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Insekten- und Mückenstiche

Ein Insektenstich ist eine kleine Verletzung, die durch das Mundwerkzeug oder den Stachel eines Insekts hervorgerufen wird. Ein Insektenstich entsteht zum Zweck der Nahrungsaufnahme oder zur Verteidigung.

Durch den Stich wird an einer oder mehreren Einstichstellen ein Reizstoff, ein Gift oder ein Erreger in die Haut gespritzt, der mit einer lokalen Rötung und Schwellung einhergeht. Das gestochene Hautareal schmerzt und juckt.

Unter Umständen bleibt der Stachel des Insekts in der Haut stecken. Im Lippenbereich und im Rachen- und Mundraum sind Insektenstiche außerordentlich gefährlich.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Welche Insekten stechen?
  2. Ursachen für Insektenstiche
  3. Symptome
  4. Diagnose & Komplikationen
  5. Insektenstiche behandeln
  6. Vorbeugung 

Welche Insekten stechen genau?

Die meisten Insektenstiche sind in unserem Breitengrad harmlos. In tropischen Gebieten werden durch Insektenstiche zum Teil lebensbedrohliche Infektionskrankheiten übertragen. Die Zahl der stechenden Insekten reicht von Flöhen, Ameisen und Bremsen, bis hin zu Mücken, Wespen, Bienen und Spinnen.

Sticht ein Insekt zu, gelangt der artspezifische Reizstoff in den Organismus des Betroffenen und löst eine Entzündungsreaktion aus. Die Rötung der Haut kommt durch die Erweiterung der Blutgefäße zustande und die Schwellung wird durch die austretende Flüssigkeit im Gewebe hervorgerufen. Für den Juckreiz sind die körpereigenen Botenstoffe wie das Histamin, das die Eiweißstoffe des Gifts im Körper freisetzt, verantwortlich.

Grundsätzlich muss unter den Insektenstichen zwischen zwei Arten unterschieden werden: 

Nicht-blutsaugende Insekten

In der Regel stechen nicht-blutsaugende Insekten nur zur Abwehr oder wenn man sie ärgert und angreift. Sie sind überall zu finden, wo Menschen zuckerhaltige Säfte, Obst und Speisereste zu sich nehmen oder hinterlassen. So kann es passieren, dass eine Wespe oder Biene unbemerkt in eine offene Getränkeflasche fliegt und dadurch in den Mund- oder Rachenraum gelangt. Ein Stich in diesem Bereich lässt die Zunge anschwellen und kann im schlimmsten Fall zum Ersticken führen.

Blutsaugende Insekten

Die blutsaugenden Insekten nehmen bei einem Stich durch das Blut Proteine auf. Die Proteine sind für die Entwicklung von Eiern oder für das Wachstum der Nachkommen notwendig. 

Bremsen und Stechfliegen

Bremsen und Stechfliegen sind Parasiten und halten sich bevorzugt bei Tierherden auf. Bei den Bremsen stechen nur die Weibchen und bei den Stechfliegen ernähren sich beide Geschlechter von dem Blut ihrer Opfer. Sie werden von Schweiß angelockt und stechen neben Weidentieren auch gerne Menschen und manchmal Haustiere wie Katze oder Hund. Durch die unförmigen Mundwerkzeuge der Stechfliegen und Bremsen kann ein Stich äußerst schmerzhaft sein. Beim Stechvorgang wird ein gerinnungshemmendes Sekret injiziert, das durch die Größe der Einstichstelle oftmals nachblutet. Bremsen und Stechmücken bevorzugen Körperstellen, die schwach behaart sind. 

Da Bremsen auch durch Kleidung durchstechen können, sind potenzielle Opfer vor den Stichen nicht geschützt. 

Stechmücken

Mücken sind sehr anpassungsfähig. Sie sind warmen Regionen ebenso zu finden, wie in kalten Gegenden. Die Stechmücken benötigen das Blut von Warmblütern, um wichtige Nährstoffe für die Produktion der Eier zu erhalten.

Sie orientieren sich neben dem Geruch und der Temperatur des Körpers auch an dem Kohlendioxidausstoß und dem Schweiß ihrer Opfer. Dabei sticht nur das Weibchen. Der Rüssel der Männchen hat sich im Laufe der Evolution zurückgebildet und dient lediglich zur Aufnahme von Wasser und Pflanzennektar. Bei der Suche nach einem Opfer stechen die Mückenweibchen nicht nur Menschen. Auch Amphibien, Reptilien und Vögel werden von ihnen heimgesucht. Der Stich bleibt dabei meist unbemerkt, dauert nur einen Augenblick und schmerzt nicht. Nach dem Stich gelangt durch den Speichel des Mückenweibchens ein gerinnungshemmendes, schmerzstillendes und gefäßerweiterndes Sekret in die Haut. Dadurch reagiert sie nach einem Mückenstich mit den typischen Beschwerden wie Rötungen und Juckreiz. 

Zecken

Zecken gehören zu den Spinnentieren, sind Parasiten und in ganz Europa zu finden. Unter den Zeckenarten ist die Schildzecke in Deutschland am häufigsten vertreten. Vor allem in Süddeutschland kommen Zecken vor, die sogar Krankheiten übertragen. Zecken lieben Feuchtigkeit. Aus dem Grund sind sie nach Regen besonders aktiv. Bei einem Stich sondert die Zecke eine Substanz ab, welche die Einstichstelle betäubt und die Blutgerinnung hemmt. Die Zecke kann sich nun über Tage mit dem Blut ihres Opfers vollsaugen. Durch das Blut entwickelt sich die Zecke weiter und kann sich fortpflanzen. 

Wird die Zecke bemerkt, sollte sie nach Möglichkeit sofort entfernt werden, da sie, wie schon angedeutet, Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommermeningo-Enzephalitis) übertragen kann. Ist die Zecke entfernt, bildet sich an der Stichwunde eine Quaddel. Hinzu kommt ein Juckreiz. Sollten Krankheitserreger übertragen worden sein, tritt unter anderem eine kreisrunde Hautrötung auf, die mit der Zeit größer wird. Dabei bleibt die Mitte blasser. Dieser Umstand wird auch Wanderröte genannt.

Zum Entfernen der Zecke wird in der Regel eine Zeckenzange benutzt.

Hat man diese nicht zur Hand, nutzt man eine Pinzette oder die Fingernägel. Nach Möglichkeit sollte die Zecke ohne Druck und vollständig herausgezogen werden. Hat sich eine Zecke mit Blut ihres Wirts vollgesaugt, fällt sie ab und hinterlässt einen kleinen blutigen Fleck, der schnell verheilt und teilweise etwas juckt.

Flöhe

Flöhe gehören zu den verpuppenden Insekten. In Mitteleuropa sind etwa 70 Arten bekannt. Dabei zählen, Hühner-, Menschen-, Hunde- und Katzenflöhe zu den bekanntesten Vertretern. Ein Flohbiss zeigt sich beim Menschen durch dunkelrote Punkte und starken Juckreiz. Dabei ist der Rand hellrot. Bei Allergikern können die Stichwunden anschwellen. Unterbricht man die Nahrungsaufnahme der Flöhe, zeigen sich mehrere aneinanderliegende Punkte - die sogenannte Flohleiter. Flöhe bevorzugen keine bestimmte Körperstelle beim Menschen, jedoch beißen sie Kinder besonders gern. Mit ihren Stichen können Flöhe Krankheiten wie Bandwurm oder Erkrankungen der Haut übertragen.

Ursachen für Insektenstiche

Da Menschen unterschiedlich auf Insektenstiche reagieren, treten demzufolge unterschiedliche Reaktionen auf. So sind die Beschwerden bei Mückenstichen direkt an der Einstichstelle zu finden. Die Beschwerden werden durch die gerinnungshemmende Substanz ausgelöst, die eine Steckmücke benötigt, um die Fließeigenschaft des Blutes sicherzustellen. Bei den nicht-blutsaugenden Insekten gelangt das Gift direkt in die Einstichstelle. Dieses verursacht Rötungen und Schmerzen in der gestochenen Hautregion. Bei einem Zeckenbiss gelangt die Substanz direkt in den Körper des Opfers. Wie bei der Mücke stellt die Substanz die Fließeigenschaft des Blutes sicher. Hinzu kommt, dass die Einstichstelle leicht betäubt wird, wodurch Krankheiten übertragen werden können.

Symptome

Bei einem Stich von Insekten können nach Art und Menge des Giftes unterschiedliche Symptome auftreten. In der Regel kommt es zu folgenden Kernsymptomen:

Kernsymptome

Diagnose & Komplikationen

Einen Insektenstich selbst zu diagnostizieren, ist anhand der Symptome recht einfach. Treten zu den Kernsymptomen weitere Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Atemnot oder Kreislaufbeschwerden auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine disponierte Allergie ausschließen zu können.

Komplikationen nach Insektenstichen

In der Regel heilen Insektenstiche ohne Komplikationen in wenigen Tagen aus. Jedoch kann es durch den starken Juckreiz zu Entzündungen kommen, wenn an der betroffenen Körperstelle gekratzt wird. Diese aufgekratzten Hautpartien sollten von einem Arzt behandelt werden. Einige Menschen reagieren auch heftig auf das Insektengift. Ungefähr fünf Prozent aller Deutschen sind davon betroffen. Meist sind es Bienen- und Wespenstiche, die eine Insektengiftallergie auslösen. Eine Bienengiftallergie tritt größtenteils bei jungen Menschen auf und eine Wespengiftallergie betrifft eher ältere Leute. Mücken-, Ameisen-, und Bremsenstiche sind als Allergieauslöser kaum bekannt. Zum Teil reagieren Menschen, die an einer Insektengiftallergie leiden, neben den Kernsymptomen mit weiteren Anzeichen wie:

Auf der sicheren Seite sind Allergiker, wenn sie das sogenannte Notfallset bei sich tragen. Eine Insektenallergie wird mit einer Hypersensibilisierung oder einer Desensibilisierung behandelt. 

Insektenstiche behandeln

Die Therapie von Insektenstichen richtet sich nach der Hautreaktion und der Art des Stichs. Allgemein können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

Vorbeugung

Zur effektiven Vorbeugung von Insektenstichen haben sich sogenannte Abwehrprodukte wie Sprays, Lotionen oder Gele bewährt.

Als Alternative können Moskitonetze verwendet werden.

Um Bienen und Wespen nicht anzulocken, sollte jeder, der sich mit Getränken im Freien aufhält, die Flaschen verschließen und die Speisen abdecken. Des Weiteren sollte auf übermäßiges Tragen von Parfüm verzichtet werden. Denn der Duft lockt vermehrt Insekten an. Wer abends Licht im Zimmer meidet, hält sich darüber hinaus die lästigen Blutsauger vom Hals. Weiterhin sollte bedacht werden, dass Mücken sich zu dunkler Kleidung hingezogen fühlen und am Abend besonders präsent sind. Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln dürfen nicht mit hastigen Bewegungen verscheucht werden, da sie sonst aggressiv werden und zustechen können.

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