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Diphterie 

Diphtherie wird durch das Toxin (Giftstoff) des Corynebacteriums diphtheriae verursacht, ist hochansteckend und kann einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen.

Die Bakterien werden per Tröpfcheninfektion oder auch Hautkontakt (bei Hautdiphtherie) übertragen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Das Wichtigste über Diphtherie in Kürze
  2. Ursache von Diphtherie
  3. Symptome der Diphtherie
  4. Risiken und Komplikationen der Diphtherie
  5. Behandlung der Diphtherie
  6. Diphtherie vorbeugen

Das Wichtigste in Kürze

Vor Einführung der Schutzimpfung brach die Infektionskrankheit in regelmäßigen Abständen in Epidemien aus. Bevorzugte Jahreszeiten waren in Deutschland der Herbst und der Winter. Trotz flächendeckender Impfung und guter hygienischer Verhältnisse erkranken heute noch circa fünf bis zehn Menschen pro Jahr an Diphtherie. Der Erreger ist auf der ganzen Welt zu finden. Bis heute treten Epidemien zum Beispiel in Afghanistan, Indien, den GUS-Staaten, Indonesien sowie verschiedenen afrikanischen Ländern auf.

Inkubationszeit: zwei bis fünf, selten bis zu acht Tage

Ansteckungszeitraum: zwei bis vier Wochen, bei antibiotischer Behandlung nur zwei bis vier Tage

Durch die Erkrankung erworbene Immunität: es wird nicht in allen Fällen eine Immunität erworben

Vorbeugen: Schutzimpfung mit zwei, drei und vier vollendeten Lebensmonaten, eine weitere Dosis zwischen 11 und 14 Monaten. Auffrischungsimpfung in Kombination mit Tetanus und Pertussis im Alter von fünf bis sechs Lebensjahren. Weitere Dosen sind laut der aktuellen STIKO-Empfehlung in einem Alter von fünf bis sechs Jahren, von neun bis 17 Jahren und im Erwachsenenalter alle zehn Jahre zu verabreichen.

Ursache von Diphtherie

Der Erreger der Diphtherie ist das Toxin des Corynebacteriums diphtheriae. In dieser Form kommt er nur beim Menschen vor. Das Bakterium bildet einen Giftstoff, der den Herzmuskel, die Nerven, die Leber und die Nieren angreifen kann. Die Infektion mit Corynebacterium diphtheriae erfolgt über Tröpfchen aus den Atemwegen, die zum Beispiel bei Husten oder Niesen in der Umgebung des Infizierten verteilt werden. Leidet ein Patient an Hautdiphterie, ist eine Ansteckung bei Berührung der erkrankten Hautstellen möglich. Der Verdacht auf Diphtherie, die Erkrankung und der Tod durch die Erkrankung sind meldepflichtig. Auch der Nachweis der Bakterien in einer Patientenprobe im Labor muss dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden.

Diphtherie Symptome

Eine Diphtherieerkrankung in Deutschland betrifft überwiegend die Luftwege des Betroffenen. Die erste Infektion mit dem Erreger spielt sich überwiegend in der Region um Tonsillen und Rachen ab. Es können aber auch der Kehlkopf, der Nasenraum oder Luftröhre und Bronchien befallen sein. Ist ein Kind an Diphtherie erkrankt, zeigen sich die ersten Symptome nur langsam. Die Körpertemperatur steigt bis auf Werte um die 39 Grad Celsius und es treten Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf. Im Verlauf klagen die Patienten über Heiserkeit, ein Strömungsgeräusch beim Einatmen (Stridor) und Lymphknotenschwellungen an Kopf und Hals. Auch eine Lähmung des Gaumensegels gehört zu den typischen Beschwerden.

Mandel- und Rachenentzündung mit süßlichem Mundgeruch

Sieht der Kinderarzt dem Patienten in Mund und Rachen, fällt ihm eine deutliche Mandel- und Rachenentzündung auf, mit charakteristischen weißlichen oder bräunlichen Belägen auf den Tonsillen und am Gaumen. Probiert der Mediziner, die fest haftenden Beläge zu entfernen, kann die Schleimhaut anfangen zu bluten. Ein typischer süßlicher Mundgeruch gehört auch zum Krankheitsbild der Diphtherie.

Schwillt der Hals im Verlauf der Erkrankung immer stärker an, kann es zu einer Verlegung der Atemwege (echter Krupp) bis hin zum Ersticken des Patienten kommen. Bei Säuglingen lässt sich eine nasale Diphtherie mit blutig-eitrigem Schnupfen beobachten. Die Form der Hautdiphtherie spielt bei Kindern in Deutschland keine Rolle. Sie kommt hauptsächlich in den Tropen vor, auch als Wunddiphtherie.

Risiken und Komplikationen der Diphtherie

Das Toxin des Diphtherieerregers kann den gesamten Organismus beeinflussen und zu Symptomen wie Herzrasen, Kreislaufschwäche und Nervenentzündungen (Polyneuritis) führen. Neben einer bedrohlichen Verlegung der Atemwege können Komplikationen wie

auch noch nach Wochen auftreten. Patienten versterben an der Verlegung der Atemwege oder an Herzversagen.

Behandlung der Diphtherie mit Antibiotika

Die erste Therapie bei einem ärztlichen Verdacht auf Diphtherie ist die Gabe eines Antitoxins (Gegengift) aus Immunserum von einem Pferd in Kombination mit einem Antibiotikum. Das Antibiotikum (Penicillin oder Erythromycin als erste Wahl) tötet die Bakterien ab, die das gefährliche Toxin produzieren. Das Antitoxin macht das Gift unschädlich, das sich noch nicht an Zellen von Organen gebunden hat. Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn ist sehr wichtig, da er den Krankheitsverlauf stark beeinflussen kann. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, können intensivmedizinische Maßnahmen wie eine maschinelle Beatmung, eine Therapie von kardiologischen Komplikationen sowie eine Dialyse (Blutwäsche) erforderlich werden.

Die Impfung als Schutz vor Diphtherie

Die einzige Möglichkeit, sich vor Diphtherie zu schützen, ist die Schutzimpfung. Sie besteht aus einem aktiven Impfstoff gegen das Toxin und verhindert in den meisten Fällen die Erkrankung an Diphtherie. Trotzdem können sich die Erreger im Organismus ansiedeln und auf andere Menschen übertragen werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts empfiehlt eine Grundimmunisierung, die aus vier Impfdosen im Säuglingsalter besteht. Sie ist für Kinder im Alter von zwei, drei und vier vollendeten Lebensmonaten vorgesehen, zusätzlich zwischen dem 12. und dem 15. Monat. Auffrischungen sind zwischen dem fünften und dem sechsten Lebensjahr sowie zwischen dem neunten und dem 17. Lebensjahr geplant.

Im Erwachsenenalter sollte die Impfung gegen Diphtherie alle zehn Jahre erneuert werden. Der Wirkstoff kann alleine oder in Kombination mit den Impfungen gegen Tetanus und Pertussis (Keuchhusten), verabreicht werden. Im Kindergartenalter sind fast alle Kinder in Deutschland ausreichend gegen Diphtherie geschützt. Über 95 Prozent der Jüngsten haben die Grundimmunisierung abgeschlossen. Bei den Erwachsenen sind nur circa 30 Prozent der Impfpässe auf dem neusten Stand. Wer sich in Deutschland sicher fühlt, sollte auf jeden Fall bei einer Auslandsreise eine Auffrischung seiner Impfung gegen Diphtherie erwägen.

Quellen

Christian Speer, Manfred Gahr, Pädiatrie, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2005
Schönau et.al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban&Fischer München, 2005
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Diphtherie.html

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