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Reisekrankheit – Übelkeit & Erbrechen vorbeugen

Aktualisiert am 15.05.20

Die Reisekrankheit ist durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühl gekennzeichnet. Ungewohnte Bewegungsreize stören den Gleichgewichtssinn, da das Gehirn von den Sinnesorganen unterschiedliche Signale erhält. Es gibt verschiedene Varianten der Reisekrankheit. Zur Vorbeugung eignen sich Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist eine Reisekrankheit?
  2. Ursachen einer Reisekrankheit
  3. Formen der Reisekrankheit
  4. Risikofaktoren für eine erhöhte Anfälligkeit
  5. Diagnose
  6. Reisekrankheit behandeln
  7. Prognose
  8. Reisekrankheit vorbeugen

Was ist eine Reisekrankheit?

Der Fachbegriff für Reisekrankheit ist Kinetose. Dieser Begriff stammt aus dem Griechischen und leitet sich von "kinein" für "bewegen" ab. Das deutet bereits auf die Ursache der Reisekrankheit hin. Auslöser der Reisekrankheit ist ein Bewegungsreiz. Ungewohnte oder plötzlich beschleunigende Bewegungen wirken sich auf den Gleichgewichtssinn aus. Zwischen der vom Gleichgewichtsorgan wahrgenommenen Bewegung und den Eindrücken der Augen besteht ein Widerspruch.

Symptome der Reisekrankheit

Die verschiedenen Formen der Reisekrankheit machen sich mit ähnlichen Symptomen bemerkbar. Die Betroffenen gähnen häufig und fühlen sich müde. Sie produzieren mehr Speichel. Typische Symptome sind:

Der Blutdruck fällt ab und der Herzschlag beschleunigt sich. Teilweise fühlen sich die von Reisekrankheit betroffenen Menschen schlapp und apathisch. Zumeist erholen sich die Betroffenen schnell wieder, wenn sie ihre Sinneseindrücke wieder in Einklang gebracht haben.

Wenn die Reisekrankheit zur Gefahr wird

Hält die Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen über mehrere Tage an, kann sie für die Betroffenen gefährlich werden. Die Betroffenen verlieren viel Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte). Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann der Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen lebensbedrohlich verlaufen. In seltenen Fällen führt die Reisekrankheit zu einem Kreislaufkollaps.

Ursachen einer Reisekrankheit

Ursache der Reisekrankheit ist ein Konflikt verschiedener Sinneseindrücke. Um das Gleichgewicht zu halten, muss der Körper permanent die unbewussten Bewegungen koordinieren. Er greift auf Informationen von verschiedenen Sinneseindrücken zurück, um seine Lage einzuschätzen. Für die Informationen zuständig sind:

Widersprüchliche Informationen an das Gehirn

Das Gehirn erhält von den Sinnesorganen aufgrund der Bewegung unterschiedliche Informationen. Im normalen Zustand kann das Gehirn diese Informationen zu einem dreidimensionalen Bild zusammensetzen. Die Augen nehmen etwas anderes wahr als das Gleichgewichtsorgan im Ohr. Das führt zu Stressreaktionen des Gehirns. Es schüttet die Botenstoffe Histamin und Serotonin aus. Histamin stimuliert das Brechzentrum im Gehirn. Erbrechen ist die Folge.

Formen der Reisekrankheit

Abhängig von der Art der Reise tritt die Reisekrankheit in verschiedenen Formen auf:

Seekrankheit

Die Seekrankheit wird auch als Schifffahrtskinetose bezeichnet und ist bereits seit der Antike bekannt. Sie tritt bei der Fahrt mit einem Schiff oder einem anderen Wasserfahrzeug auf. Die Schifffahrtskinetose entsteht durch widersprüchliche Sinneseindrücke. Die Schaukelbewegungen des Schiffs und der visuelle Eindruck einer ruhigen Umgebung unter Deck stehen im Widerspruch zueinander. Schiffbrüchige, die mit Schwimmwesten auf dem Wasser treiben, werden zu 60 Prozent seekrank.

Übelkeit beim Autofahren und im Zug

Die Übelkeit beim Autofahren und im Zug tritt auf, wenn die Bewegung des Fahrzeugs dem visuellen Eindruck der Ruhe widerspricht. Eine typische Ursache dafür ist das Lesen bei der Autofahrt. Beim Autofahren tritt die Übelkeit häufig beim Stop-and-Go-Verkehr und bei kurvigen Strecken auf. Im Zug kann die Übelkeit entstehen, wenn der Betroffene entgegen der Fahrtrichtung sitzt.

Flugkrankheit

Die Flugkrankheit ist typisch bei Start und Landung. Die Beschleunigung beim Start und der Eindruck der Ruhe in der Flugkabine stehen im Widerspruch zueinander. Bei Menschen, die unter Flugangst leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für Flugkrankheit. Die Empfindungen bei Flugangst und die Beschwerden der Flugkrankheit können sich gegenseitig verstärken. Aufgrund der Größe und Bauart der modernen Verkehrsflugzeuge ist die Flugkrankheit heute seltener geworden.

Raumkrankheit

Die Raumkrankheit ist eine bei Astronauten auftretende Kinetose. Die fehlende Schwerkraft führt zu Übelkeit und Schwindelgefühl bei den Menschen im All.

Landkrankheit

Die Landkrankheit tritt bei Menschen auf, die nach einer Seereise wieder festen Boden betreten. Die Betroffenen bekommen häufig schon den Eindruck, dass der Anlegesteg zu schwanken beginnt. Der Körper ist noch auf das Schaukeln des Schiffs auf den Wellen eingestellt. Seeleute, die längere Zeit auf einem Schiff verbracht haben, sind häufig betroffen.

Pseudo-Kinetose

Die Pseudo-Kinetose wird nicht durch echte Bewegungen verursacht. Sie entsteht nur durch den Eindruck der Augen bei der Simulation von Bewegung. Beispiele dafür sind 3D-Kinos, Computerspiele oder Flugsimulatoren.

Risikofaktoren für eine erhöhte Anfälligkeit

Einige Menschen sind anfälliger für eine Reisekrankheit als andere. Das liegt an der unterschiedlichen Reizwahrnehmung und an der individuellen Verfassung. Frauen sind häufiger als Männer von der Reisekrankheit betroffen. Forscher gehen von einem Zusammenhang zwischen dem weiblichen Hormonhaushalt und der Anfälligkeit aus. Während der Menstruation und in der Schwangerschaft tritt die Kinetose häufiger auf. Kinder werden am häufigsten zwischen dem zweiten und zwölften Lebensjahr reisekrank.

Weitere Faktoren, die ein erhöhtes Risiko für die Reisekrankheit darstellen:

Geringes Risiko bei Babys und Senioren

Babys und Menschen jenseits der 50 sind nur selten von Reisekrankheit betroffen. Bei Babys ist der Gleichgewichtssinn noch nicht vollständig ausgeprägt. Das Gehirn empfindet Sinneskonflikte noch nicht als Bedrohung. Ab 50 Jahren bilden sich die Otolithen im Innenohr langsam zurück. Da die Wahrnehmung nicht mehr so fein ist, tritt die Reisekrankheit seltener auf.

Diagnose der Reisekrankheit

Eine Reisekrankheit lässt sich leicht diagnostizieren. Um andere Erkrankungen auszuschließen, führt der Arzt ein Anamnesegespräch. Er befragt den Patienten, in welchen Situationen die Symptome auftreten. Der Arzt fragt, ob das Problem der Reisekrankheit schon länger bekannt ist. Er erkundigt sich über die Einnahme von Medikamenten. Um festzustellen, ob eine Reisekrankheit vorliegt oder ob es sich um eine Infektion bzw. Vergiftung handelt, kann der Arzt eine Blutuntersuchung oder körperliche Untersuchungen durchführen.

Behandlung einer Reisekrankheit

Die Reisekrankheit lässt sich umso besser behandeln, je früher Sie mit der Behandlung beginnen. Für die Behandlung gibt es verschiedene Medikamente. Mit den geeigneten Maßnahmen können Sie der Reisekrankheit vorbeugen. Die richtigen Verhaltensweisen während der Reise können das Auftreten der Symptome verhindern.

Reisekrankheit bei Erwachsenen behandeln

Reisetabletten sind die bekanntesten Medikamente zur Behandlung der Reisekrankheit bei Erwachsenen. Die Tabletten enthalten den Wirkstoff Dimenhydrinat. Abhängig von der Schwere der Symptome können Sie die Tabletten mit unterschiedlich starker Wirkstoffkonzentration wählen. Alternativen zu Tabletten sind Kaudragees, Kaugummis, Tropfen, Kapseln oder Zäpfchen mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Reisepflaster mit dem Wirkstoff Scopolamin sind nur gegen Rezept erhältlich. Die Medikamente können Sie vor Reiseantritt oder noch während der Reise anwenden. Sie sind auch wirksam, wenn die Übelkeit bereits eingesetzt hat.

Behandlung mit homöopathischen und pflanzlichen Mitteln

Zur homöopathischen Behandlung eignen sich Globuli, Tropfen oder Tabletten mit dem Wirkstoff Anamirta cocculus. Sie wirken Schwindelgefühl entgegen. Auf pflanzlicher Basis empfehlen sich Tabletten, Kapseln oder Tropfen mit Extrakten aus Ingwerwurzeln oder Schneebeere (Symphoricarpos). Alternativ können Sie während der Reise auch ein Stück Ingwerwurzel kauen oder Tee aus frischer Ingwerwurzel trinken.

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Reisekrankheit bei Kindern behandeln

Aufgrund ihrer starken Wirkung sind nicht alle Medikamente gegen Reisekrankheit für Kinder geeignet. Zur Behandlung der Reisekrankheit bei Kindern eignen sich Säfte und Zäpfchen mit einer geringeren Dosierung des Wirkstoffs Dimenhydrinat.

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Was Sie bei der Anwendung von Medikamenten beachten sollten

Medikamente sollten Sie 30 bis 60 Minuten vor Reiseantritt einnehmen. Die meisten Medikamente machen müde oder führen zu verlangsamten Reaktionen. Sie sollten nach der Einnahme der Medikamente selbst kein Kraftfahrzeug führen.

Prognose: Kann eine Reisekrankheit wieder verschwinden?

Die Reisekrankheit kann jederzeit auftreten. Auch Menschen, die zuvor noch nie unter einer Reisekrankheit gelitten haben, können betroffen sein. Kinder, die unter Reisekrankheit leiden, können im Jugendalter unempfindlicher oder völlig beschwerdefrei werden. Zumeist verschwindet die Kinetose nach dem 50. Lebensjahr.

Tipps gegen die Reisekrankheit - Wie lässt sich vorbeugen?

Mit einfachen Maßnahmen können Sie einer Reisekrankheit schon vor der Fahrt vorbeugen:

Was Sie während der Reise beachten sollten

Mit dem richtigen Verhalten während der Reise können Sie den Beschwerden entgegenwirken:

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