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L-Lysin-Ratgeber: Funktion, Anwendung & Wirkung

L-Lysin gehört zu den essenziellen Aminosäuren. Sie muss dem Körper also über die Nahrung bereitgestellt werden. Bei unausgewogener Ernährung kann es zu einer Unterversorgung kommen. L-Lysin ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, insbesondere jedoch an der Immunfunktion und am Wachstum. Außerdem benötigt der Körper L-Lysin, um daraus L-Carnitin herzustellen. L-Lysin steckt in großen Mengen in Fleisch und Fisch, aber auch in Milch, Nüssen, Mehl und Gemüse. Mit ausgewogener Mischkost lässt sich der tägliche Bedarf daher leicht decken.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. L-Lysin kurz vorgestellt
  2. Vorkommen und Funktionen im Körper
  3. Anwendungsgebiete
  4. Tägliche Zufuhrempfehlung
  5. Mögliche Risikogruppen für Mangel
  6. Lebensmittel mit L-Lysin
  7. Mögliche Folgeerkrankungen bei Mangel
  8. L-Lysin-Mangel behandeln
  9. L-Lysin-Mangel vorbeugen

L-Lysin kurz vorgestellt

L-Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst produzieren kann. Eine Zufuhr über die Nahrung ist daher unerlässlich. L-Lysin sorgt für ein gesundes Wachstum und eine funktionierende Immunabwehr, ein Mangel würde daher Wachstumsstörungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit nach sich ziehen. Darüber hinaus ist die Aminosäure am Kollagenaufbau beteiligt, sie hält Haut, Haare und Nägel geschmeidig. 

Vorkommen und Funktionen im Körper

Funktionen von L-Lysin

L-Lysin kann im Organismus nicht synthetisiert werden, stattdessen müssen Sie die Aminosäure aus Lebensmittelquellen beziehen. Ein Lysin-Mangel hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Wachstum und die Immunfunktionen, doch auch auf andere biologische Prozesse. Denn im Körper erfüllt L-Lysin folgende Funktionen:

  • L-Lysin ist der Antagonist des Arginins, dem Nährstoff der Herpesviren. L-Lysin besitzt daher antivirale Eigenschaften.
  • L-Lysin unterstützt das Immunsystem.
  • L-Lysin ist für die Synthese von L-Carnitin unerlässlich.
  • L-Lysin ist Kollagenbestandteil und am Knochenstoffwechsel beteiligt.

Anwendungsgebiete

Obwohl L-Lysin wichtige Funktionen im Körper übernimmt, kommt es zu therapeutischen Zwecken lediglich zur Mitbehandlung von Herpesinfektionen und bei Diabetes mellitus zum Einsatz.

Herpes

Da Arginin Herpesinfektionen verschlimmert und eine erhöhte Lysin-Aufnahme die Arginin-Aufnahme hemmt, kommt L-Lysin bei Herpesinfektionen zum Einsatz. L-Lysin wirkt nicht nur im akuten Infektionsstadium, sondern auch prophylaktisch gegen wiederaufflammende Herpesinfektionen.

Diabetes mellitus

Trotz knapper und uneinheitlicher Studienergebnisse gibt es Hinweise darauf, dass L-Lysin blutzuckersenkende Eigenschaften hat und bei einer täglichen Einnahme von 1mg den Insulinspiegel reguliert.

Tägliche Zufuhrempfehlung

Für L-Lysin gibt es keine einheitlichen Zufuhrempfehlungen, da sich der Bedarf nach dem Körpergewicht richtet. Ein gesunder Erwachsener benötigt pro Kilogramm Körpergewicht 38mg L-Lysin. Bei 70 Kilogramm Körpergewicht ergibt das einen täglichen Bedarf von 2,7g. Leichtere oder schwerere Menschen benötigen entsprechend weniger oder mehr.

Erhöhter Bedarf bei Säuglingen und Kindern

Da L-Lysin am Wachstum beteiligt ist, haben Säuglinge und Kinder einen deutlich höheren L-Lysin-Bedarf.

Säuglinge

  • 0 bis 12 Monate: 103mg/kg
  • 1 bis 5 Jahre: 58mg/kg
  • 6 bis 12 Jahre: 44mg/kg

Supplemente

Wird L-Lysin über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt, beinhalten die Supplemente in der Regel zwischen 0,5 und 5g L-Lysin. Eine tägliche Zufuhr von 3g gilt für gesunde Erwachsene als sicher und nebenwirkungsfrei.

Mögliche Risikogruppen für Mangel

Da der Lysin-Bedarf über die Ernährung meist ausreichend gedeckt werden kann, sind Mangelzustände eher die Ausnahme. Ein erhöhtes Risiko haben jedoch Vegetarier und Veganer, da L-Lysin in pflanzlichen Lebensmitteln nicht in so großen Mengen vorkommt wie in tierischen Produkten. Weiterhin sind Kinder eher gefährdet, einen Mangel zu entwickeln, da sie einen erhöhten Bedarf haben.

Lebensmittel mit L-Lysin

L-Lysin kommt sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor, wobei in tierischen Erzeugnissen bedeutend höhere Konzentrationen vorliegen. Folgende Lebensmittel enthalten nennenswerte L-Lysin-Mengen:

Tierische Nahrungsmittel

Angaben je 100g Lebensmittel

  • Thunfisch: 2,2g
  • Schweinefilet: 2,2g
  • Hähnchenbrust: 2g
  • Lachs: 1,9g
  • Hühnerei: 0,9g
  • Vollmilch: 0,3g

Pflanzliche Nahrungsmittel

Angaben je 100g Lebensmittel

  • Sojabohnen: 1,9g
  • getrocknete Erbsen: 1,8g
  • Haferflocken: 0,5g
  • Walnüsse: 0,4g
  • Reis: 0,3g

Stoffe, welche die L-Lysin-Aufnahme hemmen

L-Lysin und L-Arginin beeinflussen sich gegenseitig in der Aufnahme. Zu hohe Mengen Arginin hemmen die Aufnahme des L-Lysins. Gleiches gilt im Umkehrschluss.

Stoffe, welche die L-Lysin-Aufnahme fördern

Im Grunde muss die Lysin-Aufnahme nicht zusätzlich gefördert werden. Im Rahmen der Diabetes-Mitbehandlung gibt es jedoch Hinweise, dass die Wirksamkeit des L-Lysins durch gleichzeitige Gabe von Arginin und Carnitin verbessert werden kann.

Mögliche Folgeerkrankungen bei Mangel

Ein L-Lysin-Mangel kann sich in unterschiedlichen Beschwerden bemerkbar machen. Häufig treten jedoch folgende Symptome auf:

  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Kollagenmangel
  • abgeschwächte Immunabwehr
  • Übelkeit
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • Leistungsabfall
  • rote Augen
  • Haarausfall
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • beeinträchtigte Proteinsynthese

L-Lysin-Mangel behandeln

Ein Mangel an L-Lysin kann therapeutisch mithilfe von Nahrungsergänzungen behandelt werden. Je nach Schwere des Mangels eignen sich hierfür Dosierungen zwischen 0,5 und 5g pro Tag, üblicherweise sind 3g pro Tag ein ausreichendes und gut verträgliches Mittelmaß.

Leichte Mangelzustände lassen sich jedoch in der Regel über die Ernährung beheben. Vor allem tierische Proteine enthalten viel L-Lysin und decken den täglichen Bedarf.

Nebenwirkungen

Bei Dosen von bis zu 3g täglich sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Darüber hinaus gibt es jedoch Hinweise darauf, dass L-Lysin, insbesondere in höheren Dosen, die Blutgerinnung hemmt. Von Supplementen sollten schwangere Frauen sowie Menschen, die sich einer geplanten Operation unterziehen müssen, daher absehen.

L-Lysin-Mangel vorbeugen

Eine ausgewogene Mischkost reicht in der Regel aus, um einem L-Lysin-Mangel vorzubeugen. Selbst bei vegetarischer Lebensweise kann der Bedarf meist gedeckt werden. Veganer haben es hingegen schwerer und leiden häufiger an einem Mangel, sodass die prophylaktische Einnahme von Supplementen mit Dosierungen von 1 bis 3g pro Tag sinnvoll sein kann, um einem Mangel vorzubeugen.

Autorin - Suzette Herrmann
Autorin: Suzette Herrmann

Suzette Herrmann ist seit 2010 freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Nach dem Studium entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und wirkte sowohl an mehreren Tageszeitungen als auch an Seniorenmagazinen mit. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei medizinischen Ratgebern und Kindergeschichten.


Quellen
Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)
http://www.llysin.com/
http://aminosäure.org/aminosaeuren/l-lysin/

Bitte beachten Sie: Die im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und stellen keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments dar.

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