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Demenz

Demenz ist eine typische Alterserkrankung. Anders als die Altersvergesslichkeit, die im hohen Lebensalter als normal zu betrachten ist, bringt Demenz schwere Defizite im kognitiven Bereich mit sich.

Das heißt, das Kurzzeitgedächtnis verliert im Laufe einer Demenzerkrankung vollständig seine Funktion. Bei fortschreitender Demenz leiden Betroffene zudem unter dem Verfall des Langzeitgedächtnisses, unter einem Abbau der sozialen und emotionalen Fähigkeiten sowie unter motorischen Problemen, einer Rückbildung der Sprache und einem verminderten logischen Denkvermögen. Das Wort Demenz leitet sich daher aus der lateinischen Sprache ab und bedeutet so viel wie "abnehmender Verstand".

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Formen der Demenz
  2. Ursachen Demenz
  3. Risikofaktoren
  4. Symptome Demenz
  5. Diagnose
  6. Behandlung & Therapie
  7. Neueste Studien und Erkenntnisse

Zahlen und Fakten

Die Alzheimer-Krankheit und die Lewy-Body-Demenz machen den Hauptanteil aller Demenzerkrankungen aus, wohingegen vaskuläre Demenzen vergleichsweise selten auftreten. In Deutschland leiden rund anderthalb Millionen Menschen unter einer Form der Demenz, darunter rund 40 Prozent unter der Alzheimer-Krankheit und 20 Prozent unter der Lewy-Body-Demenz.

Häufig bei 65-jährigen und älter

Das typische Alter, in dem die Beschwerden einer Demenz erstmals auftreten, liegt bei durchschnittlich 65 Jahren, wobei das Erkrankungsrisiko beim Älterwerden kontinuierlich steigt. Unter allen Menschen, die das 90. Lebensjahr erreichen, leiden rund 35 Prozent an Demenz. Daraus ergibt sich, dass das hohe Lebensalter der Menschen der Hauptrisikofaktor für eine Demenz-Erkrankung ist. Aufgrund der alternden Bevölkerung befinden sich die Erkrankungen in steigender Tendenz.

Formen von Demenz

Demenz ist als solche keine diagnostizier- oder messbare Krankheit. Vielmehr ist sie ein Oberbegriff für verschiedene Symptome, die dieses Krankheitsbild ausmachen. Darüber hinaus geht eine Demenz in vielen Fällen mit einer Erkrankung des Gehirns einher. Vereinfacht ausgedrückt verändern sich bei einer vorliegenden Demenz die Nervenzellen im Gehirn, was zum schrittweisen Abbau der erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten führt.

Demenz ist demnach eine Art Rückentwicklung. Die Krankheit beginnt schleichend und besteht schließlich bis ans Lebensende, denn die Demenz ist nicht heilbar. Einige Formen sind jedoch im Anfangsstadium behandelbar, sodass die fortschreitende Symptomatik mittelfristig verzögert werden kann. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, darüber hinaus sind jedoch weitere Formen der Krankheit bekannt:

Vaskuläre Demenz

Bei dieser Form der Demenz sind krankhafte Gefäßveränderungen der Auslöser der Krankheit. Eine vaskuläre Demenz kann dementsprechend behandelt werden. Obgleich die Symptome nicht gänzlich aufzuhalten oder gar zu heilen sind, lässt sich die vaskuläre Demenz am besten verzögern, sodass Betroffene noch viele Jahre oder teils Jahrzehnte lang nahezu beschwerdefrei und eigenständig leben können.

Lewy-Body-Demenz

Die Lewy-Body-Demenz, auch Lewy-Körperchen-Demenz genannt, ist die zweithäufigste Erkrankungsform. Mit einer Häüfigkeit von rund 20 Prozent folgt sie der Alzheimer-Krankheit. Bei der Lewy-Body-Demenz sind es die gleichnamigen Lewy-Körper, nämlich Leukozyteneinschlüsse in den Nervenzellen des Hirnstamms und der Großhirnrinde, die die Krankheit auslösen.

Parkinson-Demenz

Etwa ein Drittel an Morbus Parkinson Erkrankte bekommen im Laufe ihrer Krankheit die demenztypischen Symptome wie Orientierungslosigkeit und Gedächtnisverlust. Auch hier verändert sich die Hirnstruktur, allerdings liegen die Schädigungen in einem anderen Bereich, nämlich der Hirnrinde. Die Parkinson-Demenz entwickelt sich eher im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit.

Frontotemporale Demenz

Die frontotemporale Demenz, auch Pick-Krankheit genannt, ist eine seltenere Erkrankungsform. Hierbei finden sich degenerative Veränderungen im Bereich des Stirnlappens im Gehirn, die in erster Linie eine Wesensänderung nach sich ziehen. Die kognitiven und sozialen Defizite stehen bei dieser Erkrankung zunächst im Hintergrund und äußern sich erst in fortgeschrittenen Stadien.

Unterscheidung der Erkrankungsformen sehr wichtig

Im Rahmen der Diagnostik ist es essenziell, die genaue Form der Demenz ausfindig zu machen. Der anschließende Therapieplan sowie der Behandlungserfolg hängen maßgeblich vom richtigen Befund ab. Während die Ursachen der Alzheimer-Krankheit weitgehend unbekannt sind und sich die Behandlung dementsprechend auf das Abmildern der Symptome stützt, kann die vaskuläre Demenz beispielsweise viel gezielter therapiert werden. Im Falle einer Demenz, die also auf einer körperlichen Ursache basiert, werden nicht nur die Beschwerden, sondern auch die Auslöser behandelt.

Ursachen

Die Ursachen einer Demenzerkrankung sind ebenso verschieden wie ihre Formen. Bei der typischen Alzheimer-Demenz, die rund die Hälfte aller Erkrankungen ausmacht, liegt ein Abbau und Verfall der Hirnnervenzellen zugrunde, dessen Ursachen bislang unbekannt sind.

Abbau von Nervenzellen führt zu Informationsverlusten
Fakt ist jedoch, dass durch diesen Abbau der Nervenzellen gelernte Informationen gelöscht werden. Aufgrund der verringerten Kapazität des Gehirns und der Denkleistung sind Betroffene bei begonnenem Abbau der Nervenzellen auch nicht mehr in der Lage, neue Informationen zu lernen oder verlernte Fähigkeiten zu reaktivieren.

Der kontinuierliche Abbau gesunder Nervenzellen führt darüber hinaus zu Veränderungen in der Hirnstruktur, es entstehen Mangelerscheinungen. Neurotransmitter, eine Form der Botenstoffe, die im gesunden Hirn ausreichend produziert werden, fehlen bei Demenzerkrankungen. Im späteren Verlauf der Alzheimer-Demenz ist das Gehirn nicht mehr in der Lage, die Botenstoffe Noradrenalin, Serotonin und Acetylcholin zu bilden, daraus resultierend verändert sich das gesamte Wesen des Demenzkranken, er verliert nach und nach das Gedächtnis, wird depressiv und ängstlich.

Krankhafte Eiweißbildung löst weitere Symptome aus
Anstelle der ehemals gesunden Nervenzellen entstehen im menschlichen Gehirn lückenhafte Strukturen, die der Organismus zu füllen versucht. Da der Körper Eiweiße besonders schnell bilden kann, kommt es zu einer Protein-Überproduktion und zu krankhaften Ablagerungen im Bereich der abgestorbenen Nervenzellen. Die gebildeten Eiweiße sind jedoch krankhaft verändert, sodass gesunde Teile des Gehirns von diesen Ablagerungen durchsetzt werden. Infolge dessen entsteht in den noch gesunden Nervenzellen giftiges A-beta-42, ein Protein, das den Stofftransport im Gehirn nach und nach unterbindet, was den weiteren Verfall wichtiger Hirnstrukturen nach sich zieht. Auf diese Weise kann die Erkrankung weiter fortschreiten und Betroffene leiden unter massiven Schüben, in denen sich das Krankheitsbild immer weiter zuspitzt.

Ursachen der vaskulären Demenz

Anders als die Alzheimer-Krankheit wird die vaskuläre Demenz durch körperliche Ursachen und Grunderkrankungen ausgelöst. Sie entsteht beispielsweise durch Multiinfarkte im Gehirn, also durch einen oder mehrere Schlaganfälle. Weiter Ursachen der vaskulären Demenz sind:

Anders als andere Demenzformen kann die vaskuläre Demenz bereits in deutlich jüngeren Jahren ausbrechen. Obwohl das typische Erkrankungsalter ebenfalls um das 60. Lebensjahr herum liegt, beginnt die Erkrankung in Einzelfällen bereits ab dem 40. Lebensjahr.

Ursachen der frontotemporalen Demenz

Die frontotemporale Demenz, nach Arnold Pick als Pick-Krankheit bezeichnet, entsteht im Stirnlappen des Gehirns. Die Defizite in der kognitiven Leistung treten bei dieser Krankheit zunächst nicht auf, stattdessen zeichnet sie sich durch eine gravierende Wesensänderung und massive Einschränkungen im sozialen Miteinander aus. Die Ursache der Erkrankung ist bislang unerforscht, angenommen werden aber Gen-Defekte und Mutationen der Proteine. Die Erblichkeit spielt bei der Pick-Krankheit eine große Rolle, denn in rund 40 Prozent aller Fälle lässt sich eine familiäre Häufung feststellen.

Risikofaktoren

Was kann eine Demenz begünstigen?

Gemessen an den zahlreichen Erkrankungsfällen nach dem 90. Lebensjahr ist das immer höher werdende Alter der Menschen der größte Risikofaktor. Während der menschliche Körper und auch das Herz dem Älterwerden gerecht werden können, verliert das Gehirn nach dem 50. Lebensjahr zunehmend an Leistung. Im Vergleich sind Frauen deutlich häufiger von einer Demenz betroffen als Männer. Auch diese Tatsache lässt sich auf das Alter zurückführen, denn die Lebenserwartung der Frauen ist tendenziell höher. Weitere Risikofaktoren sind:

All diese Risikofaktoren begünstigen Defekte und Veränderungen im menschlichen Gefäßsystem. Diese Degenerationen können wiederum eine Demenz auslösen.

Symptome

Das Hauptsymptom der klassischen Demenz ist der schrittweise und unwiederbringliche Verlust erlernter Denkfähigkeiten. Sprache, Motorik und Denkvermögen bauen immer weiter ab. Die Diagnose umfasst darüber hinaus Defizite in den sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Weiterhin findet ein Abbau der Auffassungsgabe statt, Betroffene können nicht mehr rechnen, verlieren schnell die Orientierung und verlernen Prosodie und Melodie der Sprache. Im weiteren Verlauf ist außerdem das Urteilsvermögen gänzlich eingeschränkt. Sämtliche Formen der Demenz können in kognitive und motorische Symptome sowie Verhaltensstörungen unterteilt werden.

Kognitive Symptome

Motorische Symptome

Verhaltensstörungen

Die erwähnten Verhaltensstörungen treten nicht in jedem Fall auf, zumindest nicht in vollem Umfang. Demenz-Patienten, die bereits vor Ausbruch der Erkrankung zu Depressionen neigten, werden unter der Demenz vermutlich eher depressiv und ängstlich, als im Vorfeld gesunde Menschen. Im Falle einer Lewy-Body-Demenz, die durch eine massive Veränderung des Verhaltens geprägt ist, treten sämtliche Störungen am ehesten im vollen Umfang auf.

Diagnose

Wie wird eine Demenz festgestellt?

Die Demenz ist zunächst eine rein symptomatische Diagnose. Das heißt, der Befund erfolgt in erster Linie über das Patientengespräch und die Anamnese. Zu berücksichtigen sind außerdem die Angaben einer nahen Bezugsperson, da der Demenzkranke selbst meist keine relevanten und sicheren Angaben machen kann. Darüber hinaus muss die vorliegende Symptomatik seit mindestens einem halben Jahr bestehen, um eine normale Altersvergesslichkeit auszuschließen.

Die Differenzialdiagnostik spielt auch eine wichtige Rolle bei der Befunderhebung, denn bevor eine Demenz diagnostiziert wird, müssen Grunderkrankungen mit ähnlicher Symptomatik ausgeschlossen werden.

Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren

Obwohl eine Demenz im Blutbild nicht nachweisbar ist, umfasst die Diagnostik eine Reihe von Laborbefunden. Untersucht wird das Blut beispielsweise auf die Zahl der Elektrolyte, auf Schilddrüsenhormone, auf Vitamin B12, auf Nieren- und Leberwerte und den Blutzucker. Diese Werte geben Aufschluss auf eventuelle Vorerkrankungen. Sind die Labortests ohne Befund, ist eine Demenz wahrscheinlich. In diesem Fall werden bildgebende Verfahren angeordnet. Zum Einsatz kommen vor allem die Elektroenzephalografie, die Computer- und die Kernspintomografie. Im Rahmen dieser Untersuchungen kann die Hirnstruktur bildhaft dargestellt werden. Sie eignen sich daher auch zum Ausschluss anderer Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns.

Psychometrische Testverfahren

Die psychometrischen Tests sind elementarer Bestandteil der Demenz-Diagnostik, sie geben nicht nur Aufschluss über das Bestehen der Erkrankung, sondern auch über den Krankheitsfortschritt. Kurztests wie der DemTect oder der MMSE beinhalten eine Befragung des Betroffenen. Im Rahmen dieser Befragung werden Aufgaben gestellt, die die Leistung des verbalen Gedächtnisses, der Logik, der Rechenfähigkeit, der Aufmerksamkeit und der Sprache überprüfen. Beide Testverfahren eignen sich nicht nur zur Diagnostik der Demenz, sondern auch zur Verlaufskontrolle.

Der Uhrentest

Der Uhrentest wird bei nahezu jeder Erstdiagnostik durchgeführt. Er dauert nur wenige Minuten und zeigt zuverlässig das Ausmaß der Funktionsstörung des Gehirns an. Im Rahmen des Uhrentests müssen Patienten eine Uhr zeichnen und anschließend eine vom Arzt genannte Uhrzeit eintragen. Dabei müssen sowohl die Ziffern als auch die Zeiger der Uhr gezeichnet werden. Je nach Anzahl der gemachte Fehler, beispielsweise beim Fehlen eines oder beider Zeiger, beim falschen Eintragen der Uhrzeit oder bei gänzlicher Verweigerung der Mitarbeit, zeigt sich das Ausmaß der Demenz-Erkrankung.

Behandlung

Trotz des medizinischen Fortschritts und guter Forschungsergebnisse, speziell im Bereich der häufigen Alzheimer-Demenz, lässt sich die Erkrankung nur mäßig therapieren. Die Therapie basiert dabei zumeist auf einem multimodalen Ansatz. Das heißt:

Ergotherapie als wichtiger Behandlungsansatz

Die Ergotherapie nimmt eine zentrale Rolle in der Behandlung demenzkranker Menschen ein. Die Ergotherapie ist eine Art Arbeits- und Beschäftigungstherapie, die darauf abzielt, noch vorhandene Ressourcen der Betroffenen zu erhalten und zu stärken. Das kann die Krankheit in ihrem Verlauf verlangsamen und die Eigenständigkeit der Betroffenen mittelfristig erhalten.

Kombination aus motorischen und kognitiven Übungen

Im Rahmen der Ergotherapie finden sowohl motorische als auch kognitive Übungen statt. Bastelstunden, in denen Dekoration erstellt oder Körbe geflochten werden, erhöhen und erhalten beispielsweise die feinmotorischen Fähigkeiten. Ein weiterer Bestandteil der Ergotherapie, nämlich das Gedächtnistraining, fördert hingegen Logik, Denkvermögen und Erinnerung. Im Rahmen eines Gedächtnistrainings wird beispielsweise die Wiedererkennung trainiert, was zur Folge hat, dass Demenzkranke ihre Angehörigen und Pfleger länger erkennen, als Demenzkranke, die nicht am Gedächtnistraining teilnehmen.

Das Gedächtnistraining ist effektiv, muss aber unbedingt an das jeweilige Stadium der Demenz angepasst werden. Andernfalls bestünde die Gefahr, die Betroffenen zu überfordern und sie schmerzhaft mit ihren eigenen Defiziten zu konfrontieren, was wiederum zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes führen könnte.

Biografische Arbeit und Bewegung

Die Bewegung im Rahmen einer gezielten Bewegungstherapie ist für viele Demenzkranke geeignet, da Ruhelosigkeit und Umtriebigkeit bedeutende Symptome der Demenz sind. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene ihren Bewegungsdrang gezielt nutzen können, beispielsweise in Form kleinerer Gartenarbeiten. Auch die Biografiearbeit, also das Aufarbeiten und Erinnern der eigenen Vergangenheit, kann Betroffenen helfen, da sie ihr Erinnerungsvermögen strategisch reaktiviert.

Neueste Studien und Erkenntnisse

Finnische Studie: Schützt der regelmäßige Gang zur Sauna vor Demenz? (08.12.2016)
Über 20 Jahre lang wurden im Rahmen der Kuopio Ischaemic Heart Disease Studie eine Kohorte von 2.315 gesunder Männer zwischen 42 und 60 Jahren beobachtet. Aus den Daten scheint sich ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Sauna-Gängen und Morbus Alzheimer sowie Demenzen anderer Ursache zu ergeben. Dabei wurden bereits bekannte Risikofaktoren für Demenz wie Alter, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Alkoholkonsum, Rauchen etc. herausgerechnet, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Mit der Zunahme der Häufigkeit von Sauna-Gängen sank das Demenzrisiko, auch für die spezielle Form der Alzheimerschen Demenz. Weitere Studien sollen Aufschluss darüber geben, wie regelmäßiges Saunieren das Gedächtnis schützt. Zur Studie

Neuer Ansatz in der Alzheimer-Therapie: Aktivierung des Transkriptionsfaktors Nrf2 gegen Alzheimer-typische Amyloid-Plaques (02.03.2017)
Neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Alzheimer können derzeit nicht geheilt werden. Allerdings sucht die Forschung nach Ansätzen, um das Fortschreiten der Erkrankung unter anderem bedingt durch die Ablagerung sogenannter Amyloid-Plaques aufzuhalten. Dabei entdeckten Wissenschaftler im Tiermodell der Fruchtfliege, dass der Transkriptionsfaktor Nrf2 Gene aktiviert, die Zellen beschützen. Nrf2 wird von Keap1 herunterreguliert. Bei Alzheimer-Kranken ist Nrf2 weniger aktiv. Die Forscher blockierten die Bindungsstelle von Keap1 und Nrf2, sodass Nrf2 nicht mehr von Keap1 gehemmt werden konnte. Die Schädigung durch Amyloid-Plaques verringerte sich in der Folge. In einem Folge-Experiment sprachen auch die Nervenzellen von Mäusen auf den Ansatz an.

Quelle: http://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371/journal.pgen.1006593

Bald einfacher Früh-Test für Alzheimer verfügbar? (11.04.2017)
Mittels sogenannter "Greebles" könnte Morbus Alzheimer frühzeitiger erkannt werden. Ein "Greeble" ist eine dreidimensionale, komische Figur. Entscheidend ist, dass diese "Greebles" eine ungewöhnliche Form haben, die von den meisten Menschen noch nie zuvor gesehen wurde. Für den Test müssen nun mehrere "Greebles", die scheinbar identisch sind, miteinander verglichen werden - denn ein "Greeble" sieht nicht wie die anderen aus! Grund für diesen zunächst merkwürdig erscheinenden Test ist, dass bei Morbus Alzheimer zuerst die Wahrnehmung mit den Augen und das Gedächtnis beeinträchtigt sind. Für eine Studie wurden Patienten mit einem Risiko für Morbus Alzheimer mit Patienten ohne Risiko verglichen. Die Risikogruppe fand nur in 78 % der Fälle das anders aussehende "Greeble", während die Kontrollgruppe zu 87 % die Aufgabe richtig löste. Für sich allein ist dieser Test mit den "Greebles" wenig aussagekräftig. Allerdings könnte er zusammen mit Biomarkern und den Symptomen eines Patienten für einen Alzheimer-Früh-Test geeignet sein. 

Quelle: http://uoflnews.com/releases/detecting-alzheimers-disease-earlier-using-greebles/

Gene gegen Demenz gefunden! (25.04.2017)
Für die Studie wurden verstorbene Teilnehmer der Studien Religious Orders Study (492 Probanden) und Rush Memory and Aging Project (487 Probanden) untersucht. Bei diesen Teilnehmern waren im Rahmen der Studien der Alterungsprozess und die Gehirn-Funktion gut dokumentiert worden. So sollte im Nachhinein ein Rückschluss von genetischen Merkmalen und Hirnfunktion im Hinblick auf Demenz getroffen werden können. Die Forscher untersuchten neun unabhängige Gen-Orte. Dabei stellte sich heraus, dass die Gene ENC1 und UNC5C über genetische und epigenetische Mechanismen vor Demenz zu schützen scheinen. Des Weiteren scheint das als Risiko-Gen identifizierte TMEM106B neben seiner negativen Rolle auch einen positiven Schutz gegenüber der TDP-43 Proteinopathie zu bieten.

Quelle: http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1002287

Überraschende Nebenwirkung: Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) mindern Demenzrisiko (07.06.2017)
In früheren Studien war die Befürchtung aufgekommen, dass Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) das Risiko für Demenz steigern könnten. Um dies zu überprüfen, wurden Freiwillige über 50 Jahre beobachtet. 884 Personen nahmen durchgehend PPI, 1925 immer mal wieder bei Bedarf und 7677 Personen nahmen niemals PPI. Zu Beginn der Beobachtung zeigte kein Teilnehmer dementielle Einschränkungen. Faktoren, die eine Demenz begünstigen, wie Alter, Gefäßerkrankungen, Einnahme von Anticholinergika sowie Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten wurden herausgerechnet. Zusätzlich wurde beachtet, dass eine Depression eine Demenz vortäuschen kann. Sowohl bei der Dauereinnahme von PPI als auch bei der gelegentlichen Einnahme sank das Risiko für eine Verschlechterung des Gedächtnisses ebenso wie das Risiko dafür, dass sich kognitive Defizite zu einer Demenz weiterentwickeln.

Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jgs.14956/abstract

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