Sparmedo Ratgeber

Aronia – Superbeeren mit vielen sekundären Pflanzenstoffen

Aktualisiert am 05.04.24

Aroniabeeren sind nicht nur lecker, sondern auch äußerst gesundheitsfördernd – wenn auch nicht immer wissenschaftlich erwiesen. Ihre Vielseitigkeit in der Küche und die zahlreichen positiven Effekte auf die Gesundheit machen sie zu einer echten Bereicherung für Ihre Ernährung. Genießen Sie Aroniaprodukte in Maßen und profitieren Sie von ihrem vollen Potential!

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was sind Aroniabeeren?
  2. Inhaltsstoffe von Aronia
  3. Gesundheitliche Wirkung von Aronia
  4. Darreichungsformen von Aronia-Produkten
  5. Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Aronia
  6. Aronia-Produkte kaufen

Was sind Aroniabeeren?

Aroniabeeren (lat. Aronia melanocarpa), auch bekannt als (Schwarze) Apfelbeeren oder Schwarze Eberesche, stammen ursprünglich aus Nordamerika und sind mittlerweile auch in Europa weit verbreitet. Die Beeren wachsen an Sträuchern und zeichnen sich durch ihre tiefdunkelblaue Farbe und ihr saftiges Fruchtfleisch aus. Ihr Geschmack ist durch den hohen Gerbsäureanteil leicht herb-säuerlich, ähnlich wie der von Heidelbeeren, jedoch mit einer leicht süßen Note. Sie werden vor allem zu Marmelade, Saft oder Gelee verarbeitet oder als Trockenfrüchte konsumiert. Zudem dienen Aroniabeeren der Lebensmittelindustrie häufig als natürliches Färbemittel (beispielsweise in Süßwaren).

Inhaltsstoffe von Aronia

Aroniabeeren sind vor allem reich an sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoiden und phenolischen Säuren. Erwähnenswert sind besonders die antioxidativ wirkenden Anthocyane und Proanthocyane, welche auch für die dunkelblaue Färbung der Früchte verantwortlich sind. Anthocyane sind unter anderem auch in Heidelbeeren und Brombeeren enthalten.

Außerdem enthalten sie viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, darunter:

Vitamin C - wichtig für ein starkes Immunsystem
Kalium - unterstützt die Herzgesundheit
Eisen - unerlässlich für den Sauerstofftransport im Körper
Folsäure - an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt und wichtig für die Zellteilung
Zink - zur Zellentwicklung und -wachstum sowie zur Stärkung der Abwehrkräfte

Gut zu wissen:
Ein Glas Aronia-Saft deckt fast die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs und ein Drittel des täglichen Kalium-Bedarfs.

In Aroniabeeren stecken aber auch Vitamin A, E und K, verschiedene B-Vitamine sowie Calcium.

Welche gesundheitliche Wirkung wird Aronia nachgesagt?

Aroniabeeren werden verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit zugeschrieben, wobei es auf vielen Gebieten noch ausführlichere Forschungen bedarf. Sie sollen unter anderem entzündungshemmend wirken, das Immunsystem stärken und den Blutdruck regulieren können. Darüber hinaus wird ihnen durch die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen eine antioxidative Wirkung zugeteilt, wodurch sie dazu beitragen können, den Körper vor freien Radikalen zu schützen somit vorzeitiger Alterung. Weiterhin soll durch Aronia-Saft der Fettstoffwechsel positiv beeinflusst und der Blutzuckerspiegel reguliert werden. Aronia-Saft ist aber auch ideal für die Erkältungszeit, denn die wertvollen Inhaltsstoffe der Früchte sollen in konzentrierter Form die Abwehrkräfte stärken. Allerdings kann der Saft auch leicht abführend wirken und die Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper fördern.

Aronia-Produkte in verschiedenen Darreichungsformen

Aronia ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter als Direktsaft, getrocknete Beeren, Pulver, Marmelade, Gelee oder als Fruchtriegel. Diese Produkte eignen sich hervorragend als Zutat für Smoothies, Müslis oder Joghurts. Getrocknete Aroniabeeren lassen sich auch prima in einem Chutney oder Kuchen verarbeiten. Da Aroniabeeren mittlerweile in verschiedenen Teilen Deutschlands angebaut werden, sind im Lebensmittelhandel auch viele regionale Produkte erhältlich. Um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren, ist es ratsam, Aroniabeeren in möglichst naturbelassener Form zu konsumieren. Allerdings ist dies durch die enthaltenen Gerbstoffe in den Früchten nicht jedermanns Sache bzw. nicht für jeden verträglich.

Was ist bei der Verwendung von Aronia-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln zu beachten?

Zur Herstellung von Aronia-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln werden in der Regel Aronia-Fruchtextrakte, Saftkonzentrate, Fruchtpulver oder getrocknete Aronia-Trester (Rückstände aus der Saftgewinnung) genutzt. Diese Präparate sollten generell nicht höher dosiert werden, als vom Hersteller angegeben.

Vorsicht bei Krebspatienten und Eisenmangel!

Aronia-haltige Nahrungsergänzungsmittel können durchaus die Wirksamkeit einer Chemotherapie herabsetzen, weshalb Krebspatienten Aronia-Präparate nicht ohne Rücksprache des behandelnden Arztes einnehmen sollten.

Gut zu wissen:
Die Inhaltsstoffe Aronia-haltiger Nahrungsergänzungsmittel haben nichts mit den in der Krebsforschung verwendeten, aus Aronia isolierten Polyphenolen zu tun. In der Regel sind die Inhaltsstoffe in den Präparaten synthetisch hergestellt und zugesetzt.

Vorsicht gilt ebenfalls für Personen mit Eisenmangel: Aronia-Extrakte können Proanthocyanidine enthalten, die Eisen binden. Heißt also, dass dieser Pflanzenwirkstoff zusätzlich die Aufnahme von Eisen in den Körper hemmt. In Tierversuchen stellten Forscher sogar fest, dass Proanthocyanidine selbst eine Überversorgung mit Eisen verhindern können.

Allgemein ist es ratsam, bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme die Zufuhr von Aronia-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem Arzt abzustimmen, um ggf. Wechselwirkungen oder Dosierungsfehler zu vermeiden.

Was ist beim Kauf von Aronia-Produkten zu beachten?

Die Kerne der Aroniabeeren enthalten geringe Mengen an Amygdalin. Dieser toxische sekundäre Pflanzenstoff kann im Körper Blausäure freisetzen. Obwohl dies zunächst besorgniserregend klingen mag, hat das Max-Rubner-Institut1 festgestellt, dass der regelmäßige Verzehr von Aroniaprodukten in Bezug auf den Blausäuregehalt unbedenklich ist, allerdings nur in Maßen. Selbst der Genuss einer kleinen Portion (100g) frischer Beeren wird als unbedenklich angesehen und enthält weniger Blausäure als beispielsweise 100g süße Aprikosenkerne (die häufig als Snack angeboten werden).

Blausäure (Cyanwasserstoff) wird aus chemischen Verbindungen in pflanzlichen Lebensmitteln durch Kauen und Verdauen freigesetzt. Solche chemischen Verbindungen stecken beispielsweise auch in Bittermandeln, Mandeln, Leinsamen, Aprikosenkerne oder Marillenkerne. Ein übermäßiger Verzehr kann zu schweren Vergiftungen führen oder mitunter auch tödlich enden.

Weniger Schadstoffbelastung bei Bio-Säften oder Direkt-Säften

Aronia-Produkte (vor allem Säfte) aus ökologischem Anbau weisen in der Regel einen geringeren Gehalt an Schwermetallen auf, als Produkte aus konventionellen Anbau. Bevorzugen Sie daher am besten Bio-Säfte und Direkt-Säfte, welche nicht aus Konzentrat gewonnen wurden.


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Produkte stellen keine Empfehlungen dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über unsere Seite direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Produkts.


Quelle:

1 https://www.mri.bund.de/de/institute/lebensmittel-und-bioverfahrenstechnik/forschungsprojekte/bioaktivepflanzenstoffe/aronia/?sword_list%255b0%255d=aronia&cHash=872e70dbeab0821a3ea3fb6319eaf4cd


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