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Sonnenstich

Warme Sonnenstrahlen spenden Lebensenergie für den Körper, stärken das Immunsystem und machen uns glücklich. Es gibt kaum jemanden, der die warme Jahreszeit nicht nutzt, um die Sonne auf der Haut zu spüren und Energie zu tanken.

Aus dem Grund nutzen unzählige Menschen die Kraft der Sonne für ausgiebige Sonnenbäder. Jedoch kann zu viel Sonne dem Körper auch schaden. Neben dem Sonnenbrand läuft jeder, der sich übermäßig den UV-Strahlen aussetzt, Gefahr, einen Sonnenstich zu erleiden. Denn hier ist nicht die Haut, sondern das Gehirn betroffen. Genauer gesagt, die Hirnhaut.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist ein Sonnenstich?
  2. Sonnenstich Ursachen
  3. Symptome & Anzeichen
  4. Diagnose Sonnenstich
  5. Sonnenstich behandeln
  6. Vorbeugung

Was ist ein Sonnenstich?

Bei einem Sonnenstich heizen sich Kopf und Nacken durch intensive und lang anhaltende Sonneneinstrahlung extrem auf. Die im Kopf angestaute Hitze lässt das Gehirn anschwellen, steigert den Druck im Hirn und entzündet sich im Extremfall. Der Sonnenstich ist eine Krankheit, die nicht durch Bakterien oder Viren hervorgerufen wird. Vielmehr löst die enorme Wärmestrahlung der Sonne eine thermische Reaktion im Gehirn aus.

Ein Sonnenstich wird in der Fachsprache Insolation genannt und zählt in der Notfallmedizin zu den Hitzeschäden. Nicht verwechselt werden darf der Sonnenstich mit dem lebensgefährlichen Hitzschlag. Während bei einem Sonnenstich lediglich Kopf und Nacken überhitzen, staut sich die Wärme bei einem Hitzschlag im ganzen Körper. Die Körpertemperatur steigt unabhängig von der Sonneneinstrahlung an, die Schweißbildung setzt aus und die Folge kann eine dauerhafte Schädigung des Gehirns sein.

Sonnenstich Ursachen

Wenn Kopf, Nacken und Hals übermäßiger und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, entsteht im Gehirn ein Wärmestau. Das Gehirn reagiert mit einer vermehrten Durchblutung. Es folgt eine Reizung der Hirnhäute (Meningen), die sich unmittelbar unter der Schädeldecke befinden. Durch die isolierte Überhitzung des Kopfes kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe kommen. Diese lässt den Druck im Gehirn stark ansteigen, was zu Krampfanfällen, Atemstillstand oder Koma führen kann. 
Gerade Kleinkinder und Säuglinge sind besonders gefährdet, da ihre Schädeldecke noch recht dünn ist und der Haarwuchs ziemlich spärlich ausfällt. Die gereizte Hirnhaut kann sich leichter entzünden und schwerwiegende Schäden als Folge auslösen. 

Zusammenfassend kann es in folgenden Situationen zu einem Sonnenstich kommen:

Symptome und Anzeichen

Je nach Schweregrad können die Symptome für einen Sonnenstich individuell unterschiedlich sein. Anders als beim Hitzschlag erhöht sich die Körpertemperatur nicht. Die Symptome sind bei einem Sonnenstich deutlich erkennbar und treten oftmals erst nach ein paar Stunden auf. 

Kernsymptome

Zu den genannten Kreislaufbeschwerden wie Schwindel und Übelkeit kommt es, da der Blutdruck bei einem Sonnenstich absinkt. Der Körper versucht die Erwärmung auszugleichen, in dem er die Blutgefäße erweitert, wodurch der Druck sinkt und das Gehirn nicht mehr genügend Sauerstoff erhält. 
Zu den Kernsymptomen können weitere Anzeichen auf einen Sonnenstich hinweisen. Diese können jedoch nicht immer deutlich zugeordnet werden. 

Zusatzsymptome

Oben genannte Zusatzsymptome deuten ebenfalls auf einen Sonnenstich hin und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aus dem Grund wird jedem Betroffenen angeraten, einen Arzt aufzusuchen. 

Besonders gefährdet für einen Sonnenstich sind Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit Glatze oder lichtem Haarwuchs. Für ältere Menschen ist die Hitze ebenso belastend, da sie veränderte Temperaturen im Körper schwerer regulieren können. Bei Kindern kann zu den oben genannten Symptomen noch Fieber hinzukommen. Kleinkinder mit einem Sonnenstich verweigern häufig die Nahrung oder erbrechen diese. Des Weiteren sind sie blass, unruhig und quengelig.

Diagnose Sonnenstich

Bei einem leichten Sonnenstich mit den Kernsymptomen müssen Betroffene nicht unbedingt einen Arzt aufsuchen. Sind die Symptome ausgeprägt, steigt die Körpertemperatur oder verliert der Patient das Bewusstsein, muss zwingend ein Arzt gerufen werden.

Anhand der charakteristischen Symptome lässt sich ein Sonnenstich zweifelsfrei diagnostizieren. Der Arzt wird bei der Untersuchung darauf achten, ob nur der Kopf heiß ist, oder sich der gesamte Körper erhitzt hat. Letzteres würde auf einen Hitzschlag hindeuten. Weitere Hinweise erhält der Arzt aus der Vorgeschichte des Patienten und durch Befragung. Daneben wird der Blutdruck gemessen, denn ein zu niedriger Blutdruck kann zu einem Kreislaufzusammenbruch führen. Es erfolgt auch eine Überprüfung der Atmung.

Sonnenstich behandeln

Jede Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. So auch beim Sonnenstich. Zu empfehlen sind bei Betroffenen folgende Sofortmaßnahmen:

Ist das Bewusstsein des Patienten bereits getrübt oder ist der Betroffene bewusstlos, muss umgehend ein Notarzt hinzugezogen werden. Hinzu sollte Erste Hilfe geleistet werden. Dazu wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gelegt und beobachtet.

Behandlung durch den Arzt

Der Notarzt wird als erste Maßnahme den Blutkreislauf und die Atmung des Patienten überprüfen und die Kühlung fortsetzen. Dazu misst er Temperatur, Puls, Blutdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut. Um den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren, wird dem Betroffenen eine Infusion mit einer speziellen Salzlösung angelegt. Oftmals bekommt der Patient zusätzlich Sauerstoff über eine Nasensonde. Bei Bewusstlosigkeit wird der Patient intubiert und stationär intensivmedizinisch weiterbehandelt. Verläuft der Sonnenstich ohne weitere Komplikationen, kann der Patient das Krankenhaus nach einem kurzen Aufenthalt von wenigen Stunden wieder verlassen. 

Komplikationen

Wie oben schon angedeutet, kann es bei einem stark ansteigenden Druck im Gehirn zu Komplikationen wie Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit führen. Diese Komplikationen können auf ein Hirnödem hinweisen, welches eine ernste Erkrankung darstellt und lebensbedrohlich ist. Wird das Hirnödem nicht intensivmedizinisch behandelt und der Blutabfluss über eine Zeit behindert, kann dies einen Hirninfarkt oder Hirntod auslösen. 

Besonderheiten bei Kleinkindern und Säuglingen

Aufgrund der dünnen Schädeldecke und der noch wenigen Haare auf dem Kopf entwickeln kleine Kinder oft einen Sonnenstich. Insbesondere dann, wenn die kleinen Schädelknochen noch nicht geschlossen sind und das Gehirn vor der Sonneneinstrahlung allein durch die Kopfhaut geschützt wird. Ein Sonnenstich bei Kleinkindern kann unter Umständen zu einer ernsthaften und lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen. Deswegen sollten die kleinen Patienten bei einem Sonnenstich dem Arzt vorgestellt werden. 

Rezeptpflichtige Präparate mit Diazepam

Unter den rezeptpflichtigen Medikamenten werden oft bei einem Sonnenstich Arzneimittel mit dem Wirkstoff Diazepam verschrieben. Sie lösen Muskelverspannungen, Angst- und Unruhezustände und dämpfen die Überregbarkeit im Gehirn. Zudem werden mit diesem Wirkstoff Fieberkrämpfe bei Kindern behandelt.

Sonnenstich vorbeugen

Für Kleinkinder bis zum zweiten Lebensjahr gilt es, eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden:

Erwachsene können Hitzeschäden vorbeugen, indem sie lange ausgedehnte Sonnenbäder und ungewohnte körperliche Anstrengungen vermeiden:

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