Sparmedo Ratgeber Logo

Influenza (Virusgrippe)

Die Influenza ist die echte Virusgrippe, eine Infektionskrankheit also, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Die Virusgrippe tritt gehäuft in den Wintermonaten auf und kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Während die Influenzaviren nur in wenigen Fällen einen milden, einer Erkältung ähnlichen Krankheitsverlauf auslösen, erkrankt die Mehrheit der Grippepatienten an einer ausgeprägten Influenza mit starken Fieberschüben, Lungenschmerzen, Husten und körperlicher Schwäche.

Die Virusgrippe beginnt plötzlich, häufig von einer Stunde auf die nächste, mit Muskelschmerzen, trockenem Husten, Fieber und Schüttelfrost. Eine echte Influenza dauert etwa sieben bis zehn Tage, wobei die Betroffenen auch nach Abklingen der Symptome noch ansteckend sind.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Grippe oder Erkältung?
  2. Formen
  3. Ursachen
  4. Risikofaktoren
  5. Symptome
  6. Diagnose
  7. Behandlung
  8. Influenza vorbeugen

Grippe oder Erkältung - der Unterschied

In der Umgangssprache wird zwar häufig auch die Erkältung als Grippe bezeichnet, jedoch unterscheiden sich beide Erkrankungen deutlich in ihrer Ausprägung und im Verlauf.

Eine Erkältung, also der grippale Infekt, wird ebenfalls meist von Viren verursacht, beginnt jedoch schleichend und ruft in der Regel mildere Symptome wie Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen hervor.

Die Influenza beginnt hingegen plötzlich und mit heftigen Beschwerden. Oftmals fühlen sich Betroffene morgens noch wohl, nachmittags hingegen klagen sie über Schwäche, Schmerzen in den Muskeln, einen trockenen Husten und Schmerzen im Brustkorb. Die echte Virusgrippe verläuft heftiger und dauert länger, starkes Fieber kann bis zu zehn Tagen anhalten, wohingegen die Erkältung in der Regel nach fünf Tagen überstanden ist. Darüber hinaus ist eine Virusgrippe lange Zeit ansteckend und auch nach der Rekonvaleszenz fühlen Betroffene sich noch mehrere Tage bis Wochen geschwächt. Weiterhin ist die Influenza im Gegensatz zum grippalen Infekt eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung.

Hohe Ansteckungsgefahr

Influenzaviren sind hoch ansteckend, sie werden sowohl über die Tröpfchen- als auch über die Schmierinfektion übertragen. Das heißt, das Virus ist über die reine Atemluft übertragbar, aber auch über den Hautkontakt mit alltäglichen Gegenständen, etwa Türklinken, Telefonhörern, Toilettensitzen oder Einkaufswagen.

Influenzaviren sind hartnäckig und überleben in nahezu jeder Umgebungstemperatur. Aufgrund der enormen Ansteckungsgefahr breitet sich das Virus nicht selten zu Pandemien oder Epidemien aus. Die Virusgrippe ist dementsprechend eine meldepflichtige Krankheit, das heißt, Ärzte müssen das Gesundheitsamt der jeweiligen Stadt über jeden neuen Krankheitsfall unterrichten.

Formen der Virusgrippe

Die Influenza verläuft zwar in den meisten Fällen ähnlich, kann aber dennoch durch unterschiedliche Viren ausgelöst werden. Das Influenzavirus umfasst A-, B- und C-Viren, wobei Infektionen mit A-Viren am häufigsten auftreten. Innerhalb der A-Viren verbreiten sich folgende Grippearten in nahezu jeder Saison:

Ursachen

Die Ursache einer Influenza findet sich immer in einer Infektion mit Viren:

Influenzaviren gelangen entweder über die Atemluft, beispielsweise beim Sprechen, Niesen oder Husten, oder aber über direkten Kontakt, etwa beim Handreichen, in den Organismus. Typischerweise dringen sie über die Nase oder den Mund in den Körper, dort können sie sich auf den Schleimhäuten rasch ausbreiten. Die Viren besiedeln zunächst den Rachenraum und lösen trockenen Reizhusten aus, sie breiten sich anschließend in der Lunge aus und können dort schwere Infektionen verursachen.

Superinfektionen

Die Influenza ist eine Erkrankung, die den Körper enorm schwächt. Besiedeln die Viren einmal den Organismus, ist die Immunabwehr kaum mehr in der Lage, andere Erreger vom Körper fernzuhalten. Bakterien und andere Keime haben dann ein leichtes Spiel. Darüber hinaus bilden die durch das Virus gereizten und entzündeten Schleimhäute des Rachens und der Nase einen idealen Nährboden für Bakterien, sodass es im Rahmen einer Grippe in vielen Fällen zu einer sogenannten Zweit- oder Superinfektion mit Bakterien kommt. Bakterielle Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündungen gehören daher zu den häufigen Begleiterkrankungen einer Influenza.

Schneller Ausbruch der Krankheit

Die Inkubationszeit der Influenza ist vergleichsweise kurz, nicht selten machen sich die ersten Symptome bereits wenige Stunden nach der Ansteckung bemerkbar. Insgesamt beträgt die Inkubationszeit jedoch nie mehr als zwei bis drei Tage - ein weiterer Grund für die rasche Verbreitung der Virusgrippe. Menschen, die sich bereits mit dem Grippevirus infiziert haben, aber noch keine Symptome einer Influenza zeigen, sind dennoch bereits ansteckend. Insgesamt ist das Influenzavirus bis zu zehn Tagen ansteckend, nämlich bereits vor dem Beginn der eigentlichen Erkrankung und auch noch bis zu sieben Tagen nach Ausbruch der Influenza.

Risikofaktoren

Grundsätzlich kann die Influenza allein aufgrund ihrer schnellen Ausbreitung jeden Menschen treffen, dennoch sind einige Personengruppen einem deutlich höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt, darunter vor allem:

Symptome einer Virusgrippe

Die echte Grippe kann unterschiedliche Beschwerden mit sich bringen, angefangen von milden Symptomen wie Husten, Müdigkeit und leichtem Schnupfen bis hin zu einem schweren Verlauf mit Fieber, Schüttelfrost und Infektionen der oberen und unteren Atemwege. Typischerweise setzt die Symptomatik einer Influenza ohne Vorboten ein, sie beginnt nach der Ansteckung innerhalb weniger Stunden bis Tage.

Erste Anzeichen einer Virusgrippe sind plötzlich auftretende Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und ein trockener Husten. Die weiteren Kernsymptome sind:

Im weiteren Verlauf der Grippe kann es zu Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Schweißausbrüchen, Schüttelfrost und Übelkeit kommen. Insgesamt fühlen sich Menschen mit einer Virusgrippe sehr geschwächt, kleinste Bewegungen sind anstrengend und die Bewegungen sind verlangsamt.

Beschwerdebild einer Superinfektion

Wenn die Influenza die Schleimhäute und das Immunsystem derart geschwächt hat, dass aus ihr eine Superinfektion mit Bakterien resultiert, kommt es häufig zu Rachen-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen, die ihrerseits weitere Beschwerden mit sich bringen:

Diagnose

Zu Beginn der Diagnostik erfolgt eine ausführliche Patientenanamnese, anhand derer der Arzt meist schon auf eine Influenza schließen kann. Typisch ist neben dem plötzlichen Beginn der Erkrankung auch die Schwere der Symptome. Auch externe Faktoren wie die Jahreszeit und die jeweils aktuellen Grippezahlen geben Aufschluss über das Vorliegen einer echten Virusgrippe.

Um die Influenza zweifelsfrei diagnostizieren zu können, erfolgt in den meisten Fällen ein direkter Erregernachweis. Hierzu nimmt der Arzt einen Speichelabstrich aus dem Mund, der labortechnisch auf Viren untersucht werden kann. Die Labordiagnostik ist insbesondere bei schweren Verläufen sinnvoll, da auf diese Weise der genaue Erreger identifiziert wird, außerdem können Superinfektionen schneller erkannt und behandelt werden.

Seltenere Untersuchungen

Blutbefunde und bildgebende Untersuchungen sind im Rahmen einer Influenza in der Regel nicht notwendig. Nur bei Verdacht auf eine Erkrankung der Lunge oder bei bestehenden Vorerkrankungen, die den Verlauf der Influenza negativ beeinflussen, werden weitere diagnostische Maßnahmen angeordnet. Röntgenuntersuchungen geben beispielsweise Aufschluss über Veränderungen in der Lunge, beginnende Entzündungen oder Wasseransammlungen. In sehr seltenen Fällen wird das Ausmaß vorliegender Lungenerkrankungen auch mithilfe eines Lungenfunktionstests oder einer Bronchoskopie beurteilt.

Virusgrippe behandeln

Da die Influenza eine Viruserkrankung ist, beschränkt sich die Therapie auf die Linderung der Beschwerden. Antibiotika sind hingegen nicht wirksam, sie werden dementsprechend nur im Falle einer Zweitinfektion verordnet, da sich ausschließlich Bakterien, nicht aber Viren bekämpfen können. Die symptomatische Behandlung der Grippe richtet sich immer nach dem jeweiligen Beschwerdebild. Folgende Medikamente können zum Einsatz kommen:

Isla- Moos Pastillen  60 Stück
Isla- Moos Pastillen 60 Stück
Engelhard Arzneimittel
Silomat Dmp Pastillen 20 Stück
Silomat Dmp Pastillen 20 Stück
Boehringer Ingelheim
Isla Junior Pastillen 20 Stück
Isla Junior Pastillen 20 Stück
Engelhard Arzneimittel

Bronchoforton Salbe  100 G
Bronchoforton Salbe 100 G
WINTHROP ARZNEIMITTEL
Pulmotin Salbe  50 G
Pulmotin Salbe 50 G
Serumwerk Bernburg
Gelodurat Salbe  50 G

Trotz der symptomatischen Behandlung lassen sich die Grippebeschwerden nicht gänzlich lindern und die Betroffenen fühlen sich in jedem Fall schwach, krank und müde. Bettruhe und Warmhalten sind daher die besten Gegenmaßnahmen, denn nur so kann die Grippe ausgeschwitzt und auskuriert werden. 

Virostatika wirken nur bis 48 Stunden nach Ausbruch der Influenza

Virostatika umfassen eine Gruppe von Medikamenten, die die Virenlast senken und bekämpfen können. Eine erfolgreiche Therapie mit Virostatika muss jedoch bis spätestens 48 Stunden nach Ausbruch der Influenza beginnen, da die Medikamente sonst nicht mehr wirken. Zur Gruppe der Virostatika gehören sogenannte Neuraminidase-Hemmer und Membranproteinhemmer, das wohl bekannteste Medikament aus dieser Wirkstoffgruppe ist Tamiflu (rezeptpflichtig.

Virostatika schränken die Oberflächenaktivität der Viren ein, sodass die bereits vorhandenen Viren keine neuen, gesunden Zellen mehr infizieren können - die Ausbreitung des Virus wird also gestoppt. Beginnt die Virostatika-Therapie jedoch zu spät, ist sie praktisch wirkungslos, da das Virus sich bereits ausreichend ausbreiten konnte. Virostatika werden vor allem Betroffenen aus der Risikogruppe verordnet, also sehr alten Menschen, Kindern, Personen mit vorliegenden Grunderkrankungen der Lunge oder des Herzens sowie mit einem allgemein schwachen Immunsystem.

Hausmittel unterstützen die Genesung

Da eine Virusgrippe ohne Zweitinfektion an sich eigenständig ausheilen muss und nur symptomatisch behandelt werden kann, sofern der Ausbruch der Krankheit länger als zwei Tage zurück liegt, helfen zur Unterstützung der Genesung auch Hausmittel:

Allgemein empfiehlt es sich, in den ersten Tagen der Erkrankung Bettruhe zu halten und viel Wasser oder Tee zu trinken. 

Influenza vorbeugen

Im Rahmen der Grippeprävention werden jedes Jahr Schutzimpfungen angeboten, die von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Die Impfung kann der Hausarzt durchführen, idealerweise vor Beginn der Grippesaison. Der optimale Impfzeitraum liegt in den Monaten September, Oktober und November, was jedoch nicht heißt, dass die Grippeschutzimpfung nicht auch später noch sinnvoll ist.

Eine Grippeimpfung umfasst in der Regel den Schutz vor mehreren Grippeformen, da der jeweils aktuelle Impfstoff gegen alle immer wiederkehrenden Grippen immunisiert. Aufgrund der schnellen Wandelbarkeit der Viren muss die Grippeimpfung dennoch jedes Jahr aufgefrischt werden, eine grundsätzliche Immunität wird nicht erreicht. Die Grippeschutzimpfung ist für jeden Menschen sinnvoll, insbesondere jedoch für Personen mit erhöhtem Risiko.

Hygienische Maßnahmen

Um einer Ansteckung mit Influenzaviren vorzubeugen, ist eine gründliche Handhygiene unerlässlich. Gerade in der Grippesaison sollten Hände regelmäßig gewaschen werden, insbesondere nach der Nutzung öffentlicher Telefone, Einkaufswagen, Verkehrsmittel und Garderoben - nur so lässt sich eine Ansteckung gegebenenfalls vermeiden.

 

Verwandte Beiträge

Immunsystem stärken und einer Virusgrippe vorbeugen Schnupfen mit Nasensprays lindern

Reizhusten Passende Präparate finden Halsschmerzen mit geeigneten Mitteln lindern

Beitrag kommentieren

* - Pflichfelder

Passende Artikel

Hausapotheke mit Schüssler Salzen
Hausapotheke mit Schüssler Salzen
Verfasst am 02.12.2013
Schüssler Salze können als effektive Alternativmethode zu herkömmlichen Medikamenten eingesetzt werden und verschiedene Beschwerden lindern. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Hausapotheke mit Schüssler Salzen.
Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen
Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen
Verfasst am 03.12.2013
Arzneimittelfälschungen entwickeln sich weltweit zu einer immer größer werdenden Bedrohung für die Gesundheit. Die WHO geht davon aus, dass in Industrieländern bis zu sieben Prozent und in Entwicklungsländern 30 bis 70 Prozent der Arzneimittel Fälschungen sind. Bildnachweis: Mara Zemgaliete - Fotolia.com
Fehlt etwas?