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Unerfüllter Kinderwunsch - Tipps, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen

Die meisten Paare gehen davon aus, dass sie ein Kind bekommen können, wann immer sie es wollen. Wie klein die Chance jedoch in Wirklichkeit ist, merken sie erst, wenn sie es einige Zeit erfolglos versucht haben. So kann die Befruchtung einer Eizelle nur während des Eisprungs stattfinden, also besteht die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden nur an 4 bis 5 Tagen im Monat. Zudem schmälern Alter, unregelmäßiger Zyklus und bestehende Krankheiten die Chancen.

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden
  2. Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen
    1. Gesund und Krankheitsfrei
    2. Nicht unter Druck setzen lassen
    3. Stress vermeiden
    4. Gesunde Ernährung und Sport in Maßen
    5. Alkohol, Nikotin und Koffein sind tabu
    6. Wechselspiel aus Sex und Enthaltsamkeit
    7. Optimales Scheidenmilieu
    8. "Eierwärmer" beeinträchtigen die Spermienqualität
  3. Weitere Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung zu erhöhen
  4. Wichtiges bei der Planung einer Schwangerschaft

Wahrscheinlichkeit in einem Zyklus liegt unter 30 Prozent

Tatsächlich liegt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, in jedem Menstruationszyklus bei 20 bis 30 Prozent. Jedoch auch nur, wenn alle Voraussetzungen optimal sind und der Geschlechtsverkehr an den fruchtbaren Tagen stattfindet. Von diesen Frauen, die schwanger werden wollen, klappt es bei circa 50 Prozent während der ersten drei Monate, bei etwa 75 Prozent innerhalb der ersten sechs Monate und 90 Prozent werden binnen eines Jahres schwanger. Im Durchschnitt dauert es circa 4 Monate bis eine Schwangerschaft eintritt.

Schon kleinste Faktoren schmälern die Chancen

Die menschliche Fortpflanzung ist sehr anfällig für Störungen. Denn schon ein kleiner Fehler bei der Eizellreifung, Spermienbildung oder Befruchtung kann die Aussichten auf eine Schwangerschaft für die nächsten vier Wochen zerstören. Zudem hat die Fruchtbarkeit ihr natürliches Limit, weshalb die Chancen bei Frauen über 30 Jahren sinken. Mit 35 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, nur noch halb so hoch wie mit 25. Allerdings tickt die biologische Uhr nicht nur für Frauen, auch bei Männern geht die Fruchtbarkeit jenseits des 30. Lebensjahrs Stück für Stück zurück. Zusätzlich kann ein unregelmäßiger Menstruationszyklus eine Schwangerschaft noch länger hinausziehen, da die fruchtbaren Tage schwieriger ermittelt werden können.

Eine Befruchtung klappt nur während des Eisprungs

Das Zeitfenster ist sehr klein, denn eine Frau kann nur zu einem bestimmten Zeitpunkt im Monat schwanger werden. Genauer gesagt kann eine Befruchtung nur während des Eisprungs stattfinden. Und diesen exakt zu ermitteln bzw. zu kennen ist nicht einfach. Helfen können dabei spezielle Zykluscomputer, so genannte Ovulationstests oder die Basaltemperatur-Messmethode, bei der über die Körpertemperatur der Eisprung ermittelt wird. Als allgemeine Richtlinie gilt jedoch: Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ist zwischen dem 9. und 16. Tag eines 28-Tage-Zyklus am Größten.

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Eizelle ist nach dem Eisprung etwa 12 - 24 Stunden befruchtungsfähig

Jedoch überleben die Spermien im Körper der Frau zwei bis fünf Tage, weshalb die größten Chancen auf ein Kind, zwei Tage vor dem Eisprung bis einen Tag danach stehen. Paare, die jeden zweiten oder dritten Tag miteinander schlafen, können sich allerdings das Rechnen ersparen, da sie in jedem Fall einen fruchtbaren Tag erwischen.

Nicht auf dieses eine Mal versteifen

Wichtig ist es, sich nicht auf dieses eine Mal zu versteifen und alle Hoffnungen darauf zu setzen. So stellt man sich selbst unter psychischen Stress und kann den Sex nicht mehr genießen. Das Kinderzeugen sollte Spaß machen und keine Pflichtübung sein.

Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen

Damit alle Voraussetzungen für eine Schwangerschaft geschaffen sind, sollten folgende Faktoren beachtet werden:

1. Gesund und Krankheitsfrei

Diverse Erkrankungen können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, dazu gehören z. B. Geschlechtskrankheiten, Infektionskrankheiten sowie Stoffwechselerkrankungen. So wirkt sich eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion negativ auf die weibliche Fertilität aus, da die Schilddrüsen- und Sexualhormone durch einen Regelkreis verbunden sind. Wichtig ist auch ein vollständiger Impfschutz. Häufig sind nicht alle nötigen Impfungen vorhanden bzw. müssen aufgefrischt werden. So kann z. B. eine Rötelerkrankung in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen des Babys führen. Aus diesem Grund wird jeder Frau mit Kinderwunsch empfohlen, ihren Impfschutz überprüfen zu lassen. Doch nicht nur die Frauen sollten auf ihre Gesundheit achten und sich regelmäßig durchchecken lassen, auch verschiedene Krankheiten bei Männern beeinflussen die Qualität der Samenzellen (wie z. B. Diabetes), und sollten behandelt werden.

2. Nicht unter Druck setzen lassen!

Der Wunsch nach einem Baby ist sehr oft verbunden mit psychischem Druck, vor allem dann, wenn die erhoffte Schwangerschaft auf sich warten lässt. Unzufriedenheit und Beziehungsstress sind die Folge. Das wiederum hat Auswirkungen auf die sexuelle Lust und Fruchtbarkeit beider Geschlechter. Zusätzlichen Druck löst das soziale Umfeld aus (wie Großeltern, Freunde oder Nachbarn, die auf den ersehnten Nachwuchs warten). Befreien Sie sich von solchen Einflüssen und weihen Sie andere erst gar nicht in Ihre Nachwuchspläne ein. Verwandte und Freunde erfahren schon früh genug wann es wirklich so weit ist.

3. Stress vermeiden!

Dass Stress nicht gesund ist weiß mittlerweile jeder. Aber das körperlicher sowie seelischer Stress gerade bei Kinderwunsch negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat, ist vielen nicht wirklich bewusst. Dabei wird durch Stress die Abgabe des Hormons Prolaktin gefördert, welches die männliche Samenproduktion hemmt und den weiblichen Zyklus und Hormonhaushalt beeinflusst. Ebenfalls sind zu hohe körperliche und psychische Belastungen schlecht bei Kinderwunsch. Gönnen Sie sich also Ruhepausen und nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag. Empfehlenswert sind Entspannungstechniken wie z. B. Yoga oder Autogenes Training.

4. Gesunde Ernährung und Sport in Maßen

Eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung sollte nicht erst in der Schwangerschaft erfolgen, sondern schon bei dem Wunsch nach einem Baby. Denn eine einseitige Ernährung bringt den Hormonhaushalt durcheinander und schadet der Fruchtbarkeit. Dies gilt übrigens für beide Partner. Ebenso negativ äußert sich Übergewicht auf den Kinderwunsch. Aus diesem Grund ist auch regelmäßige Bewegung (am besten an der frischen Luft) zu empfehlen. Die Bewegung bringt den Kreislauf auf Trab, begünstigt die Fertilität und senkt das Stressniveau. Aber aufgepasst, wer es übertreibt und allzu großen Ehrgeiz aufweist oder Leistungssport betreibt, bewirkt genau das Gegenteil und sorgt für einen Stressaufbau. Leichte Sportarten wie Radfahren oder Laufen, verbunden mit ausreichend Erholungsphasen sorgen für das Gleichgewicht.

5. Alkohol, Nikotin und Koffein sind tabu!

Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Koffein sollten bei bestehendem Kinderwunsch von beiden Geschlechtern gemieden werden. Denn Alkohol senkt bei Männern die Spermienproduktion sowie deren Qualität und Schnelligkeit. Bei Frauen verzögert er das Reifen von Eizellen. Nikotin und Koffein schränken ebenfalls bei beiden Partnern die Fruchtbarkeit ein.

6. Der Mix macht´s - Wechselspiel aus Sex und Enthaltsamkeit

Zu seltener Geschlechtsverkehr ist genauso schlecht wie zu häufiger, da sich durch beide Gegensätze die Spermienanzahl verringert. Daher ist wie schon erwähnt, eine kurze Enthaltsamkeit von zwei bis drei Tagen am besten

7. Optimales Scheidenmilieu

Damit es die Spermien auch bis in die Gebärmutter schaffen, ist ein natürliches Umfeld in der Scheide sehr wichtig. Deshalb sollte auf alles, was das Scheidenklima verändern könnte, verzichtet werden (wie z. B. Gleitmittel, Intimsprays, Spülungen, etc.).

8. „Eierwärmer“ beeinträchtigen die Spermienqualität

Auch Männer können einiges dafür tun, die Chancen auf das Wunschkind zu erhöhen. Kontraproduktiv für die Fruchtbarkeit der Männer sind z. B. Sitzheizungen im Auto, lange Saunagänge oder ausgedehnte heiße Bäder. Diese hohen Temperaturen im Hoden stören die Samenproduktion und -beweglichkeit. Gut sind dagegen lockere Jeans und Boxershorts, da sie für die optimale Belüftung im Schritt sorgen.

Weitere Möglichkeiten, die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung zu erhöhen

Wichtiges bei der Planung einer Schwangerschaft

Bei einer geplanten Schwangerschaft sollten zudem im Vorfeld folgende Dinge berücksichtigt werden:

Verhütung rechtzeitig absetzen

Wer plant ein Kind zu bekommen, muss die bisherige Verhütungsmethode absetzen. Obwohl bei jeder Frau die Möglichkeit besteht, danach sofort schwanger zu werden, kann bis dahin aber auch noch einige Zeit verstreichen (bis zu einem Jahr). Insbesondere bei einer 3-Monats-Spritze können manchmal drei Jahre vergehen, bis sich der Zyklus wieder normalisiert hat. Dies ist vor allem bei Paaren wichtig, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Schwangerschaft anstreben.

Ausreichende Folsäurezufuhr

Folsäurepräparate sollten nicht erst während der Schwangerschaft, sondern schon bei der Kinderplanung eingenommen werden. Denn Folsäure spielt bei allen Zellneubildungs- bzw. Zellteilungsprozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. Ein Mangel an Folsäure kann zu Fehlbildungen des zentralen Nervensystems (Neuralrohr-Defekte) wie Spina bifida (offener Rücken) führen. Da sich das Neuralrohr bereits in der vierten Schwangerschaftswoche verschließt (in der viele Frauen erst feststellen, dass sie schwanger sind), ist eine prophylaktische Folsäurezufuhr schon einen Monat vor der geplanten Schwangerschaft zu empfehlen. Zwar werden dadurch nicht die Chancen auf eine Befruchtung gesteigert, jedoch wird im Erfolgsfall die gesunde Entwicklung des Fetus von Anfang an sichergestellt.

Kontrolle der Zähne

Größere Behandlungen müssen unbedingt vor einer Schwangerschaft durchgeführt werden. Zum Beispiel erhöht Parodontitis das Risiko für eine Frühgeburt. Frauen mit Amalgam-Füllungen können seltener Eisprünge haben. Jedoch sollte das Amalgam nicht während der Kinderplanung bzw. der Schwangerschaft entfernt werden, denn dabei steigt die Quecksilber-Belastung im Körper.

Auch wenn Sie alle Faktoren berücksichtigt haben, ist das keine Garantie für eine sofortige Schwangerschaft. Mutter Natur lässt sich dafür auch gerne mal bis zu zwei Jahre Zeit, was absolut im Normbereich ist. Sollte sich nach dieser Zeit trotzdem keine Schwangerschaft einstellen, ist der Gang zum Facharzt ratsam. Gynäkologen und Kinderwunschkliniken können der Natur meist ein wenig auf die Sprünge helfen, damit der Traum vom Wunschkind in Erfüllung geht. Allerdings hat auch die Medizin ihre Grenzen.

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