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Röteln

Bei Röteln, wissenschaftlich auch Rubeola oder Rubella genannt, handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit. Vorrangig tritt sie im Kindesalter auf, weshalb die Infektion auch zu den typischen Kinderkrankheiten gezählt wird. Wer einmal an den Röteln erkrankt ist, baut in der Regel eine lebenslange Immunität gegen den Erreger auf. Eine Erkrankung mit Röteln ist vor allem durch den typischen Röteln-Ausschlag charakterisiert. 

Besonders Schwangere sollte auf einen ausreichenden Röteln-Schutz achten, denn eine Ansteckung in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen haben.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Ursachen
  2. Risikofaktoren
  3. Symptome
  4. Diagnose
  5. Therapie und Behandlung
  6. Röteln vorbeugen

Röteln - Gefährlich für Schwangere

Eine Rötelninfektion ist normalerweise mit wenigen Komplikationen für den Betroffenen verbunden. Allerdings gilt sie während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel, als besonders gefährlich. In den meisten Fällen kommt es zur Fehlgeburt oder zur sogenannten Rötelnembryopathie, bei welcher sich das Ungeborene über die Plazenta infiziert. Infolgedessen treten schwerwiegende Fehlbildungen am Kind auf, die zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen. Aus diesem Grund sollte frühzeitig eine Prophylaxe, in Form einer Röteln-Impfung vorgenommen werden. Während der Schwangerschaft darf die Impfung, aufgrund der möglichen Komplikationen, nicht mehr verabreicht werden.

Häufigkeit und Vorkommen des Rötelnvirus

Rötelninfektionen treten weltweit auf. Die Verbreitung des Virus wird als endemisch eingestuft. Betroffen sind insbesondere Kinder, wobei eine Häufung der Krankheitsfälle vor allem im Frühjahr beobachtet werden kann. Allerdings ist hervorzuheben, dass nur ungefähr 50 Prozent aller Infizierten tatsächlich an Röteln erkranken. Eine Ansteckung kann also auch vollkommen symptomlos verlaufen. Die körpereigene Abwehr wird in diesem Zusammenhang dennoch aufgebaut. Bislang besteht keine deutschlandweite Meldepflicht bei einer Infektion mit Röteln. Aus diesem Grund können Angaben über die hierzulande vorzufindende Häufigkeit nur hochgerechnet werden. Demnach kam es im Jahr 2003 auf circa 0,33 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten konnte von Oktober 2011 bis September 2012 mehr als 30.000 Infektionen, aus insgesamt 26 Ländern erfassen. Dabei stellte sich heraus, dass das Rötelnvirus vor allem in Rumänien und Polen weit verbreitet ist. Die gefürchtete Rötelnembryopathie wurde in den Jahren 2010 und 2011 deutschlandweit gar nicht mehr gemeldet, wobei das Robert-Koch-Institut davon ausgeht, dass es sich hierbei um eine deutliche Untererfassung handelt, da viele Fälle aufgrund erst später erkennbarer Folgen nicht rechtzeitig erkannt werden. Weltweit kann davon ausgegangen werden, dass es mehr als 100.000 Kinder gibt, die mit einer Rötelnembryopathie geboren wurden.

Ursachen

Auslöser der Röteln

Verantwortlich für die Röteln ist das gleichnamige Rötelnvirus, auch Rubeola-Virus genannt. Hierbei handelt es sich um das einzige Mitglied der Gattung der Rubiviren, welche wiederum der Familie der Togaviren angehören. Typischerweise besitzt das Rötelnvirus eine einzelsträngige RNA. Aufgrund der Tatsache, dass es nur ein einziges auslösendes Virus gibt, konnte eine effektive Impfung entwickelt werden, die vor einer Infektion schützt. Ferner ist dieser Umstand auch dafür verantwortlich, dass der Mensch nach einer einmaligen Infektion nicht noch einmal an den Röteln erkranken kann, sondern anstelle dessen eine lebenslange Immunität aufbaut.

Übertragungsweg des Virus

Röteln werden grundsätzlich über Tröpfcheninfektionen, von Mensch zu Mensch übertragen. Tröpfcheninfektionen treten etwa dann auf, wenn Erkrankte Niesen oder Husten. Die Ansteckungsfähigkeit eines Infizierten ist in der Regel sehr lang. Bereits sieben Tage vor Ausbruch der Krankheit können die Viren übertragen werden. Erst sieben Tage nach Eintreten des typischen Hautausschlages kann davon ausgegangen werden, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Das heißt, die Ansteckungsdauer beträgt mindestens 14 Tage. Während dieser Zeit sollten Erkrankte den Umgang mit anderen Menschen meiden. Kindergarten- und Schulkinder sollten auf jeden Fall zu Hause bleiben, auch wenn kein allgemeines, im Infektionsschutzgesetz festgehaltenes, Verbot zum Besuch entsprechender Einrichtungen besteht. Die meisten Einrichtungen halten dieses Verbot jedoch ausdrücklich in ihrer eigenen Hausordnung fest. Auch Ärzte vergeben normalerweise Krankschreibungen während der Röteln-Infektion.

Kommt es zu einer Ansteckung mit dem Rötelnvirus, tritt anfangs das asymptomatische Generalisationsstadium ein. Währenddessen erfolgt eine Verbreitung der Erreger innerhalb der Schleimhäute des Atemtraktes und in den Lymphknoten. Im Anschluss folgt das sogenannte Organstadium. Hierbei treten die Erreger in die Haut, Milz und in seltenen Fällen in die Gelenke des Betroffenen ein. Die Gesamtdauer der Krankheitsentstehung nach der Ansteckung, auch Inkubationszeit genannt, liegt zwischen 14 bis 21 Tagen. Erst danach können die typischen Symptome einer Röteln-Infektion erkannt werden.

Risikofaktoren

In seltenen Fällen können Komplikationen bei dem Erkrankten auftreten. Besonders häufig können dabei Gelenkentzündungen, vor allem mit steigendem Alter des Erkrankten, vorkommen. Ebenfalls möglich ist eine Verringerung der Blutplättchen, welche wiederum mit einer vermehrten Blutungsneigung verbunden ist. Auch eine Mittelohrentzündung oder Bronchitis können infolge einer Röteln-Infektion auftreten. Selten ist zudem mit einer Entzündung des Gehirns zu rechnen.

Gefahren für das Ungeborene

Eine Röteln-Infektion während der Schwangerschaft führt zumeist zur Fehlgeburt oder aber zur sogenannten Rötelnembryopathie. Hier kann es zu extremen Schädigungen des Ungeborenen kommen. Die Rötelnembryopathie ist nicht behandelbar. Folgende Symptome können am Neugeborenen auftreten:

Aufgrund der schwerwiegenden Folgen für die Schwangerschaft gehört zur typischen Schwangerschaftsvorsorge in der Regel auch der Nachweis entsprechender Antiviren im mütterlichen Blut.

Symptome

Typische Röteln-Symptome

Die Symptome einer Röteln-Erkrankung lassen sich in verschiedene Stadien unterteilen, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten. Die Krankheit beginnt mit dem Prodromalstadium, woraufhin das Exanthemstadium folgt.

Symptome im Prodromalstadium:

Symptome im Exanthemstadium:

Diagnose anhand der Symptome

Die Diagnose von Röteln erfolgt in der Regel durch die Begutachtung des Patienten. Ausschlaggebend ist der typische Hautausschlag. Bei Personen mit Abwehrschwäche können auch serologische Untersuchungen erforderlich sein. Ferner gilt es, ähnliche Krankheiten wie etwa Scharlach, Masern, Ringelröteln oder aber allergische Reaktionen auszuschließen.

Therapie und Behandlung

Eine Therapie und Behandlung der Röteln-Erkrankung zielt vor allem auf die Linderung der Symptome ab. Grund dafür ist, dass es sich bei dem Erreger um ein Virus handelt. Viren können nicht, wie etwa Bakterien, mit Antibiotika behandelt werden. Im Vordergrund steht somit die Linderung der typischen Symptome wie Fieber, Schnupfen oder Husten. Neben der typischen schulmedizinischen Therapie ist auch eine homöopathische oder pflanzenheilkundliche Behandlung möglich.

Röteln vorbeugen

Eine Impfung beugt vor

Zur Vorbeugung von Röteln sind verschiedene Prophylaxe-Maßnahmen angeraten. Im Vordergrund steht die typische Impfung. Die Impfung gegen Röteln ist ausschließlich als Kombinationsimpfstoff, mit der Masern und Mumps Impfung erhältlich. Daher wird zumeist auch nur von der MMR- (Mumps-Masern-Röteln)-Impfung gesprochen. Diese Impfung wird als Lebendimpfstoff verabreicht und von der STIKO (Ständige Impfkommission) für Kinder ab dem zwölften Lebensmonat, sowie für alle Erwachsene ohne Immunschutz, empfohlen. Die erste Impfung vermittelt in der Regel einen 95-prozentigen Schutz gegen Röteln. Eine zweite Impfgabe, die frühestens vier Wochen nach der ersten erfolgen darf, soll die Impflücke schließen.

Die Röteln-Impfung hält grundsätzlich ein Leben lang vor. Folgeimpfungen sind somit nicht notwendig. Grundsätzlich sollte die erste Impfung mit Beginn des zwölften Lebensmonats erfolgen. In einigen Fällen kann aber auch schon davor geimpft werden. Die Empfehlung hierfür besteht etwa dann, wenn das Kind frühzeitig in die Krippe gehen soll. Nicht geimpft wird jedoch vor dem neunten Lebensmonat. Bis zu diesem Alter können die Kinder noch auf die Abwehrkräfte der Mutter zugreifen. Durch eine zu frühe Impfung könnte es zu einer Aufhebung der Wirkung kommen.

Risiken der Impfung

Die Röteln-Impfung kann, wie jede andere Impfung auch, Komplikationen hervorrufen, die über das gewöhnliche Ausmaß von Nebenwirkungen, wie etwa Fieber oder Rötungen an der Impfstelle, hinausgehen. Hervorzuheben sind an dieser Stelle vor allem Gelenkbeschwerden, von welchen überwiegend Erwachsene betroffen sind, sowie eine Verminderung der Blutplättchen oder eine Gehirnentzündung. Aufgrund der Gefahr, einer Embryopathie, sollten sich Frauen nach Eintritt einer Schwangerschaft nicht mehr impfen lassen. Im Falle einer gewollten Schwangerschaft empfiehlt sich die Röteln-Vorsorge bis zu drei Monate vor der gewünschten Schwangerschaft.

Expositionsprophylaxe bei Infizierten

Falls bereits eine Infektion eingetreten ist, ist eine Expositionsprophylaxe notwendig, welche vor allem erkrankte Personen betrifft. Demnach sollen Betroffene bis zu sieben Tage nach dem Ausbruch des typischen Hautausschlages Kontakt zu anderen Personen meiden. Kindertageseinrichtungen, Schulen und Arbeitsstätten dürfen nicht aufgesucht werden. Sofern sich ein Patient zum Zeitpunkt der Erkrankung in stationärer Behandlung befindet, ist eine Isolierung von anderen Patienten notwendig. Auf diese Weise sollen vor allem epidemische Ausbrüche verhindert und vermieden werden.

Postexpositionsprophylaxe bei infizierten Schwangeren

Des Weiteren kann eine Postexpositionsprophylaxe angeraten sein. Diese empfiehlt sich vor allem für Schwangere, die mit Röteln-Patienten in Kontakt gekommen sind. Bei der Postexpositionsprophylaxe handelt es sich um eine passive Impfung, bei welcher spezielle Immunglobuline verabreicht werden. Die passive Impfung muss bis maximal 72 Stunden nach dem Kontakt der Schwangeren, mit einer erkrankten Person, erfolgen. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Postexpositionsprophylaxe in keiner Weise sicher ist. Eine Erkrankung kann dennoch auftreten. In Anbetracht der möglichen Schädigungen des Ungeborenen sollte jedoch jeder Versuch genutzt werden, um eine Infektion, beziehungsweise einen Infektionsausbruch zu verhindern.

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