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Hilfe bei Allergien und Heuschnupfen

Die im Volksmund Heuschnupfen genannte Pollenallergie gehört zu den häufigsten Allergien überhaupt. Abzugrenzen ist eine echte Allergie von einer allergischen Reaktion, die nur einmalig auftritt. Jede Allergie entsteht auf dieselbe Weise, nämlich durch eine überschießende Immunreaktion. Betroffen sind sowohl Kinder als auch Erwachsene, wobei Kinder häufig auf Nahrungsmittel allergisch reagieren, während Erwachsene eher Heuschnupfen entwickeln. Hierzulande leidet etwa jeder Vierte unter einer Allergie.

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Verschiedene Allergien können miteinander in Verbindung stehen
  2. Ursachen
  3. Allergische Symptome können jedes Organ betreffen
  4. Testverfahren zur Diagnosestellung
  5. Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach Allergie

Verschiedene Allergien können miteinander in Verbindung stehen

Oftmals ist Heuschnupfen nicht die einzige Allergie, denn im Rahmen der überschießenden Immunabwehr bilden sich sogenannte Kreuzallergien. Das heißt, der Körper reagiert auf andere Allergene mit ähnlichen Eiweißstrukturen ebenfalls allergisch. So geht eine Pollenallergie häufig mit einer Nahrungsmittelallergie einher. Darüber hinaus können allergische Hautreaktionen entstehen, etwa die Nesselsucht. Unbehandelt kann eine Allergie außerdem zu allergischem Asthma werden.

Ursachen

Bei Allergikern bekämpft das Immunsystem eindringende Stoffe, die an sich völlig ungefährlich sind, von der Immunabwehr aber als Gefahr erkannt werden. Ähnlich wie beim Eindringen von Bakterien und Viren bildet der Körper Abwehrzellen. Treffen Allergene auf den Organismus steuern diese Abwehrzellen die Ausschüttung des Histamins, welches wiederum die allergische Reaktion hervorruft.

Erbliche Vorbelastung als Hauptursache

Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Allergie entwickeln. Bei Personen, die erblich nicht vorbelastet sind, liegt das Risiko bei etwa 15 Prozent. Entsprechend höher fällt es aus, wenn Allergien bereits in der Familie liegen. Sind beide Elternteile Allergiker, liegt das Allergierisiko beim Kind bereits bei 50 Prozent. Leiden Mutter und Vater sogar unter derselben Allergie, wird das Kind sogar mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebendiese Allergie auch entwickeln.

Unzählige Allergieauslöser

Die häufigsten Allergien sind Heuschnupfen, die Hausstauballergie und Nahrungsmittelallergie. Dennoch sind die möglichen Auslöser unzählig. Von Kosmetika über Cremes, Seifen, Textilien bis hin zur UV-Strahlung der Sonne - nahezu jeder Stoff kann eine allergene Wirkung haben. Folgende Stoffe lösen besonders häufig eine überschießende Immunreaktion aus:

  • Medikamente, vor allem Penicillin
  • Latex
  • Chemikalien
  • Insektengift

Unterschiedliche Auslöser bei Erwachsenen und Kindern

Das kindliche Immunsystem reagiert seltener auf Blütenpollen, als das der Erwachsenen. Dafür leiden Kinder häufiger unter Nahrungsmittelallergien und damit einhergehenden Beschwerden wie allergischen Hautreaktionen, allergischem Schnupfen und Nesselsucht. Häufig zeigen sich erste allergische Reaktionen bereits vor dem ersten Lebensjahr, spätestens jedoch im Kleinkindalter. Auf folgende Lebensmittel reagieren Kleinkinder häufig allergisch:

  • Kuhmilch
  • Hühnereier
  • Nüsse
  • Fisch
  • Weizenmehl

Bei Erwachsenen zeigt sich stattdessen eher eine Kreuzallergie auf folgende Lebensmittel:

  • Gemüse wie Paprika, Tomate, Karotte
  • Soja
  • Sellerie
  • Apfel
  • Gewürze aller Art

Allergische Symptome können jedes Organ betreffen

Obwohl allergischer Schnupfen, allergische Hautreaktionen, Nesselsucht und auch allergisches Asthma zu den häufigsten Symptomen gehören, kann sich eine Allergie auch anderweitig bemerkbar machen. Häufig leiden Betroffene auch unter einer allergischen Bindehautentzündung. Darüber hinaus kann es, insbesondere bei Lebensmittelunverträglichkeiten, auch zu Beschwerden des Verdauungstraktes kommen. Meist geht eine Allergie zudem mit allgemeinem Unwohlsein einher. Gerade die Symptome des Heuschnupfens und der Hausstauballergie ähneln auch denen eines grippalen Infektes.

Unterschiedliche Reaktionstypen

Allergische Reaktionen lassen sich in drei verschiedene Reaktionstypen unterscheiden - die Sofortreaktion, die verzögerte Sofortreaktion und die Spätreaktion. Während der Körper bei einer Sofortreaktion unmittelbar bei oder nach dem Kontakt mit dem Allergen eine allergische Reaktion zeigt, setzt die verzögerte Reaktion erst einige Stunden später ein. Spätreaktionen erfolgen in der Regel erst mehrere Tage nach Kontakt mit einem Allergen, was die genaue Diagnose erschwert, da das Allergen oft nicht mehr genau nachvollzogen werden kann.

Allergischer Schock als lebensbedrohliche Sofortreaktion

Der anaphylaktische (allergische) Schock ist die schwerste allergische Sofortreaktion, er kann potenziell tödlich verlaufen. Im Rahmen des allergischen Schocks kollabiert der Kreislauf, das Herz rast, die Atmung ist erschwert, Hautausschlag tritt auf und der Betroffene kann in Ohnmacht fallen. Sofortige notärztliche Hilfe ist unbedingt notwendig.

Testverfahren zur Diagnosestellung

Es gibt Allergene, die leicht zu identifizieren sind. Darunter zum Beispiel zahlreiche Pollen und Lebensmittel. Schwieriger ist schon die Diagnostik einer Kontaktallergie oder einer Überreaktion auf sensible Allergene wie Schimmelpilze. Zur Diagnostik eignen sich verschiedene Verfahren. So kann etwa das Blut Aufschluss über ein allergisches Geschehen geben. Mit dem Nachweis sogenannter IgE-Antikörper lässt sich eine Allergie nachweisen. Oftmals gelingt der Nachweis des konkreten Auslösers jedoch nicht über das Blut, sodass weitere Tests notwendig sind.

Hauttests zur Bestimmung von Allergenen

Prick-Text zur Heuschnupfen- und Allergie-Diagnose

Das übliche Diagnosemittel ist der sogenannte Prick-Test. Dieser Test erfolgt auf der sensiblen Haut der Unterarminnenseite. In zwei Reihen werden allergenhaltige Testlösungen auf den Unterarm geträufelt. Anschließend wird die Haut in der Mitte des Tropfens mit einer Prick-Nadel angeritzt, sodass die allergenhaltige Lösung in die Haut eindringen kann. Beim Vorliegen einer Allergie bilden sich an der jeweiligen Stelle Rötungen und Quaddeln.

Darüber hinaus existieren ähnliche Testverfahren, bei denen die Lösung direkt unter die Haut injiziert oder in die Haut eingerieben wird.

Behandlung richtet sich nach jeweiliger Allergie

Zur Behandlung allergischer Symptome stehen zahlreiche Medikamente mit antiallergischen Wirkstoffen zur Verfügung. Welcher Wirkstoff bei welcher Allergie hilft, hängt von der jeweiligen Allergie ab.

Grundsätzlich zielen die sogenannten Antihistaminika jedoch darauf ab, die Ausschüttung des Histamins zu hemmen und somit die allergische Reaktion zu verhindern. Ergänzende Therapeutika sind beispielsweise:

  • Cortison zur Hemmung der Immunabwehr und als Entzündungshemmer
  • Salben gegen den Juckreiz
  • antiallergische Augentropfen, Nasensprays und Tabletten
  • Adrenalin im Falle eines allergisches Schocks, um den Kreislauf zu stabilisieren

Behandlung der Ursache durch Desensibilisierung

Während Antihistaminika zur symptomatischen Behandlung geeignet sind, die Ursache jedoch nicht beheben können, lässt sich mithilfe der sogenannten Desensibilisierung das Immunsystem umstellen. Über einen Zeitraum von drei Jahren bekommt der Betroffene dabei das auslösende Allergen in immer höher werdenden Dosen als Injektion unter die Haut gespritzt, sodass sich das Immunsystem mit der Zeit daran gewöhnt und die überschießende Immunreaktion auf das Allergen einstellt.

Autorin - Suzette Herrmann
Autorin: Suzette Herrmann

Suzette Herrmann ist seit 2010 freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Nach dem Studium entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und wirkte sowohl an mehreren Tageszeitungen als auch an Seniorenmagazinen mit. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei medizinischen Ratgebern und Kindergeschichten.


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Medikamente stellen keine Empfehlungen der Autorin dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über sparmedo.de direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Medikaments.

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