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Selenmangel behandeln und vorbeugen

Selen wird den essentiellen Spurenelementen zugeordnet, die dem Körper regelmäßig in geringen Mengen zugeführt werden sollten. Der menschliche Körper kann Selen nicht selbst produzieren. Während die Selenversorgung bei einer Mischkost in der Regel ausreichend ist, gelten Vegetarier und Veganer als eine der Risikogruppen, die auf die ausreichende Zufuhr von Selen achten sollten. Personen, die ebenfalls auf eine ausreichende Zufuhr achten sollten, sind Personen mit gesundheitlichen Belastungen oder Vorerkrankung. Mit Hilfe selenhaltiger Lebensmittel lässt sich einem Mangel jedoch gut vorbeugen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Funktionen im Körper
  2. Ursachen
  3. Symptome
  4. Täglicher Selen-Bedarf
  5. Risikogruppen
  6. Ernährung bei Selenmangel
  7. Behandlung
  8. Folgen bei Überdosierung

Funktionen von Selen

Funktionen im Körper

Selen ist ein Bestandteil verschiedener Enzyme im menschlichen Körper, die unterschiedlich wichtige Funktionen erfüllen

  • Mit seiner antioxidativen Wirkung ist Selen für den Schutz von Zellmembranen verantwortlich und schützt so vor freien Radikalen. Daher gilt Selen auch als eine natürliche Waffe gegen Krebs.
  • Darüber hinaus spielt Selen bei der DNA-Synthese, der Zellteilung, sowie dem Zellwachstum eine Rolle.
  • Außerdem ist Selen am Schilddrüsenstoffwechsel beteiligt und gilt als Booster für die Abwehrkräfte.
  • Mit seiner immunstimulierenden Wirkung schützt Selen nicht nur vor Infekten, sondern Selen hilft auch bei der Entgiftung von Schwermetallen.
  • Außerdem wird Selen eine Schutzwirkung für die Leber zugeschrieben.

Ursachen

Selen kommt in höheren Konzentrationen in Fleisch, Eiern und vor allem in Meerestieren vor. Tierfutter wird zudem oft mit Selen angereichert. Grundsätzlich schwankt der Selen-Gehalt von Fleischprodukten abhängig vom Selen-Gehalt der Nahrung des Tieres, jedoch ist die Schwankung deutlich geringer als beim Selen-Gehalt von Pflanzen. Daher ist ein Mangel bei einer gemischten Ernährung eher selten. Störungen im Selen-Haushalt kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

Ursachen für Selenmangel

Symptome

Selen wird in unterschiedlicher Konzentration im gesamten menschlichen Organismus gespeichert. Ein Mangel äußert sich zuerst in den Körperteilen mit der höchsten Speicherkapazität für Selen, da hier ein Mangel besonders auffällig zu Buche schlägt. Größere Selenmengen weisen Herz, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Augen, Gehirn, die roten Blutkörperchen, sowie die Blutplättchen und beim Mann die Hoden auf.

Der Löwenanteil des gespeicherten Selens, nämlich ca. 40 Prozent, befindet sich aber in der Skelettmuskulatur.

Selenmangel kann sich durch folgende Symptome zeigen:

  • Fingernägel mit weißen Flecken
  • dünne, schuppige, blasse Haut
  • Störung der Leber
  • Muskelschwäche und Gelenkbeschwerden
  • Bluthochdruck und andere Herzprobleme
  • Müdigkeit und Atembeschwerden 
  • Wachstumsverzögerung
  • Krankheitsanfälligkeit
  • Unfruchtbarkeit bei Männern

Täglicher Selen-Bedarf

Nachfolgende finden Sie die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) (Angaben in µg/Tag)

Täglicher Selenbedarf

Säuglinge 

  • 0 bis unter 4 Monate: 10µg
  • 4 bis unter 12 Monate: 15µg

Kinder

  • 1 bis unter 4 Jahre: 15µg
  • 4 bis unter 7 Jahre: 20µg
  • 7 bis unter 10 Jahre: 30µg
  • 10 bis unter 13 Jahre: 45µg
  • 13 bis unter 15 Jahre: 60µg
  • 15 bis unter 19 Jahre: 70µg (Jungen) 60µg (Mädchen)

Jugendliche & Erwachsene

  • 19 Jahre und älter: 70µg (Jungen) 60µg (Mädchen)
  • Schwangere: 60µg
  • Stillende: 75µg

Risikogruppen

Bei Vegetariern und Veganern, Frühgeborenen, gesundheitlich vorbelasteten Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann ein erhöhter Selenbedarf bestehen. Diese Personengruppen sollten daher verstärkt auf eine ausreichende Zufuhr achten.

Vegetarier und Veganer

Da Veganer vollständig auf tierische Produkte verzichten, neigen sie eher zu einem Mangel. Der Selen-Gehalt von Pflanzen ist abhängig vom Selen-Gehalt des Bodens und der Verfügbarkeit des enthaltenen Selens. Je nach Anbaugebiet bzw. Herkunft unterliegt der Selen-Gehalt von pflanzlicher Kost enormen Schwankungen. Die Böden in Kanada, Japan und Teilen der USA sind selenreicher als europäische Ackerflächen. Besonders deutlich ist der Selenmangel etwa in Finnland. Hier ist man bereits in den 1980er Jahren dazu übergegangen, Düngemittel mit Selen anzureichern, um den Selen-Gehalt von Lebensmitteln zu erhöhen. Sehr hohe Konzentrationen von Selen hat man in den Böden tropischer Regionen gefunden. Vegetarier hingegen, die auch Eier und Milchprodukte zu sich nehmen, sind in der Regel besser als Veganer mit Selen versorgt.

Frühgeborene, Schwangere & Stillende

Selen ist in Muttermilch enthalten, die Konzentration hängt vom Selenstatus der Mutter ab. Ein Selenmangel kann auftreten, wenn Frühgeborene nicht mit Muttermilch, sondern selenarmen Milchersatzpräparaten ernährt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Gabe von Frühgeborenennahrung auf den Selengehalt zu achten. Bei Prä- und Folgenahrungen ist dies nicht mehr notwendig. Werden Babys mit Beikost zugefüttert, kann der Selenbedarf über diese Nahrung erreicht werden. Darüber hinaus zählen Schwangere und Stillende zu denjenigen Personen, die eine ausreichende Deckung des Selen-Gehalts im Blick haben sollten. Zwar liegt der Selen-Referenzwert während der Schwangerschaft nicht unbedingt höher, Babys legen jedoch schon vor der Geburt auf Kosten der Mutter einen Selenspeicher an. Es kann also passieren, dass ein Mangelbei der Mutter eintritt.

Personen mit gesundheitlichen Vorbelastungen

Gesundheitliche Vorbelastungen oder Erkrankungen können ebenfalls einen Selenmangel hervorrufen.

Einseitige Ernährung

Erkrankte, die künstlich ernährt werden müssen oder diejenigen, die Sondernahrung erhalten, sollten ihren Selengehalt im Auge behalten. Alkoholabhängige neigen aufgrund ihrer meist einseitigen Ernährung und wegen der zusätzlichen Belastung von Leber und Niere durch Alkohol zu einem Selenmangel, aber auch Betroffene von Anorexie, Bulimie, Dialyse-Patienten zählen zur Risikogruppe. Senioren, die sich einseitig ernähren, können ebenfalls unter einem Selenmangel leiden.

Menschen mit Verdauungsstörungen

Krankheiten mit lang andauerndem Durchfall können ebenfalls einen Selenmangel begünstigen, da das Spurenelement nicht in ausreichenden Mengen aufgenommen werden kann.

Ernährung bei Selenmangel

Um den täglichen Bedarf an Selen zu decken, reichen bereits einige Mikrogramm.

Allgemeine Empfehlungen zur Selenaufnahme

Wer zu einer der genannten Risikogruppen gehört bzw. sich pflanzlich ernährt, sollte seinen Speiseplan um besonders selenhaltige Lebensmittel ergänzen oder ein moderat dosiertes Selen-Supplement nach Absprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

Allerdings sollte beides nicht miteinander kombiniert werden, denn auch Selen kann überdosiert werden und wirkt in großen Mengen sogar toxisch.

Selenhaltige Lebensmittel 

Paranüsse enthalten viel Selen. Bereits 4 bis 7 Paranüsse genügen, um den täglichen Selenbedarf zu decken. Auch die Kokosnuss enthält erhebliche Mengen Selen. Backen Sie doch einmal mit Kokosmehl oder verwenden Sie Kokosmilch zum Kochen und für die Zubereitung von Getränken. Wer keine tropischen Produkte kaufen möchten, kann auch auf Steinpilze, Champignons, Hülsenfrüchte, sowie auf Hafer, Vollkornreis und Mais zurückgreifen. 

Folgende Lebensmittel sind besonders selenhaltig (Menge in µg/100g):

  • Kokosnuss: 810µg
  • Steinpilze: 187µg
  • Paranuss: 103µg
  • Mais: 12µg
  • Hülsenfrüchte (getrocknet): 11-19µg
  • Naturreis: 10µg
  • Haferflocken: 9,7µg
  • Champignons (frisch): 7µg
  • Knoblauch: 5,7µg

Ernährungsvorschläge zur Deckung des täglichen Selenbedarfs

Die folgende Grafik zeigt, wie Sie den täglichen Selen-Normalbedarf eines gesunden Erwachsenen decken.

Ernährungsvorschläge zur Deckung des täglichen Selenbedarfs

Selenaufnahme hemmende Stoffe

Selenhaltige Lebensmittel sollten nicht mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln und Getränken kombiniert werden, da höhere Mengen von Ascorbinsäure die Aufnahme des Spurenelements hemmen. Ein Abstand von einer Stunde zwischen den Mahlzeiten und einer Vitamin C-Einnahme wird empfohlen.

 

Selenmangel behandeln - empfohlene Höchstgrenzen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt eine Obergrenze von 30µg Selen in Nahrungsergänzungsmitteln und weist darauf hin, dass die Unbedenklichkeit von Präparaten mit Natriumselenit bisher nicht bestätigt wurde und dass der Selen-Gehalt von Präparaten mit Selenhefe mitunter sehr stark schwankt.

Die maximal empfohlene Tagesdosis setzt das BfR bei 300 bis 400µg Selen an.

Von einer unkontrollierten und in Selbstmedikation stattfindenden Einnahme von Selen in Form von Nahrungsergänzungen ist abzuraten und sollte in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Folgen einer Selen-Überdosierung

Eine eventuelle Überdosierung kann übrigens zu ähnlichen Symptomen wie ein Mangel führen:

Da diese Symptome sehr unspezifisch sind, lässt sich eine Selen-Überversorgung häufig nur schwer erkennen. In akuten Fällen von Überdosierung kann der Atem knoblauchartig riechen.

Wer zu einer der Risikogruppen gehört oder den Verdacht hat, unter einem Selenmangel zu leiden, sollte dies ärztlich prüfen lassen.

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