Sparmedo Ratgeber Logo

Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen behandeln

Aktualisiert am 15.04.20

Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen sind häufig die Folge von Sportverletzungen. Während Prellungen durch eine stumpfe Gewalteinwirkung entstehen, sind Verstauchungen und Zerrungen auf eine Überdehnung der Bänder bzw. Muskeln zurückzuführen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Wodurch unterscheiden sich Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen?
  2. Ursachen von Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen
  3. Wann sollte man zum Arzt?
  4. Behandlungsmaßnahmen
    1. PECH-Regel
    2. Medikamentöse Behandlung
    3. Homöopathische Behandlung
    4. Hausmittel
  5. Dauer von Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen
  6. Weitere Tipps bei Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen
  7. Verletzungen vorbeugen

Wodurch unterscheiden sich Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen?

Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen treten als typische Folgen einer Verletzung auf. Eine Prellung entsteht, wenn Gewebe durch einen heftigen Schlag, Aufprall oder Sturz gequetscht wird. In der medizinischen Fachsprache spricht man von einer Kontusion. Bei einer Prellung wird das Gewebe direkt unter der Haut geschädigt. Zunächst ist die Verletzung von außen nicht erkennbar und die Prellung macht sich erst kurze Zeit später als Schwellung bemerkbar. Eine Quetschung des Gewebes führt zu einer Blutung aus verletzten Blutgefäßen und in weiterer Folge zu einem Bluterguss zwischen Knochen und Knochenhaut. Die Knochenhaut ist ein besonders schmerzempfindliches Gewebe. Deswegen ist eine Knochenprellung oft genauso schmerzhaft wie ein Knochenbruch. Als Folge der Prellung kommt es häufig auch zu einer Bewegungseinschränkung.

Von einer Verstauchung sind meist Sprung-, Knie- und Handgelenk betroffen. Die Verstauchung kommt durch eine übermäßige Bewegung des Gelenks zustande. Dabei wird der gesamte Bandapparat überdehnt und Bänder können gezerrt werden. Manchmal entstehen sogar kleine Fasereinrisse. Die Schmerzsymptomatik hängt hier vom Überdehnungsgrad des Gelenks ab. Handelt es sich um eine leichte Verstauchung, ist die Belastbarkeit des Gelenks kaum eingeschränkt. Ist das Gelenk jedoch stark verstaucht, entsteht innerhalb kurzer Zeit eine Schwellung. Dadurch kann der Bewegungsumfang deutlich eingeschränkt werden. In der medizinischen Fachsprache spricht man von einer Distorsion.

Neben der Prellung gehört die Zerrung zu den häufigsten Sportverletzungen. Im Gegensatz zur Verstauchung werden hier nicht die Gelenke, sondern die Muskelpartien schmerzhaft überdehnt. Zerrungen treten häufig in den Waden, den Oberschenkeln oder im Sprunggelenk auf. In der Regel geht eine Zerrung mit einer Schwellung einher, die als schmerzhaft empfunden wird. Wenn die Körperpartie daraufhin geschont wird, stellt sich eine Linderung der Symptome ein. Wird der Muskel allerdings beansprucht, macht sich Zerrung wieder bemerkbar. Daher kommt es bei einer Zerrung ebenfalls zu einer Bewegungseinschränkung. In der medizinischen Fachsprache spricht man von einer Distension.

Ursachen von Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen

Prellungen entstehen zum Beispiel durch einen Schläge, Stöße oder Stürze. Bei einer Kontusion handelt es sich also um eine direkte stumpfe Gewalteinwirkung von außen. Häufig ziehen sich Betroffene die Prellung bei Sportarten mit direkten Kontakt zu anderen Mitspielern wie Fußball zu. Doch auch bei Sportarten ohne direkten Kontakt können Prellungen entstehen.

Eine Verstauchung bzw. Zerrung kann man sich leicht zuziehen, wenn zum Beispiel der Fuß umknickt oder wenn man auf die Hand fällt. Verstauchungen und Zerrungen entstehen ebenfalls häufig während dem Sport. Die mangelnde Stabilität von Gelenken kann jedoch auch genetisch bedingt sein. Wenn Muskeln bzw. Gelenke wenig trainiert sind oder durch häufige Verletzungen beansprucht wurden, kann es ebenfalls leichter zu Zerrungen und Verstauchungen kommen.

Ein weiterer Grund für Zerrungen und Verstauchungen kann eine gestörte Tiefenwahrnehmung sein. Die körpereigene Tiefenwahrnehmung koordiniert die Bewegung die Bewegungen der Gelenke. Durch unbewusste Reflexe wird das Bewegungssystem stabil gehalten und der Körper bleibt im Gleichgewicht. Ist das Zusammenspiel von Gelenken, Bändern und Muskeln jedoch gestört, kann das instabile Gelenke und eine unkoordinierte Muskeltätigkeit hervorrufen.

Wann sollte man zum Arzt?

Eine harmlose von einer ernsthaften Prellung zu unterscheiden, ist oftmals gar nicht so einfach. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen. Vor allem wenn Kopf, Bauchraum oder Auge betroffen sind, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Der Arzt führt zunächst ein Anamnesegespräch mit Ihnen und in weiterer Folge stellt er anhand von Ultraschalluntersuchungen fest, ob es sich um eine leichte oder schwerwiegende Verletzung handelt. Eine Verstauchung sollte prinzipiell immer vom Arzt abgeklärt werden. Auch hier kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT zum Einsatz. Die meisten Zerrungen heilen innerhalb weniger Tage von selbst aus. Vergeht der Schmerz nach einer Zerrung jedoch nicht und ist die Bewegungsfähigkeit und Muskelkraft eingeschränkt, sollten Sie ebenfalls den Arzt aufsuchen. Nachdem das Ausmaß der Verletzung festgestellt wurde, erfolgen die weiteren Behandlungsmaßnahmen.

Behandlungsmaßnahmen

Schnelle Hilfe durch PECH-Regel

Egal ob es sich um eine Prellung, Zerrung oder Verstauchung handelt - eine effektive Erste-Hilfe-Maßnahme gegen Verletzungen ist die PECH-Regel. Die Akutbehandlung sollte unmittelbar nach der Verletzung erfolgen. Halten Sie sich dabei an das sogenannte PECH-Schema:

Medikamentöse Behandlung

Nach circa 48 Stunden ist die erste Heilungsphase abgeschlossen. Danach können die Schmerzsymptome mithilfe von Schmerzgelen, die Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac enthalten, gelindert werden. Der Wirkstoff Ibuprofen dringt schnell in tiefliegendes Gewebe ein und sorgt so für eine rasche Schmerzlinderung. Die meisten Gele wirken nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend. Durch das Auftragen des Gels wird ein bestimmtes Enzym gehemmt, welches bei Entzündungen verstärkt Botenstoffe bildet. Der Vorteil von einem Schmerzgel ist, dass es im Gegensatz zu Tabletten gezielt und ohne Umwege an der betroffenen Stelle wirkt.

Homöopathische Behandlung

Pflanzliche Präparate können bei Schmerzen und Schwellungen ebenfalls hilfreich sein. Eine pflanzliche Alternative ist eine Creme oder ein Gel auf Basis von Arnika. Die pflanzliche Kraft der Arnikablüten lindert Schmerzsymptome, lässt Schwellungen abklingen und fördert die Rückbildung von Blutergüssen. Bei Sportverletzungen kommen in der Homöopathie auch Schmerzöle mit Campher, Lavendelöl und homöopathisch verdünntem Eisenhut zum Einsatz. Neben der äußerlichen Anwendung von Ölen und Cremes werden häufig auch verschiedene Komplexmittel zum Schlucken wie Beinwell, Arnika, Eisenhut oder Johanniskraut verordnet. Das homöopathische Mittel wird individuell für jeden einzelnen Patienten ausgewählt.

Doc Arnika Creme 150 G
Doc Arnika Creme 150 G
Hermes Arzneimittel
Kytta Schmerzsalbe Creme 100 G
Kytta Schmerzsalbe Creme 100 G
Merck Selbstmedikation
Arnika- Salbe  100 G
Arnika- Salbe 100 G
WALA-HEILMITTEL

Hausmittel

Als Sofortmaßnahme bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen sollte immer die PECH-Regel angewendet werden. Im weiteren Verlauf der Verletzung können schließlich wirksame Hausmittel zum Einsatz kommen. Bei einer Prellung haben sich beispielsweise zerstoßene Majoranblätter mit Honig als wirksam erwiesen. Verteilen Sie die Masse gleichmäßig auf der verletzten Körperstelle. Das Einreiben mit Franzbranntwein oder Ringelblumensalbe besitzt ebenfalls eine schmerzlindernde und wohltuende Wirkung.

Ein wirksames Hausmittel bei Verstauchungen sind Umschläge aus einem Zwiebel-Salzbrei in Kombination mit einer Eispackung. Hacken Sie die Zwiebeln dafür sehr fein und vermischen Sie sie mit Salz zu einem Brei. Geben Sie den Brei in ein Tuch und umwickeln Sie damit das verstauchte Gelenk. Bei Muskelzerrungen hat sich ein warmes Bad mit Apfelessig als hilfreich erwiesen. Füllen Sie die Badewanne mit warmen Wasser und geben Sie zwei Tassen Apfelessig hinzu. Essig reduziert entzündliche Prozesse in der Muskulatur und lindert Schmerzen. Weitere wirksame Hausmittel bei Zerrungen sind Knoblauch, Nelkenöl und Cayennepfeffer.

Dauer von Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen

Handelt es sich um eine banale Prellung, nimmt die Heilungsdauer circa zwei bis drei Wochen in Anspruch. In leichten Fällen klingt die Prellung auch schon innerhalb weniger Tage ab. Bei einer schweren Prellung, die mit narbigen Veränderungen einhergeht, muss hingegen mit einer Heilungsdauer von vier Wochen oder länger gerechnet werden.

Bei einer Muskelzerrung tritt eine Besserung der Symptome bereits nach vier bis sechs Tagen ein. Bis der Muskel wieder vollständig belastet werden kann, dauert es manchmal aber auch zwei Wochen oder länger.

Ist die Verstauchung leicht, nimmt die Heilungsdauer gerade einmal ein bis zwei Wochen in Anspruch. Es kommt jedoch darauf an, welches Gelenk betroffen ist. In manchen Fällen können auch für längere Zeit Beschwerden bestehen.

Weitere Tipps bei Prellungen, Verstauchungen & Zerrungen

Bis eine Sportverletzung vollständig abgeklungen ist, kann es eine Weile dauern und Geduld erfordern. Die oberste Regel während dem Heilungsprozess ist es, den Körper nicht voreilig zu belasten. Nach der Akutphase können Sie damit beginnen, Ihre Gelenke wieder zu bewegen - jedoch ohne sie zu belasten. Eine Bewegung sollte nicht über die jeweilige Schmerzgrenze hinaus erzwungen werden. Die Belastung sollte langsam und vorsichtig gesteigert werden.

Verzichten Sie bei Prellungen während der ersten Tage unbedingt auf Massagen! Diese können einen negativen Einfluss auf den Heilungsprozess haben. Durch Massagen wird der Abfluss von Blut und Lymphe verhindert. Diese kann der Körper dann im schlimmsten Fall nicht mehr abbauen, wodurch es zu einer Festsetzung des Blutergusses im Gewebe kommt.

Verletzungen vorbeugen

Sportverletzungen können zwar nicht sicher vorgebeugt werden, allerdings kann das Risiko durch entsprechende Maßnahmen erheblich minimiert werden. Um Prellungen vorzubeugen ist spezielle Schutzkleidung empfehlenswert. Schützen Sie Ihren Körper mit Helm, Knie- und Schienbeinschützer. Auf diese Weise wird das Risiko für die Entstehung einer Prellung gesenkt.

Mit einfachen Balance- und Körperübungen trainieren Sie Ihre Muskeln und Koordination gezielt und sorgen für mehr Körperstabilität. Besser Reflexe und mehr Gleichgewicht wirken vorbeugend und Stürze oder Sportverletzungen können so leichter vermieden werden. Nehmen Sie beispielsweise an einer Schulung zur Bewegungskoordination teil. Dort lernt man, besonders verletzungsträchtige Bewegungen zu vermeiden.

Wer schon lange keinen Sport mehr betrieben hat, sollte zunächst damit beginnen, die Muskeln wieder aufzubauen. Vor dem Sport sollten Sie sich außerdem mit Stretching und Dehnen aufwärmen. Anfällige Gelenke können mithilfe eines Tapeverbandes unterstützt werden. Sollten Sie Müdigkeit verspüren, brechen Sie die sportliche Aktivität ab. Bei Müdigkeit sinkt die Aufmerksamkeit und ein falscher Schritt kann schwere Folgen haben.

Beitrag kommentieren

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden, dass die von mir angegeben Daten elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung und Beantwortung meiner Anfrage genutzt. Diese Einwilligung kann ich jederzeit unter info@sparmedo.de widerrufen.

* - Pflichfelder

Passende Artikel

Hausapotheke mit Schüssler Salzen
Hausapotheke mit Schüssler Salzen
Verfasst am 02.12.2013
Schüssler Salze können als effektive Alternativmethode zu herkömmlichen Medikamenten eingesetzt werden und verschiedene Beschwerden lindern. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Hausapotheke mit Schüssler Salzen.
Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen
Arzneimittelfälschungen - Information, Auswirkung & Maßnahmen
Verfasst am 03.12.2013
Arzneimittelfälschungen entwickeln sich weltweit zu einer immer größer werdenden Bedrohung für die Gesundheit. Die WHO geht davon aus, dass in Industrieländern bis zu sieben Prozent und in Entwicklungsländern 30 bis 70 Prozent der Arzneimittel Fälschungen sind. Bildnachweis: Mara Zemgaliete - Fotolia.com
Fehlt etwas?  
x
Nutze Sparmedo
als Web-App ohne Download