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Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes überhaupt. Betroffen sind vor allem Männer ab dem 50.Lebensjahr. Doch trotz dieses häufigen Auftretens und der zahlreichen Neuerkrankungen in jedem Jahr, sterben viele Betroffene mit dem Prostatakarzinom und nicht an ihm.

In diesem Ratgeber erhalten Sie folgende Informationen:

  1. Was ist ein Prostatakarzinom
  2. Ursachen & Risikofaktoren
  3. Symptome
  4. Diagnose Prostatakarzinom
  5. Prostatakarzinom behandeln
  6. Prostatakarzinom vorbeugen
  7. Neueste Studien und Erkenntnisse

Was ist ein Prostatakarzinom?

Bei dem Prostatakarzinom handelt es sich um eine Krebserkrankung der Vorsteherdrüse. Eine Krankheit, bei der die Zellen der Prostata bösartige Veränderungen aufweisen. 

Einige Krebsarten können unbehandelt zum frühzeitigen Tod des Betroffenen führen, andere scheinen hingegen kaum Auswirkungen auf Lebenserwartung und allgemeines Wohlbefinden zu haben.

Prostatakarzinom ist nicht gleich Prostatakarzinom - Formen

Inzidentelles Prostatakarzinom

Das inzidentelle Prostatakarzinom fällt zufällig auf, meist während einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung. Hierbei ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse das erste Anzeichen, der Verdacht wird durch eine Probe des Gewebes gesichert.

Klinisch manifestes Prostatakarzinom

Das klinisch manifeste Prostatakarzinom wird während der sogenannten DRU - auch digital rektale Untersuchung genannt - entdeckt. Damit dies möglich ist, muss der Tumor bereits eine relativ beachtliche Größe erreicht haben, sodass er problemlos ertastet werden kann.

Okkultes Prostatakarzinom

Bei dem okkulten Prostatakarzinom ist kein Ursprungstumor auffindbar. Stattdessen wird die Erkrankung erst diagnostiziert, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Diese Tochtergeschwulste finden sich zumeist im umliegenden Gewebe.

Latentes Prostatakarzinom

Das latente Prostatakarzinom ist von einem langsamen Wachstum gezeichnet und ruft keinerlei Beschwerden hervor. Aus diesem Grund wird es - wenn überhaupt - erst sehr spät im Zuge der Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. In deutlich mehr Fällen wird es gar erst nach dem Ableben des betroffenen Mannes gefunden.

Das latente Prostatakarzinom wächst so langsam, dass es im Normalfall weder zu Problemen noch zum Tode führt.

Ursachen und Risikofaktoren

Folgende Ursachen und Risikofaktoren können für die Entstehung eines Prostatakarzinoms eine Rolle spielen:

Symptome

Das Prostatakarzinom tritt anfangs meist ohne jegliche Beschwerden auf. Erst im weiteren Verlauf und bei zunehmendem Wachstum können sich Symptome einstellen. Auch dann gibt es jedoch keine einheitlichen, typischen Anzeichen, die ausschließlich auf Krebs in der Vorsteherdrüse hindeuten.

Dennoch sollten einige Anzeichen ernst genommen werden, selbst wenn sie in erster Linie auf andere Erkrankungen hinweisen:

Kernsymptome

Zu den Kernsymptomen zählen alle Beschwerden, die im direkten Umfeld der Prostata auftreten. Dazu zählen:

Zusatzsymptome

Im weiteren Verlauf des Prostatakarzinoms verschlimmern sich die Beschwerden, die Vorsteherdrüse wird geschwächt und anfälliger für Infektionen, wie beispielsweise die Prostatitis.

Weitere Symptome

Inkontinenz und Impotenz treten häufig auf, wenn ein Prostatakarzinom vorliegt. Durch die bösartige Wucherung werden Blasenausgang und die Nerven entlang der Vorsteherdrüse in Mitleidenschaft gezogen, hierdurch entstehen Beschwerden beim Wasserlassen oder die Unfähigkeit die Abgabe des Harns zu kontrollieren. Ebenso entstehen oft Erektionsstörungen, die von einer verkürzten Erektionsdauer bis zum völligen Fehlen einer Versteifung reichen können.

Diagnose Prostatakarzinom

Die Diagnose Prostatakarzinom wird meist in Folge einer regulären Vorsorgeuntersuchung gestellt. Natürlich nur, sofern diese auch wirklich regelmäßig durchgeführt wird. Seltener führen das Vorhandensein von Beschwerden und die darauf folgende Anamnese zur Entdeckung des Prostatakarzinoms.

Eine Ausnahme bilden hier Krebsarten, die sehr schnell wachsen und daher bei der jährlichen Vorsorge zunächst nicht auffallen. In der Folgezeit aber erheblich wachsen und zur gefährlichen Blockade im Becken werden.

Es stehen folgenden Untersuchungsmöglichkeiten zur Diagnose zur Verfügung:

DRU - Tastuntersuchung

Die digital rektale Untersuchung oder auch einfach Tastuntersuchung gehört zur jährlichen Krebsvorsorge. Bei ihr wird die Prostata über den Darm abgetastet, auf Veränderungen der Größe, Beschaffenheit und Oberfläche hin untersucht.

Hierbei fallen allerdings nur Prostatakarzinome auf, die bereits eine spürbare Größe erreicht haben. Für sich allein genommen ist die DRU also durchaus nicht zuverlässig, sondern gibt lediglich einen groben ersten Eindruck.

Bluttest

Ein Bluttest, bei dem Entzündungswerte und Prostata-spezifische Marker untersucht werden, kann dabei helfen Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen. Auch diese Diagnosetechnik gibt allein aber noch keinen sicheren und eindeutigen Aufschluss über vorhandene Karzinome. Denn die gemessenen Werte können ebenso durch Entzündungen erhöht sein.

Urinstatus

Der Urinstatus umfasst nicht allein die im Harn gelösten Stoffe, er untersucht auch, ob die Blase vollständig und in normaler Geschwindigkeit geleert werden kann oder Reste verbleiben.

Ultraschall

Ultraschall ist ein bildgebendes Verfahren, das gänzlich ohne gefährliche Strahlung eingesetzt werden kann. Bei einer Ultraschalluntersuchung werden neben der Prostata auch die umliegenden Organe und Gewebe dargestellt. Hierbei wird nach Veränderungen der Größe und Oberfläche sowie Auffälligkeiten in der Beschaffenheit gesucht.

Biopsie

Bei Verdacht auf bösartige Veränderungen kann eine Gewebeprobe aus der Vorsteherdrüse entnommen werden, die in der Folge untersucht wird. Selbst diese diagnostische Technik ist jedoch nicht zu 100 Prozent verlässlich, da die Gefahr besteht, ausschließlich gesundes Gewebe zu entnehmen. An den entarteten Zellen also sozusagen vorbeizustechen. Zudem ist der Eingriff, wenn auch sehr klein, nicht frei von Gefahren. Im Anschluss kann die Entnahmestelle beispielsweise von Erregern befallen werden.

Warum eine umfassende Diagnostik so wichtig ist

Keines der eingesetzten Diagnosewerkzeuge ist für sich allein in der Lage, einen eindeutigen Befund zu erbringen. Für verlässliche Ergebnisse ist es daher zwingend erforderlich, mehrere Untersuchungen durchzuführen und die Ergebnisse gegeneinander abzugleichen. Erst in der Gesamtheit wird dann klar, ob es sich bei der vorliegenden Veränderung der Vorsteherdrüse um gutartige oder bösartige Entartungen handelt.

Prostatakarzinom behandeln

Die Behandlungsmöglichkeiten beschränken sich im Wesentlichen auf die chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes, den Einsatz von Strahlentherapie und Medikamenten. Die Medikamente und Strahlung werden für gewöhnlich zur Schrumpfung des Tumors sowie zur Vernichtung eventuell noch vorhandener Krebszellen eingesetzt. Daher können sie sowohl vor dem Eingriff, als auch nach der Operation Verwendung finden.

In jedem Fall muss der Behandlungsplan individuell auf den genauen Typ der Krebszellen und alle Begleitumstände zugeschnitten werden. Eine pauschale Therapie gibt es nicht.

Mögliche Komplikationen und Risiken der Behandlung

Wie andere Medikamente und Behandlungen auch, sind die Therapiemöglichkeiten bei einem Prostatakarzinom nicht frei von unerwünschten Nebenwirkungen und möglichen Risiken. So können sowohl Medikamente, als auch Operationen und Strahlung Gewebe schädigen und zumindest vorübergehend in ihrer Funktion beeinträchtigen. 

Die damit einhergehenden Symptome ähneln denen des Prostatakarzinoms. Im Gegensatz zu den Beschwerden der Krebserkrankung verschwinden die Symptome im Laufe der Heilung jedoch relativ schnell. 

Überblick der Behandlungsrisiken

Probleme nach der Behandlung

Viele Männer, die unter einem Prostatakarzinoms leiden, leiden nicht tatsächlich. Denn wie bereits erwähnt, bleibt der Tumor lange Zeit unbemerkt. Während und nach der Behandlung beginnen die Probleme dann erst. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass sich die Mehrheit der Behandlungssymptome mit der Zeit wieder von alleine legt. So sind Inkontinenz und Impotenz meist nur für einige Monate nach der Therapie vorhanden, klingen dann aber wieder ab. 

Gänzlich unbehandelt sollten auftretende Beschwerden aber nicht bleiben und - auch wenn es schwer fällt - so peinlich sie auch sein mögen, dem Arzt gegenüber geschildert werden. Nur dann ist die größtmögliche Sicherheit zur Herstellung aller Funktionen gegeben. Anderenfalls könnten sich Beschwerden einschleifen und aufgrund von Veränderungen des Gewebes dauerhaft bestehen bleiben.

Erektionsstörungen nach der Prostatakarzinom-Operation

Bei der Prostatakarzinom-Operation kommt es häufig zu einer Verletzung oder gar Durchtrennung der anliegenden Nervenbahnen. Diese können sich erholen, das erfordert aber einige Zeit. Mit mehreren Monaten, in der Regel sechs bis zwölf, sollte hierbei gerechnet werden. 

Während dieser Dauer können sich die Schwellkörper im Penis verändern, sodass sie im Anschluss nahezu unfähig zu einer Versteifung des Gliedes sind. Dieser Entwicklung sollte natürlich dringend Einhalt geboten werden. Ist eine Erektion auf natürlichem Wege nicht möglich, können Vakuumpumpen, Zäpfchen und Injektionen zur Erzeugung einer Versteifung genutzt werden. Das ist wichtig, um genannte Veränderungen zu verhindern.

Prostatakarzinom vorbeugen

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen ein Prostatakarzinom ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Viele Männer scheuen diese, da zumindest die digital, rektale Untersuchung - die DRU - als sehr unangenehm empfunden wird. 

Dennoch ist diese jährliche Untersuchung eine entscheidende Hilfe bei der Diagnose von Krebs und sonstigen Erkrankungen der Prostata. Und sollte daher spätestens ab dem 45. Lebensjahr wahrgenommen werden.

Präventive Maßnahmen

Rechtzeitige und regelmäßige Untersuchungen können ein starkes Wachstum, die Bildung von Metastasen und damit eine Ausbreitung des Prostatakarzinoms verhindern. Ebenso bleiben Betroffenen mit einem kleinen Tumor größere Eingriffe und die damit einhergehenden Risiken erspart. Es ist also wichtig, frühzeitig und mindestens jährlich zur Untersuchung zu gehen.

Neueste Studien und Erkenntnisse

Prostatakrebs besser erkennen mit Urintest auf TMPRSS2 (Mai 2017)
Prostatakrebs macht häufig erst Beschwerden, wenn der Krebs schon fortgeschritten ist. Als Möglichkeiten der Früherkennung sind bislang die digital-rektale Untersuchung, bei der mit dem Finger über den Enddarm die Prostata getastet wird, und die Bestimmung des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) verfügbar. Beide Methoden haben ihre Schwächen.

Um die Idee zu überprüfen, dass die Bestimmung von PCA3-RNA und TMPRSS2:ERG im Urin vorhersagen kann, ob Prostatakrebs vorliegt oder nicht, wurden zwei Kohorten mit jeweils 561 Männern gebildet, bei denen kein Krebs vorbestehend war. Bei der Überprüfungskohorte wurde nach der Bestimmung der Werte im Urin eine Gewebeprobe der Prostata entnommen. Danach wurden die Ergebnisse mit den Urintests verglichen. 42 Prozent der unnötigen Gewebeproben, bei denen nach Urintest kein Prostatakrebs vorliegen solle, hätten unterbleiben können. Damit zeigt die kombinierte Messung der beiden Parameter eine bessere Vorhersagekraft als die bislang bestehenden Methoden. Hier geht´s zur Studie.

Abirateron verbessert Überleben bei fortgeschrittenem Prostatakrebs (Juni 2017)
Abirateron blockiert die Synthese von männlichen Geschlechtshormonen (Androgene). Prostatakrebs kann durch das männliche Sexualhormon Testosteron zu schnellerem Wachstum gebracht werden, weshalb getestet wurde, ob die Synthese-Hemmung durch Abirateron das Wachstum verlangsamt. 1199 Patienten mit bereits metastasiertem Prostatakrebs wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt zusätzlich zur Androgen-unterdrückenden Therapie ("chemische Kastration") Abirateron und das Glukokortikoid Prednison. Die andere Gruppe erhielt zur Androgen-unterdrückenden Therapie stattdessen zwei Placebos. Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede: Während unter Placebo der Krebs 14,8 Monate lang nicht weiter voranschritt, blieb die Gruppe unter Abirateron 33 Monate lang progressionsfrei, wodurch sich ein längeres Überleben ergab. Hier geht´s zur Studie.

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