Unter die Lupe genommen - Kritische Inhaltsstoffe in Kosmetikartikeln

Verfasst am 27.01.2014

Pflegeprodukte sollen die Haut geschmeidig und weich halten, Feuchtigkeit spenden und im Idealfall den Alterungsprozess hinauszögern. Allerdings enthalten unzählige Haut- und Haarpflegemittel Inhaltsstoffe, die auf Dauer die Gesundheit schädigen und allergische Reaktionen auslösen können. 

Gesundheitsschädigende Stoffe in Kosmetikartikeln

Warum werden von vielen Herstellern gesundheitsschädigende Stoffe verwendet? Ganz einfach - Sie lassen sich problemlos weiterverarbeiten, sind in der Herstellung recht günstig und vermitteln eine Pflege-Illusion. Ein weiterer Punkt sind die Interessen der Verbraucher. So müssen zum Beispiel Duschgels und Cremes duften und Shampoos schäumen. Diese Ergebnisse lassen sich jedoch nur mit sogenannten Schaumbildnern, Mineralölen und Moschusverbindungen erzielen. Letztere können sich sogar in der Blutbahn des Menschen einlagern und dadurch allergische Reaktionen hervorrufen. 

Konservierungsstoffe in Pflegeprodukten

Hinzu kommt die geforderte lange Haltbarkeit. Dies wird aber nur erreicht, wenn in den Pflegeprodukten ausreichend konservierende Stoffe enthalten sind. Dadurch verderben die Kosmetikartikel nicht so schnell und Keime sowie Bakterien haben keine Möglichkeit, sich zu vermehren. Jedoch setzt sich die Mehrheit der Inhaltsstoffe aus Rohstoffen zusammen, die von schlechter Qualität sind. So finden sich immer wieder Schadstoffe in Cremes und Shampoos.

Deklaration der Inhaltsstoffe in abnehmender Reihenfolge

Um Verbraucher vor allergischen Reaktionen in Pflegeprodukten zu schützen, müssen die Bestandteile einheitlich nach INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) gekennzeichnet sein. INCI bedeutet: "Internationale Namensgebung kosmetischer Inhaltsstoffe". Die Auflistung der Inhaltsstoffe erfolgt in abnehmender Reihenfolge entsprechend der Konzentration. Bestandteile mit einer Konzentration von weniger als ein Prozent müssen nicht in Reihenfolge gelistet werden. Auch bei den Farbstoffen, die am Ende mit CI-Nummern versehen sind, ist keine Reihenfolge vorgeschrieben. Aroma- und Riechstoffe sind mit Aroma oder Parfüm deklariert. 

Klassen der Inhaltsstoffe

Die verwendeten Stoffe lassen sich in Basisstoffe, Hilfs- und Wirkstoffe einteilen. Zu den Basisstoffen zählen meist die Substanzen, die in der Haut natürlich vorkommen und jene, die die Haut benötigt. Darunter fallen Fettsäuren, Fettstoffe sowie Feuchthalte- und Barrierestoffe. Sind für das Produkt bestimmte Ergebnisse gewünscht, kommen dementsprechende Wirkstoffe wie Vitamine, D-Panthenol und andere zum Einsatz. Hilfsstoffe ergänzen das Produkt mit zusätzlichen Eigenschaften. Konservierungsmittel, Emulgatoren und Konsistenzgeber verleihen dem Produkt die Stabilität. Komplexbildner und Antioxidantien sorgen für einen langen Lagerzeitraum. 

Beispiele für Inhaltsstoffe, welche die Gesundheit gefährden können:

Konservierungsmittel

Formaldehyd

Formaldehyd ist selbst in kleiner Dosierung bereits hoch wirksam. Aus dem Grund wurde der Gehalt in Pflegeprodukten auf 0,2 Prozent gesenkt oder durch Formaldehyd-Abspalter ersetzt. Darunter fallen zum Beispiel Imidazolidinyl-Urea, Bronopol, Diazolidinyl-Urea oder Bronidox. Die sogenannten Formaldehyd-Abspalter verfügen über noch mehr konservierende Eigenschaften als das Formaldehyd allein. Dadurch erhöhen sich die Nebenwirkungen, denn sie können Proteine strukturell verändern. Formaldehyd ist ein farbloses giftiges Gas, welches zu Reizungen der Schleimhäute führt. 

Paraben

Als Konservierungsmittel gibt es Paraben in Form von Methyl-, Propyl-, Butyl-, und Ethylparaben. Alle Stoffe werden künstlich hergestellt und wirken gegen Schimmel- und Hefepilze sowie Bakterien. Allerdings können sie auch Allergien auslösen, die sich als Hautausschlag, Rötung oder Juckreiz zeigen. Zudem greifen sie die natürliche Schutzschicht der Haut an. Methylparaben wird auf der Inhaltsliste meist unter anderen Bezeichnungen wie E 218 oder Nipagin ausgewiesen. 

Silikone

Silikone, auch unter dem Namen Poly(organo)siloxane, Dimethicone oder Cyclomethicone bekannt, werden synthetisch hergestellt und sorgen bei Haut und Haar für Glanz und Weichheit. In fast allen Haarspülungen sind Silikone enthalten, die sich wie ein Schutzfilm um das Haar legen. Allerdings können sie auch das Gegenteil bewirken. So kann Silikon das Haar auch fettig und schwer aussehen lassen, wenn Rückstände darin verbleiben.

Mineralöl

Der Stoff wird aus Erdöl gewonnen und gilt somit als umstritten. Er kann sich nur als Film auf die Haut legen und nicht aufgenommen werden. Dadurch werden die Poren verstopft. Die Folge: Die Haut kann nicht mehr atmen. Zudem werden Abfallstoffe, Toxine und Feuchtigkeit in der Haut eingeschlossen und können nicht mehr nach außen abtransportiert werden. Bakterien und Keime vermehren sich. Es kommt zu Hautproblemen wie Mitesser und Akne. Mineralöle werden unter anderem unter den Bezeichnungen Ozokerit, Paraffinum Liquidum, Microcrystalline Wax, Mineral Oil oder Vaseline auf der Inhaltsliste geführt. 

Emulgatoren

Die Substanzen werden in der Kosmetikindustrie als Hilfsstoffe eingesetzt, um mischbare Flüssigkeiten zu einer Emulsion zu verbinden. Des Weiteren stabilisieren sie Suspensionen und benetzen schwer lösliche Stoffe. Häufig wird Polyethylenglykol, kurz PEG, eingesetzt. Jedoch weicht PEG die Zellwände auf und verhindert das Wachstum der Zellen. Außerdem dringen durch PEGs Schadstoffe und Umweltgifte in die Haut. Emulgatoren reagieren auf der Haut weiter. Dadurch wird der Schutzfilm angegriffen. Wer häufig Cremes oder Lotionen mit PEG verwendet, riskiert, dass die Haut austrocknet.

Alkohol

Alkohol dient in der Kosmetikindustrie vorwiegend als Lösungsmittel für Fette. Mitunter wird er auch als Konservierungsmittel eingesetzt. Mit einem Gehalt von 16 Prozent tötet Alkohol Keime ab und findet dementsprechend seine Anwendung in Gesichtswässern. Als natürlicher Rohstoff ist Alkohol (Ethanol) unschädlich, jedoch teuer. Aus dem Grund wird kosmetischer Alkohol synthetisch hergestellt, was wiederum bei Hautkontakt zu Allergien führen kann. Handlotionen und Cremes mit Alkohol verursachen Risse in der Oberfläche der Haut und fördern das Wachstum von Bakterien. Alkohol in Shampoos trocknet die Haare aus. 

Duftstoffe

Kaum ein Kosmetikprodukt kommt ohne Duftstoffe aus. Selbst in der Naturkosmetik finden Duftstoffe auf Basis ätherischer Öle ihre Anwendung. Dennoch können Citronellol, Linalool und Geraniol bei empfindlichen Menschen Allergien hervorrufen. Duftstoffe, die synthetisch hergestellt werden, weisen mitunter giftige Bestandteile auf. Deshalb sollte auf Duftstoffe wie Acetyl Hexamethyl Tetralin und Dimethyl Aspartic Acid verzichtet werden. 
Im Gegensatz zu anderen Inhaltsstoffen müssen Duftstoffe auf der Verpackung nicht einzeln deklariert werden. Sie werden allgemein unter Parfüm oder Aroma zusammengefasst. Da unzählige Menschen auf Duftstoffe überempfindlich und allergisch reagieren, müssen 26 Duftstoffe gekennzeichnet sein, die am häufigsten Allergien auslösen können.

Folgende Duftstoffe sind kennzeichnungspflichtig: Amylcinnamal, Amylcinnamylalkohol, Anisylalkohol, Baummoosextrakt (Evernia furfuracea extract), Benzylalkohol, Benzylbenzoat, Benzylcinnamat, 2-(4-tert-Butylbenzyl)propionaldehyd, Benzylsalicylat, Cinnamal, Cinnamylalkohol, Citral, Citronellol, Cumarin, Eichenmoosextrakt (Evernia prunastri extract), Eugenol, Farnesol, Geraniol, Hexylcinnamaldehyd, Hydroxycitronellal, Hydroxy-Methylpenthyl-cyclohexencarboxaldehyd (Hydroxyisohexyl-3-cyclohexene-carboxylate), Isoeugenol, d-Limonen, Linalool, Methylheptincarbonat (Methyl-2-oczynoate), 3-Methyl-4-(2,6,6-trimethyl-2-cyclohexen-1-yl)-3-buten-2-on (Alpha-isomethyl-ionone).

Tipp: Beim Kauf genau hinschauen

Es ist, wie es ist. Viele Produkte in der Kosmetikindustrie enthalten immer noch Stoffe, die Allergien hervorrufen können oder gesundheitsschädigend sind. Vielen Verbrauchern ist häufig gar nicht bewusst, dass diese Stoffe in die Haut eindringen und in unserem Körper gesundheitlichen Schaden anrichten können. 

Aus diesem Grund empfiehlt sich ein genauerer Blick auf die Inhaltsstoffe und eine kritische Betrachtung dieser. Auf verschiedenen Portalen (z.B. kosmetik-check.de) gibt es die Möglichkeit, die Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts einzugeben. Danach erhält der Verbraucher eine Auswertung und Beurteilung darüber, wie gut oder schlecht dieser ist. 

Des Weiteren empfiehlt sich bei Unsicherheit auch die Nachfrage beim nächsten Hautarztbesuch. 

Beitrag kommentieren

* - Pflichfelder


Weitere Artikel

TOP Blogs 2016 zu vegane Kosmetik
TOP Blogs 2016 zu vegane Kosmetik
Verfasst am 29.09.2016
Immer mehr Menschen steigen auf vegane Kosmetik um. Hierbei handelt es sich um Kosmetika, die frei von Tierversuchen und tierischen Inhaltsstoffen sind. Wir haben für euch Blogs herausgesucht, die sich genau mit dem Thema beschäftigen. Seht selbst.
Profilbild Doreen D&oum;rre
Redaktion
Doreen Dörre
Online-Redaktion Sparmedo Ratgeber & Gesundheitsmagazin E-Mail: d.doerre@sparmedo.de
Google +: Weiter zum Profil