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Wäsche bei Neurodermitis

Die Haut bei Neurodermitis reagiert sehr empfindlich auf äußere Reize. Die Folge: Es juckt und man kratzt. Die richtige Kleidung ist daher besonders wichtig. Schließlich liegt die Wäsche Tag und Nacht direkt auf der Haut und sollte die juckenden Ekzeme nicht begünstigen. Einige Textilien können die Haut von Neurodermitikern reizen. Andere Stoffe sind hingegen besonders hautfreundlich - hierzu zählen zum Beispiel Baumwolle, Leinen oder Materialien mit Silberanteil. Daneben spielt auch die richtige Pflege der Textilien eine Rolle.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Wozu dient Neurodermitis-Wäsche?
  2. Geeignete Textilien bei Neurodermitis
  3. Spezielle Textilien bei Neurodermitis
  4. Neurodermitis-Textilien waschen
  5. Neurodermitis-Wäsche für Babys & Kinder
  6. Für wen sind die speziellen Textilien noch geeignet?

Wozu dient Neurodermitis-Wäsche?

Kleidung, die bei Neurodermitis geeignet ist, soll vor allem hautfreundlich sein und Juckreiz sowie die Entstehung von Ekzemen nicht zusätzlich fördern.

Oft gibt das eingenähte Etikett keine Auskunft über die Produktionsbedingungen der Textilien. Welche Substanzen bei der Weiterverarbeitung, etwa zur Färbung, eingesetzt wurden, bleibt im Dunkeln.

Auf Färbungen verzichten und weiße Bekleidung bevorzugen

Als Richtlinie gilt daher vor allem für Unterwäsche, auf möglichst unbehandelte Materialien zu achten. Das bedeutet auch, dass Schwarz und andere Färbungen zu meiden sind. Am besten verwendet man weiße Bio-Baumwollbekleidung. Zusätzlich gibt es spezielle Neurodermitis-Kleidung. Durch spezielle Zusätze wie Silber oder Zink wird ein kühlender Effekt erreicht, außerdem vermindern diese Materialien den Juckreiz.

Geeignete Textilien bei Neurodermitis

Neurodermitiker reagieren auf Umwelteinflüsse mitunter sehr empfindlich. Neben der Nahrung spielt auch die richtige Bekleidung eine Rolle, um den juckenden Ekzemen vorzubeugen. Bestimmte Stoffe fördern die juckenden Stellen und sollten daher nicht mit der sensiblen Haut von Neurodermitikern in Kontakt kommen. Vor der Anwendung empfiehlt sich in jedem Fall Folgendes:

  • Abstehende Etiketten vor dem Tragen entfernen, da sie die Haut irritieren können.
  • Vor dem ersten Tragen sollte die Kleidung mit einem schonenden Waschmittel gereinigt werden, um mögliche Produktionsrückstände auszuwaschen.

Baumwolle ist atmungsaktiv und gut verträglich

Bekleidung aus unbehandelter Baumwolle bzw. Bio-Baumwolle hat sich für Neurodermitiker bewährt. Die Textilien sind atmungsaktiv und können auch bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Die natürlichen Fasern werden in der Regel gut vertragen, sofern keine künstlichen Farbstoffe oder anderen Zusätze bei der Produktion zum Einsatz gekommen sind. Textilien mit dem OEKO-TEX Standard 100 sind schadstoffgeprüft und in der Regel für Allergiker und Neurodermitiker geeignet.

Silber-Textilien wirken antibakteriell und kühlend

Silber-Textilien sind speziell für Neurodermitis-Betroffene entwickelt worden. Meist bestehen die Kleidungsstücke aus Polyamid, in die Silber verwoben wurde. Das enthaltene Silber wirkt desinfizierend und antibakteriell, zudem sorgt es für einen kühlenden Effekt auf der Haut. Dadurch soll der Juckreiz gemildert und die Heilung von irritierten Hautstellen unterstützt werden.

Zink-Textilien mit ähnlicher Wirkung wie Silber

Ähnlich wie Silber-Textilien gibt es Wäsche mit Zink, die verwandte Wirkmechanismen aufweisen. Die Kleidung besteht meist aus Viskose und enthält Zinkoxid. Dadurch soll die Wundheilung unterstützt werden. Genau wie Silbertextilien wirken Textilien mit Zinkanteil antibakteriell und antiseptisch und sollen den Juckreiz vermindern. Das Material liegt kühl auf der Haut und die Hersteller achten zumeist darauf, dass die Nähte außen liegen, um die Reibung auf der Haut zu reduzieren.

Seide ist weich & kühlend

Textilien aus Seide zeichnen sich durch hohen Tragekomfort aus, da das Material besonders weich auf der Haut liegt und einen natürlich kühlen Effekt hat. Das Material wird in der Regel gut vertragen.

Nachteil: Niedrige Temperaturen oder spezielle Reinigung erforderlich

Bekleidung aus Seide ist oft nur bei geringen Temperaturen waschbar oder kann sogar nur chemisch gereinigt werden.

Leinen und Hanf sind gut verträglich & atmungsaktiv

Die Naturfasern Leinen und Hanf sind in der Regel gut verträglich. Da die Pflanzen selbst eine hohe Schädlingsresistenz aufweisen, kommen weniger Pestizide beim Anbau zum Einsatz. Die Materialien sind atmungsaktiv, jedoch knitteranfällig.

Kunstfasern nur wenig atmungsaktiv

Es gibt verschiedene Arten von Kunstfasern. Zellulose-Stoffe wie Modal, Viskose und Rayon liegen sanft auf der Haut, sind meist jedoch wenig atmungsaktiv. Bei der Herstellung kommen zudem meist aggressive Chemikalien zum Einsatz. Die Bekleidung sollte daher vor dem Tragen mehrmals gewaschen werden, um mögliche Rückstände auszuwaschen. Auf synthetischen Fasern mit der Bezeichnung Polyacryl oder Polyamid können sich Bakterien besonders leicht vermehren. Sie sind weniger atmungsaktiv als Naturfasern und verhindern so das Austreten von Schweiß und können Hautirritationen hervorrufen. Mischgewebe mit Naturfaser-Anteil werden in der Regel gut vertragen.

Wolle führt schnell zu Reizungen

Wolle, vor allem Schurwolle, ist zwar ein natürliches Produkt wie Seide oder Baumwolle. Oft werden aber in der Produktion aggressive Chemikalien eingesetzt, um die Trageeigenschaften von Wolle zu verbessern. Viele Neurodermitis-Betroffene leiden zudem unter Allergien. Schurwolle kann zum Trigger werden, wenn zusätzlich eine Tierhaarallergie vorliegt. Die schuppige Oberfläche von Wolle führt generell schnell zu Reizungen. Wolle ist daher für Neurodermitis-Betroffene nicht zu empfehlen. 

Spezielle Textilien bei Neurodermitis

Spezielle Textilien können unterstützend zur Therapie eingesetzt werden. Dabei spielen nicht nur die erwähnten Faserzusätze aus Zink oder Silber eine Rolle, auch speziell designte Produkte können Abhilfe bei Juckreiz schaffen.

Verzicht auf künstliche Farbstoffe & Schadstoffe

Hersteller für Neurodermitis-Wäsche verzichten auf künstliche Farbstoffe. Die Textilien sind schadstofffrei und besonders hautfreundlich. Oft liegen die Nähte außen und es gibt keine abstehenden Etiketten. Stattdessen sind die Waschhinweise innen aufgedruckt oder auf einem Beipackzettel angeführt.

Spezielle Strümpfe und Handschuhe ermöglichen das Auftragen der Therapiecreme vor dem Schlafengehen, ohne dass die Bettwäsche beschmutzt wird. Die Creme kann dann über Nacht einziehen und wirken.

Neurodermitis-Textilien waschen

Neben der Auswahl der Textilien ist auch deren Pflege entscheidend bei Neurodermitis-Betroffenen. Sanfte Produkte zur Hautpflege und zum Wäschewaschen sind für Neurodermitiker besonders wichtig.

Waschmittel frei von Duftstoffen verwenden

Verwenden Sie daher möglichst Waschmittel ohne Duftstoffe und ohne aggressive Waschsubstanzen. Der DAAB (Deutscher Allergie- und Asthmabund) gibt Empfehlungen für geeignete Waschmittel heraus und rät auf Weichspüler zu verzichten. Empfehlenswert sind außerdem Waschnüsse, die besonders sanft zur Haut und Umwelt sind. Bei Spezialprodukten achten Sie bitte auf die Waschhinweise des Produkts.

Neurodermitis-Wäsche für Babys & Kinder

Die ohnehin sensible Haut von Babys und Kleinkindern erfordert besonders milde Pflege, angefangen bei speziellen Hautpflegeprodukten bis hin zu hautfreundlichen Textilien. Neurodermitis-Wäsche für Babys besteht bevorzugt aus unbehandelten Naturfasern wie unbehandelter Baumwolle und ist nachweislich hautverträglich. Die Materialien sind nicht gefärbt oder gebleicht, so dass mögliche Reizquellen reduziert werden.

Overalls als ganzheitlicher Hautschutz

Spezielle Neurodermitis-Overalls vermeiden Hautreizungen ganzheitlich. Besonders gefährdete Körperstellen wie Armbeugen und Kniekehlen, aber auch Ellenbogen und Hals sind oftmals doppelt gearbeitet und mit Fäustlingen und Füßlingen ausgestattet. Dennoch können sie sich in den Anzügen frei bewegen. Hier finden Sie eine Auswahl von Neurodermitis-Overalls im Preisvergleich:

Textilien eignen auch auch für Allergiker

Spezielle Neurodermitis-Wäsche empfiehlt sich nicht nur für Betroffene der atopischen Dermatitis. Die hautfreundliche Bekleidung eignet sich auch für Allergiker und Betroffene anderer chronischer Hautkrankheiten mit entzündlicher Beteiligung, wie etwa Psoriasis. Wer unter sehr trockener Haut leidet, kann auch vom Tragen spezieller Wäsche mit kühlendem und antibakteriellem Effekt profitieren.


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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