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Zeckenstich bei Hunden behandeln

Im Vergleich zu Menschen werden Hunde und andere Tiere viel häufiger von Zecken befallen. Die kleinen Spinnentiere lauern auf Wiesen oder hohen Gräsern. Sowohl Haustiere wie Hunde, aber auch Wildtiere wie Rehe oder Igel halten sich in diesen Gebieten besonders gern auf und werden somit vermehrt von Zecken heimgesucht.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Häufig übertragbare Krankheiten
  2.  Schutzmaßnahmen
  3. Entfernung der festgesaugten Zecke

Auch Tiere können an den von Zecken übertragenen Krankheiten erkranken, ob und wie stark ist jedoch von der Tierart und dem Immunsystem abhängig.

Mäuse sind Hauptüberträger, erkranken aber äußerst selten. Katzen können sich auch infizieren, erkranken jedoch nicht. Kühe und Ziegen können FSME über die Milch weitergeben, sind aber von Borrelien nicht betroffen. Pferde infizieren sich häufig, erkranken aber selten, wenn dann aber schwer. Hunde sind empfindlicher, infizieren sich zwar seltener, aber erkranken häufiger.

Häufig übertragene Krankheiten

Insgesamt ist eine Übertragung von weit mehr als 50 Krankheiten durch die Zecke bekannt. Die bekanntesten sind:

Anaplasmose 

Anaplasmose wird durch spezielle Bakterien, die „Anaplasmen“ übertragen. Betroffen sind Hunde und andere Säugetiere, selten auch der Mensch. Typische Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber, Fressunlust, Muskelverhärtungen, Polyarthritis mit Gelenkschmerz, Gelenkschwellungen, Lahmheit und Gewichtsverlust. Eine zwei- bis vierwöchige Behandlung durch Antibiotika tötet die Anaplasmen ab.

Babesiose

Babesiose, auch Hundemalaria genannt, wird durch kleine Einzeller, die „Babesien“, ausgelöst. Es wird durch die seltenen Auwaldzecken übertragen, die meist in der Mittelmeerregion und einigen wenigen Regionen Deutschlands anzutreffen sind. Hunde, Schafe oder Rinder sind gefährdet, wobei Menschen sehr selten infiziert werden. Babesiose fördert den Zerfall roter Blutkörper und wird durch sogenannte „Antiprotozoika“ behandelt, kann aber dennoch tödlich enden.

Weitere Informationen und typische Symptome, die mit Babesiose einhergehen finden Sie im Ratgeber Mücken & Zecken.

Borreliose

Eine der bekanntesten übertragenen Krankheiten ist Borreliose. Sie wird durch die häufigste Zeckenart in unseren Breiten, den „Gemeinen Holzbock“, übertragen. Circa jede dritte Zecke ist Träger von Borreliose-Bakterien. Bei Tieren ist eine Infektion nur schwer erkennbar, da z.B. die sogenannte „Wanderröte“ äußerst selten zu beobachten bzw. durch das Fell nur schwer erkennbar ist. Erste Symptome der Borreliose sind Fieber und Appetitlosigkeit und es können Monate vergehen, bis sich erste schwere Symptome wie Entzündungen, Schwellungen oder Schmerzen in den Gelenken zeigen. Schädigungen der Organe wie Herz oder Niere können vorkommen, sind aber selten. Gewissheit über die tatsächliche Erkrankung an Borreliose bringt nur ein durch den Tierarzt veranlasster Test. Selbst eine erfolgreiche Behandlung mit Antibiotika bietet keinen Schutz vor Neuansteckung.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Eine weitere übertragbare Krankheit ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), von der Hunde und Pferde betroffen sind. Der Krankheitsverlauf ist meist schwer und tödlich, und selbst bei einer anschlagenden Symptombehandlung können lebenslange neurologische Störungen bleiben. Katzen können sich infizieren, erkranken jedoch nicht.

Schutzmaßnahmen

Das erhöhte Risiko für einen Zeckenstich besteht auch für Tierhalter, da die Haustiere infizierte Zecken in den Wohnbereich oder den heimischen Garten einschleppen können.

Impfungen schützen

Hunde können gegen drei relevante Stämme  und damit rund 90 Prozent der Borreliose-Bakterien in Deutschland geimpft werden und bilden Antikörper. Allerdings bilden ungeimpfte Hunde, die bereits einmal erkrankt waren keinen eigenen Infektionsschutz und können sich wieder anstecken.

Antiparasitika minimieren das Risiko einer Übertragung deutlich

Wichtige Schutzmaßnahmen sind Antiparasitika, welche in Form von Spot-on-Produkten und Halsbändern erhältlich sind. Diese verhindern zwar nicht, dass sich die Zecken im Fell festhalten, aber töten sie spätestens beim Blutsaugen. Das Risiko einer Übertragung wird so deutlich minimiert. Tierhalter sollten beachten, dass es unterschiedliche Präparate für Hunde und Katzen gibt.

So genannte Spot-on-Präparate sind zeckenabtötende Lösungen und für Hunde und Katzen erhältlich. Sie werden auf die Haut des Tieres getropft, meist in den Nacken, um ein Ablecken zu verhindern und schützen mehrere Wochen.

Gebräuchlich sind auch Zeckenhalsbänder, die spezielle Gifte gegen die Zecken absondern und auch mehrere Wochen vorhalten.

Von der Anwendung von Hausmitteln wird abgeraten, bzw. ist eine vorherige Absprache mit dem Tierarzt erforderlich. Knoblauch, Leinöl, Teebaumöl oder Zitronella sind unwirksam und teilweise sogar giftig. Außerdem verträgt nicht jedes Tier jedes Mittel.

Trotz der Schutzmaßnahmen, ist das zusätzliche Absuchen des Tieres nach jedem Spaziergang ratsam, um die Zecken der häuslichen Umgebung fernzuhalten und einem Stich vorzubeugen.

Entfernung der festgesaugten Zecke

Sofortiges Handeln notwendig

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Denn, desto länger der Saugvorgang stattfindet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung. Während die Übertragung von FSME sofort mit Blutsaugen beginnt, vergehen für die Borreliose-Infektion ca. 12-24 Stunden.

Ansteckungsgefahr minimieren

Egal, welches Werkzeug verwendet wird, es darf kein Öl, Benzin, Nagellackentferner oder Alkohol auf die Zecke aufgetragen werden. Diese wird ihren Mageninhalt in die Wunde abgeben und es erhöht sich das Risiko einer Übertragung. Zecken müssen vollständig und nicht gequetscht entfernt werden. Bei Rötungen, Schwellungen, Entzündungen oder wenn Teile der Zecke in der Haut verbleiben, sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Zur Entfernung geeignet sind:

Zeckenzange Aus Metall 1 ST

Mosquito Zeckenkarte 1 ST
Mosquito Zeckenkarte 1 ST
Wepa Apothekenbedarf

Es gibt geteilte Meinungen darüber, ob die Zecke herausgedreht werden sollte oder nicht. Die bessere und sichere Variante ist jedoch das langsame Ziehen von der Einstichstelle weg nach oben.

Die Entfernung einer Zecke bei einem Tier gleicht der Zeckenentfernung beim Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber Mücken & Zecken.

Nach dem Entfernen der Zecke sollte die betroffene Hautstelle mit Jod oder Alkohol desinfiziert werden.

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