Sparmedo Ratgeber

Mund- und Atemschutzmasken im Überblick

Aktualisiert am 17.02.21

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Covid19-Erkrankungen haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Seit März 2020 müssen wir unter anderem eine Mund- und Atemschutzmaske tragen, um uns und andere vor einer SARS-CoV-2 Infektion zu schützen. Die Schutzwirkung der Masken wurde bereits mehrfach belegt. Allerdings gibt es mehrere Maskentypen, die sich in ihrem Aufbau und ihrer Schutzwirkung teils erheblich voneinander unterscheiden.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Welche Mund- und Atemschutzmasken gibt es?
  2. Mund-Nasen-Bedeckung
  3. Medizinische Gesichtsmasken
  4. Partikelfiltrierende Halbmasken: FFP-Masken

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, müssen Mund- und Atemschutzmasken getragen werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Stoffmasken, OP-Masken und FFP-Masken, auf die wir im Folgenden näher eingehen wollen.

Welche Mund- und Atemschutzmasken gibt es?

Um sich und andere vor Infektionen zu schützen, kommen seit Beginn der Pandemie Mund- und Atemschutzmasken zum Einsatz. Prinzipiell unterscheidet man zwischen diesen drei Maskentypen:

Die drei Maskentypen unterscheiden sich in ihren jeweiligen Eigenschaften erheblich voneinander. Je nach Maskentyp ist ein unterschiedlich hoher Schutz gegen eine Übertragung des SARS-CoV-2-Virus geboten. Grundsätzlich weisen medizinische Gesichtsmasken sowie partikelfiltrierende Halbmasken eine höhere medizinische Schutzwirkung auf.

Mund-Nasen-Bedeckung

Mund-Nasen-Bedeckungen bestehen in der Regel aus Stoff und gehören weder der Kategorie der Medizinprodukte noch der Kategorie der persönlichen Schutzausrüstung an. Sie werden oft aus handelsüblichen Stoffen genäht und variieren in ihrem Aussehen daher sehr stark. Alltagsmasken existieren in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Zwar bieten auch Stoffmasken einen gewissen Schutz vor Übertragungen, allerdings müssen sie keine gesetzlichen Anforderungen oder technische Normen zur Filterleistung erfüllen. Jedoch müssen sie so gefertigt werden, dass Mund und Nase tatsächlich bedeckt werden und möglichst nah am Gesicht anliegen.

Merkmale & Eigenschaften einer Mund-Nasen-Bedeckung

Das sind die wesentlichen Merkmale und Eigenschaften von Mund-Nasen-Bedeckungen:

Woran erkennt man eine Mund-Nasen-Bedeckung?

Bei einer Mund-Nasen-Bedeckung handelt es sich in der Regel um (selbst-)genähte Ware aus handelsüblichen Stoffen, die keine CE-Kennzeichnung tragen. Ihre Schutzwirkung ist geringer als jene von OP- oder FFP-Masken.

Zertifizierung & CE-Kennzeichen

Im Gegensatz zu medizinischen Gesichtsmasken und FFP-Masken werden Alltagsmasken nicht auf entsprechende gesetzliche und normative Anforderungen überprüft. Mund-Nasen-Bedeckungen weisen keine Zertifizierung und kein CE-Kennzeichen auf. Deshalb bieten Mund-Nasen-Bedeckungen für gewöhnlich auch weniger Schutz als geprüfte Maskentypen.

Dichtheit und Qualität des verwendeten Materials, die Anpassung an die Gesichtsform sowie die Anzahl der Stofflagen beeinflussen die Schutzwirkung von Mund-Nasen-Bedeckungen dabei wesentlich. Neben (selbst-)genähten Mund-Nasen-Bedeckungen existiert eine besondere Gruppe der Alltagsmasken, die nach dem europäischen "CEN Workshop Agreement CWA 17553" hergestellt wurden. Zwar gehören diese Masken auch zur Kategorie der Alltagsmasken, allerdings stellt das CWA spezielle Leistungsanforderungen an diese Masken.

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

Mund-Nasen-Bedeckungen eignen sich ausschließlich für den privaten Gebrauch. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bezüglich der Hygiene sollten eingehalten werden. Um uns und andere Menschen effektiv vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, müssen Personen neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes den Abstand von mindestens 1,50 m einhalten sowie Räume regelmäßig lüften. Die Maske muss dicht an den Rändern anliegen und über Mund, Nase und Wange gezogen werden.

Probieren Sie am besten verschiedene Maskenformen an. Um das Atmen möglichst wenig zu behindern, muss der MNS genügend Luft durchlassen. Ist eine Maske bereits durchfeuchtet, sollte diese gewechselt werden. Fassen Sie die Maske beim Aufsetzen nur an den Bändern an. Waschen Sie Ihre Hände nach dem Absetzen der Maske für mindestens 20 Sekunden mit Seife. Verschließen Sie die Maske nach dem Abnehmen luftdicht in einem Beutel oder waschen Sie diese sofort. Um Schimmelbildung möglichst zu vermeiden, sollte die Aufbewahrung jedoch nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen. Waschen Sie Ihre Maske am besten bei 95 Grad in der Waschmaschine und lassen Sie sie anschließend vollständig trocknen. Beachten Sie außerdem die weiteren Angaben des Herstellers.

Medizinische Gesichtsmasken

Medizinische Gesichtsmasken sind bereits lange aus dem Klinikalltag bzw. aus Arztpraxen bekannt. Die Gesichtsmasken werden auch OP-Masken genannt und fallen in die Kategorie Einmalprodukte. Medizinische Gesichtsmasken sind mehrschichtig aufgebaut und bestehen aus speziellen Kunststoffen. In ihrem Erscheinungsbild sehen die Masken recht einheitlich aus. Sie verfügen über eine rechteckige Form mit Faltenwurf, damit sich die OP-Maske der Gesichtsform gut anpassen kann. Während die Vorderseite meist farbig ist, weist die Rückseite keine Farben auf. Ein Nasenbügel aus Draht sowie Ohrschlaufen gewährleisten einen guten Sitz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stoffmasken weisen medizinische Gesichtsmasken klar definierte Filtereigenschaften auf.

Merkmale & Eigenschaften

Das sind die wesentlichen Merkmale und Eigenschaften von medizinischen Gesichtsmasken:

Woran erkennt man eine medizinische Gesichtsmaske?

Medizinische Gesichtsmasken bestehen aus speziellen Kunststoffen und weisen eine rechteckige Form mit Faltenwurf auf. Die eigentliche Aufgabe der Maske besteht im Fremdschutz. Die medizinischen Gesichtsmasken sollen z.B. verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Arztes in die Wunde von Patienten gelangen. Sitzt die Maske korrekt, ist jedoch auch ein gewisser Eigenschutz geboten.

Zertifizierung & CE-Kennzeichen

Bei medizinischen Gesichtsmasken handelt es sich um Medizinprodukte, die dem Medizinprodukterecht unterworfen sind. Anders als bei Alltagsmasken werden an OP-Masken besondere Ansprüche gestellt. Bei der Herstellung und im Vertrieb müssen gesetzliche Anforderungen befolgt werden und die Masken müssen der europäischen Norm EN 14683:2019-10 entsprechen. Hersteller müssen im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahren nachweisen, dass ihre Produkte allen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Erst, wenn all diese Kriterien erfüllt sind, dürfen Hersteller ihre medizinischen Gesichtsmasken mit dem CE-Kennzeichen versehen. Das CE-Zeichen weist darauf hin, dass das Produkt vom Hersteller geprüft wurde und es allen erforderlichen EU-weiten Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz entspricht.

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

Grundsätzlich sollten beim Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske dieselben Tipps zur Hygiene vom Robert Koch Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung befolgt werden, wie beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff. Die umfangreichen Tipps zur Hygiene sind bereits weiter oben erklärt. Allerdings sind OP-Masken vom Hersteller als Einwegprodukte vorgesehen, weshalb sie regelmäßig gewechselt und entsorgt werden sollten.

Partikelfiltrierende Halbmasken

FFP steht ausgeschrieben für "Filtering face pieces". Die partikelfiltrierenden Halbmasken wurden einst als Staubschutzmasken konzipiert. Sie sind Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und dienen dem Schutz von Mitarbeitern. In ihrem Erscheinungsbild sind sich FFP-Masken relativ ähnlich: Sie sind weiß, kuppelförmig und faltbar. FFP-Masken schützen den Träger vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Wenn Sie korrekt aufgesetzt werden und dicht am Gesicht anliegen, bieten sie sowohl Fremd- als auch Eigenschutz. Grundsätzlich wird zwischen FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken unterschieden. Während FFP1 eine Filterleistung von 88% bietet, weist FFP2 eine Filterleistung von 94% und FFP3 sogar eine von 99% auf.

Merkmale & Eigenschaften

Das sind die wesentlichen Merkmale und Eigenschaften von FFP-Masken:

Woran erkennt man eine partikelfiltrierende Halbmaske?

FFP-Masken sind weiß, kuppelförmig und faltbar und erinnern an einen Kaffeefilter. Auf der Maske befindet sich ein Hinweis auf die Norm EN 149, die Schutzstufe (FFP1, FFP2, FFP3) und das CE-Zeichen.

Zertifizierung & CE-Kennzeichen

Bei der Herstellung und im Vertrieb von FFP-Masken müssen gesetzliche Anforderungen und technische Normen eingehalten werden. Die Filterleistung des Maskenmaterials wird anhand der europäischen Norm EN 149 mit Aerosolen getestet. FFP2-Masken müssen eine Filterleistung von mindestens 94% erbringen, während FFP3-Masken mindestens 99% der Testaerosole filtern müssen. Der wirksame Schutz gegen Aerosole beim Tragen einer FFP-Maske ist nachgewiesen.

Die Prüfvorgaben der Europäischen Norm (EN) 149:2001+A1:2009 müssen erfüllt werden, um ein CE-Kennzeichen zu erhalten. Wenn alle Prüfkriterien eingehalten worden sind, darf die Atemschutzmaske entsprechend der EU-Verordnung (EU)2016/425 zertifiziert werden.

Auf der Oberfläche der FFP-Maske ist diese Prüfnorm gemeinsam mit dem CE-Kennzeichen sowie der vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle aufgedruckt. Das CE-Kennzeichen erhalten Hersteller erst, wenn ein erfolgreiches Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt wurde. Hersteller weisen dadurch nach, dass ihre Produkte allen gesetzlichen Anforderungen und Normen entsprechen.

Worauf bei der Anwendung achten?

Es gelten dieselben Tipps zur Hygiene, die vom Robert Koch Institut und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfohlen werden. Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu Ihren Mitmenschen, waschen Sie sich regelmäßig die Hände (für mindestens 20 Sekunden mit Seife) und lüften Sie Innenräume regelmäßig. 

FFP-Masken sind als Einmalprodukte konzipiert und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Im Privatbereich werden die Masken jedoch häufig wiederverwendet - zum Teil sogar an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen. Eine solche Handhabung ist in der Praxis mit gewissen Möglichkeiten und Risiken verbunden. Die FH-Münster hat sich daher der Frage angenommen, auf welche Weise das Risiko einer Infektion bei Wiederverwendung von FFP-Masken reduziert werden kann. Wollen Sie Ihre FFP-Maske wiederverwenden, müssen Sie folgende Regeln beachten:


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