Morbus Parkinson: Ursachen, Symptome und Behandlung
Aktualisiert am 27.10.26
Morbus Parkinson, auch Parkinson-Krankheit genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die vor allem die Bewegungssteuerung beeinträchtigt. Dabei werden unter anderem Nervenzellen geschädigt, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Die Erkrankung tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Ihre genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt.
In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:
Definition und Überblick
Morbus Parkinson verläuft meist langsam fortschreitend. Im Laufe der Zeit können sich sowohl die Bewegungsstörungen als auch weitere Beschwerden verstärken, die beispielsweise den Schlaf, die Verdauung oder die Stimmung betreffen. Wie schnell die Erkrankung fortschreitet und welche Symptome auftreten, ist individuell unterschiedlich. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
Der Unterschied zwischen Parkinson und Demenz
Morbus Parkinson und Demenzerkrankungen sind unterschiedliche Krankheitsbilder, können sich jedoch in ihren Symptomen überschneiden. Während bei Parkinson vor allem Bewegungsstörungen wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern im Vordergrund stehen, beeinträchtigen Demenzerkrankungen insbesondere die geistigen Fähigkeiten, beispielsweise Gedächtnis, Orientierung und Denkvermögen.
Auch bei Parkinson können im Verlauf kognitive Einschränkungen bis hin zu einer Demenz auftreten. Darüber hinaus sind bei Parkinson häufig nichtmotorische Beschwerden möglich, etwa Verstopfung, Schlafstörungen oder ein verminderter Geruchssinn.
Parkinson: Erkrankungsformen im Überblick
Unter dem Begriff Parkinson-Syndrome werden Erkrankungen zusammengefasst, die mit ähnlichen Bewegungsstörungen einhergehen, sich jedoch hinsichtlich ihrer Ursachen unterscheiden. Am häufigsten ist das idiopathische Parkinson-Syndrom, dessen genaue Ursache nicht bekannt ist. Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse können bei seiner Entstehung eine Rolle spielen. Daneben gibt es atypische Parkinson-Syndrome, bei denen neben den typischen Bewegungsstörungen weitere charakteristische Symptome auftreten. Sekundäre Parkinson-Syndrome entstehen beispielsweise durch bestimmte Medikamente oder andere Erkrankungen beziehungsweise Schädigungen des Gehirns.
Idiopathisches Parkinson-Syndrom
Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist die häufigste Form der Parkinson-Erkrankung. Der Begriff „idiopathisch“ bedeutet, dass keine eindeutige Ursache festgestellt werden kann. Typisch ist der fortschreitende Verlust bestimmter Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der sogenannten Substantia nigra. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und kann sich durch Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit und Zittern in Ruhe bemerkbar machen.
Atypische Parkinson-Syndrome
Atypische Parkinson-Syndrome ähneln in ihren Bewegungsstörungen dem idiopathischen Parkinson-Syndrom, unterscheiden sich jedoch durch zusätzliche Symptome, den Krankheitsverlauf oder das Ansprechen auf Medikamente. Zu ihnen zählen beispielsweise die Multisystematrophie (MSA), die progressive supranukleäre Blickparese (PSP) und das kortikobasale Syndrom (CBS). Je nach Erkrankungsform können unter anderem frühzeitig Gleichgewichtsstörungen, Stürze, Probleme mit der Augenbewegung oder Störungen des vegetativen Nervensystems auftreten. Die Beschwerden sprechen häufig weniger gut auf eine Behandlung mit Levodopa an als beim idiopathischen Parkinson-Syndrom.
Sekundäres Parkinson-Syndrom
Ein sekundäres Parkinson-Syndrom entsteht als Folge einer erkennbaren Ursache. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Medikamente, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Vergiftungen oder Schädigungen des Gehirns nach Verletzungen. Auch andere Erkrankungen können Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen hervorrufen. Je nach Ursache können sich die Beschwerden durch eine gezielte Behandlung bessern.
Genetisch bedingtes Parkinson-Syndrom
Bei einem Teil der Betroffenen spielen genetische Veränderungen eine Rolle. In manchen Familien tritt Parkinson gehäuft auf. Eine familiäre Häufung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Erkrankung vererbt wird. Genetische Veränderungen können das Erkrankungsrisiko erhöhen oder selten eine erbliche Form verursachen. Genetisch bedingte Formen unterscheiden sich teilweise hinsichtlich des Erkrankungsalters und des Verlaufs. Die genetische Ursache stellt dabei keine vollständig eigenständige Hauptgruppe dar, sondern kann sich mit anderen Einteilungen der Parkinson-Syndrome überschneiden.
Prävalenz: Wie häufig tritt Parkinson auf?
Morbus Parkinson tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf, kann aber auch jüngere Menschen betreffen. Nach einer Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) waren im Jahr 2022 in Deutschland rund 295.000 Menschen von einer diagnostizierten Parkinson-Krankheit betroffen.1 Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit deutlich an.
Ursachen von Parkinson
Bei der Parkinson-Krankheit gehen nach und nach Nervenzellen verloren, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Besonders betroffen ist die Substantia nigra, eine Region im Mittelhirn, die an der Steuerung von Bewegungen beteiligt ist. Durch den Verlust dieser Nervenzellen steht dem Gehirn weniger Dopamin zur Verfügung, wodurch die typischen Bewegungsstörungen entstehen können. Die genauen Ursachen dieses Zelluntergangs sind bislang nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass genetische Veranlagungen und Umweltfaktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen können.
Die Rolle des Dopaminmangels
Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungen. Gehen dopaminproduzierende Nervenzellen zugrunde, kann der entstehende Dopaminmangel zu typischen Parkinson-Symptomen wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern führen. Die Beschwerden werden häufig erst erkennbar, wenn bereits ein erheblicher Teil dieser Nervenzellen geschädigt ist. Schätzungen zufolge kann zum Zeitpunkt des Auftretens der typischen Bewegungsstörungen bereits etwa die Hälfte der dopaminproduzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra verloren gegangen sein.
Neben den Bewegungsstörungen können auch nichtmotorische Beschwerden auftreten. Dazu zählen beispielsweise Verstopfung, Schlafstörungen, ein verminderter Geruchssinn oder depressive Symptome. Solche Beschwerden können teilweise bereits Jahre vor den typischen Bewegungsstörungen beginnen, sind für sich genommen jedoch kein eindeutiger Hinweis auf Parkinson.
Genetische und Umweltfaktoren
Bei einem Teil der Betroffenen spielen genetische Veränderungen eine Rolle. Eine familiäre Häufung ist möglich, die meisten Parkinson-Erkrankungen treten jedoch ohne eindeutig erkennbare familiäre Vererbung auf. Darüber hinaus werden Umweltfaktoren als mögliche Einflussgrößen untersucht.
Insbesondere eine langjährige berufliche Exposition gegenüber bestimmten Pestiziden wird mit einem erhöhten Parkinson-Risiko in Verbindung gebracht. Die Stärke der wissenschaftlichen Belege unterscheidet sich je nach Wirkstoff und Art der Exposition. Ein Zusammenhang mit einem Risikofaktor bedeutet jedoch nicht, dass dieser zwangsläufig zur Erkrankung führt.
Risikofaktoren
Was kann die Parkinson-Krankheit begünstigen?
Die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit sind bislang nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass verschiedene genetische und Umweltfaktoren zusammenwirken. Zu den bekannten beziehungsweise untersuchten Risikofaktoren zählen:
- Höheres Lebensalter: Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.
- Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Veränderungen können das Risiko erhöhen. In einigen Familien tritt Parkinson gehäuft auf.
- Umweltfaktoren: Eine langjährige Exposition gegenüber bestimmten Pestiziden wird mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht. Auch andere Umweltbelastungen werden untersucht.
- Schwere Kopfverletzungen: Einige Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Schädel-Hirn-Verletzungen und einem erhöhten späteren Parkinson-Risiko hin. Ob und in welchem Ausmaß Kopfverletzungen tatsächlich zur Entstehung der Erkrankung beitragen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.2
Symptome
Wie macht sich Morbus Parkinson bemerkbar?
Die Parkinson-Krankheit äußert sich durch unterschiedliche motorische und nichtmotorische Symptome. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar, ihr Verlauf lässt sich jedoch durch geeignete Behandlungen positiv beeinflussen. Im Anfangsstadium sind die Symptome häufig unspezifisch, weshalb die Diagnose mitunter erst später gestellt wird.
Typische motorische Symptome
- Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungsabläufe und zunehmende Bewegungsarmut
- Rigor: erhöhte Muskelspannung und Muskelsteifigkeit
- Tremor: unwillkürliches Zittern, das häufig in Ruhe auftritt
- Posturale Instabilität: Störungen der Haltungsstabilität und des Gleichgewichts, die bei Morbus Parkinson meist erst im späteren Krankheitsverlauf auftreten
Frühe Anzeichen können beispielsweise ein verminderter Geruchssinn, Verstopfung, Schlafstörungen oder Schmerzen und Verspannungen sein. Diese Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch für Parkinson. Im weiteren Verlauf können unter anderem eine einseitig ausgeprägte Bewegungsverlangsamung, eine verminderte Mimik und ein reduziertes Mitschwingen eines Arms beim Gehen hinzukommen. Nicht alle Betroffenen entwickeln sämtliche Symptome.
Für die Einordnung als Parkinson-Syndrom ist die Bewegungsverlangsamung entscheidend. Zusätzlich muss mindestens eines der folgenden Symptome vorliegen: Muskelsteifigkeit, Zittern oder eine Störung der Haltungsstabilität.
Kardinalsymptome
- Bewegungsverlangsamung und Bewegungsarmut
- erhöhte Muskelspannung und Muskelsteifigkeit
- Zittern, insbesondere in Ruhe
Störungen der Haltungsstabilität können ebenfalls auftreten, entwickeln sich jedoch häufig erst im späteren Krankheitsverlauf und gehören daher nicht zu den drei oben aufgeführten typischen motorischen Hauptsymptomen.
Nichtmotorische Begleitsymptome
- Missempfindungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen
- verminderter Geruchssinn
- erhöhte Talgproduktion der Haut
- Kreislaufprobleme, beispielsweise ein schwankender Blutdruck
- Störungen der Darmfunktion, insbesondere Verstopfung, sowie weitere Magen-Darm-Beschwerden
- sexuelle Funktionsstörungen, beispielsweise eine verminderte Libido
- depressive Verstimmung
- Schlafstörungen, beispielsweise Ein- und Durchschlafstörungen
- Restless-Legs-Syndrom
- kognitive Einschränkungen sowie im späteren Verlauf gegebenenfalls Halluzinationen und Wahnvorstellungen
Diagnose
Der lange Weg zum richtigen Befund
Da sich die Parkinson-Krankheit meist schleichend entwickelt und frühe Beschwerden unspezifisch sein können, ist die Diagnose insbesondere im Anfangsstadium nicht immer einfach.
Schon Jahre vor den typischen Bewegungsstörungen können Beschwerden wie ein verminderter Geruchssinn, Schlafstörungen oder chronische Verstopfung auftreten. Auch depressive Symptome sind möglich. Diese Anzeichen allein reichen jedoch nicht aus, um Parkinson festzustellen, da sie viele andere Ursachen haben können.
Die Diagnose basiert vor allem auf der Krankengeschichte und einer neurologischen Untersuchung. Dabei beurteilt die Ärztin oder der Arzt unter anderem die Beweglichkeit, Muskelspannung, das Zittern und mögliche Begleitsymptome. Ein L-Dopa-Test kann in ausgewählten Fällen ergänzend eingesetzt werden. Dabei wird geprüft, ob sich die Bewegungsstörungen nach der Gabe von Levodopa, einer Vorstufe des Botenstoffs Dopamin, bessern. Eine deutliche Besserung kann für eine Parkinson-Krankheit sprechen, beweist sie aber nicht allein.
Weitere Untersuchungen
Um andere Erkrankungen auszuschließen und die Diagnose bei unklaren Befunden weiter einzugrenzen, können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören insbesondere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT). Eine Computertomographie (CT) kann in bestimmten Situationen ebenfalls infrage kommen. Bei unklaren Fällen können weitere spezielle Untersuchungen, beispielsweise eine Dopamintransporter-SPECT (DaTSCAN), hilfreich sein. Sie kann Hinweise auf eine Störung des dopaminergen Systems liefern, unterscheidet jedoch nicht zuverlässig zwischen allen Parkinson-Syndromen und bestätigt die Parkinson-Krankheit daher nicht allein.
Eine Hirnbiopsie gehört nicht zur üblichen Diagnostik der Parkinson-Krankheit. Auch Gewebeproben aus Speicheldrüsen oder dem Magen-Darm-Trakt sind bislang keine etablierten Routineverfahren zur Diagnosestellung. Der Nachweis bestimmter krankhafter Eiweißablagerungen in Gewebeproben wird jedoch wissenschaftlich untersucht und könnte künftig eine ergänzende Rolle spielen.
Therapie und Behandlung
Die Parkinson-Krankheit ist bislang nicht heilbar. Es stehen jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit denen sich die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern lassen. Die Therapie wird individuell auf die Beschwerden, den Krankheitsverlauf und die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt und bei Bedarf im Verlauf angepasst.
Die medikamentöse Behandlung zielt vor allem darauf ab, den Dopaminmangel auszugleichen oder dessen Auswirkungen auf die Bewegungssteuerung zu verbessern. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören Levodopa (L-Dopa), Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer. Je nach Beschwerden kommen weitere Medikamente hinzu. L-Dopa gilt als besonders wirksames Medikament gegen die motorischen Symptome. Es passiert die Blut-Hirn-Schranke und wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Häufig wird es mit einem weiteren Wirkstoff kombiniert, der den Abbau außerhalb des Gehirns hemmt.
Hirnschrittmacher
Die tiefe Hirnstimulation, umgangssprachlich auch Hirnschrittmacher genannt, ist eine operative Behandlungsmöglichkeit für ausgewählte Menschen mit Parkinson. Dabei werden Elektroden in bestimmte Hirnregionen eingesetzt, die über elektrische Impulse die krankhaft veränderte Aktivität von Nervennetzwerken beeinflussen. Dadurch können beispielsweise Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern sowie ausgeprägte Schwankungen der Beweglichkeit gebessert werden.
Die tiefe Hirnstimulation kommt insbesondere infrage, wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken, starke Wirkungsschwankungen auftreten oder bestimmte Beschwerden trotz optimierter medikamentöser Behandlung belastend bleiben. Ob die Behandlung geeignet ist, wird in spezialisierten Zentren individuell geprüft. Dabei werden mögliche Vorteile und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen. Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen Risiken, beispielsweise Blutungen, Infektionen oder unerwünschte Veränderungen der Bewegungsfähigkeit, Sprache oder Stimmung.
Die tiefe Hirnstimulation lindert nicht alle Parkinson-Beschwerden gleichermaßen. Insbesondere Gleichgewichtsprobleme, Sprachstörungen und kognitive Einschränkungen können fortbestehen oder sich teilweise verschlechtern. Eine sorgfältige Auswahl geeigneter Betroffener ist daher wichtig.
Bei der Operation werden Elektroden im Gehirn platziert und mit einem Impulsgeber verbunden, der häufig unter der Haut im Brustbereich liegt. Die Einstellungen können anschließend von einem spezialisierten Behandlungsteam angepasst werden. Je nach Gerät können Betroffene bestimmte Funktionen mithilfe eines eigenen Steuergeräts kontrollieren. Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich; bei nicht wiederaufladbaren Geräten muss die Batterie nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Je nach System kann dafür ein weiterer Eingriff nötig sein.
Begleitende Therapien
Neben Medikamenten spielen unterstützende Therapien eine wichtige Rolle. Physiotherapie und regelmäßige Bewegung können helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer zu erhalten. Ergotherapie unterstützt Betroffene dabei, alltägliche Aufgaben möglichst selbstständig zu bewältigen und geeignete Strategien für Einschränkungen der Motorik zu entwickeln.
Eine Sprach- und Schlucktherapie kann sinnvoll sein, wenn die Stimme leiser wird, das Sprechen schwerer fällt oder Schluckbeschwerden auftreten. Auch psychologische Unterstützung, Entspannungsverfahren und der Austausch mit anderen Betroffenen können das Wohlbefinden fördern. Ergänzende Verfahren wie Akupunktur können individuell als unterstützend empfunden werden; eine zuverlässige Wirkung auf die Parkinson-Symptome ist jedoch nicht für alle solchen Verfahren belegt. Sie sollten eine medizinisch empfohlene Behandlung nicht ersetzen.
Verbesserung der Beschwerden durch eine angepasste Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann dazu beitragen, einige Begleitbeschwerden der Parkinson-Krankheit zu lindern. Ballaststoffreiche Lebensmittel und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können beispielsweise bei Verstopfung helfen. Bei Gewichtsverlust, Schluckproblemen oder Kreislaufbeschwerden kann eine individuelle Ernährungsberatung sinnvoll sein.
Nahrungsergänzungsmittel können bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel hilfreich sein. Es gibt bislang keine überzeugenden Belege dafür, dass zusätzliche Vitamine oder andere Nahrungsergänzungsmittel die Parkinson-Krankheit aufhalten oder ihre typischen Symptome zuverlässig verbessern. Betroffene sollten die Einnahme daher mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin besprechen. Das gilt besonders wegen möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten. Bei Levodopa kann außerdem der Zeitpunkt proteinreicher Mahlzeiten für die Wirkung des Medikaments relevant sein. Eine Anpassung der Eiweißverteilung über den Tag ist jedoch nicht für alle Betroffenen erforderlich und sollte bei Bedarf mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.
Selbsthilfe für Betroffene und Angehörige
Die Parkinson-Krankheit kann den Alltag im Verlauf zunehmend erschweren und sowohl Betroffene als auch ihre Angehörigen belasten. Wie stark die Einschränkungen sind, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Eine individuell angepasste Behandlung, soziale Unterstützung und geeignete Hilfsangebote können dazu beitragen, die Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Hilfe bieten unter anderem Selbsthilfegruppen. Dort können sich Betroffene austauschen, Erfahrungen teilen und praktische Anregungen für den Alltag erhalten. Der Kontakt zu Menschen in einer ähnlichen Situation kann dabei helfen, mit der Erkrankung und ihren Herausforderungen umzugehen.
Hilfe für Angehörige
Auch Angehörige müssen sich häufig erst mit der Diagnose und den Veränderungen im Alltag auseinandersetzen. Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote speziell für Angehörige bieten Raum, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung bei der Bewältigung der Pflege und Betreuung zu finden. Wichtig ist, dass auch Angehörige auf ihre eigenen Bedürfnisse achten und bei Bedarf Entlastungsangebote in Anspruch nehmen.
Quellen
1https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2025_01_Parkinson.html (Link zuletzt aufgerufen am 27.10.2026 um 12.14 Uhr)
2https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36781627/ (Link zuletzt aufgerufen am 28.10.2026 um 08:30 Uhr)
https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-010l_Parkinson_Krankheit_2023-11_1.pdf
https://www.parkinson.org/understanding-parkinsons/causes/environmental-factors
https://www.ninds.nih.gov/health-information/disorders/parkinsons-disease