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Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Nach sportlicher Betätigung oder stärkerer körperlicher Belastung ist die Schleimbeutelentzündung eine häufige Ursache für Gelenkschmerzen. Grund dafür sind meist wiederholte Bewegungen, die Betroffene nicht gewohnt sind.

Starke, lokal begrenzte Schmerzen, Schwellungen sowie eine verstärkte Druckempfindlichkeit zählen zu den Symptomen einer Schleimbeutelentzündung. 

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist eine Schleimbeutelentzündung?
  2. Ursachen und Risikofaktoren
  3. Symptome
  4. Diagnose
  5. Therapie und Behandlung
  6. Schleimbeutelentzündung vorbeugen

Definition und Überblick

Ein Großteil der Menschen leidet zumindest einmal im Leben an einer schmerzhaften, akuten Schleimbeutelentzündung. Die Bursitis, wie die Entzündung des Schleimbeutels in der medizinischen Fachsprache auch bezeichnet wird, ist also keine Seltenheit. Hauptgrund dafür sind die vielseitigen Ursachen, die eine solche Erkrankung auslösen können.

Während sich die akute Bursitis als recht einfach in der Behandlung erweist, kann die chronische Form über mehrere Jahre hinweg andauern und nahezu therapieresistent sein. Frühzeitiges Erkennen und schnelles Behandeln können dies verhindern.

Was sind Schleimbeutel?

Bei Schleimbeuteln handelt es sich um kleine Gewebekissen, die entlang der Innenseiten mit Schleimhaut ausgekleidet und mit einer geringen Menge Gelenkflüssigkeit gefüllt sind. Sie wirken aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres Aufbaus als körpereigene Schutzpolster, reduzieren die Auswirkungen von Schlägen, Stößen und Druck auf Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen und andere Gewebe. Zudem wirken sie schmierend und sorgen auf diese Weise für weniger Reibung und Abnutzungen bei Bewegungen.

Durch diese Funktion und die meist gelenknahe Position sind sie selbst jedoch auch großen Belastungen ausgesetzt. Ist diese Belastung anhaltend und hat der Schleimbeutel nicht ausreichend Zeit zur Regeneration, ist eine Entzündung die Folge.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Eine Bursitis liegt vor, wenn die Schleimhaut im Inneren der Schleimbeutel entzündet ist. Hierbei kommt es zu, im Normalfall vorübergehenden, Veränderungen des Gewebes. Die Schleimbeutel füllen sich mit Flüssigkeit und schwellen dadurch an, teilweise auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe. Dadurch entstehen hoher Druck sowie Schmerzen. Bei der chronischen Form der Bursitis können sich zudem bleibende Veränderungen des Gewebes ergeben. Das körpereigene Polster ist dann nicht mehr in der Lage, seine Schutzfunktion auszuüben. Schlimmstenfalls gehen damit stetige Schmerzen und eine anhaltende Einschränkung der Bewegung einher.

Formen der Schleimbeutelentzündung

Schleimbeutelentzündungen werden zum einen nach ihrer Dauer unterschieden, also in die akute und chronische Bursitis. Zum anderen werden auslösende Ursachen und betroffene Stellen zur Einteilung genutzt.

Die chronische Bursitis

Eine chronische Schleimbeutelentzündung kann über mehrere Jahre hinweg anhalten. Dabei bestehen aber nur selten durchgängige Schmerzen. In den meisten Fällen kommt es stattdessen zu phasenweise auftretenden Symptomen.

Medizinisch gilt eine Entzündung der Schleimbeutel als chronisch, wenn sie länger als sechs Wochen besteht oder innerhalb kürzester Zeit immer wieder ausbricht. Eine akute, nicht völlig ausgeheilte Bursitis kann sich also zur chronischen Form entwickeln.

Akute Schleimbeutelentzündung

Die akute Bursitis ist die häufigste Form der Schleimbeutelentzündung. Diese Art der Erkrankung hält zwei bis sechs Wochen lang an, kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich auftreten.

Wird sie nicht rechtzeitig oder unzureichend behandelt, bleiben die Ursachen weiterhin bestehen, kann sie eine chronische Verlaufsform annehmen.

Belastungsbedingte Bursitis - Studentenellenbogen und Fliesenlegerknie

Wirkt auf einen Schleimbeutel dauerhaft ein hoher Druck ein, beispielsweise weil der Ellenbogen beim Lesen oder der Arbeit am Computer immer auf dem Tisch aufgestellt wird, folgt nicht selten eine Entzündung. Ebenso bei Schleimbeuteln am Knie, die viele Handwerker stark belasten müssen.

Natürlich sind davon nicht allein Fliesenleger und Studenten betroffen. Auch wer viel im Garten arbeitet oder lange Zeit in belastenden Haltungen verbringen muss, hat ein höheres Risiko daran zu erkranken. Aufgrund der Mehrzahl der genannten Gruppen und den typischen Stellen wurden diese Formen der Schleimbeutelentzündungen lediglich nach ihren häufigsten Trägern benannt.

Schleimbeutelentzündung durch Trauma

Ein schwerer Sturz, ein heftiger Schlag oder Aufprall können abrupt eine akute Schleimbeutelentzündung auslösen. Meist sind dafür haarfeine Risse im Schleimbeutel verantwortlich, die durch ein Trauma entstehen können.

Bakterielle und krankheitsbedingte Schleimbeutelentzündungen

Liegt eine offene Verletzung vor, bei der auch der Schleimbeutel in Mitleidenschaft gezogen wird, können Bakterien in die Gewebekissen eindringen und hier schwere, eitrige Entzündungen hervorrufen.

Ein weiterer möglicher Grund für die Bursitis sind zugrunde liegende Krankheiten, die das Immunsystem schwächen oder sich negativ auf Durchblutung und Gesundheit der Gelenke und Gewebe auswirken. Hierzu zählen:

Auch andere entzündliche Krankheiten, die den ganzen Körper befallen, können sich auf die Schleimbeutel ausweiten. Mit zunehmendem Alter gewinnen Krankheiten an Bedeutung als Form der Bursitis. Grund hierfür ist das häufigere Auftreten der genannten Erkrankungen im Alter.

Ursachen und Risikofaktoren

Einige Ursachen und Risikofaktoren, die eine Bursitis hervorrufen oder zumindest begünstigen können, finden sich bereits in den aufgezählten Formen.

Dazu gehören:

Symptome

Die Bursitis äußert sich meist durch starke Schmerzen, die manchmal schleichend, manchmal abrupt einsetzen. Zu den Kernsymptomen zählen jedoch auch andere Merkmale:

Zusatzsymptome:

Weitere Symptome und mögliche Komplikationen:

Die häufigste Komplikation einer akuten Bursitis ist die Entwicklung zu einer chronischen Verlaufsform. Für gewöhnlich ist das der Fall, wenn die Therapie nicht ausreicht, zu spät begonnen oder nicht konsequent durchgeführt wird. Möglich ist aber auch eine anhaltende Fehlstellung oder Fehlbelastung, die wiederholt entzündliche Reaktionen hervorruft.
Zusätzlich kann sich die Schleimbeutelentzündung auf umliegendes Gewebe ausweiten, zu einer Infektion des gesamten Körpers führen oder die Mobilität einzelner Gelenke vollständig einschränken.

Auch das sogenannte Impingement-Syndrom ist eine mögliche Folgeerkrankung. Bei diesem werden durch Schwellung und Druck umliegende Gewebe, Nerven, Sehnen oder Bänder abgeklemmt.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann derartige Komplikationen und schwerwiegende Folgen jedoch verhindern.

Diagnose

Aufgrund des typischen Erscheinungsbildes einer Schleimbeutelentzündung reichen eine ausführliche Befragung und ein Abtasten der betroffenen Stelle meist aus. Zumindest bei Schleimbeuteln, die oberflächlich gelegen sind. In Schulter und Hüfte gestaltet sich diese Form der Diagnose jedoch schwieriger.

Hier greifen Ärzte im Normalfall zusätzlich auf bildgebende Verfahren, wie Ultraschall und Röntgen zurück. Bei unklaren Auslösern und Diagnosen können außerdem Blutuntersuchungen und ein Abtasten der Lymphknoten erforderlich werden.

Therapie und Behandlung

Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung und ihrem Auslöser. Während für leichte Formen der Bursitis mit bekannter Ursache einfache Mittel und Anwendungen vollkommen ausreichen, kann in schwierigen Fällen eine chirurgische Entfernung des Schleimbeutels notwendig sein.

Therapie nach dem PECH-Prinzip

Die einprägsame Abkürzung PECH steht für Pause, Eis, Compression und Hochlegen. Bei einer Bursitis kann dieses Prinzip als erste Hilfe und Erleichterung angewendet werden aber auch einen Großteil der gesamten Behandlung ausmachen. Zumindest was leichte, akute Fälle anbelangt.

  1. Den betroffenen Bereich vorübergehend ruhigstellen. Weitere Bewegung würde nur unnötig reizen und die Entzündung verschlimmern. Ein Verband oder eine Schiene sorgt für die Einhaltung der Bewegungspause.
  2. Ein konsequentes Kühlen des entzündeten Schleimbeutels wirkt positiv auf die Schwellung und lindert Schmerzen.
  3. Kompression, beispielsweise in Form eines einigermaßen engen Verbands, verhindert ein Zunehmen der Schwellung, stellt ruhig und kann den Schmerz ebenfalls etwas reduzieren.
  4. Das Hochlegen des erkrankten Schleimbeutels verbessert den Abfluss der angesammelten Flüssigkeit. Dadurch können die Schwellung und der Druck vermindert werden.

Entzündungshemmer und Medikamente

Zur Unterstützung der Basis-Behandlung können entzündungshemmende Cremes und Salben eingesetzt werden.

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Elacur M Hot Creme 50 G
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Kytta Geruchsneutral Creme 150 G
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Hat bereits eine Ausbreitung der Infektion stattgefunden oder handelt es sich um eine bakterielle Bursitis, ist auch die Einnahme von Antibiotika sinnvoll.

Versorgung offener Wunden

Führte eine offene Verletzung zur Entzündung des Schleimbeutels, muss die Wunde natürlich entsprechend versorgt werden. Eine gründliche Säuberung, Desinfektion und gegebenenfalls ein Wundverschluss gehören dann unabdingbar zu der Therapie.

Drainage und Punktion

Bei großen Flüssigkeitsansammlungen, die selbst nach dem Abklingen der anfänglichen Entzündung noch vorhanden sind, kann ein kleiner Eingriff nötig werden. Hierbei wird unter sterilen Bedingungen eine Kanüle in den betroffenen Beutel eingeführt und ein Teil der Flüssigkeit entfernt. Im Anschluss wird diese durch eine Medikamentenlösung ersetzt, die regulierend und heilend wirken soll.

Injektionen in den Schleimbeutel

Zeigen oral eingenommene und äußerlich aufgetragene Medikamente keine ausreichende Wirkung, können diese als Lösung auch direkt in den erkrankten Schleimbeutel injiziert werden. Ebenso wie jeder gelenknahe Eingriff ist diese Behandlung jedoch nicht frei von Risiken. Wird diese invasive Form der Therapie nicht unter sterilen Bedingungen durchgeführt, kann sich die Infektion sogar verschlimmern. Dennoch sollten die Vorteile nicht vergessen werden. Es gilt also, Risiken und Vorzüge gegeneinander abzuwägen.

Öffnung des Schleimbeutels

In einigen Fällen kann es notwendig werden, den Schleimbeutel zu öffnen und das enthaltene Sekret zu entfernen. Häufig handelt es sich dabei um die bakterielle Bursitis, bei der im Schleimbeutel eitrige Flüssigkeit gebildet wird. Diese Form der Therapie birgt ebenso wie die Drainage jedoch einige Risiken. Denn bei jedem Eingriff können erneut Erreger in das Gewebe eingetragen oder aber bereits vorhandene verschmiert werden. Die Eingriffe sind daher erst dann Mittel der Wahl, wenn andere Behandlungsvarianten keinen Erfolg zeigen oder nicht angeraten sind.

Bursektomie

Ist der Schleimbeutel bereits so weit krankhaft verändert, dass er seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, ist eine Bursektomie nötig. Bei der Bursektomie handelt es sich um die chirurgische Entfernung des betroffenen Schleimbeutels. Hierfür ist lediglich ein kleiner Schnitt über dem Beutel notwendig. Anhaltende Bewegungseinschränkungen sind nicht zu befürchten, da sich Schleimbeutel bei Bedarf neu bilden können.

Behandlung durch alternative Mittel

Neben den häufig angewandten schulmedizinischen Therapieformen können Entzündungen der Schleimbeutel auch unterstützend mit anderen und alternativen Mitteln behandelt werden.
Als wirksam gelten:

Alle diese Mittel können Schmerz und Entzündung lindern und zudem zu einer schnelleren Heilung beitragen.

Schleimbeutelentzündung vorbeugen

Eine Heilung akuter Entzündungen des Schleimbeutels gestaltet sich in leichten Fällen zwar recht unkompliziert, Schmerzen, Mobilitätsverlust und wiederkehrende Entzündungen stellen aber nicht zu unterschätzende Einschränkungen dar. Eine Vorbeugung sollte also auch bei der Bursitis der Therapie vorgezogen werden. Leider lässt sich das nicht immer realisieren. Das Risiko einer Entzündung kann jedoch mit einigen einfachen Maßnahmen deutlich reduziert werden.

Die Schleimbeutel entlasten

Werden äußere Polster gezielt eingesetzt, schont das die körpereigenen Gewebekissen. Wer viel kniet, sitzt oder Ellenbogen stetig aufsetzt, sollte für einen weichen Untergrund an den Druckpunkten sorgen. Knieschoner, Auflagepolster auf dem Schreibtisch, weiche Stuhlsitze und untergelegte Kissen sind kostengünstig und können problemlos in den Alltag integriert werden.

Monotone Bewegungen vermeiden

Malern, schrauben, auf die Maustaste klicken - anstrengende, monotone Bewegungen, die für einen längeren Zeitraum ausgeführt werden, führen fast unweigerlich zu Schleimbeutelentzündungen.

Natürlich lassen sich derlei Arbeiten und Bewegungen nicht gänzlich vermeiden und auch nicht immer in schonende kleine Abschnitte unterteilen. Um das Risiko dennoch zu reduzieren, reichen kurze Entspannungen und Unterbrechungen aber bereits aus. Die beanspruchten Gelenke und Gliedmaßen für einige Sekunden ausschütteln, massieren und so zu lockern, bringt Erleichterung und wirkt vorbeugend.

Pausen und Erholung

In Büro oder Schule werden Stunden am Schreibtisch verbracht und in der Freizeit liegt der Ellenbogen ebenfalls auf harten Oberflächen auf - hier sind Entzündungen und Schmerzen vorprogrammiert. Ebenso bei entzündeten Schleimbeuteln, die zu schnell wieder belastet werden. Ausreichend häufige, lange Pausen und Erholungsphasen sind wichtig und sollten auch dann eingehalten werden, wenn es schwerfällt. Nur so lassen sich wiederkehrende Schleimbeutelentzündungen oder chronische Verlaufsformen verhindern.

Zugrundeliegende Krankheiten behandeln

Rheuma, Gicht, Arthrose und weitere Krankheiten können schmerzhafte Schleimbeutelentzündungen begünstigen. Das trifft vor allem zu, wenn derlei chronische Erkrankungen nicht behandelt werden. Eine wirksame Vorbeugung in diesem Fall ist also die Therapie bereits bestehender Krankheiten.

Schleimbeutel und Gelenke schützen

Sportarten, die häufig zu Stürzen, Schlägen und anderen Verletzungen führen können, gehören zu den Risikofaktoren für die Bursitis. Entsprechend abgestimmte Schutzkleidung sollte daher zur Ausstattung gehören.

Die Durchblutung anregen

Tägliches Eincremen in Kombination mit einer leichten Massage, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und leichtes Ausdauertraining sorgen für eine gute Durchblutung, Versorgung des Gewebes und Entspannung. All das sind wichtige Faktoren bei der Vorbeugung von Bursitis, vor allem dann, wenn starke Belastungen oder stetiger Druck während des Alltags negativ auf die Schleimbeutel einwirken.

Leckere Entzündungshemmer

Vitamin C und Zink gelten zu Recht als Entzündungshemmer schlechthin. Eine Ernährung, die reich an diesen Stoffen ist, kann daher ebenfalls Schleimbeutelentzündungen verhindern. Natürlich sollte der Speiseplan aber vor allem ausgewogen sein. Eine einseitige Ernährung ist nicht ratsam.

Beim ersten Anzeichen reagieren

Viele Schleimbeutelentzündungen machen sich schleichend bemerkbar. Belastete Stellen geben zuerst Wärme ab, erscheinen häufig leicht gerötet und beginnen zunehmend zu schmerzen. Wer bei diesen ersten Anzeichen schon reagiert, kann Schlimmeres meist verhindern. Stark beanspruchte Bereiche nach der Belastung zu kühlen, mit entzündungshemmender Sportsalbe zu versorgen und zumindest kurzfristig zu schonen, spart oft mehrere Wochen Schmerzen.

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