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Hilfe bei Herzrhythmusstörungen

Aktualisiert am 24.01.20

Bei Herzrhythmusstörungen ist das Herz aus dem Takt geraten. Es schlägt entweder zu schnell oder zu langsam. Zu den typischen Symptomen bei zu langsamen Herzschlägen gehören Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüche. Ist der Herzschlag zu schnell, führt das zu Herzpochen, Unruhe und Herzstolpern. Die Ursachen für Herzrhythmusstörungen sind vielfältig. Die gute Nachricht: Nicht jede Arrhythmie ist bedrohlich und muss behandelt werden. Oft kann man Rhythmusstörungen ganz einfach entgegenwirken.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was sind Herzrhythmusstörungen?
  2. Symptome von Herzrhythmusstörungen
  3. Ursachen von Herzrhythmusstörungen
  4. Formen von Herzrhythmusstörungen
  5. Diagnose
  6. Behandlungsmethoden von Herzrhythmusstörungen
  7. Folgen bei Nichtbehandlung
  8. Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) sind eine Volkskrankheit. Über 400.000 Personen werden in Deutschland jährlich aufgrund einer Herzrhythmusstörung in die Klinik eingeliefert. Oft herrscht Unsicherheit darüber, ob Unregelmäßigkeiten des Herzschlags noch normal sind oder lebensbedrohlich.

Mediziner definieren Herzrhythmusstörungen als Störung in der Bildung von elektrischen Impulsen, die einen Herzschlag auslösen sollen und als Störung der Weiterleitung dieser Impulse. Bei Herzrhythmusstörungen wird also die normale Herzfrequenz gestört. Das Herz schlägt entweder zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig. In Ruhe schlägt ein gesundes Herz pro Minute etwa 60 bis 80 Mal.

Wie entstehen Herzrhythmusstörungen?

Die elektrischen Signale in einem gesunden Herzen bilden normalerweise regelmäßig ihre Impulse. Deswegen schlägt das Herz auch regelmäßig. Diese elektrischen Taktgeber sind jedoch störanfällig. Weisen die Signale Störungen auf, kann dies zu Extraschlägen führen. Häufig entsteht eine Herzrhythmusstörung als Folge von Herzkrankheiten. Auch andere Erkrankungen wie beispielsweise Schilddrüsenkrankheiten können das Herz aus dem Takt bringen.

Symptome von Herzrhythmusstörungen

Je nachdem ob das Herz zu langsam oder zu schnell schlägt, können andere Symptome auftreten. Wie sich Herzrhythmusstörungen auswirken, hängt auch davon ab, in welchem Gebiet des Herzens sich Unregelmäßigkeiten entwickelt haben.

Symptome bei zu langsamen Herzschlag

Symptome bei zu schnellem Herzschlag

Ursachen von Herzrhythmusstörungen

Die häufigste Ursache für Herzrhythmusstörungen sind Erkrankungen des Herzens. Unregelmäßigkeiten des Herzschlages entstehen also beispielsweise als Folge einer Herzschwäche oder Einengung der Herzkranzgefäße. Rhythmusstörungen sind manchmal auch ein Begleitsymptom von Stoffwechselerkrankungen oder entstehen aufgrund psychischer Erregungszustände. Es wird zwischen äußeren und organischen Ursachen unterschieden:

Organische Ursachen

Herzerkrankungen: Sie gelten als häufigste Ursache. Der Herzschlag gerät aufgrund einer verminderten Sauerstoffzufuhr oder einer direkten Schädigung aus dem Takt. Häufige Herzerkrankungen sind: Herzschwäche, Koronare Herzerkrankung, Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündung und Bluthochdruck.

Stoffwechselstörungen: Manchmal treten Rhythmusstörungen als Begleitsymptom einer Schilddrüsenunter- oder überfunktion oder im Zuge hormoneller Erkrankungen auf.

Angeborene Anomalie des Herzens.

Äußere Ursachen

Psychosomatisches Herzstolpern

Wenn dem Auftreten von Herzstolpern keine organische Ursache zugrunde liegt und auch andere äußere Ursachen ausgeschlossen werden können, handelt es sich vermutlich um psychosomatische Herzrhythmusstörungen. Vor allem unerwartete Angstanfälle und überwältigende Panikattacken können die Ursache für das Auftreten von Herzstolpern sein. Neben dem Herzstolpern treten dann auch Symptome wie Atemnot, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, Übelkeit und Schwächegefühle auf.

Formen von Herzrhythmusstörungen

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Herzrhythmusstörungen. Häufige Formen sind Extrasystolen, Vorhofflimmern, bestimmte Reizleitungsstörungen und supraventrikuläre Tachykardie. Kammerflimmern und Herz-Kreislauf-Stillstand gelten als seltenere Formen. Es gibt aber auch Sonderformen wie das Sick-Sinus-Syndrom (der Sinusknoten, der für die Schnelligkeit des Herzschlags verantwortlich ist, arbeitet fehlerhaft) oder das Karotis-Sinus-Syndrom (das Herz schlägt langsamer und der Blutdruck sinkt).

Extrasystolen

Bei dieser Form stören die Herzschläge den normalen Sinusrhythmus und äußern sich als "Aussetzer" oder "Herzstolpern". Vorübergehende Extrasystolen können durch Stress, Aufregung, Alkoholkonsum, übermäßigen Kaffeekonsum, Fieber oder einer Störung der Mineralstoffkonzentration ausgelöst werden. Das ist zwar unangenehm, aber prinzipiell harmlos! Eine Behandlung ist meist nicht erforderlich. Treten Extrasystolen hingegen als Folge einer Herz-Kreislauferkrankung auf, muss dies jedoch ernst genommen werden und das Grundleiden behandelt werden.

Vorhofflimmern und Vorhofflattern

Die Arbeit von Vorhöfen und Kammern findet bei Vorhofflimmern und -flattern nicht mehr koordiniert statt. Die Vorhöfe pumpen deutlich schneller als bei einem gesunden Herzrhythmus üblich. Beim Vorhofflattern werden die Vorhöfe 250- bis 350-mal pro Minute zusammengezogen und beim Vorhofflimmern 350- bis 600-mal pro Minute. Vor allem bei älteren Menschen gehört das Vorhofflimmern zu den häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörungen. Diese Erkrankung stellt zwar meist keine akute Gefahr dar, dennoch ist sie schleichend. Sie kann sich mit der Zeit verschlimmern und sich eventuell zu einer gefährlichen Erkrankung entwickeln. Das Risiko für einen Schlaganfall oder eine Herzinsuffizienz kann erhöht sein.

Reizleitungsstörungen

Bei Reizleitungsstörungen wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden, je nachdem an welchem Ort die Störung vorliegt. Liegt ein sinutrialer Block vor, werden die elektrischen Impulse vom Sinusknoten nicht richtig zur Muskulatur der Vorhöfe geleitet. Handelt es sich um einen atrioventrikulären Block, gelangen die elektrischen Signale von den Vorhöfen nicht richtig zu den Herzkammern. Eine weitere Form der Reizleitungsstörungen ist der sogenannte Schenkelblock. Dabei liegt die Störung der Reizleitung innerhalb der Herzkammern.

Tachykardien

Hierbei handelt es sich um Herzrhythmusstörungen mit stark beschleunigtem Herzschlag. Bei einer sogenannten Tachykardie macht das Herz über 100 Schläge pro Minute. Es wird zwischen supraventrikulären (das Herzrasen entsteht außerhalb der Herzkammern) und ventrikulären Tachykardien (gefährlichere Form, da der beschleunigte Puls in der Herzkammer entsteht und daraus lebensbedrohliches Kammerflimmern hervorgehen kann) unterschieden.

Diagnose

Zu Beginn der Diagnose steht ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin an. Es wird abgeklärt unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten, ob es Vorerkrankungen gibt, wie das allgemeine Befinden ist und ob Medikamente eingenommen werden. Oft lassen sich Herzrhythmusstörungen schon bei der anschließenden körperlichen Untersuchung feststellen. Zu den weiterführenden Untersuchungen zählen:

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen ist die Elektrokardiographie. Mithilfe von Elektroden werden bei diesem Verfahren elektrische Ströme gemessen, die sich bei jeder Herzaktion über das Herz ausbreiten. Das mit der Elektrokardiographie aufgezeichnete Bild nennt sich Elektrokardiogramm.

Behandlungsmethoden von Herzrhythmusstörungen

Je nach Ursachen fällt die Therapie unterschiedlich aus. Zunächst versucht man in der Regel, den Herzschlag mit Medikamenten zu normalisieren.

Medikamentöse Therapie

Bei einer medikamentösen Behandlung werden sogenannte Antiarrhythmika vom Arzt verschrieben. Wenn man zusätzlich ein erhöhtes Schlaganfallrisikio aufweist, sind auch Präparate zur Blutverdünnung erforderlich. Diese Medikamente normalisieren den Herzrhythmus, indem sie einen Einfluss auf die Rezeptoren der Herznerven oder den Mineralhaushalt der Muskel- oder Nervenzellen ausüben. Es werden folgende Antiarrhythmika unterschieden:

Herzschrittmacher

Schlägt das Herz trotz medikamentöser Behandlung immer noch zu langsam, wird oft ein Herzschrittmacher eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Mini-Computer mit intelligenter Software. Herzschrittmacher werden von einem Herzspezialisten unter der Brusthaut des Patienten eingepflanzt und mithilfe von Elektroden direkt mit dem Herzen verbunden. Die Pumpbewegungen des Muskels werden also mittels Elektroden vom Schrittmacher gesteuert. Diese kleinen Apparate halten heutzutage bis zu 7 Jahren, da sie mit langlebigen Lithium-Batterien ausgestattet sind. Herzschrittmacherpatienten können sich im Alltag inzwischen ohne Einschränkungen bewegen.

Elektrotherapie

Elektrotherapeutische Maßnahmen haben heutzutage ihren festen Platz, vor allem in der Notfallmedizin. Bei Kammerflimmern kommt beispielsweise Defibrillation zum Einsatz. Bei supraventrikulären und ventrikulären Tachykardien funktioniert eine Katheterablation am besten. Dabei werden bestimmte Herzmuskelzellen durch eine lokale Energieapplikation absichtlich funktionsuntüchtig gemacht. Dabei handelt es sich um einen relativ harmlosen Eingriff, der Patienten oft nachhaltig von ihren Rhythmusstörungen heilt.

Selbsthilfe Vagusmanöver

Manche Menschen können ihren Herzschlag durch sogenannte Vagusmanöver einfach und gefahrlos normalisieren. Durch bestimmte Maßnahmen wie Massage der Halsschlagader, Druck auf die geschlossenen Augen oder einige große Schlucke kaltes Wasser trinken, kann der Vagus-Nerv und somit das autonome Nervensystem aktiviert werden.

Folgen bei Nichtbehandlung von Herzrhythmusstörungen

Nicht jede Herzrhythmusstörung ist gefährlich und muss behandelt werden. Besteht die Arrhythmie zum Beispiel aufgrund von zu viel Kaffeekonsum, sollte dieser zwar eingeschränkt werden, allerdings müssen diese Rhythmusstörungen nicht behandelt werden. Im Laufe unseres Lebens kann es immer wieder mal Phasen geben, in denen unser Herz unregelmäßig schlägt und aus dem Takt gerät - das ist noch kein Grund zur Sorge. Sollte die Herzrhythmusstörung jedoch als Folge von Herzerkrankungen auftreten, muss dies dringend beim Arzt abgeklärt werden. Wenn eine Arrhythmie länger besteht, kann das einige negative Folgen mit sich ziehen. Das Herz wird schwächer und das Risiko für einen Schlaganfall oder einen plötzlichen Herztod steigt.

Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Um Herzrhythmusstörungen vorzubeugen, gibt es einiges, was Sie selbst tun können.

Mikrostoffnährtherapie: Oft treten Arrhythmien als Folge eines Energiemangels in den Herzmuskelzellen auf. Um diesen Energiemangel auszugleichen, gibt es sogenannte Mikronährstoffpräparate, die in Saft-, Tabletten- oder Pulverform eingenommen werden können.

Essen und Trinken: Eine vorwiegend basische Ernährung hilft bei der Vorbeugung von Rhythmusstörungen. Essen Sie viel Obst und Gemüse und verwenden Sie pflanzliche Öle sowie frische oder tiefgekühlte Kräuter in der Küche. Zwei Mal pro Woche empfiehlt es sich außerdem, einen Meeresfisch zu essen. Achten Sie auf Bio-Qualität.

Strategien zur Stressbewältigung: Mit Strategien zur Stressbewältigung können Sie Stress aktiv abbauen und körperlicher Anspannung entgegenwirken. Probieren Sie doch mal Yoga oder Thai Chi aus. Ebenfalls empfehlenswert sind die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

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