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Herz-Kreislaufprobleme behandeln

Aktualisiert am 05.12.19

Kreislaufprobleme gehören zu den häufigsten körperlichen Beschwerden in den westlichen Industrienationen. Denn: Unser Herz ist permanent im Einsatz! Es pumpt jede Stunde 290 Liter Blut durch die Gefäße und versorgt alle Körperzellen mit lebenswichtigem Sauerstoff. Ist das Herz-Kreislauf-System gestört, hat das unangenehme körperliche Begleiterscheinungen zur Folge. In der Regel sind leichte Kreislaufbeschwerden aber harmlos. Mit einer gesunden Lebensweise und gezielten Maßnahmen lässt sich der Herz-Kreislauf-Apparat sogar gezielt stärken.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Symptome von Kreislaufproblemen
    1. Akuter Blutdruckabfall
    2. Dauerhaft niedriger Blutdruck
    3. Andere Formen von Herz-Kreislauf-Störungen
  2. Ursachen von Kreislaufbeschwerden
  3. So stärken Sie Ihren Kreislauf
  4. Herz-Kreislauf stärken mit der richtigen Ernährung
  5. Pflanzliche Mittel und Medikamente zur Herz-Kreislauf-Stärkung
  6. Was wirkt sich negativ auf Herz und Kreislauf aus?

Symptome von Kreislaufproblemen

Kreislaufprobleme werden meist von einem zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie) ausgelöst. Dadurch wird das Gehirn kurzzeitig mangelhaft durchblutet. Der Blutkreislauf versorgt alle Organe, die Knochen und Muskeln mit Blut. Dabei wird das Blut vom Herzen durch die Arterien in den Körper gepumpt. Damit es sich überall verteilen kann, muss Druck in den Arterien bestehen. Ist dieser zu niedrig, wie es bei Hypotonie der Fall ist, muss das Herz seine Frequenz erhöhen, damit der Körper ausreichend mit Blut versorgt wird. Gelingt das nicht, entsteht ein Sauerstoffmangel im Gehirn und Kreislaufprobleme sind die Folge. Aber auch andere zumeist auf Erkrankungen des Herzens zurückzuführende Symptome sind möglich.
Ein zu Niedriger Blutdruck und vereinzelt auftretende Kreislaufprobleme sind überwiegend harmlos. Für ältere und herzkranke Personen können sie allerdings ein ernst zu nehmender Hinweis auf eine Herzerkrankung sein.

Ein Arzt sollte konsultiert werden bei:

Akuter Blutdruckabfall

Bei einem plötzlich auftretendem Blutdruckabfall (akute Hypotonie) fließen bis zu 0,6 Liter Blut in den unteren Körperbereich. Dadurch kann das Gehirn vorübergehend unterversorgt mit Sauerstoff sein.

Typische Symptome der akuten Hypotonie sind:

Dauerhaft niedriger Blutdruck

Ist der Blutdruck permanent zu niedrig (chronische Hypotonie) kommen zu den typischen Symptomen einer akuten Hypotonie noch zusätzliche Beschwerden hinzu.

Diese können sich äußern in:

Weitere Formen von Herz-Kreislauf-Störungen

Neben einem zu niedrigen Blutdruck als häufigste Ursache von Kreislaufbeschwerden, gibt es auch noch andere mögliche Auslöser.

Bluthochdruck

Ab einem dauerhaften Blutdruckwert von über 140/90 mmHg leidet man an Bluthochdruck (Hypertonie). Ein erhöhter Blutdruck belastet das Herz. Symptome machen sich vor allem anfänglich kaum bemerkbar. Nur eine regelmäßige Blutdruckmessung gibt Aufschluss.

Koronare Herzkrankheit

Gefäßverengungen durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führen zu einer schlechten Durchblutung und daher zu einer mangelhaften Sauerstoffversorgung des Herzens. Bemerkbar kann sich das durch Schmerzen oder ein Engegefühl im Brustbereich machen.

Herzschwäche

Leidet der Herzmuskel unter einer Schwäche, kann er die Organe des Körpers nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Die Pumpleistung ist einfach zu gering. Typische Symptome sind Atemnot, verringerte Belastbarkeit und eine erhöhte Herzfrequenz.

Entzündliche Herzerkrankungen

Die Herzklappen, die Herzinnenwand oder das Gewebe um die Herzkammern können sich entzünden. Erste Anzeichen sind leichtes Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen treten häufig auf. Dabei kann die Herzschlagfrequenz erhöht oder erniedrigt sein. Ebenfalls kann sich ein Herzstolpern bemerkbar machen.

Funktionelle Herzbeschwerden

Kurzatmigkeit, Herzklopfen und Schmerzgefühle in der Brustregion können auch andere Ursachen als Erkrankungen des Herzens haben. Man spricht dann von funktionellen Herzbeschwerden. Diese Missempfindungen sind deutlich spürbar, meist zeitlich begrenzt und werden von den Betroffenen als furchteinflößend beschrieben.

Ursachen von Kreislaufbeschwerden

Kreislaufprobleme und zu niedriger Blutdruck können die unterschiedlichen Ursachen und Auslöser haben.

Dauerhaft zu niedriger Blutdruck

Beim dauerhaft zu niedrigen Blutdruck (primäre Hypotonie) sind die genauen Ursachen bis dato nicht eindeutig geklärt. Menschen, die darunter leiden sind häufig von intensiven Kreislaufproblemen betroffen.

Das individuelle Risiko steigt:

Kreislaufprobleme infolge bestimmter Erkrankungen oder Medikamente

Auch Erkrankungen und Arzneimittel können zum Entstehen von Kreislaufproblemen beitragen. Diese werden als sekundäre Hypotonie bezeichnet.

Folgende Krankheiten können ein eventueller Auslöser sein:

Medikamente, die zu Kreislaufproblemen führen, können sind zum Beispiel:

Orthostatische Dysregulation

Treten die Kreislaufprobleme nach ruckartigem Aufstehen auf, spricht man von einer orthostatischen Dysregulation. Um eine ausreichende Versorgung aller Organe mit Blut zu gewährleisten, muss der menschliche Körper den Blutdruck auf die jeweilige Situation, wie Stehen, Gehen oder Sitzen anpassen. Bei einer orthostatischen Dysregulation ist diese wichtige Funktion gestört. Der Körper schafft es nicht, das Blut rechtzeitig durch ein Zusammenziehen seiner Arterien gleichmäßig zu verteilen. Es bleibt im unteren Teil des Körpers, dadurch bekommt das Gehirn kurzzeitig zu wenig Sauerstoff. Häufig äußert sich die orthostatische Dysregulation nach langem Stehen, schnellem Aufstehen oder opulenten Mahlzeiten mit viel Alkohol.

Vorübergehende Kreislaufbeschwerden

Es können auch kurzzeitige und vorübergehende Kreislaufprobleme auftreten.

Diese entstehen vor allem durch:

Kreislaufprobleme durch Hitze

Viele, vor allem ältere Menschen, leiden bei starker, schwülwarmer Hitze unter Kreislaufbeschwerden. Die heißen Temperaturen verlangen dem Körper einiges ab: Er versucht permanent, die Wärme zu regulieren. Die Gefäße dehnen sich aus. Dabei sinkt der Blutdruck ab und das Herz muss seine Pumpleistung erhöhen. Zudem schwitzt der Mensch bei starker Wärme mehr. Da kann es schnell zum Flüssigkeitsmangel kommen, der das Blut eindickt und eine gesunde Zirkulation behindert. So kann ein kurzzeitiger Sauerstoffmangel im Gehirn entstehen.

Kreislaufbeschwerden in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft treten Kreislaufbeschwerden häufig auf. Besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten sind viele Frauen betroffen. Die hormonelle Umstellung und vor allem das Hormon Progesteron bewirken, dass die Herzfrequenz sowie das Blutvolumen steigen und die Gefäße sich weiten. Der Blutdruck kann sinken und das erhöht das Risiko für Kreislaufprobleme. Tritt Schwindel auf, kann es gefährlich werden. Stürze bergen für Mutter und Kind erhebliches Gefahrenpotenzial. Beim ersten Anzeichen für Kreislaufbeschwerden sollte sich die schwangere Frau umgehend hinsetzen oder -legen und beide Beine hochlagern.

Bluthochdruck

Ein zu hoher Blutdruck kann viele Ursachen haben. Genetische Faktoren spielen eine Rolle und auch der persönliche Lebensstil. Äußerst negativ wirken sich Übergewicht und Stress auf den Blutdruck aus. Aber auch bestimmte Medikamente oder Drogen können zu Bluthochdruck führen.

8 Tipps: So stärken Sie Ihren Kreislauf

Bei jungen und gesunden Menschen sind Kreislaufprobleme meist kein Thema. Gerät der Kreislauf jedoch aus seinem Gleichgewicht, senkt das die Lebensqualität erheblich. Größere körperliche Belastungen oder nur das tägliche Treppensteigen können dann ein angeschlagenes Herz-Kreislauf-System stark beeinträchtigen. Gefühle der Schwäche, Schwindel und schlimmstenfalls Ohnmachtsanfälle können eintreten. Soweit muss es aber nicht kommen! Mit gezielten Maßnahmen kann der Kreislauf in Schwung gebracht werden.

Allgemeine Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs:

Herz und Kreislauf stärken mithilfe der richtigen Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist essenziell für den Erhalt der Gesundheit. Mit der richtigen Ernährungsweise können Herz und Kreislauf unterstützt und gestärkt werden. Vor allem die mediterrane Küche gilt hier als besonders empfehlenswert. Gemüse, fettarmer Fisch und natives Öl sind überaus wohltuend für in gesundes Herz. Der Cholesterinspiegel wird auf natürliche Weise gesenkt, freie Radikale abgewehrt und Verkalkungen in den Blutgefäßen verhindert.

Herz-Lebensmittel, die fester Bestandteil der Ernährung sein sollten:

Vorsicht bei:

Pflanzliche Mittel & Medikamente zur Herz-Kreislauf-Stärkung

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Risikofaktoren, wie Übergewicht, Stress und hoher Blutdruck belasten das sensible Herz und die Blutgefäße. Umgekehrt kann mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung Kreislaufbeschwerden vorgebeugt werden. Zudem können pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel das Herz-Kreislauf-System gezielt stärken. Bei stärkeren Beschwerden kommen manchmal auch ärztlich verordnete Medikamente zum Einsatz.

Knoblauch

Knoblauch gilt als eine der ältesten Heilpflanzen. Wertvolle Inhaltsstoffe, wie Saponine, Selen und viele Vitamine schützen vor Gefäßveränderungen (Arteriosklerose). Auch die positive Wirkung auf den Blutdruck und auf die Blutfettwerte ist wissenschaftlich bestätigt. Am besten ist natürlich, den Knoblauch als Gewürz zu den Speisen zu verzehren. Wer das nicht möchte oder kann - für den empfehlen sich Nahrungsergänzungspräparate mit Knoblauch. Ein Vorteil, den die Kapseln haben, ist zudem die Geruchsneutralität. Das Nahrungsergänzungsmittel macht sich nicht in der Atemluft bemerkbar.

Weißdorn

Besonders bekannt für seine positive Wirkung auf das Herz ist der Weißdorn. Präparate oder Toniken mit diesem wertvollen Pflanzenextrakt verbessern die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Sie enthalten schützende Gerbstoffe und Flavonoide.

Omega-3

Nahrungsergänzungsmittel mit wertvollen Omega-3 Fettsäuren unterstützen eine gesunde Herzfunktion. Sie gleichen Mängel aus und fördern eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen. Häufig sind sie mit weiteren Vitaminen, wie z. B. Vitamin E kombiniert.

Mistel

Spezielle Produkte mit der Arzneipflanze Mistel sollen gegen leichten Bluthochdruck helfen.

Ginkgo

Ginkgo ist nicht nur beliebt aufgrund seiner unterstützenden Wirkung auf das Gehirn, er verbessert auch die Fließeigenschaften des Blutes. Etwas Geduld ist allerdings von Nöten: Medizinprodukte mit Ginkgo wirken erst nach ein paar Wochen konstanter Einnahme. Werden blutverdünnende Medikamente eingenommen, sollte Ginkgo nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden.

Etilefrin

Werden die Kreislaufbeschwerden trotz gezielter Maßnahmen und den Einsatz von Ergänzungspräparaten nicht besser, bleibt nur der Gang zum Arzt. Etilefrin wird bei niedrigem Blutdruck häufig verordnet. Es hat eine blutdrucksteigernde Wirkung.

Betablocker

Zu den am meisten verordneten Medikamenten gegen Bluthochdruck gehören die Betablocker. Sie hemmen Adrenalin und Noradrenalin, wodurch deren aktivierender Effekt auf den Herzmuskel gedämpft wird.

Was wirkt sich negativ auf Herz und Kreislauf aus?

Gewisse Faktoren wirken sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Diese Risikofaktoren ergeben sich aus dem Zusammenspiel von genetischen Einflüssen und äußeren Umständen. Zu den nicht beeinflussbaren Risiken zählen das Alter und das Geschlecht. Dazu kommen Faktoren, die zwingend mit Arzneimitteln behandelt werden müssen, wie Bluthochdruck und Diabetes. Werden diese Erkrankungen nicht frühzeitig und konsequent therapiert, wirkt sich das überaus schädigend auf eine gesunde Funktion des Herz-Kreislauf-Systems aus. Hinzu kommen sogenannte Lifestyle-Faktoren. Diese hat jeder selbst in der Hand.

Dazu gehören vor allem:

Kreislaufbeschwerden sind ein Zeichen unserer Zeit. Risikofaktoren beeinflussen sich immer wechselseitig. Trotz genetischer Vorbelastung oder bestehenden Erkrankungen kann jeder durch eine gesunde Lebensweise sein Herz-Kreislauf-System gezielt unterstützen.

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