Sparmedo Ratgeber

Faltenfrei mit Anti-Aging-Pflege

Aktualisiert am 02.09.22

Aus der Kosmetikbranche sind sie kaum noch wegzudenken: Anti-Aging Wirkstoffe wie Vitamin C, Retinol oder Hyaluronsäure sorgen für ein strafferes, elastischeres und frischeres Hautbild. Sie fangen freie Radikale ab, regen die Kollagenproduktion an, regulieren den Feuchtigkeitshaushalt oder stärken die Hautbarriere. Allerdings handelt es sich bei den Anti-Aging-Wirkstoffen nicht um Wundermittel: Der biologische Hautalterungsprozess lässt sich auch mit guter Pflege nicht aufhalten - nur verlangsamen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was bedeutet Anti-Aging?
  2. Wirkung von Anti-Aging-Produkten
  3. Ab wann braucht man Anti-Aging-Cremes?
  4. Folgen frühzeitiger Benutzung von Anti-Aging-Produkten
  5. Anti-Aging-Wirkstoffe
  6. Wie viel Anti-Aging muss es sein?
  7. Tipps gegen vorzeitige Hautalterung

Was bedeutet Anti-Aging?

Anti-Aging - nur ein verkaufsfördernder Begriff aus dem Marketing oder steckt da mehr dahinter? Übersetzt bedeutet Anti-Aging „Anti-Alterung“. Mit Hilfe von verschiedenen Anti-Aging-Maßnahmen sollen Alterungsprozesse des Körpers deutlich verlangsamt oder sogar umgekehrt werden. Und tatsächlich ist Anti-Aging weit mehr als ein reines Werbeschlagwort. Schließlich wissen wir alle - wer sich gesund ernährt, sich regelmäßig bewegt, oft an die frische Luft geht, nicht raucht und Alkohol nur in Maßen genießt, verlängert die eigene Lebenserwartung deutlich. All das sind also wirksame Anti-Aging-Maßnahmen.

Die ersten sichtbaren Zeichen des Alterungsprozesses spiegeln sich meist auf unserer Haut wieder. Sie ist das größte und sichtbarste Organ des menschlichen Körpers. Eine schöne, faltenfreie Haut steht generell für Gesundheit, Jugend und Frische. Mit Hilfe von geeigneten Anti-Aging Pflegeprodukten lässt sich auch von außen etwas nachhelfen und der Alterungsprozess verlangsamen. Doch was sind eigentlich die Gründe für Hautalterung?

1. Schädliche Umwelteinflüsse

Ob UV-Strahlung, Umweltgifte, Rauch oder Luftverschmutzung - unsere Haut ist ständig schädlichen Einflüssen von außen ausgesetzt. Dadurch entstehen freie Radikale, die - wenn sie nicht ausreichend bekämpft werden - Schäden in den Hautzellen verursachen können. Bei einer vermehrten Belastung durch freie Radikale wird der Hautalterungsprozess beschleunigt und die Haut sieht schnell fahl und alt aus. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Haut ein besonderes Maß an Schutz und Pflege erhält. Sogenannte Antioxidantien können freie Radikale an sich binden und somit den Alterungsprozess der Haut verlangsamen. Hochwirksame Radikalfänger sind beispielsweise Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E.

2. Kollagen-Produktion lässt nach

Mit zunehmendem Alter lässt sich Kollagen-Produktion in den tieferen Hautschichten nach. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das der Haut ihre Struktur verleiht. Lässt die Kollagen-Synthese nach, führt das zu verringerter Spannkraft und Falten. Auch hier eignen sich Vitamin A und Vitamin C bestens, um die Kollagenproduktion wieder anzuregen.

3. Die Haut produziert weniger Feuchtigkeit

Ein weiterer Grund für die Hautalterung ist die geringere Feuchtigkeitsproduktion. Während die Haut im jungen Alter meist noch mehr Feuchtigkeit produziert, herrscht im hohen Alter oft ein Feuchtigkeitsmangel vor. Die Haut wird fahl und es entstehen Trockenheitsfältchen. Eine gute Feuchtigkeitspflege ist daher unverzichtbar, wenn man den Hautalterungsprozess aufhalten möchte.

Was bewirken Anti-Aging-Produkte?

Anti-Aging Pflegeprodukte weisen grundsätzlich zwei verschiedene Wirkweisen auf: Während Produkte mit Vitaminen oder Co-Enzymen die hautschädigende Wirkung von freien Radikalen hemmen, werden Wirkstoffe wie Kollagen und Hyaluronsäure zum Auffüllen bereits vorhandener Falten genutzt.

Anti-Aging-Produkte alleine reichen nicht aus!

Anti-Aging-Produkte haben also tatsächlich einen Effekt auf die Haut - allerdings nur, wenn auch ein gesunder Lebensstil gepflegt wird. Die beste und teuerste Anti-Aging-Creme bringt nichts, wenn man sich schlecht ernährt, wenig bewegt und viel Alkohol trinkt. Wer allerdings die grundsätzlichen Anti-Aging-Maßnahmen einhält, kann mit einer geeigneten Pflege, die zum eigenen Hauttyp passt, einen deutlichen Unterschied im Aussehen bewirken.

Eine Studie an eineiigen Zwillingen aus den USA konnte das eindrucksvoll beweisen: Eine der beiden Frauen durfte sich während dem Untersuchungszeitraum ein ausgiebiges Anti-Aging-Programm gönnen, während die Schwester sich mit dem Basisprogramm (lediglich Gesichtsreinigung) begnügte. Und tatsächlich: Jene Schwester, die sich mit Anti-Aging-Produkten pflegte, sah frischer aus und wies etwas weniger Falten auf. Ein Wunder darf man natürlich nicht erwarten, denn gegen den biologischen Alterungsprozess ist niemand gefeit. Allerdings können Anti-Aging-Cremes - sofern sie zum Hauttyp passen und auch sonst ein gesunder Lebensstil gepflegt wird - den Alterungsprozess der Haut etwas verlangsamen.

30? 40? 50? - Ab wann braucht man Anti-Aging-Cremes?

Ab wann Anti-Aging-Produkte mit speziellen Wirkstoffen wie Vitamin C oder Hyaluron zum Einsatz kommen sollen, hängt in erster Linie vom Hauttyp und -zustand ab. Als Faustregel gilt allerdings: Wenn die Haut ab Mitte 20 langsam an Feuchtigkeit verliert, sind erste Anti-Aging-Cremes zu empfehlen. Ab circa 30 Jahren zeigen sich dann in der Regel die ersten Zeichen der Hautalterung in Form von kleinen Fältchen um die Augen oder zarten Linien auf der Stirn. Ab diesem Zeitpunkt darf die Gesichtspflege reichhaltiger ausfallen und Anti-Aging-Wirkstoffe wie Q10 und Hyaluronsäure enthalten.

Die Folgen frühzeitiger Benutzung von Anti-Aging-Produkten

Viele Frauen möchten am liebsten schon mit Anfang 20 zu Anti-Aging-Produkten greifen, um das jugendliche und faltenfreie Hautbild möglichst lange aufrecht zu erhalten. Doch macht das wirklich Sinn? In Bezug auf Feuchtigkeitscremes ist die Vorgehensweise tatsächlich richtig. Wer die Haut frühzeitig mit einer guten Feuchtigkeitspflege versorgt, bleibt tatsächlich länger faltenfrei. Bei spezifischen Anti-Aging-Wirkstoffen wie Retinoiden oder Alpha-Hydroxy-Säuren (AHAs) ist jedoch Vorsicht geboten: Diese könnten für die jugendliche Haut zu intensiv sein und mehr Schaden anrichten als nützen. Beispielsweise können sie die natürliche Fähigkeit der Haut, Wasser zu speichern, stören. Rötungen und Juckreiz sind dann die Folge. Auch die äußere Hautschicht kann in Mitleidenschaft gezogen und dünner und damit lichtempfindlicher werden. Folglich kann selbst normale Sonneneinstrahlung die Zellen schädigen. Dadurch geschieht genau das, was eigentlich verhindert werden sollte: Die Haut altert vorzeitig. Mit Anfang 20 reicht es also absolut aus, die Haut mit genügend Feuchtigkeit und einem guten Sonnenschutz zu versorgen.

Anti-Aging-Wirkstoffe

Anti-Aging-Wirkstoff: Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein fester Bestandteil des Bindegewebes und wird in unserem Körper produziert. Bis zu sechs Liter Wasser kann Hyaluronsäure an sich binden. Wenn die natürliche Hyaluronsäure mit Mitte 20 abnimmt, können erste Fältchen entstehen. Ab diesem Zeitpunkt lohnt es sich, Hyaluronsäure von außen in Form von Anti-Aging-Pflegeprodukten zuzuführen. Gesichtscremes oder -seren mit dem Inhaltsstoff Hyaluron können einen positiven Einfluss auf das Hautbild nehmen und kleine Fältchen auspolstern bzw. optisch glätten. In den vergangenen Jahrzehnten hat Hyaluron einen regelrechten Hype erlebt, weshalb der Wirkstoff in zahlreichen Pflegeprodukten enthalten ist - von Cremes und Seren über Make-up bis hin zu Ampullen.

Anti-Aging-Wirkstoff Q10

Neben Hyaluron spielt auch das Coenzym Q10 eine wichtige Rolle im Bereich Anti-Aging. Q10 wird zur Energiegewinnung in allen lebenden Körperzellen benötigt. Q10 wirkt antioxidativ. Der Wirkstoff hält freie Radikale im Zaum und trägt zur Gesundheit unserer Zellen bei. Das wirkt sich wiederum positiv auf unser Hautbild aus: Das Coenzym mindert Faltern und sorgt für ein frisches, jugendliches Aussehen.

Anti-Aging-Wirkstoff: Retinol (Vitamin A)

Ein beliebter Stoff in Anti-Aging-Pflegeprodukten ist Retinol. Seren mit Retinol sorgen für mehr Spannkraft und weniger Falten. Der antioxidative Wirkstoff Vitamin A sorgt für diesen Effekt. Vitamin A wirkt sich positiv auf die Hautbildung aus und fördert die Bildung von Hornzellen, aus denen die oberste Schicht unserer Haut besteht. Ein weiterer Benefit von Vitamin A: Es regt die Kollagenproduktion an und macht die Haut somit straff und flexibel. Retinol-Seren haben daher tatsächlich einen glättenden Effekt auf die Haut.

Wer Retinol verwenden möchte, sollte jedoch ein paar Grundregeln bei der Anwendung beachten. Die maximale Tagesdosis für Erwachsene laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei drei Milligramm. Dieser Wert wird häufig bereits durch eine ausgewogene Ernährung erreicht. Um eine Überdosierung zu vermeiden, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Anwendung von Retinol auf die Gesichts- und Handpflege zu beschränken. Achtung: Retinol macht die Haut etwas lichtempfindlicher, weshalb stets ein guter Sonnenschutz verwendet werden sollte.

Anti-Aging-Wirkstoffe: Vitamin C und Vitamin E

In Sachen Anti-Aging sind auch Radikalfänger wie Vitamin C und Vitamin E sehr gefragt. Sie mildern die negativen Effekte der UV-Strahlung und anderer schädlicher Umwelteinflüsse auf die Haut ab und sorgen für ein frisches, jugendliches Aussehen. Vitamin C ist außerdem in der Lage, das Kollagen in den tieferen Hautschichten und das Elastin des Bindegewebes zu schützen. Dadurch wirkt die Haut faltenfreier. Vitamin E erhöht den Kollagengehalt der Haut und stärkt die Widerstandskraft.

Wie viel Anti-Aging muss es sein?

Wie viel Anti-Aging-Pflege es sein muss, hängt stark vom Alter und dem jeweiligen Hauttyp bzw. -zustand ab. Ab 20 Jahren reichen eine leichte Feuchtigkeitscreme und ein guter Sonnenschutz aus. Eine feuchtigkeitsspendende Tagescreme mit LSF ist beispielsweise empfehlenswert. Da sich die Haut alles merkt (z.B. zu langes Sonnenbaden) und sich später gerne rächt, muss immer ein Sonnenschutz verwendet werden - völlig unabhängig vom Alter. Ab 30 Jahren sollte die Pflege dann etwas reichhaltiger ausfallen. Neben Sonnenschutz empfehlen sich Produkte mit Hyaluronsäure, um erste kleine Fältchen aufzupolstern. Empfehlenswert sind zum Beispiel ein leichtes Tagesserum mit Hyaluron sowie eine Nachtcreme mit Vitamin E. Sinn machen nun auch Peelings mit Retinol oder Vitamin C und zwar circa 1 bis 2 Mal die Woche.

Ab 40 Jahren benötigt unsere Haut zusätzliche Hilfe in der Zellregeneration. Inhaltsstoffe wie Hyaluron, Antioxidantien und Niacinamide sollten nun verstärkt zum Einsatz kommen. Tipp: Je älter die Haut wird, desto weniger Talg produziert sie. Die Haut trocknet aus, weshalb Cremes ab 40 auch reichhaltiger (fettiger) sein sollten. Ab dem 50. Lebensjahr empfehlen sich ebenfalls reichhaltige Tages- und Nachtcremes sowie eine Pflege, die Pigmentflecken mildert und vorbeugt.

Tipps, um die Hautalterung hinauszuzögern

Ausreichend trinken

Unsere Haut ist auf ausreichend Feuchtigkeit angewiesen, um glatt, frisch und elastisch zu bleiben. Neben dem Eincremen mit Hyaluronsäure ist es daher besonders wichtig, jeden Tag eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken. Wenig-Trinker können auch auf Lebensmittel mit hohem Wasseranteil wie zum Beispiel Wassermelonen oder Gurken zurückgreifen, um das Zwei-Liter-Ziel leichter zu erreichen.

Sport und Bewegung

Ausreichend Bewegung und Sport sind einfach das beste Mittel gegen diverse Alterungsprozesse. Beim Sport sorgen Sie für einen gut durchbluteten und rosigen Teint und tun Ihrer Haut etwas Gutes.

Gesunde Ernährung

Anstatt Antioxidantien lediglich von außen zuzuführen, empfiehlt sich eine antioxidantienreiche Ernährung. Achten Sie darauf, dass Ihr Speiseplan vorwiegend aus viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und mageren Fleisch und Fisch besteht. Als Hautschmeichler gelten auch Omega-3-Fettsäuren. Die ungesättigten Fettsäuren sind in Lein- oder Hanföl sowie Lachs reichlich enthalten. Sie regen den Zellstoffwechsel an und verbessern die Elastizität der Haut.

Erholsamer Schlaf

Die Haut braucht circa sieben bis acht Stunden Ruhe, um sich vollständig zu regenerieren. Achten Sie daher auf ausreichend Schlaf, um einen müden Teint, Augenschatten, Fältchen oder Mikroentzündungen zu vermeiden.

Stress reduzieren

In unserer schnelllebigen, digitalisierten Welt zwar einfacher gesagt als getan, jedoch ist es leider ein Fakt: Hektik und Stress lassen die Zellen schneller altern, da das Stresshormon Cortisol die Widerstandskraft schwächt. Regelmäßige Pausen und Entspannung sind daher das A & O, wenn Sie den Hautalterungsprozess noch etwas hinauszögern möchten.


Bitte beachten Sie: Die ggf. im Ratgeber aufgeführten Produkte stellen keine Empfehlungen dar. Es handelt sich hierbei lediglich um eine lose Auswahl von Präparaten, die einen bestimmten Wirkstoff enthalten und/oder einer speziellen Produktkategorie zugeordnet werden. Diese werden über unsere Seite direkt eingepflegt und sind keineswegs eine Aufforderung zum Kauf eines bestimmten Produkts.


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