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Anwendungsgebiete & Wirkweise von Melatonin

Das Hormon Melatonin ist maßgeblich an der Regulation des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt, erfüllt aber noch weitre wichtige Funktionen im Körper. Es spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulierung der Körpertemperatur, des Stoffwechsels und des Blutdrucks. Studienergebnisse zeigen, dass Melatonin positiv auf das Immunsystem und als Antioxidans wirken kann.

In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zu folgenden Themen:

  1. Was ist Melatonin?
  2. So wirkt Melatonin
  3. Anwendungsgebiete
  4. Lebensmittel mit Melatonin
  5. Präparate mit Melatonin

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse, einer kleinen Drüse im Hirn, bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. In der Zirbeldrüse bildet Serotonin den Ausgangsstoff für Melatonin. Daneben wird Melatonin auch in geringen Mengen im Verdauungstrakt produziert. Das Hormon ist maßgeblich für unsere innere Uhr verantwortlich und steuert, wann wir müde werden und wann wir aufwachen.

Melatonin-Spiegel sinkt im Alter

Sobald Melatonin ausgeschüttet wird, steigt der Melatonin-Spiegel im Blut und erreicht gegen 2 Uhr nachts seinen Höhepunkt und sinkt danach bis zum Morgen wieder. In jungen Jahren produziert der Körper deutlich mehr Melatonin. Mit zunehmendem Alter vermindert sich die Melatonin-Produktion. Im Alter von 60 Jahren schüttet die Zirbeldrüse nur noch etwa die Hälfte der Menge Melatonin aus wie mit 20 Jahren. Neben der direkten Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst Melatonin noch andere Prozesse, die damit in Verbindung stehen, etwa die Nierenfunktion, den Blutdruck, die Körpertemperatur und das Immunsystem. Da Melatonin unmittelbar mit der Sonnenlichteinwirkung zusammenhängt, ist der Melatonin-Spiegel im Winter meist erhöht, da die Tage kürzer sind. Die Folge sind mitunter erhöhte Schläfrigkeit und die sogenannte „Winterdepression“.

So wirkt Melatonin

Funktionen von Melatonin

Melatonin wird aufgrund seiner Eigenschaften eine Wirkung gegen Krebs und andere Krankheiten nachgesagt. In Tierversuchen konnte man mit Melatonin das Immunsystem aktivieren, so dass vermehrt Antikörper gegen Viren und Bakterien produziert wurden. Daneben scheint Melatonin Zellen vor Schäden durch Schwermetalle wie Quecksilber zu schützen. Als wirksames Antioxidans wird es in den USA als Anti-Aging-Wundermittel gehandelt, hilft aber auch gegen Strahlenschäden. Hierzulande wird es jedoch fast ausschließlich zur Behandlung von Schlafstörungen bzw. zur Normalisierung nach einem Jetlag eingesetzt.

Anwendungsgebiete

Sobald die genauen Wirkzusammenhänge von Melatonin und eventuelle Nebenwirkungen besser erforscht sind, könnte Melatonin auch bei weiteren Krankheiten und Beschwerden in Deutschland Linderung bringen. Vielversprechend ist die Behandlung von Alzheimer-Patienten mit Melatonin, da es gegen Quecksilbereinlagerungen wirkt und als Antioxidans die neurotoxischen Symptome lindern könnte.

Die antioxidativen Eigenschaften machen es auch zu einem möglichen Präparat in der Krebstherapie. Melatonin kann zudem epileptischen Anfällen vorbeugen, da es den Gamma-Aminobuttersäure- und Benzodiazepin-Rezeptor beeinflusst. Daneben konnte eine Linderung der Symptome bei Fibromyalgie-Patienten durch Melatonin erreicht werden. Melatonin ist außerdem im Gespräch als Medikament gegen Spätdyskinesie.

Lebensmittel mit Melatonin

Wer unter Schlafstörungen leidet, kann auch mit einer bewussten Ernährung zu einer angenehmen Nachtruhe beitragen, denn einige Lebensmittel enthalten Melatonin. Hafer, Mais und Reis eignen sich besonders, um Melatonin mit der Nahrung aufzunehmen. Diese Lebensmittel enthalten zwischen 1.000 und 1.800 pg (1.000.000 Pikogramm = 1 Milligramm) Melatonin pro Gramm. Neben Haferflocken, Müsli & Co sind folgende Speisen schlaffördernd:

  • Ingwer (ca. 500 pg/g)
  • Tomate (ca. 500 pg/g)
  • Banane (ca. 500 pg/g)

Außerdem enthalten Samen und Nüsse, wie Sonnenblumenkerne, Walnüsse und Mandeln, geringe Mengen Melatonin. Auch Milch enthält geringe Mengen Melatonin.

Präparate mit Melatonin

In höheren Dosen und als Arzneimittel ist Melatonin verschreibungspflichtig. In der EU ist das Medikament Circadin zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen für Patienten ab 55 Jahren zugelassen. Die Einnahme von Melatonin sollte mit Vorsicht genossen werden. Schlaffördernde Mittel können stets auch das Gegenteil bewirken, also zu Schlaflosigkeit führen. Zudem sollte Melatonin nur vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Tagsüber ist ansonsten mit Müdigkeit zu rechnen, das Bedienen von Fahrzeugen und Maschinen sollte dann unterlassen werden. Andere mögliche Nebenwirkungen bzw. Erscheinungen von Überdosierungen durch Melatonin sind:

Nahrungsergänzungen mit Melatonin

In Apotheken sind wenige Nahrungsergänzungen mit Melatonin zur Behandlung eines Jetlags erhältlich:

Die Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel mit einem Melatoningehalt zwischen 0,5 und 5mg angeboten. Die Präparate werden oral eingenommen. Um eine schlaffördernde Wirkung zu erzielen, empfiehlt sich die Einnahme des Präparats eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Schlafengehen.


Quellen
Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)

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