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Bronchitis

Dauerhusten ist ein charakteristisches Merkmal einer Bronchitis. Die Atemwege innerhalb der Lunge werden als Bronchien bezeichnet.

Sind diese entzündet, sprechen Mediziner von einer Bronchitis.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Akute & chronische Bronchitis
  2. Ursachen & Krankheitsverlauf
  3. Symptome einer Bronchitis
  4. Diagnose
  5. Bronchitis behandeln
  6. Bronchitis vorbeugen
  7. Neueste Studien und Erkenntnisse

Akute und chronische Bronchitis

Mediziner unterscheiden zwischen akuter und chronischer (dauerhafter) Entzündung der Bronchien.

Akute Bronchitis im Rahmen einer Erkältung typisch

Die akute Bronchitis tritt zumeist im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. Obwohl sie von quälendem Husten begleitet wird, ist sie in der Regel harmlos. Die akute Entzündung der unteren Atemwege zählt zu den häufigsten Krankheiten überhaupt und beinahe jeder Mensch ist irgendwann in seinem Leben von ihr betroffen. 90 Prozent aller Erkrankungsfälle sind auf Viren, die restlichen zehn Prozent auf eine Infektion mit Bakterien zurückzuführen. Da die Atemwege von Babys und Kleinkindern noch nicht vollständig entwickelt sind, erkranken sie häufiger als Erwachsene. Auch ältere Personen und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem sind besonders anfällig. Eine Häufung der Erkrankungsfälle registrieren Ärzte während der kalten Jahreszeit.

Chronische Bronchitis: Raucher sind besonders häufig betroffen

Die Gesundheitsorganisationen schätzen etwa 44 Millionen Erkrankte weltweit. Allein in Deutschland sind etwa 15 Prozent aller Männer über 40 Jahre an einer chronischen Bronchitis erkrankt. Aufgrund ihres Lebensstils sind Frauen mit schätzungsweise sieben bis zehn Prozent deutlich seltener betroffen. Bei den meisten Menschen, die an einer chronischen Bronchitis oder COPD (Chronisch obstruktive Bronchitis oder Lungenerkrankung) leiden, handelt es sich um Raucher oder Personen, die beruflich dauerhaft Lungen schädigenden Dämpfen bzw. Stäuben ausgesetzt sind.

COPD - die mögliche Folge einer chronischen Bronchitis -  ist weltweit die vierthäufigste Todesursache überhaupt! Die Tendenz ist steigend.

Ursachen und Verlauf der Erkrankung

Bei der viral oder bakteriell verursachten Bronchitis handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit hohem Ansteckungspotenzial. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Küssen). Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis drei Tage. Mit der passenden Therapie, viel Ruhe und körperlicher Schonung heilt die Krankheit zumeist ohne weitere Komplikationen innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Der belastende Husten kann allerdings noch eine Weile anhalten. Ist er jedoch nach spätestens sechs Wochen nicht auch vollständig abgeklungen, sollte sich der Betroffene unbedingt nochmals beim Arzt vorstellen.

Sofern für mindestens drei Monate in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Jahren Husten besteht, der von schleimigem Auswurf begleitet wird, sprechen Mediziner von einer chronischen Bronchitis. Diese geht oft in eine Krankheitsform über, bei der die Luftwege nicht nur entzündet, sondern zusätzlich dauerhaft verengt sind: die chronisch obstruktive Bronchitis oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Grad 0) genannt.  Grad 0 bedeutet eine chronische Bronchitis die noch keiner Medikation bedarf. Die Ursachen sind hier jedoch völlig andere, als bei der akuten Krankheitsform:

Etwa 90 Prozent aller COPD-Patienten sind ehemalige oder aktive Raucher. Die Hälfte aller Raucher entwickelt mit zunehmendem Lebensalter eine chronisch obstruktive Bronchitis.

Symptome einer Bronchitis

Je nach Erreger sind die Begleitsymptome einer Bronchitis teilweise verschieden. Ist eine Virusinfektion der Auslöser, beginnt die Erkrankung mit einem unproduktiven, trockenen Husten, der nach einigen Tagen in einen Husten mit durchsichtig bis gelblich gefärbten, schleimigen Auswurf übergeht. Für eine bakterielle Infektion ist dagegen grünlicher Auswurf in großen Mengen charakteristisch.

Weitere Symptome einer Bronchitis:

Zusatzsymptome einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

Diagnose

Wie stellt der Arzt eine Bronchitis fest?

Zur Diagnose einer akuten Bronchitis befragt der Arzt die erkrankte Person zuerst ausführlich zu deren Krankengeschichte und den aktuell vorliegenden Beschwerden, wie Hustenhäufigkeit und -schwere, Fieber und vorhandenem Auswurf. Außerdem sind Angaben zum Nikotinkonsum, der beruflichen Tätigkeit oder der aktuellen Wohnsituation von Interesse.

Danach führt er grundsätzlich folgende Untersuchungen durch:

Zusätzliche Untersuchungen bei schwerwiegendem Krankheitsverlauf

Besonderheiten der Diagnose bei Vorliegen einer chronischen Bronchitis:

Um den Krankheitsfortschritt zu ermitteln und andere schwerwiegende Erkrankungen, wie Mukoviszidose oder Asthma zweifelsfrei auszuschließen, ist bei Vorliegen einer chronischen Bronchitis die Diagnose noch umfangreicher. Zu den genannten Untersuchungen kommen folgende hinzu:

Auch körperliche Belastungstests können dem Arzt helfen, sich ein genaueres Bild über die bei Patienten vorliegende Lungenfunktionseinschränkung und damit den aktuellen Schweregrad der Bronchitis bzw. chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zu verschaffen.

Bronchitis behandeln

Die Art der Therapie richtet sich nach den Auslösern und dem Schweregrad der Bronchitis. Während eine Infektion mit Bakterien mit Antibiotika behandelt wird, sind diese Medikamente bei einer virusbedingten Erkrankung wirkungslos. Allerdings kann man die Beschwerden bei beiden Infektionsformen deutlich lindern.

Medikamente bei Bronchitis

Isla- Moos Pastillen  60 Stück
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Engelhard Arzneimittel

Dr. Hotz Schnecken- Sirup  100 ml
Dr. Hotz Schnecken- Sirup 100 ml
Cheplapharm Arzneimittel
Prospan Hustenliquid Fluid 30 x 5 ml

Hausmittel bei Bronchitis

Besonderheiten der Therapie bei Babys und Kleinkindern

Entwickelt sich aus einer Erkältung oder einer akuten Bronchitis eine spastisch obstruktive Bronchitis, so setzt der Kinderarzt unter Umständen kurzzeitig Bronchien erweiternde Medikamente ein. Zumeist sind diese vom Kind zu inhalieren. Hohes Fieber lässt sich gerade bei Kindern oftmals völlig ohne Medikamente und deren Nebenwirkungen mithilfe kühler Waden- und Armwickel senken. Babys und kleine Kinder brauchen während der Erkrankung die besondere Fürsorge ihrer Eltern. Beruhigendes Trösten sorgt neben den Medikamenten und den genannten Hausmitteln für einen schnellen Heilungsprozess.

Besonderheiten bei der Behandlung einer chronischen Bronchitis oder COPD

Die wichtigste Maßnahme ist der konsequente Verzicht auf Tabakrauch und Zigaretten. Zusätzlich wird der Arzt schleimlösende Medikamente verordnen. Obwohl diese keinen direkten Einfluss auf die Krankheit haben, verschaffen sie dem Patienten bei massiver Schleimbildung Linderung. Bei Atemnot können zusätzlich noch Bronchien erweiternde Medikamente zum Einsatz kommen.

Ein gezieltes und beharrlich durchgeführtes Selbstmanagement ist für COPD-Patienten besonders wichtig. Dazu zählen Maßnahmen wie:

Prognose einer akuten Bronchitis

In den meisten Fällen ist eine akute Bronchitis harmlos. Gerade bei Kindern kommt sie recht häufig vor und heilt nach acht bis zehn Tagen ohne Folgen vollständig aus. Sofern zu der viralen Infektion noch Bakterien hinzukommen, kann der Heilungsprozess auch zwei bis drei Wochen andauern. Auch eine obstruktive Bronchitis hat bei Kindern in der Regel eine gute Prognose. Allerdings sind die Begleiterscheinungen, wie Atemnot und Erbrechen manchmal recht dramatisch und machen unter Umständen sogar einen Krankenhausaufenthalt notwendig. Nur selten entwickelt sich aus dem akuten Krankheitsverlauf eine Lungenentzündung oder chronische Bronchitis.

Prognose einer chronischen Bronchitis

Bei einer chronischen Bronchitis hängen die Heilungschancen bzw. der weitere Krankheitsverlauf von den Ursachen, vom Krankheitsfortschritt und in großem Maße vom Verhalten des Betroffenen ab.

Normalerweise ist diese Lungenerkrankung heilbar. Allerdings stehen die Chancen nur dann gut, wenn der Betroffene die Erkrankungsauslöser sofort ausschaltet. Inhaliert er dagegen weiter Zigarettenrauch, Stäube, schädliche Gase oder Dämpfe, geht die chronische Bronchitis im Laufe der Jahre in eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung über. Dabei sind die Bronchien nicht mehr nur entzündet, sondern zusätzlich dauerhaft verengt. Im schlimmsten Fall kommt es noch zu einer Überblähung der Lunge, bei der die Lungenbläschen Stück für Stück zugrunde gehen. Die Lungenfunktion verschlechtert sich dramatisch. Das wiederum führt zu Atemnot bzw. Kurzatmigkeit.

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung lässt sich nicht mehr heilen. Begleiterkrankungen, wie Herzschwäche sind oft die Folge. Um die Sauerstoffkonzentration im Blut zu stabilisieren und die Atemnot zu lindern, bleibt im fortgeschrittenen Krankheitsstadium meist nur noch eine Sauerstoff-Langzeittherapie. Nicht selten besitzen COPD-Patienten eine verkürzte Lebenserwartung.

Bronchitis vorbeugen

Eine akute Bronchitis lässt sich, wie jede andere Infektionskrankheit auch, nicht aktiv verhindern. Vor allem in den Wintermonaten steigt die Erkrankungsrate regelmäßig an. Den besten Schutz gegen eine Infektion bildet ein starkes Immunsystem. Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung einer chronischen Bronchitis und chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist der Verzicht auf Tabakrauch und das Vermeiden von Lungen schädigenden Belastungen am Arbeitsplatz. Um die Verschlechterung der allgemeinen Gesundheitssituation von COPD-Patienten zu vermeiden, raten Lungenärzte zu präventiven Schutzimpfungen, Physiotherapie und Rehabilitationssport. 

Neueste Studien und Erkenntnisse

Schweregrad der chronischen Bronchitis durch Mucin-Messung im Sputum bestimmbar (September 2017)
Zum Abtransport von Schadstoffen oder Krankheitserregern besitzen die Atemwege Zilien und Schleim. Dieser Schleim wird durch das gerichtete Schlagen der Zilien über eine wässrige Schicht fortbewegt. Bei einer chronischen Bronchitis ist das Gleichgewicht zwischen Schleimmenge und wässriger Gleitschicht gestört, sodass der Schleim überwiegt. Es bilden sich Klümpchen aus Schleim, die an Stellen mit zu geringer wässriger Schicht direkt auf der Zellschicht der Atemwege kleben bleiben. Beim kräftigen Abhusten werden diese Klumpen hinausbefördert und lassen sich im Sputum wiederfinden.

Ein wichtiger Bestandteil des Schleims sind Mucine, bei denen es sich um wasserbindende Glykoproteine handelt. Mittels Massenspektrometrie können diese Mucine nachgewiesen werden. In einer Studie zeigte sich, dass die Konzentration von Mucinen im Schleim von langjährigen Rauchern deutlich erhöht war! Nach dem ersten Aufflammen einer chronischen Bronchitis erhöhte sich die Konzentration wiederum sprungartig. So könnte die Messung von Mucin-Konzentration im Sputum Aufschluss über den Schweregrad von chronischen Bronchitiden geben. Zur Studie.

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