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Pigmentstörungen

Aktualisiert am 25.02.20

Pigmentstörungen entstehen durch eine Über- oder Unterpigmentierung verschiedener Hautareale. Kleine oder größere Bereiche der Haut sind stärker oder schwächer gefärbt als normal. Eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Da diese Farbveränderungen für die Betroffenen oft ein schwerwiegendes kosmetisches Problem darstellen, kann die Behandlung mit Cremes oder chirurgisch erfolgen.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist eine Pigmentstörung?
  2. Arten von Pigmentstörungen
    1. Altersflecken
    2. Leberflecke
    3. Muttermal
    4. Sommersprossen
    5. Weiße Pigmentflecken
  3. Behandlung von Pigmentstörungen
    1. Produkte aus der Apotheke
    2. Hausmittel
    3. Chirurgische Entfernung
  4. Tipps im Umgang mit Pigmentstörungen
  5. Pigmentstörungen vorbeugen

Was ist eine Pigmentstörung?

Pigmentstörungen können örtlich begrenzt oder großflächig auftreten. Es handelt sich um Farbveränderungen der Haut, die heller oder dunkler als die übrigen Hautpartien sind. Hellere Farbveränderungen werden als Hypopigmentierungen oder verminderte Pigmentierungen bezeichnet. Dunklere Farbveränderungen werden Hyperpigmentierungen oder auch erhöhte Pigmentierungen genannt. Eine typische Hypopigmentierung ist die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo). Hyperpigmentierungen treten als Altersflecken, Leberflecke, Muttermale, Sommersprossen oder großflächige Pigmentstörungen auf.

Welche Arten von Pigmentflecken gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Pigmentflecken, die unterschiedliche Ursachen haben. Nicht bei allen Pigmentstörungen sind die Ursachen vollständig erforscht.

Altersflecken

Altersflecken sind völlig harmlose Pigmentablagerungen in der Haut. Sie sind glatt und daher nicht tastbar. Die Farbveränderungen sind gelblich-braun bis dunkelbraun und können nur wenige Millimeter, aber auch mehrere Zentimeter groß werden. Sie treten bevorzugt an Hautarealen auf, die verstärkt der Sonne ausgesetzt sind. Typische Stellen für Altersflecken sind Gesicht, Dekolleté, Handrücken und Unterarme. Die Hautveränderungen sind rundlich, oval oder unregelmäßig begrenzt.

Ursachen von Altersflecken

Die Hauptursache von Altersflecken ist starke Sonneneinstrahlung, die jahrzehntelang auf die betroffenen Hautstellen einwirkt. Die Melanozyten in der Haut produzieren bei Sonneneinstrahlung verstärkt das Pigment Melanin, das sich in der Haut einlagert. Je älter Sie werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Altersflecken. Hellhäutige Menschen sind häufiger betroffen als Menschen mit dunklerer Haut. Als weitere Ursachen für Altersflecken kommen eine genetische Veranlagung sowie eine ungesunde Lebensweise mit starkem Nikotin- und Alkoholkonsum in Frage.

Leberflecke

Leberflecke treten an den verschiedensten Stellen der Haut auf. Meist sind sie nur wenige Millimeter groß, rundlich und braun gefärbt. An den betroffenen Hautstellen befinden sich besonders viele pigmentbildende Melanozyten. Während einige Menschen fast keine Leberflecke haben, erscheinen diese Hautveränderungen bei anderen Menschen in großer Anzahl. Leberflecke sind oft bereits bei der Geburt vorhanden oder bilden sich in den ersten beiden Lebensjahren aus. Sie können sich jedoch auch erst im späteren Leben ausprägen.

Ursachen von Leberflecken

Die Ursachen für die Entstehung von Leberflecken im Laufe des Lebens sind:

Achtung: Gefahr von Hautkrebs

Leberflecke müssen nicht immer ein gesundheitliches Risiko darstellen. Aus Leberflecken kann jedoch der schwarze Hautkrebs, das gefürchtete maligne Melanom, entstehen. Vorbeugen können Sie, indem Sie die Leberflecke mit Sonnencreme behandeln, mit Kleidung bedecken und in der Mittagszeit die Sonne meiden. Ein erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs besteht bei Menschen mit mehr als 50 solcher Pigmentstörungen. Sie sollten die Leberflecke stets im Auge behalten und auf Veränderungen achten.

Muttermal

So wie Leberflecke sind Muttermale Fehlbildungen der Melanozyten und zumeist gutartig. Sie können an jeder Stelle des Körpers auftreten und unterschiedlich groß sein. Sie sind glatt oder erhaben und weisen verschiedene Farben wie braun, rötlich oder fast schwarz auf. In der Regel sind diese Pigmentveränderungen angeboren.

Achtung: Auch Muttermale sollten Sie kontrollieren, da sie sich verändern und bösartig werden können.

Ursachen für Muttermale

Die Hauptursache sind erbliche Faktoren. Treten in der Verwandtschaft gehäuft Muttermale auf, ist auch für das Kind die Wahrscheinlichkeit für Muttermale groß. Hellhäutige Menschen neigen häufiger zur Bildung von Muttermalen als Menschen mit dunklerer Haut.

Sommersprossen

Sommersprossen treten bereits im Kindesalter auf. Die kleinen gelblichen oder bräunlichen Flecken erscheinen an Hautstellen, die verstärkt der Sonne ausgesetzt sind. Gesicht (vor allem auf der Nase), Dekolleté, Schultern, Unterarme und Hände sind bevorzugte Stellen. Sommersprossen können sich jederzeit neu bilden. Sie verblassen im Winter, müssen jedoch nicht vollständig verschwinden. Im Sommer kommen sie wieder deutlicher zum Vorschein. Sommersprossen sind medizinisch völlig unbedenklich.

Ursachen von Sommersprossen

Rothaarige und hellhäutige Menschen neigen häufig zur Bildung von Sommersprossen. Sie weisen eine verstärkte Melaninsynthese auf. Das Melanin konzentriert sich in den Flecken. Sommersprossen entstehen, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt wird.

Weiße Pigmentflecken

Weiße Pigmentflecken werden als Vitiligo oder Weißfleckenkrankheit bezeichnet. Sie sind gesundheitlich unbedenklich und können an den verschiedensten Körperstellen auftreten. Bevorzugte Hautareale sind Gesicht, Hals, Hände, Arme und Beine. Die Pigmentveränderungen sind unregelmäßig begrenzt und weisen eine beachtliche Größe auf. An den betroffenen Stellen fehlt das Hautpigment Melanin. Zumeist tritt die Vitiligo zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr auf. Sie kann jedoch Menschen aller Altersgruppen und Hauttypen betreffen.

Ursachen von Vitiligo

Die genaue Ursache von Vitiligo ist nicht bekannt. Erbliche Faktoren, aber auch Autoimmunkrankheiten, eine Störung des Zellstoffwechsels in den Pigmentzellen sowie psychischer Stress können die Entstehung von Vitiligo begünstigen. Weitere mögliche Ursachen sind Sonnenbrände, Diabetes mellitus, die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis sowie die Hauterkrankungen Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Weitere Ursachen von Pigmentstörungen

Pigmentstörungen können noch weitere Ursachen haben. Beispielweise begünstigt auch die Pille die Bildung von Pigmentstörungen. Bei Frauen, die nicht hormonell verhüten, treten Pigmentstörungen seltener auf. Aufgrund von Hormonveränderungen kann es ebenfalls während der Schwangerschaft zu Pigmentstörungen kommen. Eine typische Pigmentstörung ist die dunkle Schwangerschaftsmaske (Cholasma) im Gesicht, die nach der Entbindung wieder verschwindet. Weiterhin erhöhen verschiedene Medikamente, wie Chemotherapeutika oder Antibiotika, die Lichtempfindlichkeit der Haut und machen sie anfälliger für Pigmentstörungen. Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure, eine Glutenunverträglichkeit oder Stoffwechselstörungen können Pigmentstörungen hervorrufen.

Behandlung von Pigmentstörungen

Da Pigmentstörungen medizinisch unbedenklich sind, müssen sie nicht entfernt werden. Die Entfernung erfolgt zumeist aus kosmetischen Gründen. Nur dann, wenn die Gefahr eines malignen Melanoms besteht, sollten Sie die Pigmentstörungen vom Arzt beseitigen lassen. Nicht immer ist eine Entfernung dieser Hautveränderungen möglich. Sie können die Pigmentveränderungen jedoch mit Cremes abdecken. Welche Methode sich eignet, hängt von der Art der Störung ab.

Produkte aus der Apotheke

Diverse Präparate können Pigmentstörungen wie Muttermale, Sommersprossen, Altersflecken oder Vitiligo aufhellen oder abdecken, jedoch nicht vollständig beseitigen. Bleichcremes und Seren eignen sich für Pigment- und Altersflecken sowie Sommersprossen zum Aufhellen der betroffenen Stellen. Sie müssen über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet werden. Andere Cremes decken die Pigmentstörungen wie Altersflecken und Sommersprossen ab und führen gleichzeitig bei längerer Anwendung zum Abbau des Pigments Melanin in den betroffenen Bereichen. Der Wirkstoff Azelainsäure hemmt die Bildung von Melanin und beugt der Entstehung neuer Pigmentflecken vor.

Lentisol Creme  30 ml
Allcura Pigmentflecken Creme 30 ml
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Celerit Bleichcreme  25 ml
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Iklen Serum + Gel 30 ml
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Vitix Gel 50 ml
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Taurus Pharma/Wertapharm GmbH

Wegschminken mit Camouflage-Make-up

Mit Camouflage-Make-up können großflächige Pigmentstörungen wie Muttermale, Altersflecken, Sommersprossen und Vitiligo abgedeckt werden. Diese Produkte sind stark deckend und wasserfest. Sie überdecken die Störungen besser als gewöhnliches Make-up. Kleinere Pigmentstörungen wie Leberflecke oder kleine Muttermale lassen sich mit einem Korrekturstift kaschieren. Solche Stifte eignen sich als Grundlage für Make-up.

Chemisches Peeling

Pigmentflecken, Altersflecken und Sommersprossen können mit auch chemischen Peelings behandelt werden. Diese Peelings enthalten Fruchtsäure oder Glykol- und Lipo-Hydroxy-Säuren. Sie dringen in die oberste Hautschicht ein und lösen abgestorbene Hautzellen. Die Peelings führen zu einer Schälung und reduzieren die Pigmente. Eine vollständige Entfernung der Pigmentstörungen ist jedoch nicht garantiert. Der Arzt kann chemische Peelings anwenden, die wirksamer, aber schmerzhaft sind. Allerdings erhöht sich dadurch auch das Risiko von Unverträglichkeiten.

Medikamente zur inneren Anwendung

Für die innere Anwendung werden Tabletten und Kapseln angeboten. Mit Beta-Carotin und Traubenextrakten schützen sie die Haut von innen. In Kombination mit Cremes oder Gelen unterstützen sie die Behandlung. Tabletten mit Kortison oder entzündungshemmende Salben können der Ausbreitung von Vitiligo entgegenwirken. Der Verlauf der Weißfleckenkrankheit lässt sich nicht stoppen, aber bremsen. Da eine Autoimmunerkrankung ein Auslöser für Vitiligo sein kann, lassen sich überschießende Reaktionen des Immunsystems mit Immunsuppressiva bekämpfen.

Hausmittel

Mit Hausmitteln können Pigmentstörungen wie Altersflecken und Sommersprossen nicht verschwinden, jedoch blasser werden. Zitronensaft, Apfelessig und Kartoffeln, direkt auf die dunklen Stellen aufgetragen, lassen die Pigmentstörungen ausbleichen. Sie sollten diese Mittel zehn Minuten lang einwirken lassen und dann mit Wasser abwaschen. Die Behandlung führen Sie zweimal täglich über mehrere Wochen aus. Um die Melaninproduktion zu verringern, können Sie einen Teelöffel Kurkuma mit etwas Zitronensaft anrühren und auf die betroffenen Stellen auftragen. Nach einer Einwirkzeit von 20 Minuten waschen Sie die Paste mit lauwarmem Wasser ab.

Chirurgische Entfernung

Leberflecken und Muttermale lassen sich operativ entfernen. Eine Alternative ist die Laserbehandlung. Auch Altersflecken können mit Laser behandelt werden. Zur Behandlung von Vitiligo eignen sich verschiedene Lichttherapien.

Entfernung der Pigmentstörungen mit Laser

Pigmentstörungen wie Muttermale, Leberflecken und Altersflecken können mit dem Neodym-YAG-Laser oder dem Rubinlaser behandelt werden. Energiereiches Licht dringt in die Hautschichten ein und wird von den Pigmenten absorbiert. Dabei entsteht Wärme, welche die Pigmente zerstört und diese wiederum anschließend vom Körper abgebaut werden. Nicht immer reicht eine Sitzung aus, um die Pigmentstörungen zu entfernen. Daher kann die Laserbehandlung in mehreren Sitzungen erfolgen. Die Laserbehandlung ist risikoarm.

Operative Entfernung

Die operative Entfernung eignet sich für Muttermale und Leberflecke. Die Pigmentstörungen werden mit einem Skalpell herausgeschnitten. Die Operationswunde wird vernäht. Besteht ein Hautkrebs-Risiko, muss die operative Entfernung großflächig erfolgen. Nach der operativen Entfernung bleibt eine Narbe zurück. Großflächige Pigmentstörungen wie Vitiligo, Sommersprossen oder Altersflecken lassen sich nicht operativ entfernen.

Tipps im Umgang mit Pigmentstörungen

Pigmentstörungen sind ein kosmetisches Problem und können am Selbstbewusstsein kratzen. Um die Störungen nicht zu verstärken, sollten Sie die Sonne meiden oder einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Abhängig davon, wo die Störungen auftreten, können Sie die Hautveränderungen mit Kleidung bedecken oder mit speziellem Make-up wegschminken.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Ab einem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte in jedem zweiten Jahr Anspruch auf das Hautkrebs-Screening beim Hautarzt. Die Haut wird auf Veränderungen untersucht. Sie sollten Leberflecke und Muttermale selbst regelmäßig auf Veränderungen untersuchen. Dafür gilt die ABCDE-Regel:

A = asymmetrisch: Melanome haben im Frühstadium eine asymmetrische Form.

B = begrenzt: Melanome sind an den Rändern oft unregelmäßig geformt, zackig und rau. Unscharfe Begrenzungen deuten auf Hautkrebs hin.

C = Color: Melanome können an einigen Stellen heller oder dunkler gefärbt sein. Anzeichen für Hautkrebs ist eine dunkelbraune, rote, graue, bläuliche oder schwarze Farbe.

D = Durchmesser: Hat ein Leberfleck einen Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern, sollten Sie ihn beobachten.

E = Evolution: Verändert sich ein Leberfleck oder Muttermal innerhalb von drei Monaten, konsultieren Sie den Hautarzt.

Der Hautarzt kann eine Probe der Hautveränderungen nehmen und feingeweblich untersuchen. Beim Hinweis auf bösartige Veränderungen muss der Leberfleck oder das Muttermal operativ entfernt werden.

Pigmentstörungen vorbeugen

Viele Pigmentstörungen werden durch UV-Licht verstärkt oder ausgelöst. Sie sollten einen Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor anwenden und intensive Sonneneinstrahlung vor allem in der Mittagszeit meiden. Auch dann, wenn die Sonne nicht scheint, können Sie der Bildung von Pigmentstörungen mit einer Tagescreme mit hohem Lichtschutzfaktor vorbeugen. Bei Medikamenten sollten Sie die Nebenwirkungen beachten und eventuell eine Creme mit einem höheren Lichtschutzfaktor verwenden. Verzichten Sie im Sommer auf Peelings, dann ist Ihre Haut unempfindlicher gegen intensive Sonneneinstrahlung.

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