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Besenreiser behandeln & Krampfadern entfernen

Besenreiser sind feinste Blutgefäße. Im gesunden Zustand sind diese sehr zart und nicht sichtbar. Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass sich die Blutgefäße vergrößern und stärker hervortreten. Es entstehen Besenreiser, die aufgrund des enthaltenen Blutes bläulich oder lila auftreten.

Besenreiser sind die kleinste Form der Krampfadern. Krampfadern wiederum sind oberflächliche Venen, die krankhaft erweitert sind und deshalb hervortreten. Heilbar sind sie nicht, so dass mit zunehmendem Alter immer wieder Krampfadern auftreten können.

Auf dieser Seite erhalten Sie folgende Informationen:

  1. Besenreiser - die kleinste Form von Krampfadern
    1. Was sind Besenreiser?
    2. Formen von Besenreisern
    3. Ursachen & Risikofaktoren für die Entstehung von Besenreisern
    4. So entstehen Besenreiser
    5. Besenreiser Symptome
    6. Diagnose Besenreiser
    7. Besenreiser behandeln
    8. Besenreisern vorbeugen
  2. Krampfadern - meist oberflächlich unter der Haut gelegene Venen
    1. Was sind Krampfadern?
    2. Formen von Krampfadern
    3. Ursachen & Risikofaktoren für die Entstehung von Krampfadern
    4. Symptome für Krampfadern
    5. Diagnose Krampfadern
    6. Krampfadern behandeln
    7. Krampfadern vorbeugen

Besenreiser - die kleinste Form von Krampfadern

Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind feinste Blutgefäße, die je nach Art auch als Venolen oder Arteriolen bezeichnet werden. Im gesunden Zustand sind diese Äderchen sehr zart und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Werden sie aber durch eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche, starke Belastungen oder anhaltenden Druck erweitert, erfolgt ein Umbau der Gefäßwände.

Die Venolen nehmen an Umfang zu, die Wände der Äderchen verdicken sich und verlieren an Elastizität. Im Zuge dessen werden die oberflächlich liegenden Blutgefäße dauerhaft sichtbar. Aus den haarfeinen Venolen und Arteriolen werden auf diese Weise Besenreiser - die kleinste Form der Krampfadern.

Besenreiser sind also nichts weiter als vergrößerte Blutgefäße, die aufgrund des enthaltenen Blutes rot, blau oder violett erscheinen können.

Formen von Besenreisern

Besenreiser können als einzelne, rote, blaue oder violette Äderchen sichtbar sein. Für gewöhnlich treten diese aber nur am Anfang der Entstehung auf. Im Laufe der Zeit entwickeln sich aus diesen kurzen Reisern meist größere, nahezu dreieckige Geflechte, deren Form an einen Besen erinnert.

Die einzelnen Blutgefäße zeigen sich als gezackte Linien. Daher beziehen die Besenreiser auch ihren Namen. Denn sie sehen aus wie Reisig, also zarte, gezackte Zweige, die zur Herstellung von altertümlichen Besen verwendet wurden. Auch diese Dreiecksformen können sich wiederum weiterentwickeln und zu nahezu gleichmäßigen, flächendeckenden Besenreisern ausweiten.

Zusätzlich zur Größe und Ausbildung werden Besenreiser nach dem Ort ihrer Bildung unterschieden.

Besenreiser an Beinen, Armen und Rumpf
Tauchen sichtbare Äderchen entlang der Beine, Arme oder des Rumpfes auf, wird für sie kein gesonderter Name verwendet. Sowohl einzelne Blutgefäße als auch große Geflechte werden als Besenreiser oder - ausführlicher - als Besenreiservarizen bezeichnet.

Besenreiser im Gesicht - Couperose und Spinnennävus
Besenreiser können überall auftreten, selbst im Gesicht. Hier werden sie, je nach Erscheinungsform, Couperose oder Spinnennävus genannt. Auch der Name Spider Naevi ist für den Spinnennävus gebräuchlich. Bei Couperose handelt es sich zunächst um einzelne erweiterte Gefäße, die sich mit der Zeit flächendeckend ausbreiten können. Im weiteren Verlauf kann daraus Rosacea entstehen.

Bei Spinnennävus gehen sichtbare Äderchen von einem Mittelpunkt aus, sodass die Form insgesamt an ein Spinnennetz erinnert. Besenreiser im Gesicht sind häufiger Vorboten oder Symptome zugrunde liegender Krankheiten, als die erweiterten Gefäße am Körper. Bei diesen Formen sollte also sofort ein Arzt hinzugezogen und weitere Untersuchungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Besenreisern

Folgende Faktoren können für die Entstehung von Besenreisern ursächlich sein:

So entstehen Besenreiser

Welche Ursache auch vorliegt, der zugrunde liegende Faktor ist in jedem Fall eine Rückstauung des Blutes.

Das Blut kann entgegen der Schwerkraft nicht mehr problemlos nach oben abtransportiert werden und versackt förmlich in den feinen Venolen und Arteriolen. Die Venenklappen halten das Blut nicht ausreichend zurück. Durch diesen Rückstau stehen die Gefäße permanent unter Druck, der von innen nach außen wirkt. Um sich diesem anzupassen, erfolgt sowohl eine Erweiterung der Äderchen als auch eine Verdickung der Gefäßwände.

Besenreiser Symptome

Besenreiser, die ausschließlich ein optisches Problem darstellen, werden für gewöhnlich nur von wenigen Symptomen begleitet. Besenreiser, die hingegen selbst ein Symptom sind, gehen mit Krampfadern oder Krankheiten einher. Dazu zählen Diabetes, Leberschäden und eine Schwäche des gesamten Bindegewebes.

Kernsymptome von Besenreisern

Zusatzsymptome

Weitere Symptome

Diagnose Besenreiser 

Aufgrund des charakteristischen Erscheinungsbildes reicht bei Besenreisern eine Blickdiagnose aus. Hier hört die notwendige Untersuchung jedoch noch nicht auf. Denn selbst unter eher unscheinbaren Besenreiservarizen können sich Krampfadern, verstopfte Blutgefäße und weitreichende Venenschwächen verbergen. Daher muss zusätzlich zur Blickdiagnose eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße erfolgen. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nicht bereits tiefer gehende Erkrankungen vorliegen, die einer Behandlung bedürfen.

Besenreiser behandeln

Besenreiser, die ein rein kosmetisches Problem darstellen, können unbehandelt bleiben. Müssen sie jedoch nicht. Denn vor allem in jungen Jahren stellen die unschön geweiteten Äderchen für viele Menschen einen Makel dar, der sie empfindlich einschränken kann.

Gerade junge Frauen und Mädchen, bei denen Besenreiser frühzeitig einsetzen und stark ausgeprägt sind, erleben einen erheblichen Leidensdruck. Die betroffenen Bereiche werden verhüllt und nur äußerst ungern gezeigt. Kommt es durch Besenreiser zu Einschränkungen und psychischer Belastung, ist eine individuell angepasste Therapie empfehlenswert.

Zu diesem Zweck stehen verschiedene Behandlungsformen zur Verfügung.

Konservative Besenreiser-Therapien

Die konservativen Formen der Besenreiser-Behandlung sind in erster Linie auf Entfernung ausgerichtet. Die optisch störenden Äderchen sollen vernichtet oder zumindest deutlich reduziert werden. Eine Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen erfolgt jedoch nicht. Daher ist es normal, dass bereits kurze Zeit nach der Entfernung neue Besenreiser entstehen.

Besonders zwei Möglichkeiten stehen bei der konservativen Behandlung im Vordergrund:

Verödung der Besenreiser - die Sklerotherapie
Eine der bekanntesten und zugleich effektivsten Formen der Besenreiser-Behandlung ist die Verödung, die auch unter dem Namen Sklerotherapie bekannt ist:

Empfehlenswert ist die Sklerotherapie bei bereits stark ausgeprägten Besenreisern.

Besenreiser-Behandlung durch Laser
Die Behandlung von Besenreisern durch Laser basiert auf einem der Verödung ähnlichen Prinzip:

Bereits stärker ausgebildete Äderchen verblassen durch die Lichtimpulse meist nur geringfügig, verschwinden allerdings nicht.

Alternative Behandlungsmethoden

Im Gegensatz zu konservativen Methoden zielen die meisten alternativen Behandlungen nicht ausschließlich auf eine vorübergehende, optische Verbesserung ab. Dies ist lediglich ein Teil des gewünschten Resultats. Vielmehr sollen die alternativen Verfahren Ursachen bekämpfen und dadurch eine anhaltende Besserung bewirken.

Die Auswirkung auf bereits bestehende Besenreiser ist bei diesen schonenderen Therapieformen jedoch oftmals unbefriedigend. Als zusätzliche Behandlung zu Laser und Verödung, sowie als vorbeugende Maßnahmen sind sie dennoch ideal.

Salben, Cremes und Gels zur Stärkung der Blutgefäße und Durchblutung
Es existieren verschiedene Mittel zur äußerlichen Anwendung auf dem Markt, für gewöhnlich enthalten diese Rosskastanienextrakt oder Auszüge aus rotem Weinlaub. Diese sollen die Durchblutung steigern, das Bindegewebe und die Wände der Blutgefäße stärken.

Zirkulin Bein- Creme  125 ml
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roha Arzneimittel
Venen- Balsam Exmonte Ohne Paraffine  100 ml
Heweven Complex Tropfen 100 ml
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Hevert Arzneimittel
Pim Bein- Fluid 150 ml
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Wilhelm Wehmann & Co. KG
Antistax Frisch Gel 125 ml
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Boehringer Ingelheim
Bein- & Venenbalsam  100 ml
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Ferdinand Eimermacher

Bei regelmäßiger Anwendung kann auf diese Weise die Neigung zu Besenreisern vermindert werden. Bei bereits vorhandenen Besenreisern ist zudem eine Besserung der optischen Ausprägung möglich. Vollständig verschwinden werden die Äderchen durch diese Behandlung allerdings nicht.

Venenstärkende Mittel zur innerlichen Anwendung
Kapseln und Tabletten gegen Besenreiser und Krampfadern basieren auf der gleichen Funktionsweise wie Mittel zur äußerlichen Anwendung. Sie wirken jedoch anregend auf die gesamte Durchblutung, kräftigen Gefäßwände und andere Bindegewebe nicht nur lokal, sondern im ganzen Körper. Auch sie enthalten pflanzliche Wirkstoffe wie Rosskastanie, rotes Weinlaub, Wacholder, Distel und Mistel:

Aescuven Tabletten 100 ST
Aescuven Tabletten 100 ST
Cesra Arzneimittel

Der Vorteil der innerlichen Behandlung ist die Wirkung auf den gesamten Organismus. Der Nachtteil liegt im Fehlen der unterstützenden Massage, die beim Auftragen äußerlicher Mittel unweigerlich hinzukommt.

Sonstige Möglichkeiten der Behandlung

Neben den bereits genannten Therapien können auch Radiowellen und Strom gegen Besenreiser eingesetzt werden. Erfahrungsgemäß sind diese aber weniger wirksam. Dennoch können sie Anwendung finden, wenn andere Methoden bereits versagt haben oder durch besondere Umstände nicht durchgeführt werden können. Die Entscheidung darüber sollte in jedem Fall ein fachkundiger und erfahrener Arzt treffen.

Besenreisern vorbeugen

Zwar lassen sich nicht alle Besenreiser völlig verhindern, vor allem, wenn eine genetische Veranlagung dazu besteht, die Ausmaße und der Schweregrad können durch geeignete Methoden aber durchaus reduziert werden:

Vermeidung auslösender Faktoren
Eine genetisch bedingte, also vererbte, Schwäche des Bindegewebes kann natürlich nicht vermieden werden. Wohl aber andere Risikofaktoren, wie:

Ein insgesamt gesunder Lebensstil mit viel Sport, einer ausgewogenen Ernährung und mäßigem Konsum von Genussmitteln ist bereits ein guter Start. Wer beruflich viel Sitzen oder Stehen muss, sollte zudem für einen Ausgleich sorgen. Möglichst häufig aufstehen, herumlaufen, hohe Absätze vermeiden und zusätzlich Venengymnastik durchführen.

Anregung der Durchblutung
Massagen, Sport und Wechselduschen
regen die Durchblutung an und trainieren die Blutgefäße und Muskulatur. Eine gut ausgebildete Muskulatur ist nicht nur besser durchblutet - sie wirkt auch als eine Art innerer Kompressionsstrumpf. Selbst Sportmuffel sollten sich also den Venen und Arterien zuliebe zur regelmäßigen Bewegung aufraffen.

Bei Massagen sorgen An- und Entspannung für einen positiven Effekt auf die Blutgefäße. Wechselduschen und -Bäder weiten und verengen die Adern in kurzen Abständen und sorgen so für ein gezieltes Training.

Stärkung der Venen
Zur Stärkung der Venen haben Sport und Wechselduschen ebenfalls die Nase vorn. Ebenso aber eine ausgewogene Ernährung, die für eine grundlegende Versorgung der Gewebe und Gefäße sorgt. Zusätzlich können pflanzliche Wirkstoffe eingesetzt werden, die in Form von Tabletten oder Tee von innen nach außen wirken. Cremes und Öle bringen die stärkenden Mittel zudem ganz lokal an die betroffenen Stellen.

Entlastung der Blutgefäße
Die Belastung der Blutgefäße ist ein maßgeblicher Faktor bei der Entstehung von Besenreisern. Die Entlastung von Arterien und Venen ist daher eine wichtige vorbeugende Maßnahme. Als Faustregel gilt hier:

Ein Hocker vor dem Schreibtischstuhl, eine Fußablage am Sessel oder ein erhöhtes Fußende im Bett entlasten die Gefäße und erleichtern ihre Arbeit. Denn liegen die Beine höher als der Rest des Körpers, hilft die Schwerkraft ganz automatisch beim Rückfluss des Blutes. 

Stütz- und Kompressionsstrümpfe tragen
Wer zu Besenreisern neigt, kann zusätzlich und als Ersatz zur höheren Lagerung der Beine Kompressionsstrümpfe tragen. Am Schreibtisch oder im Flugzeug - wann immer mit langem Stehen, Sitzen oder starken Belastungen gerechnet werden muss, sollten die speziellen Strümpfe oder Strumpfhosen getragen werden. Diese wirken unterstützend auf den Blutfluss und sind daher eine gezielte Prävention für Besenreiser und Krampfadern. 

Krampfadern

Die Häufigkeit, an einer Varikose zu erkranken, steigt proportional mit dem Alter, wobei Frauen dreimal so häufig wie Männer an Krampfadern leiden und sich die ersten Symptome bereits um das 30. Lebensjahr zeigen.

Schätzungen gehen davon aus, dass in etwa ein Drittel der erwachsenen Menschen in Deutschland zumindest asymptomatische Schäden eines Venensegments aufweist, kleinere Krampfadern wie etwa Besenreiser allerdings noch wesentlich häufiger auftreten, so dass circa 80 Prozent der Erwachsenen betroffen sind. Das Risiko einer Stammvarikose ist dagegen geringer und liegt bei etwa 30 Prozent.

Was sind Krampfadern?

Als Krampfadern oder Varizen werden knotenförmig ausgeweitete, meist oberflächlich unter der Haut gelegene Venen bezeichnet. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) weist in ihrer Definition darüber hinaus auf eine Knäuelbildung oder Schlängelung der Venen hin.

Anstieg des Venendrucks führt zur Bildung von Krampfadern
Bei Venen handelt es sich um Blutgefäße, die im Gegensatz zu den Arterien (Schlagadern) das Blut zum Herzen hin transportieren, also zu diesem zurückführen. Da der Druck in den Venen deutlich niedriger ist, als in den Schlagadern werden sie dem Niederdrucksystem des menschlichen Blutkreislaufes zugerechnet; kommt es dennoch zum Anstieg des Drucks in den Venen - beispielsweise durch sehr langes Sitzen oder Stehen - dehnen sich die Venen aus und es kommt zur Bildung von Krampfadern. Bei Patienten mit sehr vielen Krampfadern spricht man von einem Venen- oder Krampfaderleiden, wobei der Fachausdruck hierfür Varikose lautet.

Krampfadern kann jeder bekommen
Die Häufigkeit an einer Varikose zu erkranken, steigt proportional mit dem Alter, wobei Frauen dreimal so häufig wie Männer an Krampfadern leiden und sich die ersten Symptome bereits um das 30. Lebensjahr zeigen.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in etwa ein Drittel der erwachsenen Menschen in Deutschland zumindest asymptomatische Schäden eines Venensegments aufweist, kleinere Krampfadern wie etwa Besenreiser allerdings noch wesentlich häufiger auftreten, so dass circa 80 Prozent der Erwachsenen betroffen sind. Das Risiko einer Stammvarikose ist dagegen geringer und liegt bei etwa 30 Prozent.

Grundsätzlich unterteilt man Varikose gemäß ihrer Entstehung folgendermaßen:

Formen von Krampfadern

Berücksichtigt man allgemeine klinische Kriterien in Bezug auf die erkrankten Venenabschnitte, werden Krampfadern in folgende Hauptformen unterteilt:

Es ist zwar durchaus möglich, dass die unterschiedlichen Varikose-Formen isoliert, also unabhängig voneinander, auftreten, der Regelfall ist das allerdings nicht. Meist kommt es zu kombinierten Varikose-Formen unterschiedlichster Ausprägung und Zusammensetzung und grundsätzlich gilt: Jegliche Kombinations- und Variationsform kann diagnostiziert werden.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Krampfadern

Venen - mit Ausnahme der Lungenvenen - haben im menschlichen Körper die Aufgabe sauerstoffarmes, sich in den Geweben befindendes Blut aufzunehmen und zum Herzen zurück zu transportieren. Da dieser Rücktransport gegen die Schwerkraft erfolgt, unterstützen die Muskelpumpen der Beine die Venen dabei. Bildlich kann man sich diesen Vorgang mit dem Auspressen eines Schwammes machen, denn ziehen sich die Muskeln in den Beinen zusammen, werden die tiefen Venen ausgepresst und das Blut wird zum Herzen zurückgepumpt. Das Herz seinerseits unterstützt diesen Vorgang durch die ihm eigene Sogwirkung ebenso wie die aus dem Atmungsvorgang resultierenden Druckveränderungen im Brust- und Bauchraum.

Da Venen um einiges dünner und dehnbarer sind als Arterien, darüber hinaus ein niedriger Druck in den Venen herrscht, ist der Blutfluss deutlich langsamer. Allerdings sind die Venen weitaus aufnahmefähiger als die Arterien, was darin begründet liegt, dass sie in etwa 85 Prozent des Bluttransportes bewältigen müssen. Problematisch wird es dann, wenn ein Patient an einer Bindegewebsschwäche leidet, da es zu einer sukzessiven Erschlaffung der Venenwände kommt und die Venenklappen insuffizient werden. Dies hat zur Folge, dass das Blut im oberflächlichen Venensystem versackt, von dem aus es normalerweise in die tiefen Venen abfließen sollte. Die hieraus resultierende Blutüberfüllung bzw. enorme Volumenbelastung der Venen führt letztlich zu Verformungen und Erweiterungen selbiger. Allmählich ereignet sich dieser Vorgang dann auch in den Perforansvenen und im Krankheitsspätstadium auch in den tiefen Venen.

Der Genese und den Ursachen entsprechend unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Varikose:

Ursachen der primären Varikose

Als grundlegende Ursache der primären oder idiopathischen Varikose gilt eine anlagebedingte oder vererbte Venenwand- oder Bindegewebsschwäche. Natürlich gibt es bestimmte Faktoren, die das Auftreten einer primären Varikose günstig beeinflussen:

Ursachen der sekundären Varikose

Ist der Blutfluss in den tiefer gelegenen Beinvenen gestört, d.h., kann das Blut aus diesen Venen nicht mehr ungehindert abfließen, dann kommt es zur Entstehung einer sekundären Varikose. Begünstigen kann dies beispielsweise ein Thrombus (Blutgerinnsel) oder ein raumfordernder Tumor im Ausstrombereich der tiefen Leitvene. In der Regel versucht der Körper mithilfe eines Umgehungskreislaufs den gestörten Blutfluss auszugleichen, so dass der Bluttransport über die oberflächlichen Venen erfolgt und sich diese schließlich erweitern.

Faktoren, die das Entstehen von sekundärer Varikose günstig beeinflussen:

Weitere Risikofaktoren, die die Entstehung von Krampfadern begünstigen, sind:

Symptome für Krampfadern

Je nach Varikose-Form nimmt auch die Symptomatik zu, d.h. beginnend bei den Besenreisern bis hin zur Stammvarikose nehmen auch die Beschwerden kontinuierlich zu. Zu den charakteristischen Symptomen zählen ein immer stärker werdendes Spannungs- und Schweregefühl sowie Schmerzen im Beinbereich, die vor allem nach längerem Stehen oder permanentem Sitzen auftreten. Daneben wirken sich das Einsetzen der monatlichen Regelblutung bei Frauen und starke Wärme bzw. sehr hohe Umgebungstemperaturen ungünstig aus, so dass sich die Symptome verstärken.

Zu den häufigsten Symptomen zählen folgende:

Diagnose Krampfadern

Sowohl um möglichen Komplikationen effektiv vorzubeugen als auch eine gezielte Therapie zu starten, ist eine frühzeitige Diagnose von Varikose unerlässlich. Als schwierig erweist es sich jedoch teilweise, zu evaluieren, um welche Varikose-Form, d.h. primäre oder sekundäre, es sich genau handelt, da beide Arten - auch noch im fortgeschrittenen Stadium - nur sehr schwer voneinander zu differenzieren sind. Damit der Patient eine optimale Beratung und eine effektive Therapie erhalten kann, ist die richtige Zuordnung der Varikose jedoch sehr wichtig. Infolgedessen ist es notwendig einen fachkundigen Arzt, d.h. einen Venenspezialisten (Angiologe oder Phlebologe) zu konsultieren.

Die körperliche Untersuchung

Im Rahmen der Anamnese erkundigt sich der behandelnde Arzt zunächst über eventuelle familiäre Vorbelastungen und Vorerkrankungen, mögliche Risikofaktoren und die bestehende Symptomatik. In der Regel werden die Beine abgetastet und die Ausprägung der Krampfadern sowie eventuell bestehende Hautveränderungen werden untersucht. Meist werden die Hauttemperatur und darüber hinaus der Puls - sowohl am Fußinnenknöchel als auch auf dem Fußrücken - gemessen. Ist die Hauttemperatur erhöht und findet der Arzt druckempfindliche Stellen an den Beinen, kann von einer Venenerkrankung ausgegangen werden.

Messung des Druckes und andere Tests
Durch unterschiedliche manuelle Verfahren, beispielsweise mithilfe von Beinverbänden, kann der Arzt herausfinden, wie groß der Zeitrahmen ist, den das Venensystem benötigt, um sich nach dem Rückfluss des Blutes wieder zu füllen. Auch die Phlebodynamometrie kann zu diagnostischen Zwecken zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Druckverhältnisse der äußeren Venen gemessen werden. Heutzutage wurden derartige Tests jedoch zu Gunsten modernerer und zuverlässigerer, in der Regel bildgebender Diagnoseverfahren abgelöst.

Bildgebende Verfahren

Es gibt diverse bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung.

Phlebografie
Der Begriff Phlebografie bezeichnet eine spezielle Röntgenuntersuchung der Beinvenen. Nach dem Spritzen eines Kontrastmittels kann mithilfe der Phlebografie eine Gesamtansicht - sowohl des oberflächlichen als auch des tiefen Venensystems - erstellt werden.

Duplexsonografie mit einer Doppler-Ultraschallsonde
Bei der Duplexsonografie mit Doppler-Ultraschallsonde handelt es sich um das derzeit am häufigsten eingesetzte Diagnoseverfahren. Im Rahmen einer Duplexsonografie können nicht nur die Venen, sondern auch die Venenklappen, Veränderungen des tiefen Venensystems sowie eventuell bestehende Thrombosen dargestellt werden. Darüber hinaus können Messungen der Strömungsrichtung und der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in den Venen vorgenommen werden.

Computertomografie und Magnetresonanztomografie
Beide Verfahren kommen im Zuge der Varikose-Diagnose lediglich zum Einsatz, wenn es sich um seltene Krankheitsbilder handelt. So ist zum Beispiel bei einer Venenthrombose im Bauch- oder Beckenbereich, bei Beckenvenenvarizen oder angeborenen Gefäßfehlbildungen der Einsatz dieser beiden Verfahren von Nutzen.

Die Licht-Reflex-Rheografie (LRR) und Plethysmografie
Auch bei der Licht-Reflex-Rheografie kann mithilfe einer optischen Sonde die Pumpfähigkeit der Muskulatur der Waden und die jeweils benötigte Wiederauffüllzeit des Blutes in den Venen gemessen werden. Die Plethysmografie dagegen hilft bei der Messung des Venenfassungsvermögens und gibt Auskunft über den Abstrom des Blutes.

Laboruntersuchungen
Leidet ein Varikose-Patient beispielsweise unter einer Embolie oder einer tiefen Beinthrombose, deren Ursachen nicht geklärt werden konnten, kann die labormedizinische Untersuchung der Blutgerinnungsfaktoren möglicherweise Aufschluss, z.B. über eine konstitutive oder erworbene Blutgerinnungsstörung, geben.

Krampfadern behandeln

Es gibt unterschiedliche Behandlungsansätze zur Behandlung von Krampfadern.

Operative Therapiemöglichkeiten

In der Regel wird nur dann eine operative Therapie empfohlen, wenn es sich um sehr große Krampfadern der Stammvenen handelt. Derzeit existieren zwei Operationsmethoden:

Endovenöse Lasertherapie

Über einen kleinen Hautschnitt, also endoskopisch, führt der Arzt in die betroffene Vene einen dünnen Venenkatheder ein, der gleichzeitig als Leitschiene für den später zur Behandlung eingesetzten Venenlaser dient. Durch die Bestrahlung wird die Vene schließlich auf bis zu 700 Grad erhitzt, verklebt und verschließt sich

Radiofrequenztherapie

Ebenso wie bei der Lasertherapie wird ein Venenkatheder endoskopisch eingeführt, der als Leitschiene für die spätere Bestrahlung mit elektromagnetischen Wellen dient. Innerhalb der Venen werden durch selbige Temperaturen bis zu 90 Grad geschaffen, die Vene verklebt, und verschließt sich.

Sklerotherapie

Vor allem wenn der Betroffene unter Besenreisern oder anderen retikulären Seitenastvarizen leidet, bietet sich eine Sklerotherapie an. Bei der Sklerosierung kommt es zur Verödung der Varizen, wobei der Arzt in die betroffenen Venen einen speziellen Schaum oder eine spezielle Flüssigkeit injiziert. Hierdurch werden die Innenwände der Krampfadern geschädigt, sie verkleben und entwickeln sich später zu einem bindegewebsartigen Strang. Zur Aktivierung der Durchblutung in den verbliebenen Venen sollten die Betroffenen sich nach dem Eingriff ausreichend bewegen.

CHIVA-Methode

Bei der CHIVA-Methode kommt es nicht zur Entfernung der Varizen, vielmehr werden mithilfe eines Ultraschallgerätes die kranken Venenabschnitte geortet und endoskopisch abgebunden. Im Allgemeinen gilt dieses Verfahren als äußerst schonend, allerdings liegen noch keine Langzeitstudien vor. Positiv für die Betroffenen ist vor allen, dass es infolge dieses Eingriffs nicht zu einer Narbenbildung kommt und sie bei örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Auch hier gilt es jedoch, mehrere Wochen nach dem Eingriff Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Krampfadern vorbeugen

Um dem Entstehen von Varizen vorzubeugen, es zu verzögern oder im besten Fall sogar zu verhindern, bieten sich folgende Präventivmaßnahmen an:

Wichtig: Auch bereits von Varikose betroffene Menschen, bei denen möglicherweise schon einmal eine Verödungstherapie durchgeführt oder Krampfadern sogar operativ entfernt wurden, sollten diese Vorbeugungsmaßnahmen beachten.

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