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Gesunde Vaginalflora

Aktualisiert am 13.10.20

Die Scheidenflora beeinflusst erheblich das gesamte Wohlbefinden einer Frau. Zahlreiche in der Scheide lebende Bakterien üben eine Wächterfunktion aus und schützen den Körper vor krankmachenden Keimen. Für eine gesunde Vaginalflora mit einem sauren pH-Wert sind Milchsäurebakterien verantwortlich. Verschiedene Einflüsse können das gesunde Scheidenmilieu stören und das Allgemeinbefinden beeinträchtigen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Aufbau der Vaginalflora
  2. Was bringt die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht?
  3. Diagnose einer gestörten Vaginalflora
  4. Gesunde Vaginalflora aufbauen
  5. Gestörte Vaginalflora in der Schwangerschaft
  6. Bakterielle Vaginose

Aufbau der Vaginalflora

Nützliche Bakterien sind für ein gesundes Scheidenmilieu unverzichtbar. Sie besiedeln die dicke Schleimhaut der Vagina, auch als Vaginalhaut bezeichnet. Eine wichtige Rolle spielen Milchsäurebakterien, die sogenannten Laktobazillen. Sie wandeln Zucker in Milchsäure um und sorgen für ein saures Scheidenmilieu mit einem pH-Wert von 3,8 bis 4,5. Die saure Umgebung wehrt Krankheitserreger wie andere Bakterien und Pilze ab oder hindert sie am Wachstum. Das weibliche Sexualhormon Östrogen beeinflusst die Scheidenflora. Der Östrogenspiegel schwankt mit dem monatlichen Zyklus.

Was bringt die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht?

Der Östrogenspiegel ist während und kurz nach der Periode niedriger als sonst. Bei einem niedrigen Östrogenspiegel befinden sich weniger Milchsäurebakterien in der Scheide. Die Zahl der Milchsäurebakterien nimmt mit steigendem Östrogenspiegel zu. Das Östrogenniveau kann auch in den Wechseljahren sinken. Ist es niedrig, verändert sich das Scheidenmilieu und bildet einen guten Nährboden für Keime. Auch verschiedene andere Einflüsse können die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht bringen, wie z. B:

Trockene Scheide

Das Vaginalsekret hält die Scheide feucht und trägt zu einer gesunden Vaginalflora bei. Zahlreiche winzige Drüsen in der Scheide sondern dieses Sekret ab. Das Scheidensekret wirkt als natürliches Gleitmittel und wird bei sexueller Stimulierung verstärkt produziert. Häufig leiden Frauen nach den Wechseljahren unter einer trockenen Scheide, die eine Ansiedlung von Keimen begünstigt.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr und ständig wechselnde Intimpartner

Das Scheidenmilieu muss sich bei jedem neuen Intimpartner an die veränderte Bakterienmischung im Intimbereich des Mannes anpassen. Das fördert die Ansiedlung von Keimen und kann einige Wochen dauern. Ungeschützter Geschlechtsverkehr sowie der Wechsel von Anal- und Vaginalverkehr begünstigen die Übertragung von Krankheiten.

Ernährung mit künstlichen Hormonen

Nicht immer wissen Sie, ob Lebensmittel mit künstlichen Hormonen belastet sind. Fleisch und Milchprodukte aus dem Supermarkt enthalten mitunter das künstliche Hormon Xenoestrogen. Der natürliche Hormongehalt und das Scheidenmilieu können durch dieses Hormon aus dem Gleichgewicht geraten. Eine bessere Wahl treffen Sie mit Fleisch und Milchprodukten in Bio-Qualität.

Stark zuckerhaltige Ernährung

Eine Ernährung mit viel Zucker fördert die Ansiedlung von Pilzen in der Scheide. Pilze ernähren sich von Zucker. Je mehr Zucker Sie mit der Nahrung aufnehmen, desto besser können sich die Pilze vermehren.

Falsche Intimpflege

Nicht nur eine mangelnde, sondern auch eine zu intensive Intimpflege kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen. Zu häufiges Waschen, Seife und Pflegemittel mit stark basischem pH-Wert, parfümhaltige Produkte, aber auch Weichspüler beim Waschen von Unterwäsche beeinflussen die Vaginalflora negativ.

Falsche Kleidung

Zu enge Kleidung und Unterwäsche aus synthetischem Material beeinträchtigen die Vaginalflora. Da die Kunstfasern keine Feuchtigkeit abtransportieren, entsteht Staunässe durch Schweiß, Urin und Scheidensekret. Sie begünstigt das Wachstum der Krankheitserreger. Enge Hosen verhindern die Belüftung des Intimbereichs und vermindern die Durchblutung.

Stress

Stress wirkt sich negativ auf die Darm- und Scheidenflora aus. Er schwächt die Abwehrkräfte und begünstigt die Ansiedlung von Keimen. Dabei ist körperlicher Stress ebenso schädlich wie psychischer Stress.

Einnahme von Medikamenten

Die Einnahme verschiedener Medikamente kann die Scheidenflora stören. Antibiotika töten auch nützliche Bakterien ab und fördern die Besiedlung der Scheidenschleimhaut mit Pilzen. Auch die hormonelle Schwangerschaftsverhütung mit der Pille kann sich negativ auf die Vaginalflora auswirken.

Geschwächtes Immunsystem

Verschiedene Erkrankungen, ein Mangel an Vitaminen, eine falsche Ernährung und Dauerstress schwächen das Immunsystem. Der Körper hat nicht mehr genügend Abwehrkräfte. Ungehindert können sich Pilze und andere Keime ansiedeln.

Symptome einer gestörten Vaginalflora

Eine gestörte Vaginalflora macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar:

Diagnose einer gestörten Vaginalflora

Bemerken Sie Anzeichen einer gestörten Vaginalflora, sollten Sie den Gynäkologen konsultieren. In einem Anamnesegespräch stellt der Gynäkologe verschiedene Fragen, beispielsweise zur Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder Pille sowie zu Ihren Ernährungsgewohnheiten. Er untersucht den Genitalbereich auf Anzeichen für die Probleme. Hinweise auf eine gestörte Vaginalflora liefert eine pH-Wert-Messung des Scheidenmilieus. Zur Ermittlung der genauen Ursache nimmt der Gynäkologe einen Abstrich.

Wie kann man eine gesunde Vaginalflora aufbauen?

Eine gesunde Vaginalflora lässt sich mit verschiedenen Mitteln aufbauen. Beachten Sie alle diese Maßnahmen, können Beschwerden durch ein gestörtes Scheidenmilieu verhindert werden:

Probiotika aus der Apotheke

Probiotika stabilisieren den pH-Wert, da sie gute Bakterien enthalten. Sie unterstützen die Darm- und Scheidenflora und sorgen für ein gesundes Gleichgewicht. Steht eine Behandlung mit Antibiotika an, können Sie vorher Probiotika anwenden, um die gesunde Mikroflora der Scheide aufrecht zu erhalten.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Vaginalflora. Verschiedene Lebensmittel stören das Scheidenmilieu und fördern die Besiedlung mit Keimen. Das Abwehrsystem wird durch gesunde Fette in Nüssen, Avocados oder Olivenöl positiv beeinflusst. Die gesunde Ernährung regt die Hormonproduktion, den Aufbau von Zellwänden und die Stoffwechselprozesse an. Kombucha und griechischer Joghurt sind reich an Milchsäure und sollten häufiger auf Ihrem Speiseplan stehen. Eine zuckerarme Ernährung wirkt der Besiedlung mit Pilzen entgegen.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Der Zustand der Scheidenflora kann sich im Mund bemerkbar machen. Verspüren Sie Durst, ist auch Ihr Scheidenmilieu durstig. Wasser schwemmt Bakterien und andere Krankheitserreger aus der Scheide. So beugen Sie Blasenentzündungen und Erkrankungen des Intimbereichs vor. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr verhindert das Austrocknen der Scheide und unangenehme Gerüche.

Stärkung des Immunsystems

Ein starkes Immunsystem bedeutet ein starkes Scheidenmilieu. Es dient der Abwehr von Bakterien und anderen Erregern. Das Immunsystem stärken Sie mit einer gesunden, vitaminreichen Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin C sowie Sport in der Natur.

Richtige Intimpflege

Eine sanfte Intimpflege sorgt für ein gesundes Scheidenmilieu. Grundsätzlich reicht es aus, den Intimbereich nur mit warmem Wasser zu waschen. Möchten Sie jedoch auf Pflegemittel nicht verzichten, sollten Sie pH-neutrale und parfumfreie Produkte verwenden. Milde Pflegeprodukte erhalten den sauren pH-Wert. Für den Intimbereich nutzen Sie ein separates Handtuch.

Geschützter Geschlechtsverkehr

So wie die Vagina ist auch der Penis mit Bakterien besiedelt. Diese Bakterien dringen beim Geschlechtsverkehr in die Scheide ein und können Infektionen verursachen. Ein Kondom minimiert das Risiko von Scheideninfektionen.

Atmungsaktive Wäsche

Atmungsaktive Wäsche schafft ein gesundes Klima im Intimbereich. Sie verhindert Staunässe durch Scheidensekret und Schweißbildung. Feuchtigkeit wird abtransportiert. Der Intimbereich kann besser atmen. Atmungsaktive Unterwäsche, die nicht aus synthetischem Material besteht, trägt zu einer gesunden Scheidenflora bei.

Möglichst keine Slipeinlagen verwenden

Slipeinlagen nehmen zwar Feuchtigkeit in Form von Urin und Scheidensekret auf, doch schaffen sie auch ein feuchtes Milieu. Die Scheide feuchtet nach. Bakterien finden gute Wachstumsbedingungen.

Intimhygiene nach dem Geschlechtsverkehr

Intimhygiene nach dem Geschlechtsverkehr trägt zum Erhalt eines gesunden Scheidenmilieus bei. Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr schwemmt Bakterien aus dem Intimbereich und wirkt Blasenentzündungen entgegen. Nach ungeschütztem Verkehr sollten Sie die Scheide mit klarem Wasser reinigen.

Gestörte Vaginalflora in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist mit hormonellen Umstellungen verbunden und kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen. Die gestörte Vaginalflora wird während der Schwangerschaft durch verschiedene Einflüsse begünstigt:

Was tun bei gestörter Vaginalflora in der Schwangerschaft?

Eine gestörte Vaginalflora in der Schwangerschaft erhöht das Risiko von Frühgeburten. pH-Selbsttests während der Schwangerschaft helfen, die Probleme frühzeitig zu erkennen. Probiotika und Milchsäurebakterien können das Scheidenmilieu wieder neutralisieren.

Bakterielle Vaginose

Eine bakterielle Vaginose entsteht durch die Besiedlung der Scheide mit krankheitserregenden Bakterien. Zumeist handelt es sich um Bakterienstämme, wobei den größten Anteil Gardnerella vaginalis bildet. Solche Bakterien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Zahl der anaeroben Bakterien, die auch ohne Sauerstoff überleben, steigt bei der bakteriellen Vaginose stark an. Eine bakterielle Vaginose tritt bei 7 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen auf.

Symptome der bakteriellen Vaginose

Die bakterielle Vaginose macht sich durch Scheidenausfluss mit fischartigem Geruch bemerkbar. Der Ausfluss ist dünnflüssig und hat eine weiß-gräuliche Farbe. Rötungen und Schmerzen treten bei der bakteriellen Vaginose nur selten auf. Einige Patientinnen klagen über Juckreiz und Brennen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Trotz Ausfluss empfinden betroffene Frauen die Scheide oft als trocken.

Behandlung der bakteriellen Vaginose

Hat der Arzt durch einen Scheidenabstrich eine bakterielle Vaginose nachgewiesen, erfolgt die Behandlung mit Antibiotika in Form von Tabletten als Vaginalcreme. Die bakterielle Vaginose klingt nicht immer vollständig ab. Zumeist bleibt auf der Vaginalschleimhaut ein bakterieller Biofilm zurück. Er kann zu einem erneuten Auftreten der bakteriellen Vaginose führen.


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über unsere Seite direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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