.

Verlangsamte Blutflussgeschwindigkeit

Ein herabgesetzter Blutfluss ist häufig (in Kombination mit dem letzten Faktor) Auslöser für eine venöse Thrombose, da der Blutfluss in Venen generell eher langsamer ist als in Arterien. Schuld an dieser Veränderung der Blutströmung können z. B. langes Sitzen mit angewinkelten Kniegelenken, lange Bettlägerigkeit, allgemeiner Bewegungsmangel, Schwangerschaft (bedingt durch den veränderten Hormonspiegel und den wachsenden Druck im Bauchraum), vorhandene Krampfadern oder eine Herzschwäche (bedingt durch die verringerte Pumpleistung des Herzens) sein.

Erhöhte Blutgerinnbarkeit aufgrund Veränderungen der Blutzusammensetzung

Eine Störung der Blutgerinnung ist die häufigste Ursache einer venösen Thrombose. Bei einer erhöhten Gerinnungsneigung verklumpt das Blut schneller und stärker. Im Falle einer offenen Wunde ist eine Blutgerinnung sehr wichtig, da somit die Blutung gestillt wird. Dafür sorgen die so genannten Thrombozyten im Blut. Jedoch kann durch verschiedene Gründe das Blut zu viele Thrombozyten bilden und damit die Blutgerinnung (Hämostase) erhöhen. Dies geschieht z. B. durch starken Flüssigkeitsmangel, operative Eingriffe, bestimmte Medikamente, Einnahme der Antibabypille, Schwangerschaft oder genetisch bedingte Störungen der Blutzusammensetzung.

Risikofaktoren - Krampfadern, Rauchen, Blutgerinnungsstörungen

Das entstehen eines Blutgerinnsels können verschiedene Risikofaktoren einzeln oder in Kombination miteinander begünstigen:

Diagnoseverfahren - Bluttest, Ultraschall & Röntgenuntersuchung

Um eine Thrombose behandeln zu können, muss zuerst eine Diagnose gestellt werden. Diese wird jedoch besonders erschwert, da sich die Symptome bei den Betroffenen stark voneinander unterscheiden können und eine Erkrankung sogar ohne Krankheitszeichen verlaufen kann. Die Diagnosestellung kann mithilfe spezieller Bluttests (Koalugations-Test, Quik-Test, D-Dimer-Test), Ultraschalluntersuchungen (Dopplersonographie, Kompressionssonographie) und einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) erfolgen. Nachteil dieser Methode ist jedoch die Strahlenbelastung und eventuelle Unverträglichkeiten des Kontrastmittels. Dennoch gilt dieses Verfahren als das Sicherste zur Diagnosestellung.

Behandlung - Blutgerinnsel auflösen & neues Wachstum verhindern

Das vorrangige Ziel der Behandlung ist es, das Blutgerinnsel aufzulösen und den Blutfluss wiederherzustellen. Des Weiteren soll ein weiteres Wachstum des Blutgerinnsels verhindert und Spätfolgen bzw. Komplikationen vermieden werden. Eine erfolgreiche Therapie ist davon abhängig, wie lange das Blutgerinnsel schon besteht. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln.

Medikamentöse Behandlung - Heparin- und Cumarinpräparate

Eine medikamentöse Auflösung des Blutgerinnsels ist maximal 10 Tage nach der Entstehung möglich, da sich das Gerinnsel dann zu einem bindegewebsartigen (narbigen) Gebilde verändert. In der Regel werden dazu Blutgerinnungshemmer, so genannte Antikoagulantia verwendet. Mittel der ersten Wahl sind Heparinpräparate. Diese blutverdünnenden Medikamente werden gewöhnlich über eine Infusion in die Vene injiziert und entfalten dort sehr schnell ihre Wirkung. Sie helfen dabei, das Blutgerinnsel aufzulösen und eine Entstehung neuer Thrombosen zu verhindern. Zur Langzeitbehandlung mit Blutgerinnungshemmern wird häufig jedoch auf Cumarinpräparate umgestellt. Diese hemmen das Vitamin K (Vitamin-K-Antagonisten), welches die Blutgerinnung unterstützt. Allerdings setzt deren Wirkung verzögert ein und ist daher nicht zur akuten Sofortbehandlung geeignet.

Fibrinolytika bei Gefahr des kompletten arteriellen Verschluss
Ist das Blutgerinnsel bereits gewandert und es droht eine lebensgefährliche Lungenembolie oder besteht ein kompletter arterieller Verschluss mit Gefahr auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, ist es möglich, eine Thrombolyse durchzuführen. Hierbei werden Medikamente (so genannte Fibrinolytika) verabreicht, welche körpereigene Stoffe aktivieren, die eine Auflösung des Fibrins (Bestandteil von Blutgerinnseln) bewirken. Innerhalb kürzester Zeit löst sich das Gerinnsel auf und das Blut kann wieder fließen. Jedoch können diese Fibrinolytika gefährliche Nebenwirkungen haben, da die Blutgerinnung praktisch unterbunden wird.

Operative Behandlung - Ballonkatheter, Bypass, Kompressions- & Thrombektomie

Je nach Größe und Lage des Blutgerinnsels, ist unter Umständen eine Operation nötig. Dazu stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

Offene Thrombektomie schneidet das Gerinnsel heraus
Bei einer „offenen Thrombektomie“ wird die Stelle, an der sich das Blutgerinnsel im Blutgefäß befindet, geöffnet und das Gerinnsel entfernt. Diese Methode ist allerdings nur möglich, wenn ein kurzer Gefäßabschnitt betroffen ist.

Ballonkatheter entfernt Blutgerinnsel aus dem Gefäß
Das Blutgerinnsel kann aber auch mithilfe eines Ballonkatheters aus dem Gefäß entfernt werden. Dazu wird durch einen kleinen Hautschnitt ein Katheter mit einem aufblasbaren Ballon in das betroffene Gefäß geführt und an dem Gerinnsel vorbei geschoben. Anschließend pumpt der Arzt den Ballon auf und zieht ihn langsam zurück. Auf diese Weise gelangt das Blutgerinnsel bis zur Öffnungsstelle, wo es dann entfernt werden kann.

Bypass überbrückt verschlossenen Gefäßabschnitt
Eine weitere Methode der operativen Behandlung ist den verschlossenen Gefäßabschnitt durch eine Gefäßplastik, dem so genannten Bypass, zu überbrücken. Dieser leitet das Blut um die verschlossene Stelle herum.

Kompressionsthrombektomie drückt das Gerinnsel aus der Vene heraus
Außerdem gibt es noch die Möglichkeit einer Kompressionsthrombektomie. Diese kann zum Einsatz kommen, wenn sich das Blutgerinnsel in den Beinvenen befindet. Denn dabei wird versucht, das Gerinnsel nach Öffnen der Vene, durch Druckanwendung aus dieser herauszupressen.

Begleitende Maßnahmen - Bettruhe & Kompressionsstrümpfe

Bei einer Thrombose ist es wichtig, das gesamte Bein bzw. den Körperteil in dem sich das Blutgerinnsel befindet hochzulagern. Liegt eine tiefe Venenthrombose vor, sollte absolute Bettruhe gehalten werden, da hierbei eine sehr große Gefahr einer Lungenembolie besteht. Des Weiteren müssen die Beine bis zum Abschwellen zusätzlich in Kompressionsverbände gewickelt werden. Danach ist es notwenig, täglich Kompressionsstrümpfe zu tragen, denn wer bereits eine Thrombose hatte, besitzt ein deutlich höheres Risiko, erneut eine zu bekommen.

Mögliche Folgeerkrankungen - Lungenembolie & Blutvergiftung

Eine Thromboseerkrankung kann verschiedene Folgeschäden nach sich ziehen. Die am häufigsten gefürchtete Komplikation ist die Ausbildung einer lebensbedrohlichen Embolie. Löst sich das Blutgerinnsel, wird es mit dem Blut fortgeschwemmt und kann in die Lunge oder in das Gehirn wandern. Ist das Gerinnsel groß genug, kann es die Arterie dort vollkommen verschließen und somit die Sauerstoffversorgung des Körpers unterbinden. Im schlimmsten Fall führt diese Lungenembolie bzw. dieser Schlaganfall zum Tod. Weiterhin können Bakterien das Blutgerinnsel besiedeln und sich auf dem Blutweg im Körper ausbreiten. Die Folge: Eine lebensbedrohliche Blutvergiftung.

Weitere Späterkrankung: Venöse Insuffizienz

Es kann sich aber auch eine chronisch venöse Insuffizienz, ein so genanntes postthrombotisches Syndrom, entwickeln. Dies ist eine bleibende Venenschwäche mit entsprechenden Folgen wie: Ablagerung von Wasser im Gewebe (Ödem), Krampfadern, Entzündungen der Haut und Bildung von Geschwüren, das so genannte „offene Bein“ (Ulcus cruris). In der Regel heilt ein offenes Bein sehr schlecht ab.

Thrombose vorbeugen - Bewegung, Venenkissen, Wechselduschen der Beine

Um einer Thrombose vorzubeugen sind verschiedene Maßnahmen möglich. Diese gelten auch

für Personen mit bereits überstandenen Thrombosen, denn dadurch können sie einer weiteren Thrombose entgegenzuwirken:

Schwangere sind durch die schnellere Blutgerinnung besonders gefährdet

Die schnelle Blutgerinnung dient dazu, den Blutverlust während der Geburt in Grenzen zu halten. Bei einigen schwangeren Frauen gerinnt das Blut aber schon lange vor der Geburt zu schnell, das Thromboserisiko steigt. Ein Thrombus kann theoretisch in jeder Vene entstehen, die Blut zum Herz transportiert. Während einer Schwangerschaft sind jedoch meist die tiefen Venen in den Waden, im Becken oder in den Oberschenkeln von einer Thrombose betroffen.

Wenig Bewegung der Schwangeren erhöht das Risiko einer tiefen Venenthrombose

Schwangere Frauen leiden bis zu sechsmal häufiger an einer tiefen Venenthrombose als Frauen, die nicht schwanger sind. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen, die sich aufgrund vorzeitiger Wehen, zu warmen Wetters oder wegen Komplikationen in der Schwangerschaft wenig bewegen dürfen. Da das Blut in den Beinen ohnehin schon langsamer fließt als im Rest des Körpers, sind sie bei zu wenig Bewegung bis zu dreimal so anfällig für eine schwangerschaftsbedingte Thrombose. Infolge eines Venenthrombus lauert dann die Gefahr eines kompletten Venenverschlusses. Außerdem kann eine Thrombose wandern und sowohl die Lunge als auch das Herz erreichen. Die schwangerschaftsbedingte Thrombose tritt meist im ersten Drittel der Schwangerschaft und innerhalb der ersten beiden Monate nach der Entbindung auf und betrifft rund drei Prozent aller schwangeren Frauen.

Symptome einer tiefen Venenthrombose bei Schwangeren - Schwellungen, Rötungen, schmerzende Beine

Eine schwangerschaftsbedingte Thrombose äußert sich noch vor ihrer eigentlichen Entstehung oftmals durch eine Venenentzündung, die durch schmerzende, schwere Beine, Schwellungen, Rötungen und ziehendes und brennendes Drücken im Bereich der Waden auffällt. Bei einigen schwangeren Frauen bilden sich jedoch auch gänzlich symptomfreie Thrombosen. Selbst große Blutgerinnsel, die unbehandelt zur lebensgefährlichen Lungenembolie führen können, bleiben häufig sehr lange unerkannt. Beschwerden verursachen schwangerschaftsbedingte Thrombosen meist erst im späten Stadium, dann nämlich äußern sie sich durch gespannte und teils blau gefärbte Beinhaut, durch geschwollene Fußknöchel und Spannungsschmerzen in der Kniekehle, die nachlassen, sobald das betroffene Bein hochgelagert wird.

Ursachen - Veränderter Hormonhaushalt und erweiterte Venen begünstigen die Entstehung

Ursächlich für die Bildung eines Thrombus während der Schwangerschaft sind:

Risikofaktoren - Krampfadern, Spätgeburten, Übergewicht

In der Entstehung einer schwangerschaftsbedingten Thrombose spielen Risikofaktoren eine entscheidende Rolle. Besonders häufig sind also Frauen betroffen, die bereits im Vorfeld ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

Engmaschige Kontrolle bei Risikopatientinnen

Schwangere Frauen, die einen oder mehrere dieser Risikofaktoren aufweisen, werden dementsprechend engmaschig und gründlich medizinisch überwacht. Zu Beginn der Schwangerschaft werden in der Regel die Gerinnungsfaktoren im Blut bestimmt, um eine eventuell bestehende Thrombose schnell und sicher diagnostizieren zu können, oder aber direkt eine Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten zu beginnen.

Rechtzeitige Behandlung mit blutverdünnende Medikamente

Eine schwangerschaftsbedingte Thrombose in den Bein- oder Beckenvenen lässt sich in aller Regel gut und unkompliziert behandeln, sofern sie frühzeitig erkannt wurde. Erste Maßnahme ist immer die Einnahme sogenannter Antikoagulanzien. Hierbei handelt es sich um Medikamente, welche die Blutgerinnung verlangsamen und den Blutfluss beschleunigen. Das Blut verdünnt sich allmählich und der Thrombus kann sich auflösen oder er wird abtransportiert. Eine chirurgische Entfernung des Thrombus ist daher in den meisten Fällen nicht nötig. Operative Eingriffe sind immer nur in besonders schweren Fällen angezeigt und sehr selten.

Behandlung dauert bis zum Ende der Schwangerschaft
Die blutverdünnenden Medikamente müssen über mehrere Wochen und Monate eingenommen werden, denn sie wirken schrittweise. Zu Beginn wird das Wachstum des Thrombus gestoppt und erst im Anschluss kann der Körper das Blutgerinnsel nach und nach abbauen, was durchaus einige Monate in Anspruch nehmen kann.

Kompressionsstrümpfe ergänzend zur medikamentösen Behandlung

Diese hüfthohen, straffen Thrombosestrümpfe stützen das Bindegewebe und die Venen und entlasten sie somit vom überhöhten Venendruck. Die Behandlung mit Medikamenten, während der Schwangerschaft meist niedermolekulares Heparin, und Thrombosestrümpfen erstreckt sich bis mindestens sechs Wochen nach der Geburt und sollte nicht eigenmächtig abgebrochen werden. Nach Beendigung der Therapie werden erneut die Gerinnungsfaktoren im Blut bestimmt und auch eine Dopplersonografie zur Absicherung der Genese wird nochmals durchgeführt.

Alternative Behandlungsansätze - Homöopathische Mittel

Die Venenentlastung bei schwangerschaftsbedingter Thrombose kann auch durch alternative Therapieansätze herbeigeführt werden. Geeignete homöopathische Mittel sich z. B.:

Als Globulis wirken sich diese Präparate förderlich auf die Durchblutung der Venen aus. Die naturheilkundliche Behandlung einer schwangerschaftsbedingten Thrombose sollte jedoch maximal begleitend zur schulmedizinischen Behandlung erfolgen und niemals auf eigene Faust durchgeführt werden. Zwar ist die Wirksamkeit homöopathischer Potenzen nachgewiesen, jedoch behandelt die Homöopathie Gleiches mit Gleichem. Das heißt, Beschwerden werden mit Präparaten gelindert, die eben diese Beschwerden auch auslösen können. Aus diesem Grund kommt es in der homöopathischen Behandlung häufig zur Erstverschlimmerung der Symptome, was gerade bei schwangerschaftsbedingter Thrombose umgangen werden sollte. Die naturheilkundliche Behandlung gehört daher in die Hände erfahrener Ärzte oder Hebammen.

Folgeerkrankungen und Komplikationen - Venenverschluss bis hin zur Lungenembolie

Eine frühzeitig erkannte und behandelte Thrombose während der Schwangerschaft hinterlässt in der Regel keine Schäden und bildet sich nach der Geburt wieder gänzlich zurück. Lediglich das Thromboserisiko bei einer erneuten Schwangerschaft steigt an. Bleibt die schwangerschaftsbedingte Thrombose jedoch unentdeckt und damit unbehandelt, drohen der werdenden Mutter ein kompletter Venenverschluss und schlimmstenfalls sogar eine Lungenembolie, die sehr schnell tödlich verlaufen kann. Die Lungenembolie ist gleichzeitig die gefährlichste und häufigste Komplikation und Folge einer Venenthrombose. Hierbei verstopft das gewanderte Blutgerinnsel ein Blutgefäß der Lunge, infolge dessen kommt es zur Mangeldurchblutung der Lunge und zum Kollabieren und Versagen der Lunge und anschließend auch anderer Organe.

Das ungeborene Kind wird durch die Thrombose der Mutter nicht geschadet

Grundsätzlich stellt die schwangerschaftsbedingte Thrombose kein Risiko für das ungeborene Kind dar. Auch die medikamentöse Behandlung der Thrombose wirkt sich dank spezieller Medikamente nicht auf das Kind aus. Kompliziert werden Thrombosen lediglich dann, wenn sie in den tiefen Beckenvenen entstehen, die durch die wachsende Gebärmutter zusätzlich belastet werden. Ist das der Fall, ist ein Kaiserschnitt häufig unumgänglich, denn eine natürliche Geburt würde die verstopfte Beckenvene zusätzlich belasten und sie schlimmstenfalls dauerhaft schädigen. Thrombosen in den tiefen Beinvenen sprechen hingegen in der Regel nicht gegen eine natürliche Geburt. Durch die medikamentöse Blutverdünnung ist hierbei lediglich auf den Blutverlust der Mutter zu achten.

Gefürchtete Spätfolge - Das postthrombotische Syndrom

In sehr seltenen Fällen führt eine schwangerschaftsbedingte Thrombose auch zum postthrombotischen Syndrom. Hierbei handelt es sich um dauerhafte und irreversible Schäden an den betroffenen Bein- oder Beckenvenen. Diese Schäden können als Folge der Thrombosebehandlung entstehen. Schuld ist der Auflösungsprozess des Blutgerinnsels, der mit Medikamenten erzielt wird.

Gekennzeichnet durch Wassereinlagerungen, Hautverhärtungen & Krampfadern
Während der Gerinnselzersetzung entstehen entzündliche Prozesse an den Venenwänden. Was eigentlich ein Versuch des Körpers ist, sich selbst zu heilen, kann leider auch zu dauerhaften Schäden an den Venenklappen führen. Tritt nach einer schwangerschaftsbedingten Thrombose ein postthrombotisches Syndrom auf, leiden die Frauen langfristig unter Wassereinlagerungen in den Beinen, Hautverhärtungen und Krampfadern. Therapiert wird diese Spätfolge wiederum auch mittels Kompression. Das mehrmonatige Tragen stützender Kompressionsstrümpfe ist dann angezeigt.

Thrombose vorbeugen - Ausreichend Bewegung und viel Flüssigkeit

Einer schwangerschaftsbedingten Thrombose lässt sich in sehr vielen Fällen gut vorbeugen. Schwer haben es lediglich Frauen, die als risikoschwanger eingestuft wurden. Das kann dann der Fall sein, wenn diese werdenden Mütter beispielsweise schon einmal eine Thrombose hatten, wenn sie sich nur wenig bewegen dürfen, stark übergewichtig sind, schwache Venen haben oder aber die erblichen Anlangen für eine Venenthrombose mitbringen. Sind diese Risikofaktoren nicht gegeben, kann der schwangerschaftsbedingten Thrombose auf verschiedene Weisen vorgebeugt werden:

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