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Spezielle Hautpflege bei Diabetes

Aktualisiert am 19.03.20

Die Haut ist der Spiegel der Gesundheit. Zahlreiche Krankheiten gehen mit Hautveränderungen einher - ob Erkrankungen der inneren Organe oder Neurodermitis. Auch bei Diabetes-Patienten treten häufig Hautbeschwerden auf. Dazu zählen unter anderem Juckreiz, trockene Haut, weiße Flecken oder Infektionen. Bei diabetischer Haut ist die Funktion der obersten Hautschicht - also der Hautbarriere - häufig eingeschränkt.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was versteht man unter diabetischer Haut?
  2. Symptome für diabetische Haut
  3. Ursachen von diabetischer Haut
  4. Diabetische Haut bei Kindern
  5. Diabetische Haut und Juckreiz - Pruritus
  6. Diabetische Hautpflege - Welche äußere Pflege hilft bei diabetischer Haut?
  7. Diabetisches Fußsyndrom
  8. Diabetische Fußpflege - Welche äußere Pflege hilft bei diabetischem Fuß?
  9. Ernährung bei diabetischer Haut
  10. Diabetische Haut vorbeugen

Was versteht man unter diabetischer Haut?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und erfüllt unzählige wichtige Aufgaben. Dazu zählt der Schutz vor äußeren Einwirkungen wie zum Beispiel Krankheitserregern, Strahlen und Druck. Zudem schützt sie uns vor Austrocknung und reguliert den Wärmehaushalt. Wenn ein Mensch an Diabetes erkrankt ist, spiegelt sich das häufig auf seiner Haut wieder. 80 Prozent aller Menschen mit Diabetes weisen Hautveränderungen auf. Bereits erhöhte Blutzuckerwerte im prädiabetischen Stadium verändern das Hautbild. Sehr trockene, raue und rissige Haut, immer wiederkehrender Fußpilz oder genitale Pilzerkrankungen sowie schlecht heilende Wunden können ein Hinweis auf Diabetes sein. Besonders häufig sind die Hautpartien an Unterschenkeln und Füßen betroffen. Die Haut kann ihre zahlreichen Aufgaben nicht mehr uneingeschränkt ausführen. Oft ist die oberste Hautschicht beeinträchtigt: Die Hautbarriere verliert die Fähigkeit vor Krankheitserregern und übermäßigem Feuchtigkeitsverlust zu schützen.

Symptome für diabetische Haut

Erste Symptome diabetischer Haut sind häufig wiederkehrende Pilzinfektionen von Haut, Nägel oder Schleimhäuten. Treten Infektionen trotz konsequenter Therapie immer wieder auf, sollte abgeklärt werden, ob Diabetes vorliegt. Neben Pilzinfektionen sind Diabetiker auch anfälliger für bakterielle Hautinfektionen wie Wundrose. Diese rasch ausbreitende bakterielle Infektion äußert sich durch gerötete, überwärmte und geschwollene Hautstellen. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Wundrose darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden und muss umgehend mit Antibiotika behandelt werden, da sie im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann. Erythrasma ist hingegen durch rötlich-braune, schuppende Hautpartien in Achseln oder Leiste gekennzeichnet, das bei Diabetes-Patienten durchaus häufig vorkommt.

Diabetische Haut äußert sich auch häufig durch Pigmentstörungen. An den Unterschenkeln bilden sich meist schmerzlose, scharf begrenzte, ovale, rötlich-braune Areale. Bei rund 4,8 Prozent aller Diabetes-Patienten tritt auch die sogenannte Weißfleckenkrankheit auf, bei der die pigmentbildenden Zellen in der Haut verloren gehen. Darüber hinaus haben Betroffene häufig mit vermehrtem Juckreiz zu kämpfen. Weitere Symptome diabetischer Haut können rotfleckige Hautstellen sein, die in einem späteren Stadium eine braun-gelbliche Farbe annehmen und meistens an den Schienbeinen auftreten. Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um „Necrobiosis lipoidica diabeticorum“. 60 Prozent aller Betroffenen weisen Typ-2-Diabetes auf. Bei manchen Patienten treten auch bräunlich erhabene Flecken an den Achselhöhlen, am Nacken oder in der Leiste auf.

Ursachen von diabetischer Haut

Wiederkehrende Infektionen der Haut wie Fußpilz oder genitale Pilzerkrankungen sind auf die dauerhaft starke Erhöhung des Blutzuckerspiegels von Diabetikern zurückzuführen. Ist der Stoffwechsel jedoch gut eingestellt (Blutzuckerwerte unter 200 mg/dl = 11 mmol/l), sinkt das Risiko für Hautinfektionen. Bakterielle Infektionen der Haut wie beispielsweise Wundrose sind im Gegensatz dazu auf kleine Verletzungen oder vorangegangene Pilzinfektionen zurückzuführen. Dadurch können Bakterien leichter in den Körper eindringen und in weiterer Folge eine Wundrose oder ein Erysipel entstehen. Ursache für die bakterielle Infektion Erythrasma ist eine Infektion mit dem Erreger Corynebacterium minutissimum.

Bis zu 50 Prozent aller Diabetes-Patienten leiden an der sogenannten diabetischen Dermopathie (Pigmentstörung). Die Ursachen für Pigmentstörungen sind eine fortschreitende Schädigung der Blutgefäße in der Haut (Mikroangiopathie). Die Blutgefäße in der Haut werden durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel geschädigt. Durch eine sorgfältige Einstellung des Blutzuckerspiegels kann man der diabetischen Dermopathie entgegenwirken. Bei Typ-1-Diabetes-Patienten tritt häufig auch die sogenannte Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) auf, bei der sich weiße Flecken auf der Haut bilden. Die genaue Ursache von Vitiligo ist bisher nicht bekannt, allerdings vermutet man bei Diabetikern autoimmunologische Prozesse.

Viele Diabetiker leiden auch an einem ausgeprägten Juckreiz. Dieser hängt jedoch nicht von der Höhe des Blutzuckerspiegels ab, sondern mit der Austrocknung der Haut. Wenn der Stoffwechsel schlecht eingestellt ist, führt dies zu einem Verlust von Wasser, Zucker und Mineralien über die Nieren. In weiterer Folge kommt es zu einem systemischen Flüssigkeitsmangel und zur Austrocknung der Haut. Dieses Flüssigkeitsdefizit wird häufig noch durch harntreibende Medikamente sowie eine eingeschränkte Nierenfunktion verstärkt. Mit Diabetes stehen häufig auch Nervenschädigungen in Zusammenhang, wodurch Schweiß- und Talgdrüsen weniger effektiv arbeiten.

Diabetische Haut bei Kindern

Babys und Kinder die an Diabetes leiden haben häufig mit den Folgen diabetischer Haut zu kämpfen. Sehr trockene Haut, Juckreiz, offene, entzündete oder wunde Hautareale, die nur sehr langsam heilen, sind typisch bei Kindern. Da die diabetische Haut von Babys noch sehr zart ist, ist sie dementsprechend auch doppelt empfindlich. Vor allem im Genitalbereich sowie am Po und dem Bauchbereich, wo die Windel sitzt, kann es vermehrt zu Pilzinfektionen kommen.

Diabetische Haut und Juckreiz - Pruritus

Der medizinische Fachausdruck von Juckreiz heißt Pruritus. Betroffene verspüren häufig Juckreiz am ganzen Körper, ohne dass Hautveränderungen zu sehen sind. Besonders unangenehm sind über den Körper verteilte Knötchen, bei denen der Juckreiz erst aufhört, wenn sie aufgekratzt werden. Bei Frauen äußert sich Juckreiz häufig im Genitalbereich. Dieser wird durch eine Infektion mit Hefepilzen (Candida) ausgelöst.

Pruritus kann viele Ursachen haben und ist eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten. Hauterkrankungen wie Neurodermitis aber auch Erkrankungen der inneren Organe, zum Beispiel der Leber, können zum lästigen Jucken der Haut führen. Oft ist der Juckreiz auch eine Begleiterscheinung von Diabetes. Ist der Stoffwechsel schlecht eingestellt, kann Pruritus als Folgeerscheinung auftreten. Auch Nervenschädigungen infolge von Diabetes können Juckreiz begünstigen. Eine falsche Hautpflege kann der Haut zusätzlich Feuchtigkeit entziehen. Eine Verbesserung der Stoffwechseleinstellung sowie die richtige Hautpflege mit milden, rückfettenden Reinigungs-und Pflegeprodukten, die der Haut Feuchtigkeit spenden, können hier Linderung verschaffen.

Diabetische Hautpflege - Welche äußere Pflege hilft bei diabetischer Haut?

Die Beschwerden von trockener, spannender, juckender und schuppender Haut bei Diabetikern lassen sich durch die richtige Hautpflege lindern oder treten im besten Fall gar nicht erst auf. Neben gut eingestellten Blutzuckerwerten ist also auch die Hautpflege von Bedeutung. Wichtig ist, dass die Pflegeprodukte nicht zu viel Fett enthalten und der Haut die Menge an Feuchtigkeit und Lipiden spendet, die sie benötigt. Cremes und Lotionen sollten Urea und Lipide (z.B. Ceramide) enthalten. Bei Urea handelt es sich um einen Harnstoff, der dabei hilft, die Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Ceramide sind Lipide, die ein natürlicher Bestandteil der Haut sind. Aufgrund von Ceramiden wird die Feuchtigkeit in der Haut bewahrt und die oberste Hautschicht aufrechterhalten.

Weitere Tipps zur Hautpflege bei Diabetikern:

Diabetisches Fußsyndrom

Die Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus geht häufig mit einem diabetischen Fußsyndrom einher. Die erhöhten Blutzuckerwerte führen zu einer Schädigung der Blutgefäße und Nervenbahnen. Dadurch können am Fuß leichter Wunden entstehen, die sich infizieren können. Diese Folgeerkrankung ist sehr ernst zu nehmen, da sie zu schweren Komplikationen führen kann. Bei 30 bis 40 Prozent der Patienten ist der diabetische Fuß durch Nervenschäden bedingt. Dieser wird auch als neuropathischer diabetischer Fuß bezeichnet. Bei circa 20 Prozent der Betroffenen ist das diabetische Fußsyndrom Folge von Durchblutungsstörungen. Dieser wird auch als ischämischer diabetischer Fuß bezeichnet. Bei den restlichen 40 Prozent handelt es sich um eine Kombination aus Nervenschäden und Durchblutungsstörungen.

Die Symptome äußern sich individuell unterschiedlich. Die Beschwerden hängen von den zugrundeliegenden Ursachen sowie dem Krankheitsstadium des Diabetes ab. Wenn sich die Haut blass oder bläulich verfärbt, sich kühl anfühlt und sich der Puls der Fußarterien nicht mehr ertasten lässt, deutet dies auf einen ischämischen diabetischen Fuß hin. Werden Verletzungen und Wunden am Fuß vom Patienten nicht bemerkt, deutet dies auf einen neuropathischen diabetischen Fuß hin. Oft bemerken Patienten mit diesem Fußsyndrom auch nicht, dass sie zu enges oder falsches Schuhwerk tragen. Weitere Symptome können Verformungen des Fußes und Fußskeletts, ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Füßen oder Nagelpilz sein.

Um das Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern, ist eine möglichst genaue Blutzuckereinstellung notwendig. Darüber hinaus sollte man an Schulungen für Diabetiker teilnehmen und regelmäßig den Arzt besuchen. Mit der richtigen Fußpflege und dem passenden Schuhwerk lässt sich ein diabetisches Fußsyndrom gut vorbeugen. Als Diabetiker sollte man täglich seine Füße inspizieren, um Veränderungen und kleine Verletzungen rechtzeitig zu erkennen. Ist das diabetische Fußsyndrom bereits fortgeschritten und es drohen Entzündungen und Wundheilstörungen, hilft eine podologische Therapie. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung. Damit Wunden an Diabetes-Füßen heilen können, wird richtig sitzendes Schuhwerk benötigt. Auch spezielle Diabetiker-Socken können hilfreich sein: Diese erlauben eine bessere Belüftung der Füße und weisen aufgrund des hohen Baumwollanteils keine Nähte auf, die Druckstellen verursachen könnten.

Diabetische Fußpflege - Welche äußere Pflege hilft bei diabetischem Fuß?

Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme und sollten daher besonderes Augenmerk auf die Reinigung und Pflege ihrer Füße legen. Das sollten Sie bei der Fußpflege beachten:

Nachdem Sie Ihre Füße sorgfältig gereinigt haben, cremen Sie sie am besten mit Cremes oder Lotions, die Harnstoff enthalten, ein. Dieser sorgt dafür, dass die Haut am Fuß mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird und verhindert übermäßige Verhornungen. Die Zehenzwischenräume sollten besser nicht eingecremt werden, da so Infektionen begünstigt werden können.

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Dr. August Wolff

Die richtige Ernährung bei diabetischer Haut

Prinzipiell müssen Diabetiker nicht auf eine spezielle Diabetikerkost umsteigen, sondern einfach die Regeln einer gesunden Ernährungsweise befolgen. Dies stellt eine zusätzliche wichtige Behandlungsmaßnahme aller Betroffenen dar. Grundsätzlich sollten frisches Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Reis, Nudeln sowie fettarme Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Die Auswahl der richtigen Fette ist für Diabetiker von essenzieller Bedeutung. Mehrfach gesättigte Fettsäuren, die in Sonnenblumen-, Distel-, Weizenkeim-, Soja- und Maiskeimöl enthalten sind oder einfach ungesättigte Fettsäuren, die in Oliven- oder Rapsöl enthalten sind, schützen Gefäße vor Arteriosklerose. Gesättigte Fettsäuren aus tierischen Produkten sind eher ungünstig und beeinflussen die Fettwerte negativ.

In mitteleuropäischen Ländern ist oft die Eiweißaufnahme zu hoch. Dies kann die Niere des Diabetikers zusätzlich belasten. Achten Sie daher auf den Eiweißanteil in Ihrer Ernährung. Kohlenhydrate beeinflussen zwar den Blutzuckerspiegel, allerdings sollte der Anteil auch bei Diabetikern mehr als die Hälfte betragen. Verzehren Sie Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Getreideprodukte - diese wirken nämlich stark sättigend. Außerdem sind sie reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen. Wenn Sie Insulin spritzen müssen, sollten Sie Ihre Kohlenhydrate mithilfe von BE-Austauschtabellen berechnen.

Wie kann trockene diabetische Haut vorgebeugt werden?

Diabetische Haut kann vorgebeugt werden, indem ein gesunder Stoffwechsel aufrecht erhalten wird. Trinken Sie täglich zwei bis drei Liter stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Essen Sie außerdem täglich eine bunte und abwechslungsreiche Palette an Obst und Gemüse. So wird Ihr Körper mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen versorgt. Aktiver Sport, ausreichend Schlaf und die Reduzierung von Stress sind ebenfalls bedeutende Faktoren für einen gesunden Stoffwechsel. Darüber hinaus ist auch eine positive Lebenseinstellung wichtig. Damit diabetische Haut gar nicht erst auftritt, sind feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen mit gehaltvollen Ölen empfehlenswert. Diese stärken die Schutzfunktion der Haut und beruhigen gereizte Stellen. Bei regelmäßiger Anwendung wird die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, verbessert.

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