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Durchblutungsstörungen behandeln

Aktualisiert am 04.12.19

Durchblutungsstörungen behindern einen gesunden Blutfluss durch die Gefäße. Sie können akut eintreten oder sich langsam entwickeln. Meist betreffen Durchblutungsstörungen die Blutgefäße in den Beinen, Füßen, Armen und Händen. Dabei sind die typischen Symptome eine blasse Hautfärbung an den jeweiligen Körperregionen, ein unangenehmes Kribbeln und Schmerzempfindungen bei Belastung. Ursächlich für die gestörte Durchblutung sind verengte und verstopfte Gefäße. Diese entstehen durch Blutgerinnsel oder Verkalkung. Ein gesunder Blutfluss hängt stark mit der eigenen Lebensweise zusammen.

  1. Was ist eine Durchblutungsstörung?
  2. Akute Durchblutungsstörung
  3. Chronische Durchblutungsstörung
  4. Ursachen einer Durchblutungsstörung
  5. Symptome einer Durchblutungsstörung
  6. Risikofaktoren einer Durchblutungsstörung
  7. Behandlungsmaßnahmen
  8. Durchblutungsstörungen vorbeugen
  9. Tipps zur besseren Durchblutung

Was ist eine Durchblutungsstörung?

Eine Durchblutungsstörung bezeichnet einen gestörten Blutfluss durch die Gefäße. In Folge dessen kann es zu einer Unterversorgung des Gewebes, der Organe oder Extremitäten mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen kommen. Zudem werden Stoffwechselprodukte wie Kohlendioxid erheblich langsamer abtransportiert. Am häufigsten sind die Beine betroffen. Ältere Menschen haben zudem ein deutlich höheres Risiko. Die Folgen können schwerwiegend sein. Die unterversorgten Gliedmaßen oder Organe sind in ihrer gesunden Funktion eingeschränkt. Sie können schlimmstenfalls absterben.

Akute Durchblutungsstörung

Akute Durchblutungsstörungen treten plötzlich auf. Sie können die Arterien oder Venen betreffen.

Arterielle Verschlusskrankheit

Wenn die Arterien in ihrer Durchblutung behindert sind, spricht man vom Krankheitsbild der arteriellen Verschlusskrankheit. Zu einem akuten Arterienverschluss kommt es meist durch eine Embolie. Das kann sehr ernste Folgen haben. Ein akuter Verschluss im Darm kann zu einem Darminfarkt führen. Verstopfte Hirnarterien lösen oftmals einen Schlaganfall aus. Sind die Extremitäten betroffen, kann der Puls an der entsprechenden Körperregion nicht mehr fühlbar sein. Solche Verschlüsse können durchaus lebensbedrohlich sein. Eine schnelle medizinische Behandlung ist zwingend erforderlich.

Venöse Durchblutungsstörungen

Sind die Venen von den Durchblutungsstörungen betroffen, ist häufig eine Thrombose der Auslöser. Die Venen in den Beinen sind hier meist in Mitleidenschaft gezogen. Die betroffenen Glieder sind überaus druckempfindlich und schwellen plötzlich an. Die Haut kann sehr warm werden und gerötet sein. Es kommt zu starken Schmerzen, die sich durch gezieltes Hochlagern der Beine mildern lassen. Der Puls ist in der Regel noch gut fühlbar.

Chronische Durchblutungsstörung

Chronische Formen der Durchblutungsstörung sind meist die Folge von Erkrankungen. Der chronische Arterienverschluss entsteht sehr oft durch eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose). Hier können verschiedene Körperregionen betroffen sein.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um chronische arterielle Durchblutungsstörungen in den Beinen (selten in den Armen oder Händen). Hier spricht man vom Raucherbein oder der Schaufensterkrankheit. Anfangs bemerken die Patienten keinerlei Beschwerden. Im späteren Verlauf kommt es zu Schmerzen bei Belastung. Besonders in den Waden, Oberschenkeln, dem Gesäß oder den Füßen. Im Schlussstadium der Krankheit kommt es zum kompletten Gefäßverschluss und dem Absterben des Gewebes (Beininfarkt). Schlimmstenfalls muss das betroffene Bein amputiert werden.

Raynaud-Syndrom

Eine weitere Form ist das Raynaud-Syndrom. Hier treten die Durchblutungsstörungen anfallsartig in den Zehen oder Fingern auf. Auslöser sind meist äußere Faktoren wie Kälte oder Stress. Es kommt bei den betroffenen Gliedern zu Verfärbungen und Verkrampfungen. Die Zehen oder Finger erscheinen erst auffallend weiß und später eher bläulich. Das Raynaud-Syndrom verläuft schmerzfrei und ist zumeist harmlos.

Koronare Herzkrankheit

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet eine chronische Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Diese führt zu starken Schmerzen im Brustbereich und im Ernstfall zu einem Herzinfarkt.

Zudem kann der chronische Arterienverschluss auch in anderen Organen auftreten. Breiten sich die Gefäßverengungen aus, kann es zur Bildung von zusätzlichen Blutgefäßen kommen. Diese sogenannten Kollateralgefäße versorgen dann die erkrankten Bereiche ersatzweise mit Blut.

Ursachen einer Durchblutungsstörung

Die Verengung oder Verstopfung der Gefäße kann vielfältige Ursachen haben. Häufig wird der Blutfluss gestört durch:

Arterienverkalkung (Arteriosklerose)

Das Krankheitsbild der Arterienverkalkung ist die häufigste auftretende Ursache von krankhaften Durchblutungsstörungen. Sie entsteht durch die Ablagerung bestimmter Stoffe an den Gefäßwänden der Arterien. Sie tritt vor allem an den Gefäßverzweigungen auf. Durch den starken Blutstrom werden die Wände der Gefäße dort sehr beansprucht. An diesen Regionen entstehen schnell kleinere Verletzungen, an denen sich Feststoffe des Blutes ablagern können. Diese werden als Plaques bezeichnet. Mit der Zeit können sie immer größer werden und dadurch den Durchmesser der Gefäße gravierend verkleinern. Die Arterienverkalkung nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu.

Gefäßverschluss (Embolie)

Bei einer Embolie verstopft ein Blutpfropf, ein Gewebsstück oder eine Luftblase das Gefäß. Ein solcher Gefäßverschluss ist die Folge von Verletzungen der Gefäßwand, Veränderungen der Zusammensetzung des Blutes oder einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit.

Gefäßentzündung (Vaskulitis)

Durchblutungsstörungen nach Gefäßentzündungen (Vaskulitis) sind überaus selten. Häufig stecken Autoimmunerkrankungen dahinter. Zum Teil entzünden sich die Gefäße auch durch Verletzungen oder reizende Stoffe, wie Drogen oder Medikamente. Das kann zu Blutgerinnseln führen.

Symptome einer Durchblutungsstörung

Je nach betroffener Körperregion zeigen sich verschiedenartige Beschwerdebilder. Symptome bei einer gestörten Durchblutung in den Gliedmaßen sind beispielsweise:

Bei Durchblutungsstörungen in den Organen sind schwerwiegende Beeinträchtigungen die Folge. Die Symptome sind vielseitig und zeigen sich meist in der Folgeerkrankung. Akute Störungen der Durchblutung der Hirnarterien können beispielsweise einen Schlaganfall auslösen. Der gestörte Blutfluss im Darm kann zu einem Darminfarkt oder gar Darmlähmung führen. Durchblutungsstörungen im Herzen bedingen die koronare Herzkrankheit mit starken Herzschmerzen oder einen Herzinfarkt.

Risikofaktoren einer Durchblutungsstörung

Bestimmte Faktoren fördern die Entstehung von krankhaften Durchblutungsstörungen. Zu diesen Risiken gehören:

Behandlungsmaßnahmen

Akute Durchblutungsstörungen können lebensbedrohlich sein und bedürfen daher schneller medizinischer Hilfe. Sie können schlimmstenfalls zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Auch beim Verdacht auf chronische Durchblutungsstörungen sollte ein Arzt konsultiert werden. Nur so erhält man eine gesicherte Diagnose und eine auf das individuelle Beschwerdebild angepasste Behandlung. Durch eine ausführliche Anamnese, eine Blutuntersuchung sowie eine gründliche Ultraschalluntersuchung werden mögliche Ursachen fachlich abgeklärt.

Medikamentöse Behandlung

Eine Reihe von zum Teil sogar rezeptfreien Medikamenten behandeln die Symptome der Durchblutungsstörungen. Sie fördern meist die Fließeigenschaften des Blutes oder bekämpfen Schmerzen. Die zugrunde liegenden Ursachen lassen sich dadurch aber nicht beseitigen.

Rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen gegen auftretende Schmerzen in den Extremitäten. Selten werden starke Medikamente wie Opiate verordnet. Thrombozyten-Aggregationshemmer verbessern den Blutfluss und verhindern, dass die Blutplättchen verklumpen. Zudem werden durchblutungsfördernde Wirkstoffe, wie gefäßerweiternde Prostaglandine verschrieben. Präparate, die die roten Blutkörperchen aktivieren, kommen ebenfalls zum Einsatz. In der Regel sind diese Arzneimittel gut verträglich.

Operative Behandlung

Häufig können akute Gefäßverschlüsse nur operativ kuriert werden. Auch bei chronischen Formen können chirurgische Eingriffe sinnvoll sein.

Embolektomie

Bei der Embolektomie wird der gefäßverengende Blutpfropf unter örtlicher Betäubung entfernt.

Ausschälplastik

Die Methode der Ausschälplastik legt das betroffene Gefäß frei. Der Arzt entfernt dazu die Verkalkung.

Gefäßdilatation

Bei diesem Verfahren wird das verengte Gefäß mit einem Ballonkatheter aufgedehnt. Anschließend wird ein Stent eingesetzt, um das Blutgefäß offen zu halten.

Lysetherapie

Hier wird ein frisches Blutgerinnsel mithilfe eines Medikaments aufgelöst. Dieses blutverdünnende Arzneimittel wird direkt in das Blutgefäß gespritzt.

Amputation

In seltenen Fällen kann die Verstopfung nicht mehr entfernt werden, was unweigerlich zum Absterben des Gewebes führt. Hier ist nur noch eine Amputation möglich, der betroffene Körperteil wird operativ abgetrennt.

Durchblutungsstörungen vorbeugen

Sind die Durchblutungsstörungen schon da, hilft leider nur noch ein erfahrener Mediziner. Vorbeugen ist hier die Devise! Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung und ausreichend Bewegung schützen die Gefäße. Sind Sie genetisch vorbelastet, kann auch eine gezielte (Venen-)Gymnastik helfen. Die Krankenkassen sind hier der Ansprechpartner.

Weitere Vorbeugemaßnahmen sind:

Tipps zur besseren Durchblutung

Sie können selbst eine Menge für Ihre Gefäße zu. Folgende Tipps fördern eine gesunde Durchblutung:

1. Rotes Weinlaub

Rotes Weinlaub als Kapsel oder Gel regt die Durchblutung an und entlastet die Beine. Die Wirksamkeit wurde in Studien belegt. Der Extrakt unterstützt die Venen und dichtet sie ab. Er wird als vorbeugende Maßnahme oder zur natürlichen Behandlung von chronischen Beschwerden verwendet.

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2. Franzbranntwein, Latschenkieferöl oder Kampfer

Massagen mit Latschenkiefernöl fördern die Durchblutung der Beine. Kampfer als Salbe eignet sich ebenfalls bestens. Die Einreibungen helfen den Arterien und bekämpfen Durchblutungsstörungen. Ist der Lösung zusätzlich Alkohol beigemengt, wie beispielsweise beim Franzbranntwein, kommt zusätzlich ein angenehmer Frischeeffekt hinzu.

3. Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, die die Durchblutung anregen sollen. Spezielle Präparate mit Weißdorn sollen die Elastizität der Gefäße verbessern. Coenzym Q10 hat eine intensive antioxidative Wirkung und soll die Sauerstoffversorgung im Körper fördern. Auch Knoblauch und Ginkgo sollen die Gefäße schützen und die Fließeigenschaften des Blutes optimieren.

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4. Rosmarinöl

Ätherische Öle aus Heilkräutern, wie das Rosmarinöl, gelten ein bewährtes Hausmittel zur Vorbeugung von Durchblutungsstörungen. Das angenehm duftende Öl soll die Muskulatur der Waden und die Vene unterstützen, damit die Beine bestens durchblutet werden.

5. Kälteanwendungen

Kaltes Duschen oder Abreibungen mit Eiswürfeln sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber sehr sinnvoll zum Fördern einer gesunden Durchblutung. Die Kälte des Wassers zieht die Gefäße zusammen und eingelagertes Wasser im Gewebe wird abtransportiert. Auch das Wechselduschen hält die Blutgefäße elastisch und reget die Durchblutung effektiv an. Spezielle Dusch- oder Badezusätze mit ätherischen Ölen sorgen nicht nur für einen angenehmen Duft, sondern optimieren den Blutfluss zusätzlich.

6. Bürstenmassagen

Gezielte Massagen mit einer Bürste oder einem Massagehandschuh helfen, die Durchblutung anzuregen. Besonders empfehlenswert ist das Hochlagern der Beine nach solch einer Anwendung.

Durchblutungsstörungen lassen sich nicht immer verhindern: Genetische Faktoren spielen hier genauso eine Rolle, wie Erkrankungen oder der persönliche Lebensstil. Wer sich allerdings gut ernährt, nicht raucht, sich ausreichend bewegt und gezielte Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Durchblutung ergreift, kann Durchblutungsstörungen durchaus vorbeugen.

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